Franchising: Garantierter Erfolg als Franchisenehmer... und andere Mythen!

05.01.2018 16:40 | Ein Unternehmen gründen

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Franchising ist sicherer als eine eigene Unternehmungsgründung!

Wenn Sie denken, dass Sie als mit Franchising mit einem sichereren Erfolgsmodell in die Existenzgründung starten als mit einer klassischen Selbstständigkeit, dann lautet die Antwort klar JEIN!

Natürlich greifen Sie als Franchisenehmer auf ein bereits am Markt bewährtes Geschäftskonzept zurück, aber das muss nicht heißen, dass es auch für Sie ein sicheres Geschäftsmodell ist, bei dem Sie hohe Zuwachsraten verbuchen und Ihr wirtschaftlicher Erfolg garantiert ist.

Diese Eigenschaften vom Franchisenehmer sind für den Erfolg entscheidend:

  • Sind Sie für die Selbstständigkeit gemacht? Haben Sie Lust auf solch eine wirtschaftliche Herausforderung? Sehen Sie sich dieser auch tatsächlich gewachsen? Haben Sie eine intrinsische Motivation, selbst Unternehmer zu werden?

  • Besitzen Sie den nötigen Unternehmergeist? Egal, ob Sie nun Ihr eigenes Business oder ein Franchise gründen, Sie benötigen das nötige unternehmerische Denken. Keine Marke, kein Unternehmen garantiert Ihnen Erfolg – es liegt an Ihnen als Gründer beziehungsweise Unternehmer, was Sie daraus machen!

  • Besitzen Sie Begeisterung und Leidenschaft für das eigene Franchise-Unternehmen? Eine Gründung darf keine berufliche Notlösung sein, Sie müssen voll und ganz hinter Ihrem Business stehen – sonst ist das Projekt von vornherein zum Scheitern verurteilt. Es muss Sie motivieren, jeden Morgen dafür aus dem Bett zu steigen und tatkräftig zu werden. Stehen Sie hinter Ihren Produkten und Dienstleistungen? Hinter Ihrem Franchise und seiner Unternehmensphilosophie? Sie werden nur erfolgreich, wenn Sie zu 100 Prozent hinter Ihrem System stehen. Nur so sprühen Sie Authentizität aus, die für Ihre Mitarbeiter und Kunden entscheidend und motivierend ist.

  • Besitzen Sie stark ausgeprägte soziale Kompetenzen und Teamfähigkeit? Diese Eigenschaften sind sowohl für die Mitarbeiterführung als auch für den Vertrieb und Kundenkontakt essentiell. Als Teamplayer binden Sie Ihre Mitarbeiter nicht nur an Ihren Betrieb, sondern auch an die familiäre Atmosphäre der gesamten Franchise-Gemeinschaft. Hoch motivierte Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Mit Ihrer Kontaktfreudigkeit und Freundlichkeit können Sie zudem Kunden an Ihr Franchiseunternehmen binden. Der persönliche Kontakt ist stets entscheidend!

  • Sind Sie engagiert und ehrgeizig? Bevor Sie mit einem Franchise in Ihre Selbstständigkeit starten, sollten Sie sich darüber bewusst werden, dass Sie der 40-Stunden-Woche Adé sagen werden. Rechnen Sie damit, dass Sie viel Herzblut und Zeit in Ihre Unternehmung stecken werden. Ihre Familie, Freunde und Partner sollten Sie daher in jedem Fall mit Ihrer Unternehmung unterstützen. Sonst kann es schwer werden.

Abgesehen vom Franchisenehmer selbst, ist aber auch die Standortwahl entscheidend. Mit dem richtigen Standort sowie dem passenden Ladenlokal steht und fällt die Kundschaft. Dadurch dass es sich bei einer sinnvollen Standortentscheidung um eine komplexe Herausforderung handelt, hilft hierbei in den meisten Fällen der Franchisegeber.

Auf welche Standortfaktoren gilt es zu achten?

  • Wie groß ist Ihr Einzugsgebiet?
  • Wie sieht die Verkehrsanbindung für zukünftige Kunden und die Warenanlieferung aus?
  • Welche Wettbewerber gibt es in der näheren Umgebung?
  • Mit was für einer Kunden- und Umsatzprognose können Sie rechnen?
  • Wie steht es um die Kaufkraft der Kunden?

Risiko ist für Franchisenehmer größer als für Franchisegeber!

