Freiberufler: Eine Möglichkeit der Selbstständigkeit

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Haben Sie von Ihrem langweiligen Bürojob die Nase voll und wollen sich kreativ ausleben? Oder sind Sie Student und möchten sich während der Vorlesungszeiten noch etwas hinzuverdienen? Es gibt mittlerweile viele Gründe, warum sich Menschen dafür entscheiden, eine freiberufliche Tätigkeit aufzunehmen.

Sein eigener Boss zu sein klingt für viele mehr als erstrebenswert und birgt auch viele Vorteile. Klar ist, dass die Freien Berufe von Jahr zu Jahr zunehmen. Waren im Jahr 1992 nur 514.000 gemeldet, geben die Statistiken heute Zahlen wie 793.170 Freiberufler an! Wenn Sie selbst mit dem Gedanken spielen in Zukunft, als Freiberufler zu arbeiten, sind Sie bei uns genau richtig gelandet. Denn im folgenden Artikel klären wir Sie über alles auf, was ein angehender Freiberufler wissen muss.

1) Die Definition – wer gilt denn nun eigentlich als Freiberufler?

Grob kann festgehalten werden, dass ein Freiberufler aufgrund seiner hohen fachlichen Qualifikation Dienstleistungen anbietet. Der Freiberufler agiert eigenverantwortlich und unabhängig. Die freiberuflichen Tätigkeiten werden in drei verschiedene Gruppen eingeteilt:

  1. Katalogberufe: Zu dieser Gruppe zählen ganz unterschiedliche Berufskategorien. Zunächst kann man Heilberufe, wie beispielsweise Ärzte, Heilpraktiker, Hebammen, Psychologen oder Tierärzte auflisten. Weiterhin gehören aber auch Berufe zu dieser Gruppe, welche sich mit der Wirtschaft, der Steuer oder dem Recht beschäftigen. Außerdem können auch naturwissenschaftliche und technische Tätigkeiten als Katalogberufe eingestuft werden. So können zum Beispiel Handelschemiker oder Architekten als Freiberufler arbeiten. Zu guter Letzt zählen natürlich auch kulturelle Berufe zu dieser Sparte. Dolmetscher, Übersetzer, Journalisten, Lehrer und Schriftsteller können sich also auch beim Staat als freiberuflich Agierende melden.
  2. Katalogähnliche Berufe: Diese Kategorie gleicht sehr den Katalogberufen, da sie ebenfalls eine höhere Ausbildung erfordern. Berufe, welche zu dieser Gruppe gezählt werden können, sind beispielsweise Modedesigner, Ergotherapeuten oder Dirigenten.
  3. Tätigkeitsberufe: Hierzu gehören „neuartige oder moderne“ Tätigkeiten in den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Literatur, Erziehung und Bildung.

Das Feld der Freiberufler untersteht also einem ständigen Wandel und wird immer wieder um neue Berufe erweitert. Die Tätigkeit sollte jedoch einen hohen Anteil von Kreativität besitzen. In den meisten Fällen ist ein akademischer Abschluss vonnöten oder zumindest eine höhere Bildung. Der Freiberufler arbeitet selbstständig, kann allerdings Aushilfen einstellen. Sein monatliches Gehalt ist kein Fixbetrag, sondern setzt sich aus den gearbeiteten Stunden zusammen. Seine Dienstleistungen hält der Freiberufler in Rechnungen fest und wird dementsprechend auch über Honorare bezahlt.

Der Beruf des Freiberuflers wird allerdings oftmals mit den Gewerbetreibenden verwechselt. Zwar sind beide Gruppen selbstständig tätig, jedoch muss der Freiberufler kein Gewerbe anmelden. Weiterhin sind die Freiberufler nicht dazu verpflichtet, sich im Handelsregister einzutragen. Denn die Registrierung im Handelsregister ist freiwillig und dementsprechend muss der Freiberufler auch keine Gewerbesteuer bezahlen.

