Franchising Definition: Die Basics auf einen Blick

27.01.2018 15:15 | Ein Unternehmen gründen

Franchising Definition – dieser Artikel klärt Sie über alles Wissenswerte auf!

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Franchising ist ein wirtschaftliches Konzept, was vor allem im 20. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten Mode machte, obwohl es schon viel frühere Anfänge hatte und das eigentliche System im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts seinen Ursprung fand. Dieser Artikel wird Sie an die Hand nehmen und in die Welt des Franchising einführen. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen die wichtigsten Franchising Definitionen und Feinheiten genauer vorstellen.

Was ist Franchising ?

Beim Franchising handelt es sich um eine rechtliche Partnerschaft. Das Wort Franchising bedeutet in unserem Sprachgebrauch so viel wie Lizenzvergabe, es kommt aus dem Französischen von dem Wort franchise. In seinen Ursprüngen des 17. und 18. Jahrhunderts bezeichnete es die Befreiung von Abgaben und Gebühren. Beim Franchising handelt es sich um ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebssystem, bei dem ein Unternehmen die Rechte für die Nutzung seiner Geschäftsidee gegen Gebühr an einen oder mehrere Neuunternehmer übergibt.

Das Unternehmen, das die Geschäftsidee konzipiert und in der Praxis getestet hat, wird als Franchisegeber bezeichnet. Der oder die Neuunternehmen starten mit der Übernahme dieses am Markt bewährten Konzeptes in ihre Selbstständigkeit.

Heutzutage gibt es in nahezu allen Wirtschafts-Sektoren Franchise Systeme und diese Art der Partnerschaft hat sich als ein erfolgreiches Geschäftsmodell etabliert. Wichtig ist hier bei nur zu beachten, dass es sich beim Franchising um eine Partnerschaft auf Augenhöhe handelt: Beide sind am gemeinsamen Erfolg der Unternehmung interessiert. Dazu stellt der Franchisegeber sein System inklusive Wissen und Erfahrungen zur Verfügung. Der Franchisenehmer stellt seine Arbeitskraft, finanzielles Kapital und seine regionale Marktkenntnis zur Verfügung, damit das Marktgebiet des Franchise ausgeweitet werden kann. Beide gehen also in gewisser Weise ein beidseitiges Abhängigkeitsverhältnis ein.

Der Franchisevertrag regelt alle Feinheiten der Geschäftsbeziehung. Er definiert, welche Aufgaben dem Franchisegeber obliegen, und welche Pflichten der Franchisenehmer nachzukommen hat. Zudem klärt er auch über die finanziellen Aspekte der Nutzungsrechtverleihung auf. Im Franchisevertrag wird auch die Dauer festgelegt, für die das Franchisesystem vom Franchisenehmer betrieben werden darf. Der Franchisegeber legt meist den Zeitraum fest, in dem der Geschäftspartner den Markennamen, das Corporate Design und das Konzept verwenden darf.

Die Definition von Franchising auf einen Blick:

  • Eine Übereinkunft zweier rechtlich voneinander unabhängiger Parteien;
  • Nutzungsrechtverleihung: Franchisegeber vergibt Recht zur Markennutzung und zum Vertrieb bestimmter Waren oder Dienstleistungen an Franchisenehmer;
  • Partnerschaft auf Augenhöhe;
  • Beidseitiges Abhängigkeitsverhältnis;
  • Franchisenehmer erwirbt Rechte zur Markennutzung gegen im Franchisevertrag festgelegte Gebühr;
  • Es handelt sich beim Franchising immer um eine am Markt erprobte Geschäftsidee, die vom Franchisenehmer inklusiver optimierter Geschäftsprozesse übernommen wird.

Gesetzliche Feinheiten in der Bundesrepublik Deutschland

Da Franchising in Deutschland gesetzlich noch nicht verankert ist, beruft man sich hier auf das Europarecht. Denn andere Staaten der Europäischen Union haben Franchising bereits in ihren Gesetzen geregelt, so dass man sich innerhalb der EU darauf berufen kann. Durch die unklare Gesetzeslage in Deutschland sollten Franchisenehmer vor Vertragsunterzeichnung in jedem Fall einen Rechtsexperten konsultieren. Denn beim Franchisevertrag handelt es sich um ein komplexes rechtliches Dokument, mit dem man sich für Jahre – teilweise sogar auch Jahrzehnte – an seinen Franchisegeber bindet. So sollte man sicher gehen, dass Formulierungen eindeutig gewählt sind und sich nicht zu Ihrem Nachteil auslegen lassen können. Schließlich gibt es durch die noch ungeklärte Gesetzeslage keine genauen rechtlichen Vorgaben, wie Franchiseverträge in der Bundesrepublik auszusehen haben.

Über Franchising Definitionen herausgehend: Was gibt es beim Franchising zu beachten?

Mit Franchising können Sie über einfacheren Wege in die Selbstständigkeit starten. Während Sie bei der klassischen Existenzgründung eine eigene Geschäftsidee benötigen und dann aber auch noch nicht mal wissen, ob diese erfolgreich am Markt sein wird, sieht das beim Franchising anders aus. Hier übernehmen Sie eine bereits am Markt etablierte und getestete Geschäftsidee, so dass Sie in der Regel einen schnelleren Markteinstieg haben werden. Je bekannter die Marke des Franchise-Konzeptes ist, umso einfacherer ist der Marktzugang und umso schneller können Sie wahrscheinlich schwarze Zahlen schreiben und Gewinne verzeichnen.