Wie Sie gerade erfahren haben, sind Ihre Eigenschaften, die Sie als Franchisenehmer mitbringen, wichtig für den Erfolg Ihres Betriebes. Das heißt aber nicht, dass das Risiko zu Scheitern für Franchisenehmer auch größer ist als für Franchisegeber.

Franchising ist weder für den Franchisenehmer noch für den Franchisegeber eine sichere Sache! Denn wenn Sie sich als Unternehmer dazu entscheiden, Ihr am Markt erfolgreiches Unternehmen in ein Franchise-System umzuwandeln, heißt das noch lange nicht, dass Ihr Unternehmen, was am Absatzmarkt Erfolg hat, auch als Franchise auf dem Partnermarkt besticht.

Das heißt, wenn ein Unternehmen neu auf dem Franchise-Markt ist, kann es trotzdem zum Misserfolg kommen, da es sich noch nicht als Franchise behaupten konnte. Gerade die ersten Jahre als Franchise-Unternehmen sind für den Erfolg oder Misserfolg entscheidend.

Das Risiko des Scheiterns eines Franchisegebers ist in den ersten Jahren durchaus hoch. Das Problem an der Sache ist nur, dass Sie beim Scheitern auch Ihre Franchisenehmer mit in den Ruin reißen.

Sicherer ist es da, sich einem etablierten System anzuschließen, was schon länger auf dem Franchise-Markt Bestand hat. Warum? Das System hat sich bereits bewährt, konnte wachsen, weitere Marktanteile sichern und scheint als Franchise gut zu funktionieren. Die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns scheint mit einem etablierten System geringer.

Wenn Sie sich allerdings für ein etabliertes System entscheiden, was Ihnen mehr Sicherheit bietet, müssen Sie allerdings auch damit rechnen, dass Sie höhere Lizenzgebühren zahlen und weniger Gewinn machen. Der Franchisegeber lässt sich seinen Markennamen und das Image, in das er jahrelang investiert hat, bezahlen.

Eine geringere Wahrscheinlichkeit zu scheitern, bedeutet also auch geringere Erträge hin zu nehmen.

Werden Sie Ihr eigener Chef!

Durch die Gründung eines Franchise-Betriebes werden Sie Ihr eigener Chef. So heißt es oft. Allerdings ist dies nur die halbe Wahrheit.

Fakt ist, als Franchisenehmer erwerben Sie die Rechte, dass Sie das Geschäftskonzept des Franchisegebers und seine Markenrechte, etc. nutzen dürfen. Sie übernehmen für den Betrieb, den Sie eröffnen, die volle Verantwortung, Sie sind wirtschaftlich und rechtlich eigenständig. Das heißt auch, dass wenn Sie mit Ihrer Unternehmung scheitern, es Ihr eigenes Risiko ist. Das klingt in der Tat schon sehr nach Eigenständigkeit und Selbstständigkeit.

Wäre da nicht der Franchisegeber…

Denn Sie führen Ihren Betrieb zwar in Eigenregie, haben sich aber an die Vorstellungen und Regeln des Franchisegebers zu richten. Denn diese Vorgaben sind essentieller Bestandteil des Franchising, sie stellen sicher, dass das Konzept überall an allen Standorten identisch ausgeführt wird. Das ist der Kerngedanke des Franchising.

Als Franchisenehmer müssen Sie also einen gewissen Spagat hinlegen: Sie führen Ihr eigenes Unternehmen weitgehend selbstständig mit eigenem Risiko, allerdings müssen Sie sich hierarchisch dem Franchisegeber und seinen Wünschen unterordnen. Dessen sollten Sie sich stets bewusst sein.

Wenn also damit geworben wird, dass Sie beim Franchising Ihr eigener Boss werden können, wissen Sie nun, dass das nicht unbedingt der Wahrheit entspricht. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der bei der Partnergewinnung oft übersehen wird, obwohl diese Aussage eine falsche Erwartungshaltung hervorrufen kann.

Wie so oft, ist nicht alles Gold, was glänzt. Wie Sie soeben gelesen haben, gibt es natürlich auch im Bereich des Franchising Mythen und Legenden, die gewissen Halbwahrheiten erzeugen. Wie auch bei anderen Dingen und wichtigen Entscheidungen im Leben, sollten Sie sich vor der Existenzgründung gut mit dem Thema beschäftigen, Ihre persönliche Eignung sowie die Vor- und Nachteile, die damit einhergehen, für Sie selbst recherchieren, prüfen und abwägen.

Eine gut durchdachte Entscheidung und Ihr Bauchgefühl wissen, was das Richtige für Sie ist.

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