Franchising: Die Bedeutung und der Schutz des Know-How

27.11.2017 16:50 | Ein Unternehmen grnden

Franchising artikel

Franchising in Deutschland

Franchising in Deutschland ist sehr beliebt. Ob es wohl an der hohen Sicherheit liegt, die das Franchising bietet? Denn bei der Grndung eines neuen Unternehmens nimmt der Grnder ein hohes Risiko auf. Dies betrifft insbesondere das Geschftskonzept, die Produkte und Dienstleistungen, das Branding oder etwa die Preisgestaltung und vieles mehr. Wenn man ein Unternehmen neu grndet, kann man sich eigentlich nie richtig sicher sein, ob das Konzept ankommen wird oder nicht. Auerdem muss derjenige, der ein Unternehmen neu grndet, rein ganzes Imperium von Null an aufbauen. Ganz von der eigentlichen Grndung und smtlichen Dokumenten und Unterlagen abgesehen, entstehen weitere Kosten und weiterer Aufwand fr das Branding, die Festlegung der Corporate Identity, die Acquisition von Neukunden, das anfnglich etwas umfangreichere Marketing und vieles mehr.

Franchising Vorteile

Wenn man sich allerdings fr das Franchising entscheidet, wei man im Vorhinein, was man bekommt. Klar, das Franchising ist natrlich keine Erfolgsgarantie, aber das Risiko im Franchising ist deutlich verringert. Dies schtzen auch die Deutschen. In Deutschland gibt es ungefhr 1 000 Franchise-Unternehmen, aus denen Sie Ihren perfekten franchise-Partner finden knnen.


Die Bedeutung des Knowhows im Franchising

Beim Einstieg in das Franchise-Unternehmen bezahlt der Franchisenehmer eine Einstiegsgebhr oder eine Anfangsinvestition. Diese finanziellen Mittel dienen zum einen zur Finanzierung von Anlagen, Maschinen und Rumlichkeiten die der Franchisenehmer in Zukunft bentigen. Aber sie decken auch noch eine andere kleine, aber enorm wichtige Leistung ab. In gewisser Weise stellt die Eintrittsgebhr oder Einstiegsgebhr eine gewisse Gegenleistung dar, und zwar fr das bereits erarbeitete und dem Franchisenehmer zur Verfgung gestellt Knowhow des Franchisegebers. Das, was dem Franchisenehmer durch das Franchising erspart bleibt, nmlich die Zeit und das Geld fr Fehler und falsche Entscheidungen, ist im Grunde in der Eintrittgsgebhr in das Franchise-unternehmen enthalten.

Das Knowhow spielt im Franchising eine wichtige Rolle. Der Ursprung des Knowhows im Franchising ist der Franchisegeber und seine jahrelange Erfahrung in seinem Franchise-Unternehmen. Zum einen ist es wichtig, dass er sein Knowhow protokolliert, niederschreibt und fr alle anderen verfgbar und zugnglich macht. Zum anderen ist es aber auch wichtig, dass er sein Knowhow nicht nur indirekt, sondern auch direkt und aktiv an die Franchisenehmer weitergibt, zum Beispiel in Form von Schulungen und Trainings, die zu verschiedenen Zeitpunkten stattfinden knnen.


Wie wird das Knowhow im Franchising eigentlich geschtzt?

Zum Knowhow eines Unternehmens, im konkreten Fall eines Franchise-Unternehmens knnen folgende Dokumente gehren:

  • Handbcher, zum Beispiel das Franchise-Handbuch
  • Patente
  • Lizenzen
  • Best Practices Guidelines
  • Marken
  • Urheberrechte
  • Und andere Formen die das Wissen und die Erfahrung des Franchise-Unternehmens und des Franchisegebers widerspiegeln

Das Knowhow im Franchising wird grundstzlich in Form einer Dokumentation im Franchise-Handbuch geschtzt. Allerdings sollte das Franchise-Handbuch dem Franchisenehmer erst nach Vertragsabschluss ausgehndigt werden um sicherzustellen, dass wertvolle Informationen nicht ihren Weg aus dem Unternehmen herausfinden.

Allerdings unterliegt natrlich auch der Franchisegeber den sogenannten vorvertraglichen Aufklrungspflichten. Aus diesem Grund und damit sich der Franchisenehmer auch, frei nach dem Motto Drum prfe wer sich ewig bindet, umfassend ber den Franchisegeber und das Franchise-System informieren kann, ist es dennoch gngige Praxis, dass der Franchisenehmer vor Vertragsabschluss unter Aufsicht Einsicht in das Franchise-Handbuch nehmen darf und es in aller Ruhe durchlesen kann.

