Franchise: Ihr eigenes System aufbauen in 10 Schritten

18.02.2019 18:00 | Ein Unternehmen gründen

Franchisesystem entwickeln

Sie möchten Ihr eigenes Franchisesystem aufbauen? Wir zeigen Ihnen, wie Ihnen dies in 10 Schritten gelingt.

1. Geschäftsidee entwickeln

Die besten Geschäftsideen entstehen aus dem Mangel einer Lösung für ein spezifisches Problem. Eine gute Geschäftsidee zu entwickeln, ist daher gar nicht so schwer. Wir alle kennen Situationen, in denen etwas nicht so funktioniert wie es sollte. Oder das Produkt oder die Dienstleistung, die wir suchen, gibt es einfach noch nicht.

Der beste Weg, eine Geschäftsidee zu entwickeln, ist also, sich in seinem Umfeld umzuschauen. Wo lässt sich was verbessern? Um zu entscheiden, ob Ihre Idee etwas taugt, haben wir hier drei Kriterien zusammengestellt, die Ihre Idee erfüllen sollte:

Ihre Geschäftsidee muss Sie begeistern

Um Ihre Geschäftsidee zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen, brauchen Sie Zeit und viel Knochenarbeit und Durchhaltewillen. Damit sich ein Unternehmen etabliert, kann es bis zu 3 Jahre dauern. In dieser Zeit werden Sie Ihre Idee laufend anpassen und verbessern. Wichtig ist deshalb, dass Sie sich von Anfang an mit der Grundidee Ihres Geschäftsmodells identifizieren und davon begeistert sind. Sie können nur auch in Durststrecken dran bleiben, wenn Sie eine Leidenschaft für Ihre Idee bestitzen.

Es muss einen Markt geben

Damit Sie mit Ihrer Geschäftsidee Geld verdienen können, benötigen Sie eine Kundschaft für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung. Die Nachfrage entscheidet über den Erfolg, nicht das Angebot. Mehr über die Markt-Analyse finden Sie im Abschnitt “Markt analysieren”.

Sie müssen Ihre Idee umsetzen können

Die beste und innovativste Idee nützt nichts, wenn Sie nicht in der Lage sind, diese umzusetzen. Es ist gut, visionär zu bleiben. Visionen sind ein wichtiger Baustein für den Fortschritt. Dennoch muss Ihr Vorhaben realistisch sein.

2. Franchise-Eignung analysieren

Erfüllt Ihre Geschäftsidee die drei oben genannten Kriterien, erfüllen Sie bereits die Grundbedingungen für eine Franchise-Eignung. Analysieren Sie Ihre Geschäftsidee zudem hinsichtlich folgender Bedingungen: Die Geschäftsidee ist multiplizierbar. Die Kosten rechnen sich für Sie als Franchisegeber, aber auch für den Franchisenehmer. Sie bieten eine attraktive Existenz an für potenzielle Franchisepartner.

3. Franchise-Nehmer: Wer eignet sich? Profil erstellen

Machen Sie sich ein möglichst klares Bild von Ihrem idealen Franchisenehmer. Dadurch haben Sie später bei der Auswahl Ihrer Partner mehr Sicherheit und weniger Kosten. Kriterien für den idealen Franchisenehmer könnten sein:

  • Alter
  • Ausbildung
  • Berufserfahrung
  • Fähigkeiten (sowohl Leistungsfähigkeit als auch Qualifikationen)
  • Engagement
  • Eigenkapital

Zu berücksichtigen sind auch Eigenschaften wie Aufgeschlossenheit, Kontaktfreudigkeit, Lernbereitschaft, Führungskompetenz, Risikobereitschaft und Teamfähigkiet. Wer potenzielle Franchisenehmer persönlich kennt, hat hier gute Chancen, den künftigen Partner hinsichtlicher dieser Kriterien zu beurteilen.

Weiter sollten Sie sich schon zu diesem Zeitpunkt Gedanken machen, wie Sie mögliche Franchisenehmer akquirieren möchten.

4. Markt analysieren

Analysieren Sie vor dem Start den Markt und Ihre Zielgruppen. Betreiben Sie intensive Marktforschung, beobachten Sie die Preisentwicklung und holen Sie sich Informationen ein über Zielgruppen und Mitbewerber. Leiten Sie aus dieser Analyse konkrete Maßnahmen ab zur Aufgabenverteilung, Organisation, Kommunikation und Terminplanung.

