Franchising: Die 10 wichtigsten Fragen

25.03.2018 13:45 | Ein Unternehmen gründen

franchising die 10 wichtigsten fragen

Sie haben sicherlich schon einmal vom Erfolgskonzept Franchising gehört. Beim Franchising können Sie sich als Franchisenehmer mit einem am Markt bewährten Geschäftskonzept selbstständig machen. Das ist der entscheidende Unterschied zur herkömmlichen Existenzgründung, denn Sie gründen hier sozusagen mit einer fremden Idee – nämlich der Ihres Franchisegebers – Ihr eigenes Unternehmen, für das Sie selbst das volle unternehmerische Risiko tragen. Dieser Artikel klärt Sie über die häufigsten Fragen auf, die Ihnen sicherlich bei dem Begriff Franchising durch den Kopf schießen.

Hier bleiben keine Fragen offen: Alles Wichtige über Franchising auf einen Blick!

Wenn Sie diese Artikel gelesen haben, verfügen Sie über all das Basiswissen, was für das Franchising erst einmal relevant ist. Wir beantworten Ihnen heute die 10 wichtigsten Fragen, wenn es um die Welt des Franchising geht – von den offensichtlichsten Fragen bis hin zu den Mythen, die sich rund um das Thema entwickelt haben. Passen Sie also gut auf und spitzen Sie die Ohren.

I. Was ist eigentlich Franchising?

Fangen wir mit dem offensichtlichsten zuerst an: Wie wird das Konzept Franchising verstanden? Beim Franchising handelt es sich um eine partnerschaftliche Kooperation mit Rechten und Pflichten für Franchisegeber wie auch Franchisenehmer. Der Franchisegeber stellt einem Neuunternehmen, dem sogenannten Franchisenehmer, die Nutzungsrechte seiner Marke und seines Geschäftskonzeptes zur Verfügung. Um diese nutzen zu dürfen, zahlt er dem Franchisegeber eine Franchisegebühr. Der Franchisenehmer macht sich also mit dem erfolgreichen Geschäftskonzept selbstständig, er trägt das volle rechtliche und finanzielle Risiko für seinen eigenen Standort. Das Besondere am Franchising ist, dass er einen starken, erfahrenen Franchisegeber im Rücken hat, der ihn bei der Umsetzung mit Rat und Tat zur Seite steht.

II. Was ist ein Franchisegeber?

Wie bereits erwähnt handelt es sich beim Franchisegeber um die Muttergesellschaft, die das reproduzierbare Geschäftskonzept bereits ausgiebig am Markt getestet und daraufhin als Franchisesystem weiter entwickelt hat. Anstatt dass der Franchisegeber in Eigenregie ein aufwändiges Filialsystem unterhält, lässt er sein Konzept mittels Franchisenehmern multiplizieren. So kann er auf kostengünstige und effiziente Art und Weise seinen Absatzmarkt ausweiten. Das Franchisekonzept lässt sich sowohl im Inland als auch im Ausland anwenden. Allerdings müssen Franchisegeber einige, weitere Aspekte beachten, wenn sie via Franchising auch ins Ausland expandieren möchten.

III. Was ist ein Franchisenehmer?

Beim Franchisenehmer handelt es sich um einen Existenzgründer, der sich selbstständig machen möchte, dem aber die eigene zündende Geschäftsidee für eine Gründung fehlt. Franchisenehmer sind Neuunternehmer, die sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen und auf eigenen Beinen stehen möchten. Beim Franchising tragen sie das volle unternehmerische Risiko, haben aber den Franchisegeber zur Seite, der sie in die neue Materie und das relevante Know-how einarbeitet, so dass die Franchisenehmer bestens vorbereitet in ihre Gründung starten können.

IV. Wie viel Freiheit haben Franchisenehmer wirklich?

Dies ist eine Frage, die beim Franchising immer wieder aufkommt. Denn wie bereits erwähnt hat der Franchisenehmer das Konzept des Franchisegebers eins zu eins an seinem eigenen Standort in seinem Franchisebetrieb auszuführen. Auch wenn der Franchisenehmer das volle Risiko für seinen Standort trägt, so hat er sich an gewisse Vorgaben, Standards und Richtlinien von oben zu halten. So schreibt der Franchisegeber vor, wie das Marketing, das Produktsortiment und natürlich das Design der Corporate Identity auszusehen hat. Was das angeht, so ist die Handlungsfreiheit des Franchisenehmers natürlich eingeschränkter als sie es bei einer herkömmlichen Existenzgründung wäre. Dafür profitiert der Franchisenehmer allerdings auch von der Unterstützung durch den Franchisegeber: Als eigenverantwortlicher Unternehmer hat er somit keine volle Handlungsfreiheit, was seine Kreativität und Innovation angeht, die festen Strukturen und Vorgaben geben ihm aber auch eine hohe Planungssicherheit und machen den Einstieg in die Selbstständigkeit so einfacher.

