Franchise-Vertrag: Prüfen Sie ausgiebig vor der Vertragsunterzeichnung

02.12.2018 15:00 | Ein Unternehmen gründen

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Als Franchisenehmer binden Sie sich mit der Unterzeichnung des Franchisevertrages meist auf mehrere Jahre an eine Franchisemarke und an einen Franchisegeber. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie den Franchisevertrag sorgfältig prüfen, bevor Sie sich binden. Dieser Artikel klärt Sie darüber auf, auf was Sie zu achten haben, wenn Sie die Franchisevereinbarung vorliegen haben. Eine gute Prüfung vorab sorgt dafür, dass Sie später keine bösen Überraschungen erleben.

Der Franchisevertrag: Die Bedingungen der Geschäftspartnerschaft schwarz auf weiß!

Bevor Sie offiziell einem Franchisesystem beitreten, gilt es, den Franchisevertrag gut zu prüfen. Damit Sie alle Informationen korrekt verstehen, bietet es sich meist an, dass Sie einen Experten zu Rate ziehen. Es gibt tatsächlich Anwälte und Unternehmensberater, die sich auf das Franchising spezialisiert haben und wissen, worauf es in der Branche zu achten gibt. Checken Sie mit dem Experten gegen, ob die Bedingungen des Vertrages für einen Betritt zum Franchisesystem sprechen. Achten Sie darauf, dass keine der Klauseln im Nachgang zu Ihrem Nachteil ausgelegt werden können. Der Franchisevertrag ist eigentlich ein Instrument, was eine gerechte Geschäftspartnerschaft besiegelt, die für beide Parteien vorteilhaft ist.

Gewisse Teile des Vertrages sind nur geringfügig verhandelbar!

Auch wenn Sie den Franchisevertrag prüfen, so sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass dieser nur wenig Spielraum für Änderungen und Anpassungen hergibt. An sich handelt es sich um ein Regelwerk, was die Vorhaben der Marke zusammenfasst, um sicherzustellen, dass von den Franchisenehmern auch alle Markenregeln eingehalten werden. Nur so kann die Franchisemarke auch einheitlich am Markt auftreten. Ein jeder, der Teil des Franchisenetzwerkes ist, folgt denselben Spielregeln und Bedingungen. Nur so kann das Netzwerk effektiv und kraftvoll am Markt auftreten. Wenn Sie den Franchisevertrag also mit einem Experten prüfen, sollten Sie daher eher auf die Punkte achten, die zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich zu Rechtsstreitigkeiten führen können.

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Werfen Sie einen Blick auf die Ausschließlichkeitsklauseln des Vertrages

Jeder Franchisevertrag beinhaltet gewisse Exklusivitätsklauseln. Hier sind folgende Klauseln möglich:

  • Klauseln zur Umsetzung des Konzeptes in einem exklusiven Gebiet

In manchen Franchisesystemen erhalten Franchisenehmer vertraglich einen exklusiven Gebietsschutz zugesichert. Das bedeutet, dass der Franchisegeber dieses spezielle Gebiet einem bestimmten Franchisenehmer gewährt und hier keine weiteren Konzessionen vergibt. Das Gebiet wird ausschließlich von diesem Franchisenehmer mit seinem Betrieb entwickelt und bedient. Sollten Ihnen per Franchisevertrag Gebietsschutz gewährt werden, sollten Sie die genaue Größe gegenchecken: Handelt es sich nur um einen Stadtteil, eine Agglomeration von Vierteln oder aber eine ganze Region? Prüfen Sie das Ausmaß der Ausschließlichkeit!

  • Ausschließliche Lieferklauseln

Je nach Franchisesystem bestehen mit bestimmten Lieferanten ausschließliche Lieferklauseln. Der Vorteil daran ist, dass sich Franchisenehmer nicht in Eigenregie um die Akquise von guten Lieferanten kümmern muss, stattdessen kann er von den bestehenden Kontakten und Beziehungen zu ausgewählten Lieferanten profitieren. Das bedeutet ja nach Marke allerdings, dass die Franchisenehmer vertraglich dazu verpflichtet sind, nur – und zwar ausschließlich – von dem vom Franchisegeber zugelassenen Lieferanten Waren oder aber Rohstoffe zu beziehen. Der Franchisenehmer ist in diesem Fall vertraglich an den ausschließlichen Bezug gebunden!

