Generation X, Y, Z: Was bedeutet das für Sie als Unternehmer?

04.04.2019 19:00 | Diverse Themen - Trends

Generation Y

Ihr Ruf eilt der Generation Y voraus: Freizeitoptimierer, Weicheier, Feedbacksüchtige, wenig loyal, unambitioniert, karrierefaul, internetsüchtig, verwöhnt. Der Generation Y geht es um Freiheit und Individualität. Darum, dass der Mensch im Mittelpunkt steht.

Die Rahmenbedingungen der Y-Generation – tendenziell ab 1980 geboren - sind wahrlich optimal: Sie sind die reichste Generation nach dem 2. Weltkrieg, keine Generation vorher hatte häufiger einen höheren Schulabschluss, studiert und im Ausland gelebt. Diese Generation ist leistungsorientiert und bereit, sich für das Unternehmen (auf Zeit) einzusetzen.

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Generation Y – eine kurze Definition

Die am Arbeitsmarkt angekommene Generation Y setzt sich aktuell aus Auszubildenden, Studierenden sowie jungen Fachkräften mit ersten Arbeitserfahrungen zusammen. Die junge Generation ist zu 75 Prozent unverheiratet. Unter zehn Prozent haben bereits Kinder.

Die Bezeichnung Generation Y wurde ursprünglich von Generation „why“ abgeleitet, da sie dafür bekannt ist, das Selbstverständliche zu hinterfragen. Sich individuell von seiner Umwelt abzuheben und anders zu sein, ist ein weiteres zentrales Merkmal.

Der Anspruch dieser Generation ist von Fragen geprägt:

  • Was bekomme ich heute, morgen, nächsten Monat, nächstes Jahr?
  • Passt die Arbeit/das Unternehmen zu meiner Lebensphase?
  • Erwartet mich ein strukturiertes Onboarding-Programm?
  • Das Recht zum Hinterfragen: Sinn von Regeln?
  • Erfüllt die Arbeit? Ist sie sinnstiftend? Macht sie Spaß?
  • Hat das Unternehmen ein positives Image?
  • Ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet?

Die Generation Y stellt den Arbeitsmarkt „auf den Kopf“ und macht zudem neben dem derzeitig starken Arbeitnehmermarkt das Unternehmen zum „Bewerber“. Das Erfolgsrezept ist, mit spannenden Aufgaben aufzutreten, ohne zu hohe oder erst recht falsche Erwartungen zu wecken.

Was macht ein Unternehmen attraktiv für einen Y-Kandidaten? Wenn der neue Arbeitnehmer seine Arbeitsumgebung individuell gestalten kann, wenn er die Teamzusammenstellung mitbestimmen darf. Wenn er den Wechsel von Voll- in Teilzeit ohne Statusverlust vollziehen kann und dies kulturell akzeptiert wird.

Die Führung des Yers ist die Herausforderung für den Vorgesetzten und das Unternehmen: Den Ypsilonern eine inspirierende Führungspersönlichkeit und gleichzeitig ein praktisch orientierter Manager zu sein! Der ideale Führungsstil für die Generation Y ist offen, kommunikativ, loyal, authentisch, glaubwürdig, flexibel und lässt Freiräume zu. Um kulturell attraktiv zu sein, sollte das Unternehmen ein starkes soziales Engagement in der Gesellschaft zeigen, soziale Verantwortung vor ökonomischen Erfolg setzen.

Das Unternehmen sollte in seinem Leitbild Werte festschreiben, die explizit auf die Y-Generation zutreffen: Sinnhaftigkeit, Selbstverwirklichung, Selbstorganisation.

Berufsbezogene Werte der Generation Y

Motivation äußert sich unter anderem in beruflichen Werten, also den Dingen oder Zuständen, die man durch berufliche Arbeit zu erreichen hofft. Hierzu zählen zum Beispiel Ansehen, Unabhängigkeit, Sicherheit oder interessante Arbeitsinhalte. Berufliche Werte haben direkten Einfluss auf die Auswahl von Arbeitgebern sowie auf berufliche Einstellungen, Entscheidungen und Handlungen.

Somit ist das Verständnis dieser Werte einer Generation enorm wichtig, um Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätze ideal zu gestalten und somit potenzielle Mitarbeitende zu rekrutieren, zu motivieren und an das Unternehmen zu binden.

Privates wird zunehmend wichtiger

Der Generation Y ist die Arbeit wichtig. Sie ist in etwa gleichbedeutend wie Freunde und Familie – und sogar wichtiger als Freizeit. Die Arbeit an sich hat aber für die Generation Y dennoch nicht absolute Priorität, wie es früher einmal der Fall war. Heute soll Arbeit und Privatleben in einer Balance zu einander stehen.

Auch Familiengründung ist für die Generation Y von hoher Bedeutsamkeit, was nicht zu unterschätzen ist. Familienfreundlichkeit in Unternehmen und die Umsetzung entsprechender Arbeitsbedingungen ist folglich ein Must-have, um den Angestellten ein ausgeglichenes Familienleben zu ermöglichen.

Vorbilder wie Mütter und Väter in Führungspositionen spielen hier eine besonders wichtige Rolle. Aufgrund der zunehmenden Wichtigkeit privater Lebensbereiche sollte ein zielgruppenorientiertes Personalmanagement die Bedeutung von Arbeit für Freizeit und Familie den Führungsverantwortlichen bewusst sein, um die Karrieren der jungen Mitarbeiter effektiv mitgestalten zu können.

