Frauen im Franchising – alles was Sie wissen müssen im Überblick

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Den Satz „Franchising ist nur etwas für Männer“, hören Sie häufig? Frauen seien in kreativeren Berufen oder als klassische Freiberufler „viel besser aufgehoben“?

Laut einer OECD-Studie weisen nur 31 Prozent der Frauen in Deutschland, gegenüber 45 Prozent der Männer in Deutschland, die erforderlichen Fähigkeiten auf, um als Unternehmer Erfolg zu sein - Wenn Sie weiterlesen, erfahren Sie, warum dies allerdings keineswegs ein Hindernis sein muss).

Die meisten Start-ups werden von Männern gegründet.

Frauen gründen gerne in den Bereichen „Dienstleistung“ (42 %, Studie der kFW-Banken).

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Lassen Sie sich nicht beirren – Frauen können genauso gute Franchisenehmerinnen sein wie Männer.

Seit der Einführung des Wahlrechts für Frauen in den 20er Jahren hat sich für Frauen einiges getan. Zwar war die Nachkriegszeit noch eine schwierige Phase – aber niemand rechnete mit den sogenannten „Trümmerfrauen“: Frauen, die damals, als Deutschland in Trümmern lag und beim Wiederaufbau halfen, bewiesen, dass auch Frauen hart arbeiten können. Da viele Männern im Krieg gefallen sind, waren einige Frauen dazu gezwungen, ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Kinder selber zu bestreiten – was ihnen auch hervorragend gelungen ist. Allerdings musste es bis 1957 dauern, bis die Gleichberechtigung von Frauen und Männern gesetzlich festgelegt wurde. Auch heute kämpfen Frauen noch für gleiche Gehälter und gleiche Karrierechancen wie Männern, insbesondere in den Führungsetagen. Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen ist derart groß, dass Frauen etwa zwei Monate pro Jahr „kostenlos“ arbeiten – natürlich abhängig vom Standort. Im Jahr 2018 war dieser Schrei ganz besonders groß zu hören, als im Herbst immer mehr Stimmen erklangen, die ein gleiches Gehalt bei gleicher Position einfordern, da Frauen in den letzten beiden Monaten des Jahres sozusagen „gratis“ arbeiten.

Eine schwierige Gehaltssituation sowie komplizierte Wege „nach oben“ in die Führungsetage für Frauen können durchaus frustrierend sein. Kein Wunder, dass sich die eine oder andere Frau gerne für die Selbstständigkeit entscheidet um ihr eigener Chef zu werden und dem Teufelskreis zu entgehen und wirtschaftlich frei und unabhängig zu werden. Doch wirtschaftliche Unabhängigkeit reimt sich nur mit einer gewissen finanziellen Stabilität. Ist das klassische Unternehmertum wirklich die Lösung für karrierebewusste Frauen oder eignet sich Franchising für Frauen besser?

Gründe warum Frauen sich für Franchising entscheiden

Selbständig: Ja, aber sicher. Die Initiative „Frauen Unternehmen“ hat herausgefunden, dass nur jedes dritte Unternehmen von einer Frau geführt wird. Dahingegen ist die Anzahl der Männer, die ein Unternehmen führe, beinahe doppelt so hoch. Auch, wenn die Tendenz der Unternehmer-Frauen steigend ist: Frauen sind generell vorsichtiger als Männer – was Ihnen nicht unbedingt zum Verhängnis werden muss. Denn erfolgreiche Frauen als Franchisenehmer sind genau der passende Mix zwischen Unternehmergeist, Feingefühl, Wagemut und … Vorsicht. Im Franchising stürzt man sich nicht wild in ein neues, abgefahrenes Geschäftsmodell und bleibt beim Alten; bewährten und bekannten. Dies garantiert ein gewisses Erfolgsminimum.

Die folgenden Gründe motivieren Frauen zur Selbstständigkeit:

  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie

„Klasse“, denken Sie sich, endlich Beruf und Familie vereinen. Doch es ist hier echte Vorsicht geboten. Wollen Sie aus Ihrer Selbstständigkeit mehr als nur einen Nebenerwerb oder ein „Taschengeld“ machen, sollten Sie sich auch zu hundert Prozent darauf fokussieren und auf gar keinen Fall in die Homeoffice-Falle tappen.

