Franchisenehmer werden: Was gehört noch dazu?

25.04.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

Franchisenehmer werden – das ist ein guter Plan, doch der entschlossene Wille dazu reicht nicht aus. Im Vorfeld ist manches zu bedenken und auch zu unternehmen, damit sich Gewolltes in die Tat umsetzen lässt. Selbstverständlich muss man wissen, wo man zum Franchisenehmer werden möchte, und damit fangen die Probleme an. Das Auswahlverfahren von der Seite des Franchisegebers her ist schon streng genug, doch nicht weniger penibel sollte die eigene Suche ausfallen.

Wer Franchisenehmer werden will, muss genau hinsehen

Mit einem unverbindlichen Blick auf die Webseite des aufgefallenen Unternehmens fängt es in der Regel an. Vielleicht ist man zufällig darauf gestoßen, möglicherweise folgt man auch einem gezielten Hinweis. Das Interesse am Franchising ist geweckt, doch nun ist es daraufhin zu überprüfen, ob das gerechtfertigt war oder man es besser wieder verlieren sollte. Schauen Sie genau hin; belassen Sie es nicht bei der flüchtigen Durchsicht, nehmen Sie Kontakt auf, nachdem Sie alles Wissenswerte erfahren konnten und auch mit anderem verglichen haben. Fordern Sie Weitergehendes in Schriftform an und suchen schließlich das persönliche Gespräch, wenn Ihre Lektüre zufriedenstellend verlaufen ist. Sollten Sie auf gezielt gestellte Fragen keine Antwort bekommen haben, dann legen Sie Ihr Vorhaben auf Eis.

Wer Franchisenehmer werden will, muss rechnen können

Wenn keine Zahlen vorgewiesen werden können, die auch schlüssig zu erklären sind, ist zunächst einmal Vorsicht geboten. Nicht jeder rückt gleich damit heraus, und wer es zu bereitwillig tut, will damit vielleicht sogar das eine oder andere kaschieren. In jedem Fall bedarf der Überprüfung, was auf dem Tisch des Hauses landet, und dabei ist es mit der internen Erläuterung nicht getan. Es müssen auch andere Quellen herangezogen werden, die sich freilich nicht von selbst erschließen. Hier ist die Findigkeit eines angehenden Unternehmers gefragt, der sich mit Bildern, die in den prächtigsten Farben gezeichnet sind, nicht abspeisen lassen will. Das eigene Urteilsvermögen ist entscheidend für eine Karriere im Franchising.

Nehmen Sie vorweg, was sich ausbaldowern lässt

Ganz wichtig ist es, im Voraus schon verbindlich zu erfahren, welchen Part die Franchisezentrale übernehmen wird und was dabei gegebenenfalls unterbleibt. Hierin unterscheiden sich verschiedene Systeme zum Teil gewaltig, und die Bedeutung dessen ist nicht zu unterschätzen. Mal kämpft man ganz allein auf weiter Flur, ein andermal wird man mit immerwährenden Aktivitäten unentrinnbar beschäftigt. Erkundigen Sie sich, was in dieser Hinsicht auf Sie zukommen wird, und überlegen Sie, ob Sie das mögen. Noch ist es nicht zu spät für einen Wechsel, im fortgeschrittenen Stadium kann das sehr schwierig werden. Stellen Sie Ihre eigenen Recherchen an, hören Sie sich dort um, wo Theoretisches in praktische Umgangsformen gekleidet worden ist.

Auf den Ernstfall angemessen vorbereitet sein

Was Sie unbedingt brauchen, wenn Sie zum Franchisenehmer werden wollen, das ist neben reichlich eigener Initiative

  • ein vorzeigbarer Businessplan
  • die ausreichende Befähigung für das, was Sie sich vorgenommen haben
  • und Erfahrungen, die Sie eigenständig sammeln konnten.