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Forderung nach selbstbestimmter Arbeitszeit

Mit der Forderung nach einer stärkeren Vereinbarkeit des Privat- und Berufslebens geht auch der Wunsch nach flexiblen und selbstbestimmten Arbeitszeiten einher. Generell strebt die Generation Y nach mehr Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit.

Gleichermaßen wichtig ist der Generation Y, dass ihre Arbeitsleistung an Ergebnissen und nicht an Arbeitsstunden und der Präsenz am Arbeitsplatz gemessen wird. Dem Bedarf nach mehr Work-Life-Integration können Vorgesetzte folglich durch einen Fokus auf Resultate anstelle von Arbeitsstunden gerecht werden.

Zudem sollten Angestellten vermehrt Teilzeitarbeit, Homeoffice, Gleitzeit und Sabbaticals angeboten werden. Ein hoher Grad an frei und individuell einzuteilender Arbeitszeit motiviert junge Arbeitnehmende deutlich stärker als streng geforderter Präsentismus. Auch Angebote wie ein Wäscheservice, Fitnesscenter und eine Cafeteria können die Balance von Arbeit und Privatleben erleichtern.

Geld und Prestige

Häufig ist zu hören, dass extrinsische Motivatoren wie Geld und Prestige für die Generation Y nicht wichtig seien und statt dessen Dinge wie Freiheit und Privatleben klar dominierten. Empirische Studien widerlegten dies mehrfach und bestätigten: In jeder Generation sind jungen Personen extrinsische Motivatoren wichtiger als älteren Personen.

Trotz der Relevanz extrinsischer Motivatoren haben Geld und Prestige weniger Gewicht als berufliche Selbstbestimmung, Arbeitsplatzsicherheit und gute soziale Beziehungen bei der Arbeit. Hier gilt es, für Transparenz und Ergebnisgebundenheit in den Vergütungs- und Karrieresystemen zu sorgen. Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, Leistung angemessen und unmittelbar zu belohnen.

Die Bedeutung von Spaß

Studien widersprechen der häufig getätigten Annahme, dass für die Generation Y Spaß bei der Arbeit extrem wichtig sei. Die Generation Y wertschätzt dies sogar weniger als ältere Generationen. Zahlreiche Forschungsbefunde zeigen aber, dass im Allgemeinen intrinsische Motivatoren über Generationen hinweg die absolut gesehen wichtigste Arbeitsmotivation darstellen.

Sinnstiftende, verantwortungsvolle und anforderungsvielfältige Aufgaben sind hier einige der Schlüsselkomponenten zur positiven Auswirkung auf die Arbeitseinstellung. Neben einem angemessenen Gehalt zählen hier vor allem Weiterentwicklungsmöglichkeiten, wobei die Unternehmen aktiv in die Karriereentwicklung der Angestellten investieren.

Im Hinblick auf den zunehmenden Fachkräftemangel ist es wichtig, dass die Angestellten ihre Talente über entwicklungsfördernde Maßnahmen effektiv entfalten können. Daraus kann gefolgert werden, dass Jugendlichen intrinsische Motivatoren sehr wichtig sind. Allerdings nicht unbedingt wichtiger als den älteren Generationen. Mangelt es an interessanten und herausfordernden Arbeitsinhalten, haben auch ausgeklügelte Vergütungs- und Beförderungssysteme nur begrenzte Wirkung für die Bindung junger Talente.

Positives Betriebsklima wird geschätzt

Die Mehrheit der Generation Y erachtet das Betriebsklima als wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Arbeitgebers. Geschätzt wird eine Arbeitsumgebung, die Teamwork und Gemeinschaft fördert, sowie jedem einzelnen Respekt und Vertrauen in seine Arbeitskraft entgegenbringt.

Partnerschaftliche Führung gewünscht

Bei der Personalführung wird das Senioritätsprinzip von der Generation Y kaum noch als Autoritätsanspruch akzeptiert. Auch eine autoritäre Führung wird weniger anerkannt. Im Vordergrund steht dagegen die gegenseitige Wertschätzung sowie ein flexibler und individuell auf die einzelnen Personen abgestimmter Führungsstil. Eine transparente Kommunikation ist dafür Voraussetzung.

Die Generation Y fordert neben Transparenz und Objektivität, dass sie in zu treffende Entscheidungen einbezogen wird, dass Lob offen ausgesprochen wird und sie die Übernahme von Verantwortung angeboten bekommt. Durch die aktive Partizipation, wird das Bedürfnis nach Mitdenken, Mitwissen und Mitentscheiden zufriedengestellt.

Wie wir feststellen können, stellt die Generation Y ganz andere Ansprüche an ihren Arbeitgeber, als die Arbeitnehmer aus den Generationen davor. Um langfristig Talente an sich binden zu können, ist es wichtig, ein Verständnis hinsichtlich ihrer Präferenzen und Erwartungen an ihren Arbeitgeber zu entwickeln.

Besonders als neu gegründetes Franchise-Unternehmen haben Sie hier Gestaltungsfreiheit und können durch attraktive Arbeitsbedingungen und den Aufbau einer inspirierenden Unternehmenskultur den Talenten eine langfristige Perspektive bieten.

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