Folgende Aspekte sprechen für die Multiplizierbarkeit und somit Eignung als Franchise:

  • Es sind branchenüberdurchschnittliche Gewinne bereits in den ersten Monaten möglich.
  • Es besteht Potenzial für Einkaufsvorteile bei Lieferanten.
  • Die Einstiegskosten für die Franchisenehmer sind attraktiv.

5. Marketingkonzept erstellen

Das Marketingkonzept ist der Kern Ihres Franchisepakets. Im Marketingkonzept schaffen Sie für Ihr System eine einprägsame Marke, indem Sie detailliert Ihre Beschaffungs-, Sortiments-, Vermarktungs- und Standortpolitik beschreiben. Sie beschreiben im Marketingkonzept also Ihre Identität.Was macht Ihre Identität aus, und worin unterscheiden Sie sich von Mitbewerbern? Die Marketingkonzeption umfasst zudem alle Details für Bedingungen für Mietverträge, Werbung oder Distribution.

6. Geschäftskonzept ausformulieren

Formulieren Sie im Geschäftskonzept, worüber Sie sich bereits Gedanken gemacht haben: Wie soll der Franchisebetrieb geführt werden? Welche Kriterien sollen Franchisenehmer erfüllen? Mit welcher Werbung und welchen Verkaufsmaßnahmen akquirieren Sie neue Kunden?

7. System-Plan aufstellen

Stellen Sie das Budget auf für Ihr System, und erarbeiten Sie eine Liquiditäts- und Investitionsplanung. Definieren Sie, wie Ihr System organisiert sein soll.

8. System erproben

Erproben Sie die Marktumsetzbarkeit Ihres Geschäftkonzeptes im Rahmen eines Pilotbetriebes. Nutzen Sie die Erkenntnisse, um Ihr System zu verbessern.

9. Franchisevertrag verfassen

Der Franchisevertrag ist die rechtliche Basis für Ihre vertraglichen Geschäftsbeziehungen mit Franchisenehmern. Erarbeiten Sie den Vertrag mithilfe eines spezialisierten Anwaltes. Zentrale Elemente des Franchisevertrages sind:

  • Nutzungsrecht an Know-How, Marke und Image
  • Verpflichtung zur Ausführung der Unternehmensstrategie
  • Gebührenzahlungen und Finanzierung
  • Verpflichtung zur Einhaltung der Corporate identity
  • Pflichten und Unterstützung durch den Franchisegeber

10. Kooperationstests durchführen

Nun sind Sie beim letzten Schritt: Testen Sie Ihr System in der letzten Phase mit 4 bis 5 Franchisenehmern. In dieser Testphase zeigt sich, ob die Betreuung durch die Systemzentrale gut funktioniert, ob Sie die geeigneten Franchisenehmer ausgesucht haben und ob der Franchisevertrag alle wichtigen Punkte abdeckt.

Weitere Ratschläge rund um Ihre Geschäftsidee

Wie eingangs erläutert: Es braucht Zeit, Arbeit und Durchhaltevermögen. Folgende Tipps helfen Ihnen auf dem Weg zum Aufbau eines erfolgreichen Franchisesystems:

  • Bleiben Sie mutig: Ohne Mut lässt sich keine Geschäftsidee entwickeln und umsetzen. Es besteht immer ein Risiko – doch den Mutigen gehört die Welt. Mut ist für jeden Selbständigen eine wichtige Eigenschaft.
  • Lernen Sie von anderen:Gut kopiert ist besser als schlecht umgesetzt. Schauen Sie sich um und lernen Sie von anderen, im Guten wie im Schlechten. Lernen Sie aus den Fehlern, die andere vor Ihnen begangen haben, und vermeiden Sie diese. Somit umgehen Sie einige Hürden, ohne selbst angehen zu müssen.
  • Nutzen Sie die Digitalisierung: Die Digitalisierung der Wirtschaft ist eine revolutionäre Kraft, die die Wirtschaft weiter verändern wird. Denken Sie beim Aufbau Ihres Systems digital und zukunftorientiert. Überlegen Sie sich, was sich noch digitalisieren lässt.
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