Begnügen Sie sich nicht damit, lediglich abzuschreiben, wodurch Ihre Zielgruppe gekennzeichnet ist und worin Ihr zu adaptierendes Alleinstellungsmerkmal besteht. Machen Sie sich Ihre Gedanken dazu, überlegen Sie, wie Sie von beidem am besten profitieren können. Aber werfen Sie nicht gleich die gesamte Strategieplanung des Franchisesystems über den Haufen.

Machen Sie den Praxistest mit eigenen Augen

Was Sie tatsächlich leisten müssen, erfahren Sie vielleicht am ehesten dann, wenn Sie sich vorab der Wirklichkeit aussetzen. Schnuppern Sie mal hinein in den Alltag bestehender Betriebe, nicht nur für einen Kurzbesuch, sondern als jemand, der mit anpackt. Tauschen Sie sich mit künftigen Kollegen aus, je öfter und auch intensiver, desto besser. Lernen Sie aus ihren Fehlern, sofern die zugegeben werden, lassen Sie sich durchaus auch einen guten Rat mit auf den Weg geben. Haben Sie zwei davon bekommen, die sich im Wesentlichen ähneln, sind Sie schon ein gutes Stück weitergekommen. Es kann natürlich sein, dass der Nächste dieselbe Sache schon ganz anders sieht, doch auch das kann Aufschluss gebend sein. Vielleicht liegt es ja am Standort.

Aktionsraum durch Basiskontakte abstecken

Der Platz, an dem man sich niederlassen möchte, ist das A und O für den Erfolg. Einmal muss er durch internen Konkurrenzausschluss

  • nach außen hin gut abgesichert sein, und dann sollte auch
  • an ihm tatsächlich Leben herrschen.

Lassen Sie sich des Öfteren mal dort sehen, wenn die Stelle bereits festliegt, und den möglicherweise wechselhaft herrschenden Wind kräftig um die Nase wehen. Gehen Sie auf Einkaufstour im Viertel und plaudern mit ansässigen Geschäftsleuten, die sowohl vergangene Zeiten erlebt haben als auch wissen dürften, was in absehbarer Zeit geplant ist. Sie kennen saisonale Schwankungen und andere Faktoren, die sich regional auswirken, könnten sich allerdings auch ausspioniert fühlen.

Prüfen Sie die Lage am Ort des Geschehens

Dann liegt es an Ihnen, Vertrauen aufzubauen. Das sollten Sie können, wenn Sie ein guter Nachbar werden wollen, der frühzeitig in Erfahrung bringt, wer ihm wohl gesonnen ist. Herrscht im Umfeld ein missgünstiges Klima, sollten Sie überlegen, ob Sie den Kampf damit aufnehmen wollen. Es kann absolut zweitrangig sein, doch auch zum dauerhaften Ärgernis werden. Planen Sie nicht nur am grünen Tisch, konfrontieren Sie sich mit dem, was Sie und andere sich ausgedacht haben. Rosige Aussichten zu schildern, ist eine Seite der Medaille, ihr gegenüberliegend gilt es, die Chancen für deren Realisierung auszuloten. Es entsteht schnell ein falscher Eindruck, wenn man es an Gründlichkeit mangeln lässt und sich mit einem Ausblick begnügt, der auch in die Irre führen kann.

Sich selbst auf den Prüfstand stellen

Erforschen Sie nicht zuletzt Ihr Gewissen auch daraufhin, ob Sie genug Leistungsbereitschaft aufzubringen imstande sind. Darüber hinaus könnten auch Eignungsprüfungen fehlen, die Sie kaum noch beizubringen vermögen, wenn Sie bereits zugesagt haben. Vom Franchisenehmer wird eine Menge verlangt, vor allem auch, dass er sich darüber im Klaren ist und selbst wissen muss, was er zu tun oder zu lassen hat. Widmen Sie dem Studium der anstehenden Aufgabe ruhig ein wenig mehr Zeit als minimal erforderlich, mit der heißen Nadel Genähtes hält meist nicht allzu lang. Sie wollen aber für Beständigkeit einstehen und das nicht nur zu Ihrem Nutzen. Geben Sie einen guten Partner ab, wenn Sie Franchisenehmer werden und es bleiben wollen.

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