Franchiser oder Franchisor? Über die Bedeutung des Franchisegebers

14.01.2019 08:59 | Ein Unternehmen gründen

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Franchising ist in unserer modernen Geschäftswelt eine beliebte Methode, eine Geschäftsidee zu verbreiten. Doch was genau versteht man unter dem Begriff Franchiser oder Franchisor?

Franchiser

Franchising ist ein Geschäftsmodell, das seine Ursprünge in den USA hat. Demzufolge stammen die meisten Begriffe, die in dem System Verwendung finden, aus dem Amerikanischen. Dabei handelt es sich beim Franchisor um den Franchisegeber, der seine Geschäftsidee an die sogenannten Franchisees weitergibt. Franchisor wurde zu Franchiser eingedeutscht, wird aber meistens mit dem Wort Franchisegeber ersetzt sowie Franchisee mit Franchisenehmer.
Wie genau funktioniert nun Franchising und welche Rolle spielt dabei der Franchiser? Der Franchiser oder Franchisegeber ist ein Unternehmer, der bereits ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut hat und nun seinen Betrieb erweitern möchte. Doch warum verbreiten Unternehmer Ihr Geschäft in Form eines Franchisesystems?

Vorteile für den Franchiser

• Schnelle Expansion
• Erleichterte Finanzierung
• Teilung der Verantwortung
• Motivierte Geschäftspartner

Möchte ein Unternehmer seine Idee erweitern und verbreiten, bietet ihm Franchising eine vielversprechende Alternative zur herkömmlichen Expansion an. Da Verträge mit mehreren Franchisenehmern eingegangen werden können, die selbst für die Finanzierung ihres Standortes aufkommen, kann sich das Unternehmen schneller ausbreiten als in der normalen Expansion. Dies entlastet den Franchisegeber auch im Thema Finanzierung.
Auch die Verantwortung der Expansion wird dadurch aufgeteilt. Der Franchisenehmer ist ein selbstständiger Unternehmensgründer. Er trägt selbst die Verantwortung für Finanzierung und Leitung seines Standortes.
Ein weiterer Vorteil für den Franchiser ist, dass er mit dem Verkauf der Franchiselizenz motivierte Unternehmer für sein Geschäft gewinnt. Franchisenehmer müssen ihre eigenen Risiken eingehen, auch wenn diese durch den Franchisevertrag geringer ausfallen, als bei der Gründung im Alleingang. Somit investieren sie nicht nur Zeit und Geld, sondern auch ein hohes Maß an Energie in ihren Betrieb. Wem das Geschäft am Herzen liegt, der setzt sich in der Regel auch dafür ein. Mit dem Franchisevertrag gewinnt der Franchiser also treue Partner, die für den Erfolg ihres Unternehmens kämpfen werden.

Aufgaben des Franchisers

Doch die Partnerschaft bringt nicht nur Vorteile für den Franchiser, auch der Franchisee oder Franchisenehmer profitiert von dem Bündnis. Durch Vergabe von Franchiseverträgen gewinnt der Franchisegeber nicht nur treue Geschäftspartner, die bereit sind in seine Idee zu investieren, sondern er geht auch selbst Risiken ein. Durch das Eingehen der Franchisepartnerschaft setzt der Franchisegeber sein Vertrauen in den Franchisenehmer. Er geht davon aus, dass dieser seinen Betrieb gewissenhaft führen und genauso hinter dem Erfolg des Unternehmens stehen wird, wie der Franchisegründer selbst. Damit geht der Franchisegeber mit jedem neuen Partner ein gewisses Risiko ein, denn wenn dieser scheitert, leidet das gesamte System darunter. Um den Erfolg seiner Partner zu fördern macht es sich der Franchiser also zum Ziel, seine Partner so gut wie möglich zu unterstützen. Zu den Aufgaben eines Franchisers gehören unter anderem:

• Aufbau des Franchise
• Aufklärung der potenziellen Partner
• Schulung
• Übertragung von Know-how
• Weiterbildung der Franchisenehmer
• Laufende Unterstützung

Aufbau des Franchise

Einer der größten Vorteile für Franchisenehmer ist der Einstieg in ein bereits etabliertes System. Darum ist es die Pflicht eines Franchisegründers, nicht nur eine erfolgreiche Geschäftsidee zu kreieren, sondern diese auch so weiterzuentwickeln, dass sie den Franchisenehmern vermittelt werden kann. Der Franchisegeber muss eine funktionierende Systemzentrale aufbauen und dafür sorgen, dass diese die notwendige Unterstützung für seine Partner leisten kann. Das System muss dann auf dem Laufenden gehalten, regelmäßig aktualisiert und optimiert werden.