V. Wie hoch sind die Kosten für Franchisenehmer?

Beim Franchising kommen vier verschiedene Arten von Kosten auf Sie zu. Zum einen wäre da die einmalige Lizenzgebühr, die Sie ganz am Anfang einmalig entrichten, um die Nutzungsrecht für die Schutzmarke zu erhalten. Dann kommen noch die Investitionskosten auf Sie zu, die beispielsweise die Innenausstattung wie Möbel aber auch IT-Produkte abdecken. So wird sichergestellt, dass auch Sie Teil des einheitlichen Markenauftritts sind. Abgesehen von diesen einmaligen Kosten kommen dann auch noch laufende Kosten und Gebühren auf Sie zu. Zu den normalen laufenden Kosten gehören die üblichen Kosten eines Betriebes wie Personal-, Miet- und Produktkosten. Darüber hinaus haben Sie als Franchisenehmer noch monatliche Gebühren an den Franchisenehmer zu zahlen. Diese berechnen sich in der Regel prozentual gesehen an Ihrem Nettoumsatz und mit diesen Gebühren kommen Sie für Unterstützungsleistungen des Franchisegebers sowie Werbematerialien auf.

VI. An was für Pflichten binden sich Franchisenehmer laut Vertrag?

Durch die Vertragsunterzeichnung gehen Sie als Franchisenehmer auch einige Verpflichtungen ein. Sie haben das Recht erhalten die Marke des Franchisegebers zu nutzen, das beinhaltet allerdings auch gewissen Pflichten. Hierunter fällt unter anderem meist eine sogenannte Absatzförderungspflicht. Das heißt, Sie setzen sich aktiv dafür ein, den Absatz der Produkte und Services des Franchisegebers zu fördern. Im Rahmen der sogenannten Interessenswahrungspflicht stimmen Sie zu, dass Ihr berufliches Handeln dem Interesse Ihres Franchisegebers dient. Zudem verpflichten Sie sich, den im Franchisevertrag vereinbarten Gebühren an Ihren Franchisegeber zu zahlen. Und letztlich haben Sie Ihre Buchhaltung, Umsätze und Ausgaben im Rahmen der Informationspflicht offen zu legen.

VII. Wie viele Franchisesysteme gibt es in Deutschland?

In der Bundesrepublik gibt es aktuell an die 1.000 aktiven Franchisesysteme. Seit den 70er Jahren hat sich das Konzept Franchising stärker bei uns in Europa und Deutschland durchgesetzt, so dass mittlerweile alle erdenklichen Branchen vertreten sind. Wenn auch Sie sich für das Franchising interessieren, haben Sie die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Branchen wie den Dienstleistungen, dem Handel, dem Handwerk, Bau und Sanierungen sowie der Gastronomie, der Touristik oder dem Sektor Freizeit.

VIII. Von welchen Vorteilen profitieren Franchisenehmer?

Franchisenehmer profitieren von einem schnelleren Markteinstieg, da sie sich beim Franchising mit einer bekannten Marke selbstständig machen, so dass sie direkt Zugriff auf einen gewissen Kundenstamm haben. Durch die Erfahrung und hilfreiche Unterstützung durch den Franchisegeber können sie sich auf fest etablierte Arbeitsabläufe und ein ausgeklügeltes Marketingprogramm verlassen. Das gibt Franchisenehmern, die noch neu in der Selbstständigkeit sind, eine große Planungssicherheit. Dies sorgt ebenso dafür, dass Gründungen mittels Franchising oft erfolgreicher als herkömmliche Existenzgründungen sind.

IX. Wie steht es um die Investitionssumme?

Die Höhe der Investitionssumme kann stark variieren. So gibt es sehr günstige Franchiseprojekte, wenn Sie möglichst mobil und eigenständig arbeiten und somit keine teuren Ausgaben für Miete, Personal, etc. anfallen. Es gibt bereits ab 10.000 Euro Eigenkapitel zahlreiche interessante Franchisesysteme. Und nach oben hin sind natürlich wie immer keine Grenzen gesetzt.

X. Wie sieht es bei der Finanzierung aus?

Da das Franchising auf einer bereits am Markt erfolgreich getesteten Geschäftsidee beruht, ist die Fremdkapitalbeschaffung über Kreditgeber meist relativ problemfrei. Denn die Banken wissen, dass es sich hierbei um ein erprobtes System handelt. Bei herkömmlichen Existenzgründungen ist das unternehmerische Risiko oft höher, da sich die Idee noch nicht am Markt bewährt hat. Zudem haben Sie einen erfahrenen Franchisegeber an Ihrer Seite, der die Finanzierung bereits einige Male mit anderen Franchisenehmern durchgespielt hat und Ihnen dabei oft zusätzlich unter die Arme greifen kann.

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