Welche Gebühren kommen im Franchising auf Sie zu?

28.02.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

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Wer dazugehören will, muss in Regel Eintritt zahlen. Dabei kann die geforderte Höhe der Einstandssumme je nach System stark variieren, manchmal wird auch darauf verzichtet oder die Fälligkeit hinausgeschoben. Beim Franchising ist grundsätzlich zwischen regelmäßig berechneten Gebühren und einmaligen Zahlungen zu unterscheiden, die dafür geltenden Modalitäten können im Einzelfall abgestimmt werden. Unter Umständen lässt sich bereits Beglichenes auch zurückfordern, doch das kann nicht der Sinn der Sache sein.

Franchisegebühren sind eine Art Abgeltungssteuer

Das Franchising ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Erbrachte Vorleistungen müssen vergütet werden, damit man davon profitieren kann. Der Franchisegeber hat schon einiges getan, wenn ein Vertrag zustande kommt. Das möchte er gewürdigt sehen, und zwar nicht nur durch lobende Worte. Er stellt sowohl sein Wissen zur Verfügung als auch gegebenenfalls die Geschäftseinrichtung. Die Kosten dafür müssen zumindest teilweise übernommen werden, man weiß ja vorerst nicht, wie sich die Dinge entwickeln. Gegen alle denkbar auftretenden Risiken versucht man sich natürlich bestmöglich abzusichern, zu tragende Belastungen werden mehr oder weniger gerecht verteilt. Der Zeitpunkt für finanzielle Aufwendungen kann sich verzögern.

Franchisegebühren zur gegenseitigen Absicherung

Mancher lässt neuen Partnern ausreichend Raum dafür, erst einmal Fuß zu fassen, um daraufhin seinen Obolus zu entrichten, andere beschränken sich in der Anlaufphase auf einen geringeren Beitrag. Das mag der Geschäftsentwicklung förderlich sein, von beiden Seiten her betrachtet. Andererseits könnte es auch dazu führen, die Zügel schleifen zu lassen und weniger Anstrengungen zu unternehmen als nötig. Zunächst mal sehen, wie es läuft, um sich dann bei Bedarf zurückzuziehen, das dient dem Ausbau von Franchisesystemen nicht. Sie sind auf kontinuierliches Wachstum ausgerichtet und daraus resultierende Verpflichtungen sehr ernst zu nehmen. Es ist die Frage, ob man dazu zwingen will oder auf Vertrauensbasis operiert.

Wer viel bekommt, der kann auch manches geben

Dem Modell entsprechend sind die Gebühren mitunter stark gestaffelt. Der eine verlangt ein Heidengeld, ein anderer nur Abschläge nach Leistbarkeit. Hat der laufende Nettoumsatz ein dafür ausreichendes Niveau erreicht, lässt sich fraglos leichter etwas davon weitergeben. Prozentual anfallende Beträge stehen festen Sätzen gegenüber, hier und da erübrigt sich, was anderswo beschwert. Viele Franchisegeber machen vorab keine konkreten Angaben dazu und überlassen die Taxierung den Verhandlungen im Einzelfall. Man will doch niemanden knebeln, von dessen Wohlergehen man sich einiges verspricht. Nicht zu diskutierende Abgaben stehen demgegenüber allerdings auch quasi als Garantie dafür, Erforderliches aufzubringen. Wenn das nicht zu gewährleisten ist, sollte man es besser lassen.

Aufgestellte Forderungen müssen angemessen sein

Die Franchisegebühren sind als ein Grundstock zu betrachten, der sicherstellen soll, dass

  • Franchisegeber nicht auf Sand bauen und
  • Franchisenehmer das Nötige dafür tun.

Dabei ist auf Ausgewogenheit zu achten. Wenn Gefordertes überzogen erscheint, muss das nicht akzeptiert werden. Bleibt Erwirtschaftetes hinter den Erwartungen zurück, kann eine Mindestsumme dennoch wirksam sein. Im Normalfall aber geht es um Prozente, die durchaus ein Mehrfaches dessen ausmachen können, was an anderer Stelle dafür veranschlagt wird.

