Franchising auf internationaler Ebene: Die verschiedenen Modelle auf einen Blick

04.01.2018 18:05 | Ein Unternehmen gründen

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Franchising im internationalen Kontext!

Dies ist der Fall, wenn ein Franchise sein Geschäft auf ausländische Märkte ausweiten möchte. Allerdings ist dies ein sehr komplexer Vorgang, bei dem nicht nur die regulären betriebswirtschaftlichen Risiken und Vorteile abgewogen müssen – hier gibt es durchaus mehr, was es zu bedenken gibt. Nichtsdestotrotz bietet eine Ausweitung Ihres Franchise via internationalem Franchising eine sehr gute und relativ kostengünstige Möglichkeit, um auf weiteren Absatzmärkten mit relativ geringerem Risiko einzusteigen.

Die unterschiedlichen Franchising Modelle auf einen Blick

Schauen wir uns die unterschiedlichen Modelle, mit denen Sie auf andere Märkte treten können, einmal genauer an. Bei der Internationalisierung Ihrer Franchise-Aktivitäten können Sie auf verschiedene Modelle zurückgreifen, mithilfe derer Sie entweder nur bestimmte Regionen oder aber gleich im gesamten Land Ihr Franchise Unternehmen ausbreiten dürfen.

  • Master Franchising
  • Regionales Franchising
  • Direktes Franchising
  • Area Development
  • Master-Franchising

Beim Master-Franchising vergibt die Muttergesellschaft, die als Master-Franchisegeber bezeichnet werden kann, im Ausland an einen Master-Franchisenehmer sogenannte Master-Franchise-Lizenzen. Der Master-Franchisenehmer ist daraufhin berechtigt, in seinem Land weitere Sub-Franchisenehmer zu akquirieren, um das im Ausland erprobte Geschäftsmodell seines Master-Franchisegebers auszuweiten. Der Master-Franchisenehmer verkörpert zwei Personen in eins: Er ist nicht nur Franchisenehmer im internationalen Kontext der Muttergesellschaft gegenüber, sondern im nationalen Kontext ist er auch Franchisegeber und hat sich eine stärkere heimische Marktdurchdringung zur Aufgabe gemacht. Mit relativ wenig Risiko und für geringere Kosten und Aufwand können Sie so Ihr Geschäftsmodell internationalisieren.

  • Regionales Master-Franchise

Um das internationale Geschäft besser oder aber überschaubarer zu managen, können Sie auch überlegen, ob Sie das Master Franchising in sogenannte Mini-Master-Franchise-Regionen herunterbrechen. So wird ein gesamtes Land in kleinere Regionen herunter gebrochen und diese werden als exklusive Gebiete an regionale Master-Franchisenehmer vergeben. Pro Region würde eine regionale Systemzentrale errichtet werden, um von dort aus die Sub-Franchisenehmer für die Regionen zu akquirieren.

  • Direktes Franchise

In diesem Fall würden Sie als internationaler Franchisegeber noch mehr in Entscheidungsprozesse eingreifen und weniger Verantwortung abgeben, da Sie unter anderem federführend beim Recruiting, bei Schulungen und Trainings und bei der Ausweitung des Franchise-Netzwerks entscheiden würden.

  • Area Franchise

Hier gibt es einen Gebietsentwickler, der für den Franchisegeber innerhalb eines gewissen Zeitraumes eine bestimmte Anzahl an Betrieben in einem bestimmten Gebiet eröffnet. Dieses Gebiet wurde ihm exklusiv übergeben. Ein Gebietsentwickler baut sowohl eigene Betriebe auf, kann aber auch weitere Franchisenehmer für sich gewinnen, die ebenfalls Standorte eröffnen. Allerdings würden diese dann nicht mit dem Gebietsentwickler, sondern mit dem Franchisegeber direkt einen Vertrag aufsetzen.

Welches Franchising Modell wäre das Richtige für Sie?

Für die internationale Ebene sind das Master Franchising und das regionale Master-Franchise die zwei am weitesten verbreiteten Modelle. Schauen wir uns deren Vorzüge und Nachteile einmal genauer an.

Das Master Franchising gilt eigentlich als eine sehr gute und bequeme Lösung für die Internationalisierung eines Unternehmens. Der Vorteil an diesem Modell des Franchising ist, dass die Expansion für den Franchisegeber relativ kostengünstig vonstatten gehen kann, da der Master-Franchisenehmer einen Großteil der Kosten zu stemmen hat. Das macht das Modell ja schließlich auch so interessant für Franchisegeber. Allerdings beeinträchtigt dies auch die zukünftigen Gewinne, die aus dem Modell erwirtschaftet werden. Denn in diesem Fall sind die Lizenzgebühren und monatlichen Franchise-Gebühren der Sub-Franchisenehmer auch mit dem Master-Franchisenehmer zu teilen. Das heißt, der Master-Franchisegeber muss Gewinneinbußen hinnehmen. Aus diesem Grund gilt es vorab abzuwägen, ob die Rendite eines solchen Investments für den Franchisegeber letztlich auch tatsächlich ausreichend ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Franchisegeber beachten sollten ist, dass einen Kontrollverlust hinnehmen müssen. Sie geben Ihr Unternehmen in die Hände eines ausländischen Master-Franchisenehmers, der in Ihre Rolle schlüpft und Ihr Franchise-System in einem anderen Land großzieht. Seien Sie sich darüber in jedem Fall bewusst!

