Franchising: Was ist ein Vorvertrag?

23.04.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

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Er wird im Vorfeld abgeschlossen, wirkt jedoch über seine Geltungsdauer hinaus. Der Sinn eines Vorvertrags ist es, Verbindlichkeiten festzulegen. Der Franchisegeber verpflichtet sich, ein umfangreiches Regelwerk zu erstellen, der Franchisenehmer muss sich damit mehr als wohlwollend auseinandersetzen. Er braucht nicht schon vorab in allen Einzelheiten zu akzeptieren, was demnächst auf ihn zukommt, aber dankend ablehnen kann er es ebenso wenig. Vorvertraglich wird die Grundlage dafür gelegt, die näheren Umstände für eine weitere Kooperation baldmöglichst zu beschreiben.

Kein simultanes Fahren auf zwei Gleisen im Franchising

Man will ja schließlich wissen, woran man ist und sich auf keinen rechtlich unsicheren Boden begeben. Anlässe dafür, einen Vorvertrag abzuschließen,

  • können sachlich begründet sein oder
  • ihre Ursache im zeitlichen Ablauf haben, vor allem aber
  • schließen sie eventuell weitere Bemühungen um Mitbewerber beiderseitig aus.

Es soll verhindert werden, dass jemand noch ein weiteres Eisen im Feuer hat, an dem der andere sich die Finger verbrennen könnte. Das gilt für Suchende auf jeder Seite. Eine Entscheidung ist bereits gefallen, sie wird lediglich demnächst detaillierter ausgeführt. Dabei sind jedoch wichtige Formalien zu beachten.

Ein abgeschlossener Vorvertrag lässt wenig Spielraum

Ohne gültige Unterschriften ist auch ein Vorvertrag im Franchising das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt worden ist. Nichts ausreichend wäre, es darin bei der erklärten Absicht zu belassen. Vor allem geht es auch um Geld. Wie viel vom Franchisenehmer in allernächster Zeit verlangt wird, muss exakt beziffert sein. Nachforderungen anzumelden ist kaum möglich, sodass man sich schon genau überlegen sollte, was diesbezüglich festgehalten wird. Auch ist hier bereits aufzulisten, wozu die einzelnen Vertragspartner berechtigt sind und was sie dafür leisten müssen. Absolut definitiv sollte die Erläuterung freilich nicht unbedingt ausfallen, vor allem, wenn noch etwas Entscheidendes zu klären ist. Ist das im vereinbarten Sinne nicht möglich, kann es sogar zur Auflösung führen.

Verschwiegenheit ist eine gewöhnliche Bedingung

Im Normalfall aber ist ein Vorvertrag bindend. Damit rechtliche Schritte eingeleitet werden können, muss er eindeutig als solcher bezeichnet sein und kann zudem zur gegenseitigen Geheimhaltung anhalten. Das schützt sowohl den Franchisenehmer als auch den Franchisegeber. Nichts darf nach außen dringen, weder das Geheimnis des Erfolgs noch die Personalien dessen, der in diesen Genuss kommen möchte. Das schafft Aufschub, ohne das gemeinsame Projekt zu gefährden. Im nachfolgenden Schritt, der nicht unmittelbar, aber vorbestimmt erfolgen muss, können auch Delegierte die Details aushandeln. Im Grunde aber ist bereits beschlossen, was noch verkündet wird, ein Zurücktreten ist nur bei begründeten Ausnahmen umsetzbar.

Mit der Unterzeichnung gibt es kein Zurück mehr

Es könnte ja sein, dass der Franchisenehmer die geforderte Summe nicht aufzubringen vermag. Das sollte ihm gleichwohl schlecht bekommen, da er dafür bürgen muss. Aus nicht näher bezeichneten Motiven einen Rückzieher zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn der Chef verreisen muss, kann er doch beim Wort genommen werden, nachdem er es gegeben hat. Damit können beide Vertragspartner ordentlich planen und auch besser schlafen, denn sie haben etwas in der Hand, auf das sie sich verlassen können. Der Grundstein für eine gute Zusammenarbeit ist gelegt, ab sofort kann darauf aufgebaut werden. Dies oder das bedarf weiterhin der Abstimmung, doch die Richtung, in der sich das Ganze entwickeln wird, ist festgelegt.

