Franchising - was versteht man unter "Standortvergabe" und "Gebietsschutz"?

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Franchising ist eine tolle Alternative für diejenigen, die sich gerne selbstständig machen würden, aber sich aufgrund des durchaus hohen Risikos oft nicht trauen.

Das Risiko im Franchising ist relativ gering – dies liegt vor allen Dingen daran, dass der Franchisegeber bereits einige Jahre zuvor die typischen Anfängerfehler gemacht hat und im Rahmen des Franchise-Vertrages neben dem Recht der Markennutzung sein Knowhow und seine Best Practices mit dem Franchisenehmer teilt.

Ein weiterer Vorteil im Franchising ist, dass der Franchisenehmer bei seinem Vorhaben meist von A bis Z vom Franchisegeber unterstützt wird. Dazu gehört auch die Beratung von Seiten des Franchisegebers hinsichtlich des Standortes, der genau zu den Bedürfnissen des Franchisenehmers passt.

Doch es gibt einige Faktoren die bei der Standortauswahl spannend sein können.


Welche Faktoren sind bei der Auswahl des Standortes im Franchising ausschlaggebend?

Der Standort des Franchise-Unternehmens hat einen wesentlichen Einfluss auf die Art und Anzahl der Kunden und somit auf den Umsatz des Unternehmens. Deshalb sollte dem Franchise-Standorte eine besondere Bedeutung gewidmet werden.

Bei der Wahl des Standortes für ein Franchise-Unternehmen sollte man über die verschiedensten Dimensionen nachdenken, wie zum Beispiel:

Parkmöglichkeiten

Ganz egal, ob Sie im B2B oder im B2C Geschäft aktiv sind – Die Deutschen lieben Autos und fahren folglich auch mit letzteren zu ihren Terminen – Wehe, es gibt dort keinen Parkplatz! Man will doch nicht etwa den ersten Termin oder den ersten Einkauf im neuen Laden als Park-Albtraum beginnen lassen, oder? Zumal gilt: wer einmal weiß, dass er am Standort XY keinen Parkplatz bekommt, fährt eben woanders hin, wo er parken kann.

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Na gut, zugegeben, nicht jeder besitzt ein Auto und Sie möchten ja sicherlich nicht die Gesellschaft ohne Autos benachteiligen, oder? Besonders Studenten, junge Menschen oder besonders alte Menschen fahren lieber Bus und Bahn anstatt selber am Steuer zu sitzen und diese Personengruppe würde (zu Recht) die Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel nicht einmal im Traum daran denken, zu Ihnen zu kommen.

Nähe zur Autobahn sowie die allgemeine Verkehrssituation

Dieser Faktor beeinflusst natürlich auch die allgemeine Bereitschaft, Ihr Unternehmen aufzusuchen sowie die Chance, dass man auf Sie aufmerksam wird

Transportmöglichkeiten

Gibt es einen Flughafen oder einen Hafen in der Nähe? Benötigen Sie regelmäßig Rohstoffe? Können diese Rohstoffe an den jeweiligen Standort geliefert werden?

Die Arbeitsmarktsituation am Standort

Befinden sich an Ihrem Standort viele Arbeitslose? Dann sollten Sie die Vertragsunterschrift lieber noch einmal überdenken, denn die Situation schreit nicht gerade nach hohem Umsatz.

Die Gewerbesteuer am Standort

Auch dieser Punkt ist nicht au vernachlässigen, da die Gewerbesteuer je nach Standort variieren kann.

Infrastruktur des Standortes

Beispielsweise durch Bildungseinrichtungen die wiederum ein hohes Bildungsniveau, hohes Einkommen und eine entsprechende Nachfrage generieren oder auch ein Industrie- und Gewerbegebiet.

Präsenz der Konkurrenz am jeweiligen Standort

Kundenpotenzial

Gibt es bereits einen Kundenstamm? Haben Sie sich diesen bereits genau angeschaut? Oder haben Sie eine Kundenpotenzial-Analyse durchführen können?

Höhe des Miet- oder Kaufpreises von Immobilien

Demographische Struktur des Standortes

Wie sieht es mit der demographischen Struktur des Standortes aus? Passt das Alter der Menschen die an Ihrem Standort leben zu Ihrer Zielgruppe?

