Fremdkapital für Franchisenehmer – Kredit für Selbstständige

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Wie gelangen Franchisenehmer an Fremdkapital?

Zur Gründung eines Unternehmens – egal ob selbstständig oder durch das beliebte Franchising – wird vor allem eins benötigt: Geld. Einige mögen sich im Laufe ihres Lebens wohl eine ausreichend große Summe angespart haben, um ein Unternehmen oder einen Betrieb zu finanzieren, andere wiederum haben nicht so viel Glück.

Sei es aus privaten Gründen, weil sie Berufseinsteiger sind oder eben einfach, weil sie über nicht genügend Rücklagen verfügen. Auch wenn Geld natürlich ein essenzieller Bestandteil der Existenzgründung ist, muss das Fehlen der Rücklagen noch lange nicht bedeuten, dass der Traum in weite Ferne rückt.

Denn zum Glück gibt es mehrere Möglichkeiten, um diesen Mangel zu kompensieren. All diese Optionen kreisen um den Begriff Fremdkapital. Was wir darunter verstehen und wie man dieses erhalten kann, wollen wir Ihnen im folgenden Artikel etwas näherbringen.

1) Fremdkapital – Was ist das?

Das gesamte Vermögen eines Unternehmens setzt sich aus dem Eigenkapital und dem Fremdkapital zusammen. Das Eigenkapital bezeichnet dabei das Geld, welches durch Gesellschafter – also Eigenkapitalgeber – eingebracht wird. Zieht man also alle Schulden und Verbindlichkeiten von dem Vermögen des Unternehmens ab, ist es das Eigenkapital, das übrig bleibt.

Aktien, das eigene Bankguthaben oder auch Immobilien können zum Eigenkapital gezählt werden. Fremdkapital hingegen bedeutet, dass man sich das benötigte Kapital durch die Aufnahme von Schulden finanzieren muss. Das Geld fließt also durch fremde Geldgeber in die Tasche des Unternehmens. Ob es sich bei den Kapitalgebern um Familienmitglieder, Banken oder Vereinigungen handelt, spielt dabei keine Rolle.

Begriffe, welche die gleiche Bedeutung wie Fremdkapital teilen, sind Kreditkapital, Gäubigerkapital, Schulden und Verbindlichkeiten. Egal, für welches Wort man sich nun entscheidet, der Sinn verändert sich nicht. Das Fremdkapital kann zwar für viele Situationen und Probleme Verwendung finden, in der Regel wird es allerdings genutzt, um die erste Phase der Unternehmensgründung zu finanzieren. Bis das Unternehmen dann die ersten Gewinne verzeichnet, hilft das Fremdkapital dem Gründer über die Runden.

Das Gläubigerkapital kann dann nach und nach abgezahlt werden. Im Gegensatz zum Beteiligungskapital erlauben die Kredite dem Gläubiger allerdings nicht, in die Entscheidungen der Geschäftsführung miteinbezogen zu werden. Der Kreditgeber hat also keinerlei Anspruch auf Informationen, Wissen oder Mitspracherecht.

Die verpflichtete Rückzahlung des Geldes und die Erhebung von Zinsen und Tilgungszahlungen werden allerdings schriftlich festgehalten und sind obligatorisch für den Empfänger des Fremdkapitals.

Die Merkmale, durch welche sich die Verbindlichkeiten auszeichnen, sind also kurz zusammengefasst:

  • Das überlassene Kapital ist befristet
  • Der Anspruch auf Tilgung und Zinsen des Gläubigers
  • Der Gläubiger haftet niemals für das unterstützte Unternehmen
  • Im Falle einer Insolvenz wird zunächst das Fremdkapital verwendet, bevor das Eigenkapital angegriffen wird

2) Die verschiedenen Arten des Fremdkapitals

Das Fremdkapital unterscheidet sich zunächst einmal in der Dauer der Leihgabe:

  1. Das kurzfristige Fremdkapital: Die geleisteten Verbindlichkeiten sind im Regelfall auf ein Jahr beschränkt. Nach dessen Ablauf müssen die Schulden plus Tilgung und Zinsen beglichen werden. Zu solchen kurzfristigen Verbindlichkeiten können Lieferantenrechnungen oder Anzahlungen zählen.
  2. Das mittelfristige Fremdkapital: Die Dauer des Gläubigerkapitals befindet sich innerhalb einer Zeitspanne von einem bis fünf Jahren.
  3. Das langfristige Fremdkapital: Alles, was über fünf Jahre hinausgeht, wird als langfristiges Fremdkapital bezeichnet. Da es sich hierbei meistens um große Summen handelt, sollte der Empfänger des Fremdkapitals sicher sein, die Summe zurückzahlen zu können und der Gläubiger sollte sich im Voraus vergewissern, dass das unterstützte Unternehmen über ausreichend Sicherheiten verfügt. Weiterhin unterscheidet man das Fremdkapital noch in Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Rückstellungen bedeuten, dass die Höhe und das Bestehen der Verbindlichkeiten noch unsicher sind und noch nicht bestimmt werden können. Zu dieser Art von Fremdkapital zählen beispielsweise Steuerrückstellungen oder Rückstellungen für Pensionen. Verbindlichkeiten bezeichnen alle finanziellen Verpflichtungen eines Schuldners gegenüber seinen Gläubigern. Sollten also Anleihen verrichtet werden, Anzahlungen erhalten werden, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Lieferanten oder Unternehmen festgelegt werden, kann man von Verbindlichkeiten sprechen.

3) Kredite für Selbstständige

Um als Selbstständiger die nötige Finanzspritze zu erhalten, ist in der Regel nicht allzu schwer. Dies liegt vor allem daran, dass es heutzutage mehrere Möglichkeiten gibt, um sich einen Kredit oder ein Darlehen zu sichern. Man muss die Optionen nur kennen und sich im Voraus gründlich informieren.

Unterstützung durch Förderbanken

Sollte sich Ihre Hausbank – oder auch jedes andere Finanzinstitut – weigern, Ihnen einen Kredit zu gewähren, können Förderbanken schnell Abhilfe leisten. Im Gegensatz zu den Banken, welche auf ausreichend Sicherheiten in Form von Immobilien oder Eigenkapital zurückgreifen wollen, sind die Förderbanken nicht so anspruchsvoll.

Denn gerade für Franchisenehmer ist es gerade zu Beginn ihrer Selbstständigkeit schwer, den Vorgaben und Forderungen der Banken gerecht zu werden. Diese verlangen nämlich oftmals ein regelmäßiges und sicheres Einkommen, doch da die Existenzgründer so etwas natürlich vor der Aufnahme Ihres Betriebes noch nicht vorweisen können, wird Ihnen der Kredit in den meisten Fällen verweigert.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Banken ist der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken vor genau zehn Jahren sogar eine gemeinsame Kooperation mit dem Deutschen Franchiseverband eingegangen und unterstützt die Franchisenehmer deswegen mit erleichterten Konditionen.

In Deutschland ist natürlich eine Vielzahl von Förderbanken tätig, die über die gesamte Breite und Länge des Bundesstaates verteilt sind. Eine Förderbank, welche allerdings bundesweit agiert, ist die KfW. Diese hat sich allerdings nicht nur auf Beteiligungskapital und Darlehen versteift, sondern greift den Existenzgründern auch anderweitig unter die Arme.

So werden zusätzlich Zuschüsse gewährt, welche Unternehmen nutzen können, um sich in Hinblick auf Ihre Gründung oder in Krisenfällen beraten zu lassen.

Die KfW Bank zeichnet sich allerdings vor allem dadurch aus, dass sie den deutschen Mittelstand der Existenzgründer fördert und somit die Inlandsförderung voranbringt und weiterentwickelt. Ihre Programme zur Unterstützung und Förderung junger Unternehmen und Existenzgründer sind vielfältig und sehr beliebt:

Der KfW-Gründerkredit - Startgeld

Diese besondere Kreditform wurde speziell für Existenzgründer, kleine Unternehmen und Freiberufler eingerichtet, deren Tätigkeit noch keine fünf Jahre besteht. Hierbei kommen die Kreditbeantragenden in den Genuss von zinsgünstigen Darlehen, die trotz der vorherigen Weigerung Ihrer Hausbank, bei dieser beantragt werden können.

Denn die KfW Bank wird als Ihre Sicherheit eingestuft, da sie im Ernstfall für Sie haftet. Dieses besondere Darlehen ist allerdings auf 100.000 Euro beschränkt, wobei Betriebsmittel eine Höhe von 30.000 Euro nicht überschreiten dürfen.

