Welche Rolle spielt die Franchisezentrale im System?

19.03.2018 07:40 | Ein Unternehmen gründen

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Sie ist das Herzstück, man könnte auch sagen: der Kopf des Ganzen. Hier laufen die Nervenden zusammen, von der Franchisezentrale gehen entscheidende Impulse aus. Das ist zumindest wünschenswert und ungleich besser als die ausschließlich reaktive Behandlung von allzu vielem, das an sie herangetragen wird. Die Zentrale im Franchisesystem kann gelegentlich überlastet sein, doch das darf nicht zu lange währen, denn sie steuert die einzelnen Prozesse beim Vorankommen aller Beteiligten.

Verständigungsbasis zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer

Natürlich muss die Franchisezentrale auch eine Kontrollfunktion ausüben, sollte sich aber vor allem dringenden Anliegen der Franchisenehmer widmen können. Der Franchisegeber kann sich nicht um jeden von ihnen persönlich kümmern, damit wäre er wohl überfordert und hat auch andere Aufgaben zu bewältigen. Also wird delegiert, was nicht selbst erledigt werden kann, sehr wohl aber in vorbestimmtem Sinne auszuführen ist. Wie sonst könnte ein Einzelner ein ganzes Imperium regieren? Nur mithilfe einer gut organisierten Struktur mag es gelingen, dennoch sind Reibungspunkte nicht auszuschließen. Da muss dann jemand in die Bresche springen, der auf Zwischenfälle dieser Art spezialisiert ist. Flugs beseitigt er eingeschlichene Sandkörner im Getriebe, damit es wie gewohnt weiterlaufen kann.

Franchisenehmer schätzen ihre Rettungsanker im Franchising

Wenn es brenzlig wird, können sie sich rückversichern, doch manchmal dauert es zu lang, bis eine hilfreiche Antwort erfolgt. Um das zu verhindern, muss man möglichst vorausschauend planen, darf jedoch auch nicht den Funkverkehr lahmlegen. Damit hierbei Disziplin herrscht, sind bestimmte Richtlinien zu respektieren, in erster Linie müssen die Zuständigkeiten geklärt sein. Und sollte wirklich Not am Mann aufkommen, wird eine Hotline eingerichtet, die niemals ausgelastet ist. Denn an sie wendet man sich nur dann, wenn akuter Bedarf besteht. Das wissen alle und beherzigen es auch, weil sie jederzeit selbst in eine Situation geraten könnten, die massiv Blockierendes leicht zur Katastrophe werden lässt. Dann hätte das System sich festgefressen und könnte nicht mehr wie gewünscht funktionieren.

Störungen sind zu vermeiden oder sanft zu beseitigen

Sollte es hier und da zu Überschreitungen gezogener Grenzlinien kommen, wird ein Rundscheiben erlassen, dass Wohlverhalten anmahnt oder aber eine begründete Änderung bislang gepflegter Gewohnheiten. Die Dynamik ist zu erhalten; wenn einer querschießt, ist das schnell zu begradigen, es können aber auch Richtungswechsel anstehen. Dann ist kein Verzug duldbar, am besten warnt man vor, darf jedoch ebenso wenig Unsicherheit erzeugen. Viel Fingerspitzengefühl braucht es in der Zentrale, um aufgeregte Gemüter zu besänftigen und die auf sie Angewiesenen bei der Stange zu halten, damit nur keiner ausbüxt und ungeduldig seiner eigenen Wege geht. Das wäre der Beginn des Zerfalls eines in sich geschlossenen Systems.

Der Ton macht in der Regel die gewünschte Musik

Von strategischer Bedeutung kann die Auswahl des geeigneten Mediums der Kommunikation sein. Was sich zwischendurch bereinigen lässt, ist einen Anruf wert, Erinnerbares sollte schriftlich festgehalten werden. Wenn sich darin etwas Eiliges versteckt, wäre sicherzustellen, dass ein wichtiges Stück Faxpapier nicht in der Hektik des Alltags verkommt. Offizielle Schreiben sind natürlich würdevoller gestaltet, doch wenn es schnell gehen muss, darf auf lästige Formalien keine Rücksicht genommen werden. Sehr persönlich ist routiniert Abgewickeltes nicht immer, es könnte sogar Argwohn auslösen, wenn plötzlich etwas aus dem Rahmen fällt. Samthandschuhe sind zwar grundsätzlich angenehmer, doch manchmal bleibt einfach keine Zeit dafür, sie anzulegen.