Werbung wirkt nicht immer, ist aber zu bezahlen

Werbemaßnahmen, die über den Standort weit hinausgehen, nützen jedoch dem Betreiber vor Ort und müssen finanziert sein. Dennoch hat der Franchisenehmer wenig Einfluss auf die Bestimmung

  • der Höhe des Etats und
  • der Inhalte beim Übermitteln der Botschaft.

Er kann indes als Zahlender Auskunft darüber begehren, wie die Mittel verwendet worden sind und auch seine Meinung dazu kundtun. Es ist nicht anzunehmen, dass alle Beteiligten mit jedem Auftritt hundertprozentig einverstanden sind; wenn sich Widerstände häufen, sollte eine Richtungsänderung stattfinden. Feste Regeln dafür gibt es freilich kaum, es hängt vom Stil des Hauses ab und auch davon, sich vorab in dieser Hinsicht zu verständigen.

Im fairen Miteinander darf nichts versteckt sein

Im Gegensatz zu explizit Benanntem können Belastungen auch dadurch entstehen, dass günstige Konditionen beim Einkauf Franchisenehmern nicht in ihrem ganzen Ausmaß zugute kommen. Dazu ist der Franchisegeber nicht verpflichtet, es sei denn, es gäbe eine vertragliche Vereinbarung, die solcherlei Vorteilsübertragung verbindlich regelt. Ein Anspruch besteht nur, wenn er rechtzeitig angemeldet worden ist. Ähnliches kann sich bei Vermietungen ergeben, wenn dabei noch etwas aufgeschlagen wird. Geleistetes ist zwar abzugelten, doch auch dabei darf der Bogen nicht überspannt werden, getätigte Einnahmen sind kein Gegenstand der Geheimniskrämerei. Denn dadurch würden die guten Sitten in der Partnerschaft nur leiden und den sich übertölpelt Fühlenden dazu ermuntern, seinerseits nicht länger mit offenen Karten zu spielen.

Vor den nackten Zahlen nicht zurückschrecken

Nehmen Sie nicht gleich Abstand, wenn Ihnen eine ausgewiesene Summe verdächtig hoch vorkommt. Es kann durchaus Gründe dafür geben, die sich auf den ersten Blick nicht unbedingt erschließen. Dass viele Franchisegeber manches offenlassen, anstatt es zu beziffern, beugt Missverständnisse vermeidend vor. Es weckt die Neugier und führt zu ausführlichen Gesprächen, in deren Rahmen sich einiges besser klären lässt. Pauschale Lösungen haben immer den Nachteil, dass sie Einzelfällen weniger gerecht werden. Ihr Vorteil besteht darin, individuell oftmals Problematisches routinierter abwickeln zu können. Werden Sie nicht argwöhnisch, bevor sich ein stichhaltiger Anlass dafür ergibt, gehen Sie den Dingen auf den Grund und versuchen, eine gemeinsame Basis zu finden. Sollten Sie große Schwierigkeiten damit haben, dann sind Sie hier verkehrt.

Engpässe sind wechselseitig zu überwinden

Über Geld muss man reden können; wenn es eng wird, ist Aufschub zu gewähren. Warten Sie aber mit dem Abstimmen für Notfälle nicht so lange, bis es keinen Ausweg mehr gibt, klären Sie im Vorfeld, was wäre, wenn. Steht das Wasser bis zum Hals, wird man nur hineingeschubst, um das Schwimmen zu erlernen. Trockenübungen dagegen können wesentlich angenehmer sein, obwohl man sich keineswegs in der Behaglichkeit einrichten sollte. Leistung muss nicht nur bezahlbar sein, sondern auch aufgebracht werden können. Wenn einem von beiden momentan der Vortritt gewährt wird, hat er sich bei Gelegenheit zu revanchieren. Denn in einer wahren Partnerschaft kann man nicht erwarten, dass die gesamte Last auf einer Schulter ruht. Auftretende Schwächen sind abzufedern, damit sie sich in Stärken wandeln können.

Anstelle verschwommener Blicke

Jeder eingezahlte Beitrag stellt eine Investition in die Zukunft dar. Dabei sollte man nicht zu sehr darauf schauen, wer gerade bluten muss, sondern das übergeordnete Ziel nicht aus den Augen verlieren. Die Sicht trübt der Eigennutz, wenn er zu kurz greift.

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