  • Rückhalt durch das Franchise-Netzwerk

Wenn Sie sich als Frau dazu entschieden, Franchisenehmern zu werden, profitieren Sie natürlich auch vom entsprechenden Rückhalt durch das Franchise-Netzwerk, bestehend aus dem Franchisegeber, der Sie mit Marketingmaterialien, Schulungen und sonstigem versorgt, sowieso den anderen Franchisenehmern, mit denen Sie sich austauschen können. Als Unternehmerin eines Start-ups oder als Freiberuflerin stehen Sie völlig alleine da.

  • Gründung aus der Not heraus

Wie auch die Gründerin von The Body Shop werden Frauen häufig zu GründerInnen, weil sie finanziell unabhängig werden wollen – und nicht wenigen von ihnen gelingt dieses Ziel auch tatsächlich durch Franchising oder eine Unternehmensgründung.

Was Frauen an der Selbstständigkeit hindert

Sicherlich werden Sie sich als Frau, die mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen, ein Unternehmen zu gründen oder etwa Franchisenehmerin zu werden, sich in den folgenden Punkten wiedererkennen. Immer wieder gibt es Gründe und scheinbare Hindernisse, die Frauen daran hindern, an sich zu glauben und eine Top-Gründerin zu werden, und zwar:

  • Die Vorurteile der Gesellschaft:

„Frauen sind schlechte Geschäftsführer“, „Frauen können nicht mit Geld umgehen“, und so weiter und so fort.

  • Selbstzweifel

Es ist keine Seltenheit, dass Frauen immer wieder Selbstzweifel zeigen. Kein Wunder, denn die klassische Erziehung von jungen Mädchen in den vergangen Jahrzehnten bestand darin, wesentliche Charakterzüge zu lehren, die ein solches Verhalten beeinflussen. Dazu kann gehören, dass Mädchen eher Puppen und Jungs eher Fußbälle oder Zubehör für Kampfsportarten geschenkt wird. Es mag unscheinbar wirken – allerdings prägt sich so in den frühen Jahren bereits eine gewisse Neigung zum Risiko, ein gewisses Selbstvertrauen und ein gewisses Leadership. Oft werden Frauen oder Mädchen; die Führungsqualitäten zeigen, als „herrisch“, „zickig“ oder „arrogant“ verurteilt. Männer, die die gleichen Persönlichkeitsmerkmale aufweisen, werden dahingegen schlicht und ergreifend als „kompetente Führungsperson“ anerkannt. Daraus folgt, dass Frauen oft den Eindruck haben sich „zurückhalten“ zu müssen… wobei wir am nächsten Punkt angelangt wären.

  • Mangelnde Unterstützung aus dem Umfeld:

Dieser Punkt könnte beinahe mit dem vorherigen Punkt verbunden werden – Frauen haben oft Selbstzweifel, was wiederum an der mangelnden Unterstützung ihres Umfeldes liegt – und umgekehrt. Hätten Frauen weniger Selbstzweifel, würde ihr Umfeld sie vielleicht eher unterstützen, weil es selber weniger Zweifel hätte – hätte das Umfeld weniger Zweifel dann würden diese auch bei den Frauen schwinden.

Inspiration an der Gründerin von The Body Shop

Die im Jahr 1942 geborene Anita Roddick ist die Gründerin der bekannten Franchise-Marke „The Body Shop“ hat im Jahr 1976 die Marke „The Body Shop“ gegründet. Vor der Gründung war sie sehr aktiv im Bereich Menschenrechte und hat unter anderem in der Abteilung für Frauenrechte der International Labor Organization (ILO)/vereinte Nationen(UNO) in Genf gearbeitet und war Vorstandsmitglied von Human Rights Watch in den USA. Außerdem fördert Anita Roddick unzählige Projekte und Vereine zum Schutz der Menschen- und Frauenrechte oder auch zum Umweltschutz. Kein Wunder, denn bereits als Kind, einer Tochter italienischer Migranten aus Littlehampton, entwickelte sie bereits sehr früh ein Gespür für ethische Fragen.