Aufklärung

Ein wichtiger Schritt des Franchisers ist die Aufklärung seiner potenziellen Franchisenehmer. Er muss ihnen Informationen offenlegen, wie etwa die erwartbaren Investitionskosten und den potenziellen Umsatz. Ohne diese Informationen kann der potenzielle Partner keine gut überlegte Entscheidung treffen, und es kann zu Unzufriedenheit in der Franchisepartnerschaft kommen. Der Franchisevertrag soll gut durchdacht und informiert unterzeichnet werden, nur so kann ein guter Start in die Zusammenarbeit gelingen. Auch über die Pflichten und Aufgaben der Franchisezentrale muss der potenzielle Partner gründlich aufgeklärt werden.

Schulung

Die Schulung durch die Zentrale bildet ein weiteres ausschlaggebendes Merkmal eines Franchisesystems. Die Franchisenehmer müssen nicht alle Qualifikationen und Kompetenzen, die sie für die Führung ihres Standortes brauchen, selbst mitbringen. Sie werden von der Franchisezentrale gründlich in den Themen Geschäftsführung und Marketing geschult. Dadurch entstehen Vorteile für beide beteiligten Parteien. Der Franchisenehmer kann ein eigenes Unternehmen gründen, ohne all diese Qualifikationen bereits als notwendige Voraussetzung mitzubringen, und der Franchisegeber kann dafür sorgen, dass die Geschäftsidee in seinem Sinne fortgeführt wird und damit der Name und die Marke überzeugend wirken.

Know-how

Der Franchisenehmer bekommt darüber hinaus Zugang zu einem breiten Netz an Know-how, das sich im Laufe der Entwicklung eines Franchisesystems spinnt. Durch verschiedene Standorte und Franchisepartner können Informationen, wie etwa über Nachfrage und Wettbewerb, gesammelt und an neue Partner weitergegeben werden. Die Systemzentrale kümmert sich dabei darum, dass diese einzelnen Informationen gesammelt und verarbeitet werden und somit von neuen Franchisenehmern produktiv genutzt werden können.

Weiterbildung

In der Regel bietet der Franchisegeber seinen Partnern auch Programme zur Fortbildung an. Der Markt ändert sich konstant und somit auch Konkurrenz und Nachfrage. Um das gesamte System am laufenden zu halten, ist es wichtig, seine Partner nicht nur einmalig zu schulen, sondern auch für Weiterbildung zu sorgen. Es werden Programme in verschiedenster Form wie etwa Seminare, Kurse oder Workshops angeboten.

Unterstützung

Der Franchisegeber sorgt dafür, dass seine Partner vom Unterzeichnen des Franchisevertrages bis hin zum laufenden täglichen Betrieb ihres Standortes die Unterstützung bekommen, die sie für einen erfolgreichen Betrieb brauchen. Diese Unterstützung zeigt sich unter anderem durch:

• Hilfe bei der Finanzierungsplanung
• Unterstützung bei der Standortauswahl
• Hilfe in Themen wie Umbau, Ladengestaltung und Dekoration
• Unterstützung bei der Eröffnung
• Entlastung der Franchisenehmer durch Arbeitsteilung

Die Franchisenehmer können darauf zählen, dass sie nicht nur bei der Auswahl Ihres Standortes und der Eröffnung Unterstützung erhalten, sondern auch im Laufe der gesamten Kooperation. Viele organisatorische Aufgaben werden von der Zentrale übernommen, wodurch für eine Entlastung der Franchisenehmer gesorgt wird. So können sich diese ganz auf den Erfolg ihres Unternehmens konzentrieren und um Aufgaben wie Personalleitung und Verkauf kümmern.
Die Aufgabe des Franchisers ist es, dafür zu sorgen, dass seine Franchisees den Rückhalt und die Unterstützung haben, um ein erfolgreiches Unternehmen zu führen. Der Erfolg der Geschäftsidee führt zum Erfolg der einzelnen Standorte und dieser wiederum führt zum Erfolg des gesamten Franchisesystems.

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