3 Dinge, die Sie wissen müssen, bevor Sie einen bestehenden Franchisestandort übernehmen

16.06.2018 14:00 | Ein Unternehmen gründen

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Wenn Sie sich gerne selbstständig machen möchten, Ihnen eine komplette Neugründung allerdings nicht so ganz geheuer ist, dann ist Franchising sicherlich eine gute Lösung. Denn beim Franchising erhalten Sie eine Businessidee an die Hand, werden von Ihrem Franchisegeber eingearbeitet und können so unter besten Voraussetzungen in Ihre Selbstständigkeit starten. Allerdings wird selbst diese Vorstellung von einigen Jungunternehmern als zu risikobehaftet wahrgenommen. Sie würden sich lieber ins gemachte Nest setzen, um sich möglichst wenig unternehmerischem Risiko auszusetzen. Dieser Artikel erläutert die 3 Kernaspekte, auf die Sie achten sollten, wenn Sie sich dazu entscheiden, einen bereits bestehenden Franchisebetrieb zu übernehmen.

Der Unternehmenskauf – darauf sollten Sie beim Franchising achten!

Die Franchisewirtschaft hat in den letzten Jahren enorm zugelegt. Erst neulich veröffentlichte der Deutsche Franchiseverband die aktuellsten Zahlen der Entwicklungen des vergangenen Jahres. Und diese zeigen schwarz auf weiß: Franchising ist ein Erfolgskonzept, was auf der Überholspur ist!

Die Franchisewirtschaft in Deutschland hat ein überzeugendes Wachstum hingelegt, glänzte mit positiven Entwicklungen und einer unglaublichen Dynamik. Im vergangenen Jahr hat Franchising einen Umsatz von stolzen 112,2 Milliarden Euro erwirtschaftet und konnte somit nochmal zu 2016 um 8 Prozent zulegen! Mittlerweile gibt es deutschlandweit rund 970 aktive Franchisesysteme, die aus einem Netzwerk von 124.000 Franchisenehmern und 162.000 Franchisebetrieben bestehen. So überrascht es nicht, dass die Zunahme von 4.400 neuen Franchisenehmern im vergangenen Jahr diesen enormen Wachstumstrend ausmachte! Insgesamt sind um die 707.000 Menschen in Franchise-Unternehmen angestellt, so dass Franchising in Deutschland als wichtiger Jobmotor gilt!

Alle Wirtschaftssektoren sind in der Welt des Franchising vertreten: Der wichtigste Sektor ist mit Abstand der Dienstleistungssektor, dieser macht 40 Prozent der Branchenverteilung im Franchising aus. Auf Platz zwei steht die Gastronomie mit 27 Prozent, gefolgt von dem Handel mit 23 Prozent. Das Handwerk ist nicht so stark vertreten, es macht gerade einmal 10 Prozent in der Branchenverteilung aus, wobei auch hier in den letzten Jahren zahlreiche neue Ideen auf den Markt getreten sind.

Franchising: Neugründung oder Unternehmenskauf?

Dieses Wachstum sorgt dafür, dass nahezu täglich neue Franchisenehmer auf den Markt treten und ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Sie stecken voller Tatendrang, Motivation und Ehrgeiz, um ihre eigene kleine Unternehmung mithilfe eines erfahrenen Franchisegebers an ihrer Seite erfolgreich aufzubauen. Sie stellen sich selbst dieser beruflichen Herausforderung der Existenzgründung und möchten den Geschäftsaufbau sowie die Neukundenakquise mit ihren eigenen Kräften stemmen.

Allerdings gibt es auch die Franchisebetriebe, die bereits seit vielen Jahren auf dem Markt Bestand haben. Deren Besitzer sind meist erfahrene Franchisenehmer, die sich einer weiteren Herausforderung stellen möchten oder aber einfach in die Jahre gekommen sind und sich nun in ihre verdiente Rente verabschieden möchten. In diesem Fall steht die Suche eines Nachfolgers an, der den Betrieb übernehmen möchte. Das klingt zunächst einmal sehr verlockend, da Sie sich so in das gemachte Nest setzen können: Der Betrieb wurde aufgebaut, Ihr Team ist bereits eingearbeitet, der Betrieb verfügt über seinen festen Kundenstamm – die Aussichten scheinen auf den ersten Blick zunächst erst einmal sehr rosig.