Das Besondere an der Gründung von The Body Shop?

Auch Anita Roddick gründete das Unternehmen zunächst aus der Not heraus, nämlich Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zu dieser Zeit reiste Ihr Mann Gordon Roddick durch Amerika. Anita Roddick hatte keinerlei Finanzwissen, keine betriebswirtschaftliche Ausbildung, keine Business School besucht und keine Ahnung davon, wie man ein Unternehmen führt – kaum zu glauben, aber wahr. Alles was sie hatte, war Ihre Vorstellungs- und Willenskraft, Ihre Kreativität und Ihre Empathie, um ihre Produkte an den Mann bzw. an die Frau zu bringen und genau richtig einzukaufen und zu handeln.

Mittlerweile ist The Body Shop viel mehr als „Nur“ ein kleiner Laden in Littlehampton zum Bestreiten des Lebensunterhalts: Mit 2,430 Geschäften in 62 Ländern zählt das Unternehmen zu einem der attraktivsten Franchisegeber auf der Welt.

Die Inspiration von Anita Goddick? Ihre Mutter und deren Sparsamkeit in Zweiten Weltkrieg – auch bei The Body Shop versuchte sie alles zu recyceln was irgendwie ging –, woraus schließlich das Engagements für den Umweltschutz von The Body Shop entstand.

Es kam, was kommen sollte: Im Jahr 1984 folgte… der Börsengang von The Body Shop.

Wie Sie sehen: Es gibt unzählige Anekdoten inspirierender Unternehmerinnen, die es trotz allen Hindernissen geschafft haben, sich als Selbstständige durchzusetzen und erfolgreich und finanziell frei zu werden.

Franchising für Frauen mit Miss Sporty

… und mal wieder eine Gründerin eines erfolgreichen Unternehmens: Valerie Bönström gründete vor knapp 13 Jahren das Unternehmen Miss Sporty und revolutionierte damit den Fitness-Franchise-Markt.

Bereits ein Jahr nach der Gründung wurden die ersten Franchise-Lizenzen vergeben und mittlerweile zählt das Unternehmen stolz mehr als 500 Mrs. Sporty Niederlassungen, und zwar in 9 verschiedenen Ländern.

Das Besondere an Mrs. Sporty? Es handelt sich um ein Konzept, um Sport sozusagen fließend in den stressigen Alltag zu integrieren.

Nun ja, eigentlich eignet es sich perfekt für Unternehmerinnen, aber auch allgemein für berufstätige Karriere-Frauen die eigentlich keine Zeit für Sport haben. Denn Mrs. Sporty sorgt dafür, dass auch diese Frauen Zeit dafür finden - mit einem 20-30-minütigen Zirkeltraining das bei einem Besuch zwei- bis dreimal pro Woche ordentliche Erfolge erscheinen lässt.

Der Konkurrenzvorteil von Mrs. Sporty? Anders als klassische Fitnessstudios, in denen Menschenmassen, ob Mann oder Frau, gemeinsam anonym schwitzen, hat sich Mrs. Sporty gezielt auf Training in Kleingruppen bzw. mit einem Trainer sowie auf Frauen als Zielgruppe spezialisiert und reagiert somit auf eine steigende Nachfrage nach individuellem Training speziell für Frauen.

Sie interessieren sich für ein Mrs. Sporty Franchise?

Franchising und Gründerfrauen

Nun wollen wir nicht gleich behaupten, Frauen seien besser geeignet für „softe“ Geschäftsideen wie Kosmetik, Wellness, Beauty oder Ernährung. Allerdings führt die Sensibilität und das Einfühlungsvermögen vieler Frauen diese immer wieder in diese Branchen.

Viele Kosmetik-Franchises oder Wellness-Franchises werden von Frauen geführt – ob als Franchisegeber oder Franchisenehmer.

Sie interessieren sich dafür, Franchisenehmerin zu werden?

