Freiberuflich, selbstständig oder gewerbetreibend?

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Wenn jemand das Angestelltenverhältnis verlässt und sich selbstständig macht, dann ist er auf einmal für sein Einkommen, die soziale Absicherung und die Vorsorge für die Rente selbst zuständig. Während für viele der Begriff Selbstständigkeit verständlich ist, so wissen die wenigsten, dass hier eigentlich noch genauer unterschieden werden muss: Denn selbstständig ist nicht gleich selbstständig! Wenn Sie franchise-interessiert sind und sich über die Möglichkeiten einer Existenzgründung informieren möchten, dann ist der Artikel genau richtig für Sie. Heute klären wir Sie über den Unterschied bei der Selbstständigkeit auf: Wann ist man freiberuflich und wann ist man gewerbetreibend selbstständig?

Wann ist man eigentlich selbstständig?

Wer das Angestelltenverhältnis verlässt und sich selbstständig macht, der ist ab dann entweder freiberuflich oder aber gewerbetreibend tätig. Die Selbstständigkeit drückt sich dadurch aus, dass man kein garantiertes, monatliches Gehalt mehr bekommt und von nun an steuerpflichtig auf eigene Rechnung arbeitet und seine Honorare selbst aushandelt. Ebenso bedeutet selbstständig, dass man sich selbst um seine soziale Absicherung zu kümmern hat. Dies umfasst die Altersvorsorge als Rentner, die Absicherung für den Krankheitsfall sowie Schadensersatzansprüche. Als selbstständiger Unternehmer hat man keinen weiteren gesetzlichen Anspruch wie den Kündigungsschutz, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie bezahlten Urlaub. Die simple Definition von Selbstständigkeit lautet deshalb: Wer sich nicht in einem Angestellten- oder Ausbildungsverhältnis befindet, der ist selbstständig tätig. So weit, so gut, nur wer ist Freiberufler und wer ist Gewerbetreibender?

Die Tücken der Selbstständigkeit: Wer ist gewerbetreibend und wer ist freiberuflich tätig?

Und zwar macht es gesetzlich und steuerlich einen großen Unterschied, ob man nun Gewerbetreibender oder aber Freiberufler ist, da man je nach Status umsatz- und gewerbesteuerpflichtig ist sowie Zugang zur Künstlersozialkasse hat, die den Versicherten ein umfassendes Versorgungsprogramm bietet. Die Entscheidung darüber, um für eine Art von Selbstständigkeit es sich handelt, liegt ganz daran, was für eine Tätigkeit ausgeübt wird. Wer unsicher ist, der sollte beim Finanzamt nachfragen oder aber einen Steuerberater konsultieren, damit man sicher ist, in welche Kategorie die Geschäftstätigkeit nun fällt. Im Zweifel ist es letztlich so oder so das Finanzamt was darüber entscheidet, um was für eine Art von Selbstständigkeit es sich handelt.

Freiberuflich oder gewerbetreibend? Was macht den Unterschied?

Abgesehen davon, dass das Einkommensteuergesetz einen ausführlichen Katalog über freiberufliche Tätigkeiten zur Verfügung stellt, lassen sich zwei Kriterien nennen, die hilfreich für die Abgrenzung von freiberuflichen und gewerbetreibenden Tätigkeiten sind.

  • Kriterium #1: Freiberufler sind reine Dienstleister! Sie nehmen nicht am freien Handel teil und produzieren auch keine Waren in ihrer Tätigkeit als Freiberufler.
  • Kriterium #2: Für die Ausübung der Tätigkeit als Freiberufler ist in der Regel ein Hochschulabschluss oder eine künstlerische Begabung nötig. Jedoch ist es dann nicht ganz so einfach: Denn bei gewissen künstlerischen sowie publizistischen Tätigkeiten, die im Internet stattfinden, ist die Rechtslage ungenau bis schwammig.

Sie sehen also: Auch wenn das Einkommensteuergesetz zwar einen ausführlichen Katalog liefert, so ist es trotzdem manchmal schwer, eine finale Entscheidung zu treffen.

Das sagt das Einkommensteuergesetz über freiberufliche Tätigkeiten:

Zum Bereich der freiberuflichen Tätigkeiten zählen laut Einkommensteuergesetz vor allem künstlerische, schriftstellerische, wissenschaftliche, erziehende wie auch unterrichtende Tätigkeiten. Außerdem fallen Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte, Notare und Patentanwälte so wie Steuerberater in die freiberufliche Kategorie. Außerdem gibt es die sogenannten ähnlichen Berufe, wo staatlich anerkannte Berufsabschlüsse sowie nichtstaatliche Ausbildungen zugehören. Dies ist vor allem für die Heilberufe relevant: Die Heilung und Linderung von Krankheiten wie auch die Gesundheitsvorsorge fallen somit in die Freiberuflichkeit.