Darüber hinaus ist Ihr erfahrener Franchisegeber bei Ihren ersten Schritten in die Selbstständigkeit stets an Ihrer Seite. Mehr noch: Er bietet seinen Geschäftspartnern oft sehr umfassende Unterstützungen in allen Gründungsphasen an: Bei der Standortsuche und –Wahl, beim Erstellen des Business Plans, beim Klären von Finanzierungsfragen und Gesprächen mit Kreditinstituten, beim Wissenstransfer und der ersten Einarbeitung in das operative Tagesgeschäft, etc. So stellt der Franchisegeber nicht nur bis zur Betriebseröffnung – sondern auch darüber hinaus – sicher, dass Sie gut und sicher umsorgt sind. Dadurch dass der erfahrene Franchisegeber mit seiner Expertise und seinem Wissen zur Seite steht, können typische Gründungsfehler – wie es bei der klassischen Selbstständigkeit oft der Fall ist – gut vermieden werden.

Fakt ist, als Franchisenehmer erwerben Sie das Recht und Pflicht die Marke und das Konzept eines Franchisegebers zu nutzen und seinen Anforderungen und Vorgaben nachzukommen. Sie sind also selbstständig und tragen das volle finanzielle und rechtliche Risiko für Ihr Unternehmen. Aber Sie sind zudem auch an die Standards und Vorgaben des Franchisegebers gebunden. Darüber sollten Sie sich stets bewusst sein, wenn Sie über Franchising nachdenken. Für Sie als Franchisenehmer heißt es, dass Sie stets einen Spagat zwischen vollem unternehmerischem Risiko und den Vorgaben von oben schlagen müssen. Dafür werden Ihnen allerdings viele andere Stolpersteine aus dem Weg geräumt, über die Sie bei einer klassischen Existenzgründung durchaus stolpern könnten.

  • Schnellerer Markteinstieg gibt wirtschaftliche Sicherheit
  • Markenbekanntheit sorgt für höhere und schnellere Aussichten auf Gewinne
  • Umfassende Unterstützung und Hilfe durch Franchisegeber verhindert typische Gründungsfehler
  • Franchisenehmer trägt volles finanzielles und rechtliches Risiko für seinen Betrieb
  • Spagat zwischen Eigenständigkeit und Vorgaben von oben

Für wen ist der Einstieg in ein Franchising Modell etwas?

Viele Menschen träumen von der Selbstständigkeit, weil sie aus ihrem bisherigen stark routinierten Arbeitsalltag aussteigen möchten.

Viele Menschen träumen von der Selbstständigkeit, weil sie sich neuen, aufregenden Herausforderungen stellen möchten.

Viele Menschen träumen von der Selbstständigkeit, weil sie einen Sprung auf der Karriereleiter und größere finanzielle Profite machen möchten.

Ergeht es Ihnen ähnlich? Anbei ein kleiner Ratgeber, wie Sie herausfinden können, ob das Franchising etwas für Sie ist.

Machen Sie den Selbsttest, ob Sie der geborene Franchisenehmer sind:

I. Mit welchem Franchise identifizieren Sie sich?

Die oberste Regel für die Selbstständigkeit ist: Sie müssen Sie voll und ganz mit Ihrem Franchise identifizieren und hinter dem Konzept und den Produkten stehen. Von daher sollte für Sie von Anfang an klar sein, dass Ihr Herz für das Unternehmen, seine Philosophie und seine Waren und Dienstleistungen stehen. Es muss Sie morgens antreiben, dass Sie freudig und motiviert aufstehen möchten. Das ist in zweierlei Hinsicht wichtig: Sie sollten erstens authentisch hinter dem stehen, was Sie machen. Denn das merkt man jemandem an und diese Freude und Begeisterung zieht letztlich auch die Kunden an und bindet sie. Zweitens binden aber auch Sie sich. Und zwar vertraglich an Ihren Franchisegeber und das meist für Jahre, teilweise sogar für Jahrzehnte. Schon allein deshalb sollten Sie sich zu 100 Prozent mit Ihrem Franchise identifizieren.

II. Wie viel Eigenkapital muss ich aufwenden?

Und zwar ist dies eine durchaus entscheidende Frage. Denn je nach Höhe des aufzubringenden finanziellen Eigenkapitals können Sie meist schon bestimmte Franchise-Systeme aussortieren. III. Wie viel Eigenständigkeit und Kontrolle wünschen Sie? Als Franchisenehmer sind Sie zwar eigenständig, genießen aber nicht unbedingt eine uneingeschränkte Handlungsfreiheit. Machen Sie sich dessen bewusst! Welche Freiheiten wären Ihnen wichtig? Sprechen Sie mit zukünftigen Franchisegebern und klären ab, wie strikt die Vorgaben sind und inwieweit Sie auch selbst kreative Ideen einbringen könnten.

IV. Wie erfahren ist Ihr Franchise-System?

Haben Sie Ihr top-Franchise ausgewählt, sollten Sie darauf achten, mit welchen Services und Leistungen Ihnen Ihr Franchisegeber zur Seite steht. Wie steht es um Basis-Schulungen und wie sieht es mit konstanten Weiterbildungen aus? Wie groß ist das Netz des Franchise-Systems bereits? Seit wann gibt es das Franchise-System schon?

V. Wie steht es um die Standortwahl?

Dies ist eine durchaus wichtige Voraussetzung: Wird für Ihr Wunschgebiet gerade eigentlich ein Standort gesucht? Und falls ja, wie steht es um das Einzugsgebiet? Eignet sich der Ort für die angebotenen Waren oder Dienstleistungen des Franchise? In jedem Fall gilt es, Ihrem Standort einer eingehenden Marktpotentialanalyse zu unterziehen, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.

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