Franchisepartnerschaft: Was beide Parteien wissen müssen

Franchisepartnerschaft: Was beide Partein wissen müssen

Schließen Sie als Franchisenehmer einen Franchisevertrag ab, so lassen Sie sich auf eine Partnerschaft ein, die nur erfolgreich sein kann, wenn beide Partner ihren Beitrag leisten. Hierfür ist es gut, über die Rechte und Pflichten beider Parteien Bescheid zu wissen. Wir haben für Sie zusammengestellt, was beide Parteien wissen müssen und weitere nützliche Tipps für Ihren Weg in die Selbständigkeit mit Franchising.

Vorteile, die für Franchise bei einer Existenzgründung sprechen

Als Franchisenehmer greifen Sie auf ein erfolgreiches, erprobtes Betriebskonzept zurück. Es ist nicht nötig, das Rad neu zu erfinden. Bei einem Franchise können Sie die Aufgaben sinnvoll aufteilen und erhalten Unterstützung in Bereichen, für die es Spezialisten braucht. Konzentrieren Sie sich auf das Tagesgeschäft, während die Systemzentrale sich um Weiterentwicklung des Konzeptes, Marketing und Kommunikation, Verhandlungen mit Lieferanten sowie das Controlling kümmert.

Welches Franchisesystem passt zu wem?

Fragen Sie sich, was Sie die nächsten 10 Jahre verkaufen, anbieten und tun möchten. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie sich mit den Produkten und Dienstleistungen identifizieren können, die Sie anbieten wollen. Weiter müssen Sie sich mit der Philosophie des Franchiseunternehmens identifizieren können. Zuletzt müssen Sie auch auf der menschlichen Ebene ein gutes Gefühl haben. Schließlich gehören die Mitarbeitenden der Systemzentrale zu den Menschen, mit denen Sie täglich zu tun haben werden.

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Wie lassen sich Streitigkeiten im Falle einer Vertragsbeendigung vermeiden?

Die Gründe einer Kündigung und was die Beeindigung des Vertrages für beide Partner bedeutet, sollten bereits im Vertrag klar geregelt sein. Je nach Situation ist es sinnvoll, einen Mediator zu bestellen, der hilft, die Trennung zu vollziehen. Sollte der Franchisegeber den Betrieb übernehmen, muss klar geregelt werden, zu welchen Konditionen dies erfolgt, und was mit dem Kundenstamm geschieht sowie wer für die Berechnung dieser Werte herangezogen wird und was die Kriterien für die Festlegung sind.

Stimmt es, dass es einen siebenstelligen Betrag braucht, um ein Franchisesystem aufzubauen?

Das hängt von vielen Faktoren ab: Gibt es bereits einen Pilotbetrieb oder Filialen? Ist der Geschäftstyp bereits erprobt oder muss er noch getestet werden? Wie schnell erfolgt nach der Pilotierung der Aufbau des Systems? Es gibt Systeme, welche mit 200.000 Euro aufgebaut wurden, über viele Franchisenehmer verfügen und gutes Geld verdienen. Andere Systeme haben bereits Millionen Euro investiert und sind noch nicht kostendeckend.

Welche Unterstützung bieten Franchisegeber ihren Partnern in der Eröffnungsphase?

Das hängt vom Betriebstyp und der Branche ab. Franchisesystem stellen Hilfen zur Verfügung wie zum Beispiel Pressetexte, Anzeigenvorlagen, Eröffnungskonzepte, Leihpersonal, Betreuung in den ersten Tagen, Hotline, EDV- und Mitarbeiterschulung, professionelles Eröffnungskonzept, VIP-Agende, Tag der offenen Tür.

Welche Marketingtools sollten Franchisegeber zur Verfügung stellen, damit ihre Partner erfolgreich sind?

Franchisegeber sollten alle Marketingtools sowie ein professionelles Marketingkonzept bereitstellen. Also alle Mittel, die der Franchisenehmer braucht, um sich in seinem lokalen, regionalen Umfeld in kürzester Zeit etablieren zu können. Die Marketingtools lassen sich gut unterteilen in lokale Tools für den Franchisenehmer, regionale für Franchisenehmer aus derselben Region, sowie überregionale für alle Franchisepartner.

Darf ein Franchisegeber bereits für die Einsichtnahme in das Systemhandbuch eine erste Gebühr verlangen?

Das ist nicht üblich, ist aber grundsätzlich nicht verboten. Es gibt dazu keine Regel des Franchise-Verbandes. Es gibt generelle Richtlinien der vorvertraglichen Aufklärungspflicht, die sagen, dass der potentielle Franchisenehmer alle Informationen erhält, die er für seine Entscheidungsfindung braucht. In der Regel wird das Handbuch in diesem Schritt jedoch nicht übergeben, sondern üblicherweise können Sie gemeinsam mit dem Franchisegeber Einsicht nehmen, im Handbuch blättern, aber nicht mitnehmen. Das Handbuch wird üblicherweise erst übergeben, wenn die Vertragsunterzeichnung erfolgt beziehungsweise nach Bezahlung der Einstiegsgebühr. Doch wie erwähnt: Es gibt generell keine Richtlinien. Will der Franchisegeber sein Know-how auf diesem Wege schützen, so ist es durchaus legitim, wenn auch nicht üblich.

Gibt es den typischen Franchisenehmer-Typus?

Obwohl viele Franchise-Systeme grundsätzlich den kontaktfreudigen und verkaufsstarken Allrounder suchen, so sind die Anforderungsprofile je nach System doch sehr unterschiedlich. Die Verkaufs- und Vertriebsorientierung steht bei allen Systemen im Vordergrund, es hängt aber dennoch stark von der Branche ab, welche Persönlichkeiten gesucht werden und sich auch wohl fühlen. Schliesslich muss sich der Franchisenehmer mit dem Franchisekonzept identifizieren können.

Was ist der Unterschied zwischen “Hard” und “Soft” Franchising?

Bei einem “Hard Franchising” sind die Regeln der Zusammenarbeit sehr strikt. So bestehen zum Beispiele eine 100-prozentige Bezugsbindung, keine Nebensortimente, ein starkes Controlling, 100-prozentige Marketingumsetzung sowie verpflichtende Aus- und Weiterbildung. Anders sieht es beim “Soft Franchising” aus: Hier steht die Verwendung der gemeinsamen Marke im Vordergrund, sowie die Produkte und Dienstleistungen. Andere Leistungen wie etwa das Controlling sind zwar Bestandteil des Franchisepaketes, die Teilnahme ist jedoch nicht verpflichtend für die Franchisenehmer.

Wie erkennt man, ob ein künftiger Franchisegeber finanziell auf soliden Beinen steht?

Sind Sie an einer Franchisepartnerschaft interessiert, können Sie über Ihren Franchisegeber eine Bankauskunft einholen. Weiter können Sie abklären, ob das System Mitglied im Franchiseverband ist. Dieser kann Ihnen Auskunft darüber geben, ob gegen das Franchisesystem, für das Sie sich interessieren, aktuell etwas vorliegt. Eine weitere zuverlässige Auskunftsstelle sind bestehende Franchisegeber.

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