Tunlichst nicht zerreiben im täglichen Gewusel

Die Systemzentrale im Franchising hat es nicht leicht. Zu ihren vornehmsten Aufgaben zählt es,

  • zwischen oben und unten möglichst einvernehmlich zu vermitteln,
  • dabei keine Missverständnisse aufkommen zu lassen und
  • erteilte Anweisungen rückhaltlos umzusetzen.

Wenn sich nicht frei von Vorbehalten ausführen lässt, was anzuordnen war, wird man es ihren Mitarbeitern und deren mangelndem Einsatz zur Last legen. Ein Strich auf dem Papier ist umgehend angebracht, doch seine Bedeutung denjenigen zu erläutern, die für dessen Einhaltung sorgen sollen, oft sehr viel schwerer. Die Systemzentrale aber kennt ja schließlich ihre Pappenheimer, und nur deshalb wird sie mit gelegentlich heiklen Angelegenheiten betraut.

Für den Bestand des Systems geradestehen

Es empfiehlt sich also, Kontakt zu halten, wenn das der Sache dienlich ist. Es könnte auch dazu führen, dass verschiedene Franchisenehmer nur hellhörig werden, anstatt ihr Geschäft wie erwartet zu betreiben. Mitunter helfen knappe Verlautbarungen eher, um zu sehen, ob das zu Irritationen führt. Wer noch Fragen hat, kann sich doch melden, und wenn es einer ist, der zu notorischem Absichern tendiert, dann wird er halt nicht durchgestellt. Nicht alle lernen dadurch, dass man sich ihrer besonders annimmt, in der Anfangsphase mag das nötig sein, doch eines Tages müssen sie auch flügge werden. Die Franchisezentrale kann es sich nicht leisten, überbeansprucht zu sein und muss ihre eigenen Prioritäten setzen, um als tragende Achse im Franchising zu bestehen.

Besser rechtzeitig die Fühler ausstrecken

Andererseits kann es auch sehr nützlich sein, aufkommende Widerstände rechtzeitig zu erkennen und seine Fühler auszustrecken, bevor die Stimmung kippt. Ideal wäre es, wenn man jedem Betrieb regelmäßig einen Besuch abstatten könnte, währenddessen man in seiner eigentlichen Funktion nicht unbedingt erkannt werden müsste. Dabei würde sich möglicherweise so manches offenbaren, für das sich bei Telefongesprächen leider keine Gelegenheit ergibt. Einfacher lässt sich ein überzeugendes Ergebnis erzielen, wenn ein kollegiales Verhältnis herrscht, das auf gegenseitigem Vertrauen basiert und nicht verhindert, dass man sich den Ärger von der Seele reden kann. Das hilft, einer Eskalation vorzubeugen, die, einmal ausgebrochen, kaum noch einzudämmen ist.

Diplomatisches Geschick erforderlich

Das Franchising ist keine Glaubensgemeinschaft und auch kein Verbrüderungsverein, doch mit informellem Vorgehen kommt man mitunter weiter als dann, wenn man auf unbedingtem Folgen der Linie besteht. Es darf wohl nicht ins Chaos führen, ein wenig Ordnung muss schon sein. Doch das, was sie gefährden könnte, im Ansatz zu erkennen, hält sie weiter aufrecht. Anstatt sich in momentan Indisponiertes zu verstricken, ist Weitblick und Gespür gefordert, damit etwas schon stattlich Gewachsenes keinen Schaden nimmt und sich auch künftig durch eine gesunde Entwicklung ausbreiten kann. Der Zentrale im Franchising kommt dabei eine bedeutsame Rolle zu, sie ist das wachsame Auge des Franchisegebers und hat auch ein offenes Ohr für die Belange der Franchisenehmer. Dass die Nerven dabei blankliegen können, zählt mit zum Tagesgeschäft und macht den Reiz der Aufgabe aus.

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