Die Psychografie des Standortes

Damit ist gemeint, dass es an bestimmten Standorten jeweils eine andere Mentalität geben kann, die das Kaufverhalten der Konsumenten und Kunden beeinflussen kann und wird.


Standortvergabe im Franchising

Die Standortvergabe im Franchising spielt eine wichtige Rolle, denn erst nach der Festlegung des zukünftigen Standortes kann der eigentliche Franchisevertrag abgeschlossen werden. Das impliziert allerdings auch, dass alles, was zu diesem Zeitpunkt besprochen und verhandelt wird, unter die sogenannte vorvertragliche Aufklärungspflicht fällt. Im Rahmen der zu diesem Zeitpunkt bereitgestellten Informationen und Dokumente muss der Franchisegeber den Franchisenehmer über sämtliche Gegebenheiten informieren, damit letzterer die richtige Entscheidung treffen kann.

Außerdem wird eine sogenannte Reservierungsvereinbarung getroffen, in der der Franchisegeber schriftlich im Vertrag bestätigt, dass während der Standortsuche kein anderer Franchisenehmer einen Standort im selben Gebiet sucht. Auf der anderen Seite stellt die Reservierungsvereinbarung für den Franchisegeber auch eine Sicherheit dar. In jedem Fall sollte man sich bei der Standortauswahl ausreichend Zeit lassen, da (der hoffentlich richtige) Standort oder das Gebiet den Umsatz des Franchisenehmers maßgeblich beeinflussen kann.


Gebietsschutz im Franchising

Viele Franchisegeber legen in ihren Franchiseverträgen eine Klausel zum Gebietsschutz fest. Dies ist zwar nicht unbedingt zwingend, aber empfehlenswert und immer mehr Franchisenehmer Fragen bei den Vertragsverhandlungen nach dem Gebietsschutz. Der Gebietsschutz besteht aus einer geographischen „Grenze“, in der der Franchisenehmer sein eigenes Gebiet zugeschrieben bekommt, dessen Potenzial er voll ausschöpfen kann. Es kommt vor, dass der Gebietsschutz nach Postleitzahlen oder auch nach Städten vergeben wird – dies ist allerdings nur bedingt sinnvoll. Hat der Franchisenehmer zum Beispiel ein zu großes Gebiet zugeteilt bekommen, dass er nicht alleine bedienen kann wird er zum einen sicherlich überfordert sein und zum anderen geht wertvolles Marktpotenzial verloren.

Auf der anderen Seite besteht bei einem zu kleinen Gebiet, das dem Franchisenehmer zugesichert wurde, das Risiko, dass sich der Franchisenehmer unterfordert fühlt und Frustration entsteht.

Daher ist es allgemein empfehlenswert, den Gebietsschutz so zu vereinbaren, dass er entweder von vornerein flexibel ist oder dass er den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden kann und beispielsweise ein Franchisenehmer, der sein aktuelles Gebiet vollkommen ausgeschöpft hat, ein weiteres Gebiet erhalten kann.

Neue Franchisenehmer sehen den Gebietsschutz häufig als klaren Vorteil, allerdings sollte man dies relativ sehen, wenn die oben beschrieben kann der Gebietsschutz auch zu unnötigen Blockaden und Frustration führen.

Für Franchisegeber dahingegen bietet der Gebietsschutz nämlich kaum einen Vorteil, sondern sogar ein hohes Risiko, nämlich dem Franchisenehmer ein zu großes Gebiet zuzusichern, was er nicht alleine bedienen kann und so ein wichtiges Marktpotenzial zu verlieren oder gar dem Unternehmen durch lange Lieferzeiten o.ä. einen schlechten Ruf einzuhandeln.

Aus diesen Gründen geben sich immer mehr Franchisegeber aber auch Franchisenehmer damit zufrieden, sich darauf zu einigen, dass kein Gebietsschutz besteht, damit man sich im Einzelfall flexibel an die aktuellen Gegebenheiten anpassen kann.

Allerdings ist dennoch grundsätzlich Vorsicht geboten bei Franchise-Verträgen, die keinen Gebietsschutz beinhalten. Generell ist es ratsam, den Vertrag vor der Unterschrift von einem Anwalt prüfen zu lassen.

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