Diese strikte Vorgabe liegt unter anderem daran, dass die Identität des Netzwerkes aufrecht erhalten werden muss. Zum Beispiel muss in allen Filialen der Marke sichergestellt werden, dass es sich um dieselben Aromen, dieselbe Qualität und dieselben Standards bei den Produkten handelt.

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Haben Sie ein wachsames Auge: Welche Verpflichtungen umfasst der Franchisevertrag für beide Parteien?

Eine Geschäftspartnerschaft ist immer von Rechten und Pflichten gekennzeichnet. Der Franchisevertrag stellt die Basis für die Partnerschaft beim Franchising dar. Die Verpflichtungen für beide Vertragspartner werden hier dargelegt.

Für den Franchisegeber gelten folgende Pflichten:

  • Welche Angaben werden zum Wissenstransfer und Schulungen gemacht? Was umfasst das Know-How der Marke?
  • Wie gestalten sich die Modalitäten bei der Unterstützung des Franchisenehmers?
  • Werden auch Angaben zum Marketing oder Werbeaktionen gemacht?

Folgende Aspekte stellen die Verpflichtungen des Franchisenehmers dar:

  • Das Entrichten von Gebühren, diese umfassen: einmalige Lizenzgebühr, monatliche Franchise- sowie Werbegebühren

Drum prüfe, wer sich bindet…

Weitere wichtige Aspekte, die Sie vor der Unterzeichnung des Franchisevertrages prüfen sollten, sind folgende:

  • Die Vertragslaufzeit

Franchiseverträge decken in der Regel längere Laufzeiten ab. So gibt es Verträge mit 5, 10 oder sogar 15 Jahren Laufzeit. Solche Vertragslaufzeiten klingen übertreiben lang, allerdings hat das einen ganz einfachen Grund: Und zwar stellt solch eine lange Laufzeit sicher, dass sich die Investition des Franchisenehmers auch in jedem Fall amortisiert. Allerdings erschwert das auch einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Franchisesystem. Ihre Unterschrift ist deshalb verpflichtend.

  • Wettbewerbsverbotsklauseln

Hierbei handelt es sich um einen sehr sensiblen Punkt. Denn, wer sich an ein Franchisesystem bindet, der kommt in den Genuss vieler Vorteile der Marke, zeitgleich sorgt eine sogenannte Wettbewerbsverbotsklausel dafür, dass Sie die Finger von der Konkurrenz lassen müssen! Im Zuge des Wettbewerbsverbotes haben Sie also Ihrem Netzwerk treu zu bleiben. Allerdings ist diese Klausel auch durchaus nachvollziehbar.

  • Informationen zu Schiedsklauseln

Je nach System kann es sein, dass sogenannte Schiedsklauseln zum Tragen kommen. Dabei handelt es sich um Bestimmungen in einem Vertrag, die festlegen, dass Rechtsstreitigkeiten durch ein Schiedsgericht beigelegt werden müssen. Auch wenn diese Bestimmungen zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung harmlos erscheinen, so können sie sich als katastrophal entpuppen! Solche Schiedsklauseln implizieren nämlich, dass sich der Franchisenehmer bei Streitigkeiten nicht an ein Handelsgericht wenden kann, um den Streitfall objektiv beurteilen zu lassen. Das bedeutet, dass die staatliche Gerichtsbarkeit außen vor ist und sich die Geschäftspartner durch ein Schiedsgericht einigen müssen.

Das gibt es beim Franchisevertrag zu beachten!

  • Der Franchisevertrag besiegelt die Geschäftspartnerschaft zu bestimmten Bedingungen. Diese sorgen dafür, dass ein einheitlicher Marktauftritt der Marke gewährt wird.
  • Prüfen Sie die Bedingungen des Franchisevertrages mit einem Experten gegen, um sicherzustellen, dass Sie sich zu fairen Bedingungen an das System binden.
  • Die Art des Franchisevertrages hat zur Folge, dass nur wenige Dinge verhandelt werden können. Nutzen Sie den Spielraum, der Ihnen für Verhandlungen zur Verfügung steht!
  • Nur wenige Aspekte lassen sich im Franchisevertrag verhandeln. Prüfen Sie nichtsdestotrotz alle Klauseln und fordern Sie eine Änderung der Klauseln ein, sollten Sie mit den Bedingungen unzufrieden sein. Häufig lässt sich so letztlich ein zufriedenstellender Kompromiss finden.

 

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