Franchisesysteme im Internet: Chancen & Risiken

11.04.2018 15:00 | Ein Unternehmen gründen

franchisesysteme im internet

Kann es sich heutzutage überhaupt noch jemand leisten, nicht im Internet präsent zu sein? Das wohl weniger, doch die eigentliche Frage ist, wie weit er sich dabei zu erkennen gibt. Es muss nicht alles für jeden einsehbar ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden, auch dabei zu sammelnde Informationen sind nur bedingt von Nutzen, und manches muss einfach dem persönlichen Gespräch vorbehalten bleiben. Das hilft jedoch nur wenig, wenn es erst gar nicht dazu kommt, weil ein dafür nötiges Interesse nicht zu wecken war.

Franchisesysteme legen nicht alle Karten auf den Tisch

Nun gibt es solche schlauen Köpfe, die meinen, durch Geheimniskrämerei eher zum Zuge zu kommen. Sie streuen ein Bröckchen hier und eines dort, bitten auch nicht um Verständnis dafür, sondern lassen es einfach darauf ankommen. Das zeugt von einem Selbstbewusstsein, dem gemeinhin Respekt entgegengebracht wird, aber nicht alle mögen das. Andere buhlen förmlich um Aufmerksamkeit und zeigen damit nur, wie nötig sie es haben. Leicht ist ein falscher Eindruck erzeugt, doch man kennt seine Zielgruppe ja und weiß auch, wie man sie anzusprechen hat. Wer nicht dazugehört, braucht sich auch nicht zu melden. Doch ist das richtig? Die Weiterentwicklung des Systems kann nur auf der Grundlage einer breit gestreuten Ausgangsbasis funktionieren.

Frischer Wind durch die Spezialisierung im Franchising

Der Erstkontakt sollte nicht zu frühzeitig eingegrenzt werden, die Chance zur Veränderung besteht nur dann, wenn man sich in alle Richtungen offen zeigt. Eigenes Profil gewinnen Franchisesysteme eher, indem sie sich möglichen neuen Akzentuierungen gegenüber nicht verschließen. Die konkrete Auswahl erfolgt erst später, wachsendes Potenzial ergibt sich aus einer Fülle von Anregungen. Solange es dabei um Internes geht, mag alles vorsorglich geregelt sein, bei Außenkontakten aber kommt es darauf an, Eventualitäten vorausschauend zu begegnen. Ein Bestellportal etwa muss nicht in die Webseite eingebunden sein, zweckdienlicher ist seine spontane Erreichbarkeit. Der Kunde will sich, wenn er hungrig ist, nicht erst noch durch Erfolgschroniken fressen müssen.

Kontrollieren, um stets den Überblick zu behalten

Die Handhabung des Internets durch Franchisesysteme sollte für die verschiedensten Nutzergruppen gesondert zugänglich sein. Getrennt erreichbar werden

  • Handbücher zum schnellen Nachlesen,
  • vertragliche Bestimmungen, auf Zugriff anwendbar,
  • Schulungsinhalte, die in Vergessenheit geraten sind,
  • Abrechnungen und Verkaufsförderndes.

Man muss nur darauf sehen, dass es nicht zu Verwechslungen kommt und jemand sich Zugang verschafft, der ihm verweigert werden sollte. Ebenso wichtig ist es, darauf zu achten, das niemand aus der Reihe tanzt, wenn der Franchisenehmer selbst die Initiative ergreift.

Franchisegeberpflichten sind nicht zu delegieren

Das ist Partnern im Franchising grundsätzlich nicht zu untersagen, die Einheitlichkeit im Auftritt darf dadurch jedoch nicht gefährdet werden. Wer Schwierigkeiten damit hat, es einzusehen, ist für Franchisesysteme weniger geeignet, aber von Begeisterung ergriffen nur schwer zu bremsen. Der Franchisegeber muss sich indes auch wettbewerbsrechtlich absichern, und eine Abmahnung hat man sich schnell eingehandelt. Besonders brisant kann es in Zusammenhang mit Daten werden, die einem besonderen Schutz unterliegen. Schließlich sind auch Haftungsfragen in Betracht zu ziehen, wenn allzu freimütig und ungeprüft verlinkt wird. Gefahren lauern überall, sodass der eigenen Aktivität kein übergreifender Freiraum einzuräumen ist.