Wenn für Sie ein Unternehmenskauf in Frage kommt, dann sollten Sie folgende 3 Dinge beachten, damit aus dem Unternehmer-Traum kein Alptraum wird!

Denn es ist durchaus mit gewissen Risiken verbunden, wenn Sie sich dazu entschließen, einen bestehenden Franchisebetrieb zu kaufen. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als würde diese Idee voller Nutzen sein, sollten Sie darauf achten, dass Sie letztlich nicht ins Unglück stürzen. Das, was auf den ersten Blick wie ein ungemeiner Vorteil aussieht, kann sich als unnötige wirtschaftliche Belastung entpuppen.

  • Wie steht es um den aktuellen Cashflow?

Analysieren Sie die finanzielle Lage sehr genau – Sie wollen schließlich keine bösen Überraschungen erleben. Nehmen Sie vor dem Kauf eine sorgfältige Risikoprüfung vor, damit Sie im Nachhinein keine bösen Überraschungen erleben.

Denn sind wir mal ehrlich: Die profitabelsten Unternehmen werden nicht öffentlich als zum Verkauf stehend angepriesen, diese bleiben in familiären Händen und werden an Freunde weiter gegeben. Und falls diese Unternehmungen doch zum Verkauf stehen, dann ist der Kaufpreis meist so hoch gesetzt, dass der Betrieb finanziell gesehen vollkommen überbewertet wurde.

Der Vorteil an einem Unternehmenskauf ist sicherlich, dass Sie vorab Einsicht in die tatsächlichen Kennzahlen und Daten des Unternehmens erhalten, die Ihnen ein gutes Bild über seine wirkliche Wirtschaftlichkeit gegeben. Hier werden keine fiktiven Zahlen oder Prognosen angeführt. Und diesen Zahlen können Sie vertrauen, da es sich nicht um prognostizierte Erlöse, etc. handelt.

  • Die Loyalität Ihres Mitarbeiterteams

Als Käufer erwerben Sie den gesamten Betrieb – inklusive Konzept, Ausstattung und Mitarbeiterschar. Das Gute daran ist, dass Ihr Team bereits eingearbeitet ist und weiß, worauf es im Tagesgeschäft ankommt. Davon können auch Sie profitieren! Allerdings sollten Sie hier noch eine Ebene tiefer blicken:

  • Sind Ihre zukünftigen Mitarbeiter tatsächlich glücklich und zufrieden?
  • Werden Sie Ihrem frisch erworbenen Betrieb nach dem Kauf auch weiterhin treu bleiben? Manche Mitarbeiter sind nur glücklich und loyal, da sie sich sehr gut mit dem vorherigen Besitzer verstanden haben.
  • Oder aber ob sie auch tatsächlich gut genug ausgebildet sind, für das, was Sie mit Ihrem zukünftigen Unternehmen vorhaben?

Oft findet der Unternehmenskauf hinter verschlossenen Türen statt, damit das Business nicht unnötig in Mitleidenschaft gezogen wird. Sorgen Sie dafür, dass Ihre zukünftigen Mitarbeiter stets die wichtigsten Informationen erhalten, was den Wechsel des Unternehmensinhabers angeht. Schließlich möchten Sie nicht direkt unter einem schlechten Stern miteinander starten.

  • Der etablierte, treue Kundenstamm

Finden Sie vor dem Unternehmenskauf heraus, warum das Unternehmen so gut läuft. Liegt an der guten Beziehung, die der vorherige Besitzer mit seinen Kunden pflegte? Letzten Endes kommt es auch im Business auf die zwischenmenschliche Ebene an: Wenn der Besitzer eines Unternehmens authentisch, positiv und freudig herüberkommt, lockt dies auch die Kundschaft an. So kann es sein, dass bei einem Besitzerwechsel ein Großteil des treuen Kundenstammes abwandert. In diesem Fall müssten Sie als frischer, neuer Unternehmensbesitzer von vorne anfangen, was die Akquisition von Kunden angeht. Und so würde der Vorteil einer bereits bestehenden Kundschaft dank Unternehmenskauf nur so verpuffen.

Finden Sie also heraus, was den Erfolg des Betriebes in seinem Kern ausmacht! Ist es das Produkt und die Dienstleistung an sich oder liegt es an einer ganz besonderen Besitzer-Kundschaft-Dynamik. Das sollte Ihnen wichtigen Aufschluss für Ihre letztliche Kaufentscheidung geben.

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