Oftmals ist es leider nicht so leicht, festzustellen, ob die ausgeübte Tätigkeit eine freiberufliche ist, oder ob die Anmeldung eines Gewerbes notwendig ist. Aus diesem Grund gibt es allerdings den § 18 EStG, in welchem eindeutig kategorisiert ist, welche Berufe zu welche der beiden Gruppen zu zuordnen sind. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob ihre Einordnung richtig war, machen Sie sich keine Sorgen – spätestens wenn Sie das Finanzamt (spätestens einen Monat nach Aufnahme der Tätigkeit!) informieren, wird dieses Ihnen mitteilen, ob Sie alles zufriedenstellend ausgefüllt haben.

2) Was sind die Vorteile der freiberuflichen Tätigkeit? Gibt es überhaupt Nachteile?

Die Vorteile des Daseins als Freiberufler liegen klar auf der Hand. Man verfügt über keine festgelegten Arbeitszeiten und kann dementsprechend seinen Alltag individuell gestalten. Wie viele Kunden angenommen werden – darüber kann man jeden Monat selbst entscheiden und somit die Höhe seines Gehalts auch beeinflussen. Man ist sein eigener Chef und muss keine strikten Anweisungen mehr befolgen.

Außerdem spart man sich zumindest bei den meisten Freien Berufen den Gang ins Büro, sondern kann oftmals sogar gemütlich von Zuhause aus arbeiten. Diese umfassende Freiheit bedeutet jedoch im Umkehrschluss auch, dass viel Eigenverantwortlichkeit gefordert ist. Man muss viel Disziplin an den Tag legen und vielleicht auch mal zu Zeiten arbeiten, an welchen andere bereits Feierabend machen oder ihr wohlverdientes Wochenende genießen.

Weiterhin muss keine doppelte Buchführung angefertigt werden, sondern eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung zum Ende des Jahres reicht völlig aus. Und das Beste daran ist, dass Sie sogar bei der Erstellung keinerlei Probleme mehr haben dürften. Denn das Finanzamt bietet mittlerweile Formulare an, die sie lediglich ausfüllen müssen und somit ihren zu versteuernden Gewinn errechnen können. Einfacher geht es nicht mehr, oder?

3) Muss ich als Freiberufler Steuern zahlen?

Freiberufler müssen ja – wie schon besprochen – keine Gewerbesteuer zahlen, doch von der Umsatzsteuer ist man leider trotzdem nicht befreit. Denn da die Freiberufler Dienstleistungen anbieten und diese mittels Honorare vergütet bekommen, unterliegen sie gesetzlich der Umsatzsteuerpflicht.

Diese Steuer wird in Deutschland auf nahezu alle Waren und Dienstleistungen erhoben und beträgt im Regelfall 19 %. Für Lebensmittel und Bücher sind allerdings nur 7 % fällig. Je nachdem in welchen Bereich Sie nun tätig sind als Freiberufler müssen Sie dementsprechend 7 % oder 19 % auf Ihre Rechnung schlagen.
Für Freiberufler gibt es allerdings auch noch eine besondere Regelung, die vor allem Freiberufler ausnutzen sollten, welche nur nebenberuflich selbstständig sind. Denn wer im Jahr den Freibetrag von 17.500 Euro nicht überschreitet, gilt als Kleinunternehmer. Dies hat den Vorteil, dass nun die Kleinunternehmerregelung Anwendung findet, welche Sie von der Umsatzsteuer befreit.
Weiterhin sind sie als Freiberufler dazu verpflichtet, die Einkommenssteuer zu bezahlen. Diese richtet sich in ihrer Höhe nach dem Einkommen. Das heißt je mehr Geld Sie im Laufe des Jahres generieren, desto mehr Steuern müssen Sie leider auch zahlen. Nachdem Sie Ihre freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt angemeldet haben, erhalten Sie im Anschluss daran von der Behörde einen steuerlichen Erfassungsbogen. In diesem müssen Sie Angaben zu Ihrem zu erwartenden Jahreseinkommen angeben. Es handelt sich hierbei nur um ungefähre Schätzungen und keine genauen Angaben. Wer also clever ist, hält sich mit der Einschätzung seiner finanziellen Lage eher zurück und gibt lieber einen kleineren Betrag an. Denn durch diesen Fragebogen errechnet das Finanzamt später die zu zahlenden Steuern. Natürlich bekommen Sie all das Geld, das Sie zu viel gezahlt haben am Ende des Jahres wieder zurück, dennoch ist es angenehmer, von Beginn an weniger zu zahlen.
Eine weitere Form der Steuer, welche die Freiberufler zahlen müssen, ist die Steuervorauszahlung. Diese fällt viermal im Jahr zu den folgenden Terminen an:

  • 10. März
  • 10. Juni
  • 10. September
  • 10. Dezember

Die Höhe dieser vierteljährlichen Zahlungen wird aufgrund der vorherigen Steuerbescheide errechnet. Das Finanzamt schaut sich die Zahlen des vergangenen Jahres an und schickt im Anschluss daran den „Vorbehalt der Nachprüfung“. Dies ist ein Bescheid, der Sie über die geforderte Summe informiert. Sollten Sie sich in Ihrem ersten Geschäftsjahr befinden, wird das Finanzamt eine Einschätzung der zu zahlenden Steuern abgeben. Wie immer können Sie am Ende des Jahres mit einer Steuerrückzahlung rechnen, die sich an der Differenz des geleisteten Betrags und des eigentlichen Betrags ergibt.

4) Tipps und Tricks für Freiberufler

Das beliebteste Thema ist und bleibt auch bei den Freiberuflern das Geld. Denn auch diese möchten natürlich ein geregeltes Einkommen haben. In den Freien Berufen werden in den meisten Fällen Rechnungen geschrieben, welche die in Anspruch genommenen Dienstleistungen auflisten und die Klienten im Anschluss zur Zahlung auffordern. Leider ist es immer noch gang und gäbe, dass viele Kunden die Dienstleistungen zwar gerne annehmen, jedoch weniger bereitwillig zahlen. Viele Freiberufler verschwenden deswegen einen Großteil ihrer Zeit damit, Mahnungen zu schreiben und ihrem Geld im wahrsten Sinne des Wortes, nachzurennen.

Um dies zu verhindern und um in Zukunft stressfrei bezahlt zu werden, gibt es nun das sogenannte Factoring. Die Freiberufler verkaufen Ihre Rechnung an ein Factoringunternehmen, wodurch sie ihr Geld sofort erhalten und sich diese Firmen mit dem Mahnwesen herumschlagen dürfen.
Als Freiberufler sind sie leider nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, sondern müssen sich nun selbst um Ihre Versicherung kümmern. Da Freiberufler auf die Aufträge Ihrer Kunden angewiesen sind und diese im Laufe des Jahres natürlich stark variieren, verfügen Freiberufler über kein festes Einkommen. Die Höhe des zu zahlenden Beitrags für die Krankenkassen hängt allerdings vom Gehalt ab, weswegen es durchaus vorkommen kann, dass man einen Nachzahlungs- oder Vorauszahlungsbescheid erhält. Durchschnittlich liegen die Beiträge der Krankenkassen für Selbstständige zwischen 2.340 Euro und 10.236 Euro. Allerdings ist es Selbstständigen angeraten, sich dennoch für die private Krankenversicherung zu entscheiden. Für diese zieht nämlich nicht das Einkommen als Kriterium für die Beitragshöhe zurate. Somit profitieren Freiberufler von diesem Konzept enorm.

Wie auch die Unternehmen heute, sind Freiberufler heutzutage auf ein gutes Marketing angewiesen. Denn der Markt ist durchzogen von Konkurrenz, die sich durch spezielle Angebote oder Werbeslogans von der Masse abheben wollen und Ihnen somit wertvolle Kundschaft abspenstig macht. Um sich selbst auf die Spitzenpositionen bei Google Suchen zu katapultieren, ist es deswegen sehr wichtig, dass man die Werbetrommel ordentlich rührt. Ziehen Sie alle Register und greifen Sie auf jedes Ihnen mögliche Mittel zurück, um auf sich aufmerksam zu machen. Erstellen Sie eine personalisierte Homepage, welche durch Ihre Übersichtlichkeit und Professionalität ansprechend und anziehend wirkt. Verteilen Sie Flyer und Kostproben Ihrer Dienstleistungen, um Klienten von sich zu überzeugen und vor allem auf sich aufmerksam zu machen. Nutzen Sie die modernen Medien, wie beispielsweise die Social Media Plattformen. Twitter, Instagram, Facebook und Co. sind eine optimale Möglichkeit, um den Kundenkreis zu erweitern.

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