Achtsame Firewall in den Köpfen der Betreiber

Auf der einen Seite locken lauter Möglichkeiten, andererseits sind die damit verbundenen Risiken vorsorglich auszuschließen. Nahezu undurchführbar dürfte es sein, sämtliche Einzelaktionen vor Ort zentral zu steuern, doch der Rahmen dafür sollte vorgegeben sein. Franchisenehmer müssen dafür sensibilisiert werden, was sie unbeschadet selbst unternehmen können und in welchen Fällen die Alarmglocken schrillen sollten. Dann muss jemand jederzeit erreichbar sein, der die Verantwortung übernehmen und Abhilfe schaffen kann. Man stelle sich nur einmal vor, ein Spaßvogel wollte sich mit einem unappetitlichen Beitrag im Gästebuch verewigen! Er könnte sogar durchaus ernsthafte Absichten hegen. Ein nobles Geschäft übel Schädigendes ist im Nu lanciert.

Was wäre zu tun, wenn es plötzlich brennt?

Sicher kann man sich entschuldigen, doch Schmutz wirft mitunter lange Schatten. Auch der Franchisenehmer braucht Sicherheit in Bezug darauf, dass er unbehelligt agieren kann. Es fällt immer etwas auf einen selbst zurück, wenn man vielleicht nicht als Urheber, aber doch in Mitleidenschaft Gezogener auffällt. Interessenten für bestimmte Franchisesysteme sollten sich im Vorfeld auch dahingehend orientieren, wie heikle Zwischenfälle im weltweiten Netz gehandelt werden und wer für Missgeschicke in welcher Weise geradestehen muss. Mancherorts wird gerne abgeschoben, wofür man eigentlich den Kopf herhalten müsste, die Gelegenheit dazu kann sich in einer anscheinend unverfänglichen Formulierung verbergen. Konfrontieren Sie Ihren künftigen Partner mit einem ausgedachten Katastrophen-Szenario.

Sich die Digitalisierung nutzbar machen

Franchisegeber wie Franchisenehmer müssen zunehmend zu Profis werden im Umgang mit dem Internet, anstatt sich von missliebigen Konkurrenten den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen. Wer in diesem Bereich die Nase vorn hat, wird eher akzeptiert als jemand, der einer Entwicklung hinterherhinkt, die nicht aufzuhalten ist. Jeder Monat Verzug kann einen um Jahre zurückwerfen, und wenn sich im inneren Gefüge keine Lösung anbieten sollte, dann muss sie halt von außerhalb herbeigeführt werden. Nicht hinnehmbar ist es, sich weiterhin mit Problemen herumzuschlagen, die anderswo längst in Vorteilhaftes umgemünzt worden sind. Ruhen Sie sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit aus, wenn wachsende Herausforderungen an Ihre Türe klopfen.

Franchisenehmer online werden

Der Klärung bedarf die Frage der eventuellen Beteiligung der Franchisenehmer dann, wenn Franchisesysteme auch den Direktverkauf qua Internet anbieten. Das wird sicher nicht für jede Branche in gleichem Maße infrage kommen, doch gänzlich darüber hinwegsehen lässt es sich kaum. Der Gebietsschutz wäre damit quasi ausgehebelt, zu verhindern aber, dass ein Wettstreit Einzelhandel versus Onlineeinkauf innerhalb der Franchisesysteme Energien lahmlegt. Das Wachstum darf nicht zulasten der Substanz gehen, womöglich stehen hier und da grundlegende Änderungen an. Wer sich auf etwas für ihn Neues einlässt, muss sich auch dessen vergewissern, wie es um seine noch weiter entfernt liegende Zukunft bestellt ist.

Ein düsteres Bild zeichnen

Das ist natürlich schwer vorherzusehen, doch damit auseinandersetzen muss man sich allemal. Malen Sie ruhig den Teufel an die Wand, wenn Sie stichhaltige Antworten bekommen wollen, gehen Sie vom Schlimmsten aus, damit Sie sich vorerst bequem zurücklehnen können. Je schwärzer Sie sehen, desto aufheiternder kann das sein, was Sie tatsächlich in Angriff nehmen müssen. Begegnen Sie der Gefahr.

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