Darber hinaus hat sich der Franchisenehmer sicherlich Check- und Fragelisten erstellt, die der Franchisegeber noch beantworten sollte, bevor es zum Vertragsabschluss kommt. In den meisten Fllen knnen Unterlagen wie das Franchise-Handbuch den Groteil der Fragen des Franchisenehmers vor Vertragsabschluss beantworten. Sollte dem nicht so sein, ist der Franchisegeber im Sinne der vorvertraglichen Aufklrungspflicht dazu verpflichtet, dem Franchisenehmer smtliche Informationen zur Verfgung zu stellen die zur Information des letzteren sinnvoll sind und auerdem alle Fragen des Franchisenehmers, die hinsichtlich der Entscheidung der Zusammenarbeit sinnvoll sind, wahrheitsgem zu beantworten.

Denn nach Vertragsabschluss wird der Franchisenehmer durch mehrere Gesetze aus dem BGB und HGB, aber auch durch franchisespezifische Allgemeine Geschftsbedingungen zur Geheimhaltung verpflichtet. Die Geheimhaltungspflicht des Franchisenehmers fllt unter das vertragliche Wettbewerbsverbot.

Nach Ende des Franchise-Vertrages wird aus dem vertraglichen Wettbewerbsverbot ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot.

Allgemein sollte man allerdings von der Sichtweise Abstand nehmen, dass das Knowhow vor dem bsen Franchisenehmer geschtzt werden soll. Franchisegeber sollten sich klarmachen, dass ein besserer Wissenstand der Franchisenehmer, und damit ist auch das Knowhow gemeint, nur zu einem besseren Markenimage seines Franchise-Unternehmens fhren kann. Und sowieso, was wre der worst case? Vielleicht, das ein Franchisenehmer nach Ende des Wettbewerbsverbotes ein eigenes Unternehmen grndet und dem Franchisegeber Konkurrenz macht?

Klar, das knnte der Franchisenehmer theoretisch und auch praktisch so machen. Allerdings steht er in diesem Fall vollkommen alleine dar und befindet sich in der Situation eines klassischen Grnders, der nun erst einmal von Null anfangen und Kunden gewinnen muss und dabei nicht einfach auf Untersttzung aus der Zentrale hoffen kann und somit erst einmal nicht in der Lage ist, mit dem Franchise-Unternehmen mitzuhalten.

Nur ein kleiner Tipp: Dem Knowhow wird eine sehr hohe Bedeutung zugemessen und das ist auch richtig vorausgesetzt, es gibt auch tatschlich Knowhow im Unternehmen. Nicht selten ist es der Fall, dass das Franchise-Unternehmen eigentlich ber gar kein Knowhow verfgt. Dies stellt ein Risiko fr den Franchisenehmer dar, da ja das Knowhow eins der wesentlichen Vorteile des Franchisings ist und wenn dieser Vorteil wegfllt das Franchising vielleicht gar nicht mehr so attraktiv erscheinen knnte.

Daher sollte der Franchisenehmer vor Vertragsabschluss umfassend recherchieren und gegebenenfalls den Franchisegeber ganz direkt auf das Knowhow ansprechen, das heit ihn konkret zu Fragen worin denn genau das Knowhow des Unternehmens besteht.

Ein anderer Fall wre, wenn es zwar Knowhow im Unternehmen gibt, dieses aber unzureichend durch Patente und eingetragene Marken gesichert ist. Konkret bedeutet das fr den Franchisenehmer, dass er bei Unterschrift des Franchise-Vertrages und bei Aufnahme einer Franchise-Partnerschaft mit diesem Unternehmen das Risiko eingeht, dass ein Konkurrent auftritt der das Konzept des Franchise-Unternehmens rechtmig kopiert, da es ja nicht geschtzt wurde.

Was den Schutz des Knowhow im Franchising angeht, sollten Franchisegeber und Franchisenehmer grundlegend einander vertrauen und einen goldenen Mittelweg finden, damit sich der Franchisenehmer auch nach Ende des Franchise-Vertrages und der Phase des Wettbewerbsverbotes nicht in seinen Entfaltungsmglichkeiten eingeengt fhlen kann und whrend des Franchise-Vertrages das Knowhow optimal anwenden kann und vor allem darauf freien Zugriff hat, denn dies kommt am Ende dem Franchisegeber zu Gute.

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