Komplizierter gestaltet sich die Kategorisierung bei Künstlern und Publizisten, die vor allem mit darstellender oder bildender Kunst, dem Journalismus oder der Schriftstellerei sowie mit Musik ihren Lebensunterhalt verdienen. Bei neuartigen Berufen, die eher in die IT-Sparte fallen, sieht es meist anders aus, so dass Grafiker, Designer und Werbetexter ein Gewerbe für ihre Tätigkeit anmelden müssten. Auch Sportler, Makler, Werbefachleute und Fotografen, die nicht künstlerisch tätig sind, werden als gewerbetreibend klassifiziert. Wenn es sich bei Ihrer Existenzgründung um solch eine Tätigkeit handelt, ist es in jedem Fall ratsam, das zuständige Finanzamt zu Rate zu ziehen, um eine eindeutige Bestimmung vornehmen zu können.

Warum ist der Status einer freiberuflichen Tätigkeit vorteilhaft?

Wer als Freiberufler eingestuft wird, der hat gewisse Vorteile gegenüber Gewerbetreibenden: Zum einen können Freiberufler der Künstlersozialkasse beitreten. Durch das Zahlen von monatlichen Beiträgen zur Sozialkasse profitieren sie von einem umfassenden Versorgungsprogramm, was obendrein noch günstiger als der Beitritt zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung in Eigenregie ist! Denn im Rahmen dieser berufsständischen Versorgungswerke können sich Künstler und Publizisten quasi wie Arbeitnehmer versichern lassen: Die Versorgungswerke übernehmen den Anteil an Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, den bei einem Angestelltenverhältnis der Arbeitgeber zahlen würde. Außerdem müssen Freiberufler kein Gewerbe für ihre Selbstständigkeit anmelden, das spart also auch Kosten für die Anmeldung des Betriebes beim örtlichen Gewerbeamt. Ebenso bedeutet dies, dass keine jährliche Gewerbesteuer gezahlt werden muss – sofern die Kleinunternehmerregelung nicht greift.

Selbstständig als Gewerbetreibender: Was gilt es hier zu beachten?

Ein Selbstständiger, der keinen Katalog- oder aber ähnlichen Beruf der Kategorie freiberuflich ausübt, gilt als Gewerbetreibender. Die Rechtsgrundlage für diese Art von Selbstständigkeit ist die Gewerbeordnung. In diesem Gesetzestext wird das Gewerbe als eine wirtschaftliche Tätigkeit verstanden, die der Gewerbetreibende auf eigene Rechnung und mit eigener Verantwortung ausübt, um damit dauerhaft einen Gewinn zu erzielen und davon leben zu können.

Folgende fünf Bereiche klassifizieren das Gewerbe:

  • Die Produktion von Waren
  • Die Ausübung von Beratungstätigkeiten, die auch ohne Hochschulabschluss ausgeführt werden können
  • Handelsaktivitäten, wobei hier ganz gleich ist, ob es sich um Gebrauchtware oder aber Neuware handelt
  • Die Tätigkeit als Vermittler, dies umfasst beispielsweise die Vermittlung von Personal aber auch das Betreiben des eigenen Maklerbüros
  • Die Arbeit als Verwerter – sprich: Man macht Dinge für andere möglich, indem man als Verleger oder als Veranstalter tätig ist

Welche Besonderheiten treffen auf Gewerbetreibende zu?

Gewerbetreibende haben gewissen Pflichten nachzukommen. Diese umfassen die Anmeldung des Gewerbes, das Zahlen einer Gewerbesteuer, sobald die Einkünfte eine gewisse Grenze übersteigen, die verpflichtende Mitgliedschaft in der IHK, die Eintragung in das Handelsregister sowie eine doppelte Buchführung.

Achtung: Das gibt es beim Berufsmix zu beachten!

Es kann vorkommen, dass die Einkünfte aus einem Mix von gewerblichen und freiberuflichen Tätigkeiten erzielt werden. In diesem Fall sollten die beiden Tätigkeiten klar voneinander getrennt, als zwei eigenständige Betriebe geführt und auch unabhängig voneinander beim Finanzamt gemeldet werden.

Bei manchen Tätigkeiten vermischen sich die Tätigkeiten unmittelbar miteinander, so dass eine scharfe Trennung der beiden Tätigkeiten nicht wahrgenommen werden kann. In diesem Fall ist es meist so, dass die Einkünfte aus der Freiberuflichkeit zu den Einnahmen aus dem Gewerbe gezählt werden.

Der große Vorteil an einer Gründung mit Franchising ist, dass der erfahrene Franchisegeber den interessierten Gründern weiterhelfen kann. Suchen Sie als angehender Franchisenehmer das Gespräch mit Ihrem Franchisegeber und klären Sie die Basis für Ihre Selbstständigkeit: Wären Sie freiberuflich oder gewerbetreibend tätig?

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