Aus diesen Gründen können das regionale Modell oder auch das Area Franchise für eine internationale Ausweitung Ihre Geschäftsidee punkten: Denn bei diesen Modellen müssen die Gewinne nicht so stark mit anderen Geschäftspartnern geteilt werden. Die Gebühren und Franchise-Zahlungen fließen direkt an die Muttergesellschaft. Natürlich erhalten die Franchisenehmer in diesen beiden Modellen ebenso ihre Gewinne, aber – dadurch dass sie auch weniger Verantwortung als die regulären Master-Franchisenehmer tragen – ihr Prozentsatz ist auch deutlich geringer.

Darüber hinaus müssen Sie als internationaler Franchisegeber keinen großartigen Kontrollverlust hinnehmen: Sie kooperieren zwar mit Ihren Gebietsvertretern und regionalen Franchisenehmern, aber Sie behalten die Entscheidungsgewalt bei allen wichtigen Themen. Die regionalen und Area Franchisenehmer gehen mit Ihnen direkt einen Vertrag ein und implementieren Ihr Business Modell im Ausland, aber Sie behalten die Kontrolle, was wichtige betriebliche Entscheidungen angeht.

Für welches Modell Sie sich auch immer entscheiden, das Wichtigste ist, dass Sie mit Ihrem Geschäftspartner an einem Strang ziehen und beide nur die besten Interessen für das Franchise im Hinterkopf haben. Ihr Geschäftspartner kann Ihnen wertvolle Tipps für den Erfolg Ihres Unternehmens im Ausland oder in einer speziellen Region geben. Ziel ist es, dass Sie zwei so weitere Franchisenehmer für Ihr Unternehmen begeistern und gemeinsam weiter wachsen können.

Solche Aspekte gilt es zu bedenken, wenn Sie Ihr Franchise Modell internationalisieren möchten. In jedem Fall bietet es sich an, dass Sie vorab ausreichend recherchieren und sich mit Experten kurz schließen, um das für Sie beste Modell zu finden.

Was gibt es beim Franchising noch zu beachten?

Gerade bei der Internationalisierung eines Unternehmens müssen Sie gewisse Hürden überwinden. Und diese beschränken sich nicht nur auf die offensichtlichen kulturellen Unterschiede, die Sie erwarten werden. Hier geht es vielfach auch um Fragen das geistige Eigentum betreffend aber auch Rechtliches, was es zu bedenken gibt. Schauen Sie ruhig auf den Seiten der International Franchise Association vorbei – da können Sie erste Frage direkt klären.

Ansonsten möchten wir Ihnen hier direkt einen kleinen Überblick für wichtige Begriffe geben, die das internationale Franchising betreffen.

  • Der Schutz des geistigen Eigentums

Ihre Marke, Ihr Handelsname und Ihr Markenzeichen sind die wichtigsten Bestandteile Ihres Unternehmens. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt bedanken, ob Sie diese auch problemlos im Ausland nutzen können oder ob Sie noch Veränderungen an Ihrer Marke vornehmen wollen.

Die Gesetze zum geistigen Eigentum unterscheiden sich von Land zu Land. Von daher ist es ratsam, dass Sie zunächst mit einem Spezialisten für Produkt- und Markenschutz und im besten Fall auch einem Anwalt in Ihrem Zielland Rücksprache halten. So können Sie Ihre Marke am besten schützen und können vorab die Kosten für eine Internationalisierung besser abschätzen.

  • Internationale Franchise Gesetze

In Deutschland gibt es ja keine Franchise Gesetzgebung, in anderen Ländern – auch außerhalb der Europäischen Union – sieht dies meist anders aus. Machen Sie sich also über die nationale Gesetzeslage bewusst und suchen Sie rechtlichen Rat. Informieren Sie sich über die nationale Gesetzgebung, bevor Sie sich auf einen unbekannten Markt einlassen.

  • Geheimhaltungsgesetze

Gleiches gilt für die Geheimhaltungsgesetze. Es kommt immer auf Ihr Zielland an, was die Gesetzgebung konkret sagt. In manchen Ländern gibt es strikte Geheimhaltungsgesetze, die dann auch für Sie gelten würden. Das heißt, bevor ein Franchisenehmer den Franchise-Vertrag unterschreiben würde, müssten Sie in einem Offenlegungsdokument alle relevanten Zahlen und Informationen preisgeben.

  • Wettbewerbsgesetze

Oft sind in internationalen Franchise-Verträgen auch Preisfixierungen und Exklusivrechte enthalten. Schließen Sie sich auch in diesem Fall mit einem Rechtsspezialisten kurz, da auch Ihre Verträge den nationalen Wettbewerbsgesetzen unterliegen.

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