Noch etwas Bedenkzeit im abgesprochenen Sinn

Nun gilt es, alles Nötige dafür zu unternehmen. Eine letzte Frist ist gewährt, doch innerhalb derer muss beigebracht werden können, was zugesichert worden ist. Mit der Suche hat es allerdings ein Ende, sodass man sich mit allen Fasern auf das Bevorstehende konzentrieren kann. Manch einer mag dabei unruhig werden, und die Aufgabe wächst, je mehr man sich mit ihr auseinandersetzen mag, ohne gleich zur Erfüllung zu schreiten. Es hat jedoch den Vorteil, noch einmal überdenken zu können, was daraufhin unter Umständen vielleicht unterbleiben kann. Blinder Aktionismus ist nicht das, was erfolgreiches Franchising kennzeichnet, sondern die sorgfältige Vorbereitung. Jetzt noch kalte Füße zu bekommen, dafür reicht die verbleibende Zeit nicht aus. Das Startsignal ist bereits gefallen.

Volle Kraft voraus nach der Orientierungsphase

Daran lässt sich nicht mehr viel ändern, abgesehen von einigen Kleinigkeiten. Sie könnten indes große Bedeutung erlangen, wenn man sich ihnen in Negierung der gebührenden Aufmerksamkeit widmet. Denken Sie nicht, es wäre schon alles getan, im Gegenteil: Bald geht es erst richtig los. Noch können Sie winzige Kursänderungen bestimmen, die Ihnen das Leben erleichtern, wenn Sie es recht bedenken. Im Eifer des Gefechts haben Sie womöglich einiges übersehen. Gehen Sie noch mal auf Anfang in der Überzeugung, dass Sie um den Ausgang nicht mehr bangen müssen. Nehmen Sie in Ruhe vorweg, was demnächst auf Sie einstürmen wird, gewinnen Sie Sicherheit, anstatt die Nerven zu verlieren. Das können Sie sich nicht erlauben, dann hätten Sie eher Abstand suchen müssen.

Spannung bis zum letzten Augenblick erhalten

Sollte die im Vorvertrag angegebene Zeitspanne relativ großzügig bemessen sein, ist es nicht ausgeschlossen, das maßgebliche Zahlen sich derweil gravierend ändern, die vorab nicht angeben werden müssen. Wenn der Franchisenehmer allerdings über seinerzeit aktuelle Werte verfügt, die stark abweichen, kann er sich gegebenenfalls darauf berufen. Die Wartezeit lässt also auch für solcherlei Recherchen Raum, um verheißend Präsentiertes auf seinen Gehalt hin abzuklopfen. Damit muss der Brunnen nicht sogleich vergiftet sein, schwierig dürfte es allerdings werden, verlässliches Material zu bekommen. Zumindest ist Vorgewiesenes besser einzuschätzen, wenn man über weitergehende Informationen verfügt. Bemühungen in dieser Richtung sollten jedoch bereits im Voraus unternommen worden sein.

Vorhergesagtes in die Waagschale werfen

Wer Franchisenehmer werden will, muss selbst wissen, worauf er sich einlässt. Der gute Glaube gehört zur Partnerschaft dazu, doch jeder will auch sehen, wo er bleibt. Angehenden Unternehmern sollte man nicht so viel Naivität unterstellen dürfen, dass sie alles unbesehen hinnehmen. Wer bei einer Lüge ertappt worden ist, wird künftig schlauer vorgehen, die beste Ausgangsbasis ist das nicht. Jedem sollte es vergönnt sein, das eigene Geschäft so günstig wie nur möglich darzustellen, doch die Grenzen der Lauterkeit dürfen dabei nicht überschritten werden. Je intensiver unterrichtet sich jemand zeigt, desto reeller dürfte man ihm entgegenkommen, doch ein Wissensvorsprung wird bleiben. Nicht zuletzt stirbt die Hoffnung erst zum Schluss, dass es weiter oder wieder aufwärts gehen könnte.

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