Wie Sie beim Lesen dieses Artikels wahrscheinlich schon erahnen: Frauen ticken bei der Gründung ein bisschen anders als Männer. Die Punkte, die sich bei einer Frauengründung unterscheiden, sind meistens folgende:

  • Sorgfalt: Frauen planen Ihre Gründung sorgfältiger und tief greifender und „machen nicht einfach mal darauf los“.
  • Vorsicht: Frauen haben eine Tendenz dazu, die Dinge realistischer zu sehen als Männer und handeln daher auch vorsichtiger. Auch die Ziele, die von weiblichen Unternehmerinnen gesteckt werden, sind weniger aggressiv als die von Männern – und werden aus diesem Grund auch häufiger erreicht. Männer dahingegen stecken sich wagemutige Ziele und erreichen diese oft nicht.
  • Kreativität und Flexibilität: Läuft das Business nicht ganz so toll wie gedacht, haben Männer eher eine Tendenz zu einem „Kopf durch die Wand“-Verhalten und versuchen das Ziel dennoch zu erreichen – Frauen dahingegen reagieren völlig flexibel und kreativ auf Hindernisse und umschiffen so gekonnt Stolperfallen. Wenn etwa Ihr Gastronomie-Business nicht so läuft wie geplant, greifen sie gekonnt auf weitere Einnahmequellen, wie etwa einen Lieferservice, den Verkauf von Tee oder sonstigen Waren oder Dienstleistungen zurück.
  • Empathie: Durch ihr biologisch veränderteres höheres Einfühlungsvermögen für die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen sind Frauen in diesem Punkt Männern einen großen Schritt voraus. Aus diesem Grund findet man Gründerinnen aber auch immer wieder in Berufen wieder, die ein hohes Einfühlungsvermögen und eine ausgeprägte Sensibilität für ihre Mitmenschen erfordert.
  • Gewissen und Nachhaltigkeit: Weibliche Unternehmer neigen nicht nur zur Tendenz, nachhaltiger zu handeln als ihre männliche Konkurrenz. Sie handeln auch gewissenhafter und ziehen Aspekte wie Umweltschutz, Menschenrechte, Tierschutz, Gesundheit und sonstige ethische Punkte mit in ihre Entscheidungen ein.
  • Weniger Kapitalbedarf: Frauen rennen nicht sofort zum erstbesten Investor um „das große Geld“ für ihr Unternehmen zu leihen. Sie entscheiden sich viel lieber dazu, ihr Unternehmen zwar langsam, aber organisch und nachhaltig wachsen zu lassen. Das Resultat? Eine gesunde Unternehmensstruktur, 100 Prozent der Anteile für die Gründerin und ausgeglichene Finanzen.
  • Gründung im Nebenerwerb: Leider ist es aber auch so, dass Frauen nicht häufig aufgrund verschiedener Faktoren aus der Not heraus gründen. Einer dieser Faktoren ist beispielsweise die Diskriminierung vonseiten des Arbeitgebers aufgrund der Schwanger- oder Mutterschaft. Auch, wenn die Diskriminierung aufgrund dieser Faktoren gesetzlich verboten ist, kommt es immer noch vor und wird bei Absagen von Bewerbungen oder Beförderungen „vertuscht“: Eine Ausrede findet sich immer und wenn nicht, wird zur Standardabsage zurückgegriffen „Leider entspricht Ihr Profil nicht in allen Punkten unseren Anforderungen…“.

Hieraus resultiert, dass die von Frauen gegründeten Unternehmen meist länger am Markt bleiben als die von Männern. Die Gründe dafür sind offensichtlich: eine höhere Vorsicht sowie langsames und organisches Wachstum. Allerdings könnte man auf der anderen Seite die Annahme haben; dass von Frauen geführte Unternehmen trotz des gleichen Potenzials vergleichen mit den Männer-Unternehmen nicht die gleiche Größe erreichen – was schade ist.

An dieser Stelle eignet sich natürlich das Franchising perfekt für Frauen, denn so werden eher zaghafte Unternehmerinnen von ihren Franchisegeberin (die übrigens auch häufig weiblich sind) gepusht und können sich und ihr Unter nehmen zum Erfolg führen.

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