ERP Kapital

Wie auch der KfW-Gründerkredit kann das ERP Kapital hauptsächlich nur von Existenzgründern, jungen Unternehmen und Freiberuflern in Anspruch genommen werden, welche noch keine fünf Jahre auf dem deutschen Wirtschaftsmarkt existieren.

Eine Haftungsfreistellung ist ebenfalls mit inbegriffen. Im Gegensatz zu dem Startgeld der KfW beträgt die Höhe des bereitgestellten Darlehens allerdings 500.000 Euro! Die Laufzeit dieses Darlehens beträgt 15 Jahre, wobei während der ersten zehn Jahren Zinsen gezahlt werden müssen.

KfW-Unternehmerkredit

Wer eine große Summe in Anspruch nehmen möchte, sollte sich für den KfW-Unternehmerkredit bewerben. Dieser versorgt Unternehmen, welche schon seit mindestens drei Jahren gegründet sind mit bis zu 10 Millionen Euro. Dieses Geld sollte hauptsächlich für Investitionen und Betriebsmittel verwendet werden.

Onlinekreditbörsen

Eine Alternative zu Förderbanken und den herkömmlichen Finanzinstituten sind die Onlinekreditbörsen, die das sogenannte Social Lending betreiben. Dies bedeutet, dass Kreditsuchende und Investoren im Internet zusammengeführt werden.

Das Prozedere ist hierbei schlicht und einfach. Kreditsuchende und Investoren erstellen sich ein Profil auf bekannten Social Lending Seiten wie Smava, Auxmoney oder Money4Friends.

Anschließend können die Kreditsuchenden auf einem virtuellen Marktplatz ihr Gesuch online stellen und auf Interessenten warten. Die Kredite müssen jedoch nicht zwingend für Unternehmen oder Existenzgründer sein. Ganz im Gegenteil! Privatpersonen sind hier ebenso häufig vertreten wie Unternehmer.

Die Kreditsuchenden müssen sich nur durch ausreichend Sicherheiten auszeichnen und die Investoren durch ihr Projekt von sich überzeugen können. Weiterhin werden die Projekte allerdings nicht immer nur von einem Investor finanziert, sondern es kommt durchaus häufig vor, dass sich mehrere Geldgeber zusammenschließen, um den benötigten Kredit zu realisieren.

Staatliche Förderprogramme

Doch nicht nur Förderbanken und Onlinekreditbörsen können als Fremdkapitalgeber fungieren. Auch unser deutscher Staat versucht, seinen Unternehmen und Existenzgründern unter die Arme zu greifen.

Aus diesem Grund entwarf das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Förderprogramm INVEST. Dieses Programm ist darauf aus, junge und vor allem innovative Unternehmen mit passenden privaten Investoren zu verknüpfen. Sogenannte Business Angels fungieren dementsprechend als Geldgeber und statten die Unternehmer mit dem fehlenden Kapital aus.

Somit sichert sich unser deutscher Staat die Weiterentwicklung des deutschen Wirtschaftsmarktes und befindet sich somit immer noch auf Augenhöhe mit der ausländischen Konkurrenz.

Die Business Angels unterstützen die Unternehmen dabei allerdings nicht nur mit Kapital, sondern bringen zusätzlich auch noch ihr Wissen und ihre Expertise mit ein.

Diese sind nämlich in den meisten Fällen erfolgreiche Geschäftsmänner, welche selbst über ein eigenes Unternehmen verfügen. Sie fragen sich nun sicher, wieso die Business Angels in junge Unternehmen investieren sollen, wenn sie sich selbst schon erfolgreich auf dem Wirtschaftsmarkt platziert haben.

Dies lässt sich ganz einfach erklären. Und zwar motiviert das Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die Geschäftsmänner mit einem Erwerbszuschuss.

Sollten Sie Business Angels also mindestens 10.000 Euro bereitstellen, können die Business Angels 20 Prozent ihres investierten Kapitals steuerfrei zurückerhalten. Dies stellt also eine Win-Win-Situation für alle beteiligten Parteien dar: Die Existenzgründer, die Investoren und den deutschen Staat.

4) Fazit

Auch wenn Sie über nicht ausreichend Kapital verfügen, um Ihren Traum der Selbstständigkeit in die Realität umzusetzen, gibt es genügend Möglichkeiten, um sein Vorhaben durch Fremdkapital zu finanzieren. Informieren Sie sich gründlich und wählen Sie die optimale Lösung für Ihr Unternehmen aus.

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