Götz Werner: selbstständig & erfolgreich – Der dm Gründer unter der Lupe

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götz werner unter der lupe

Der deutsche Einzelhandel boomt. Jährlich werden mit dieser Industrie rund 500 Milliarden Euro eingenommen, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass die Lebensmittelindustrie ein Teilbereich des Einzelhandels ist und schon allein ca. 200 Milliarden Euro einnimmt. Außer der Lebensmittelindustrie zählen jedoch auch Autohäuser, Optiker, Bekleidungsgeschäfte, Baumärkte, Buchhandlungen und Drogerien zum Einzelhandel.

Das so fremd klingende Wort Drogerien bezeichnet Geschäfte, die Kosmetik und Produkte zur Pflege von Körper und Gesundheit verkaufen. In unserer heutigen Zeit gewinnen diese Artikel immer mehr an Bedeutung, denn der erste Eindruck zählt ja bekanntermaßen am meisten. Dementsprechend können uns 13,8 Milliarden Euro, die für Körperpflegeprodukte, 3,1 Milliarden Euro, die zur Verschönerung der Haare und 3,195 Millionen Euro, die für Artikel ausgegeben werden, die auf Haut und Gesicht aufgetragen werden, nicht mehr überraschen. Die Zahl der Unternehmen, die sich der Drogeriebranche gewidmet haben ist zwar rückläufig, dennoch gibt es drei große Unternehmen, die sich ihren Platz auf dem deutschen Wirtschaftsmarkt unbestreitbar gesichert haben. Die Dirk Rossmann GmbH, die Müller Ltd. und natürlich der deutsche Marktführer dm-drogerie markt GmbH + Co. KG. Das Unternehmen dm-drogerie markt GmbH + Co.KG, das 1973 von Prof. Götz W. Werner gegründet wurde, ist das bekannteste und erfolgreichste Unternehmen Deutschlands, das sich auf den Vertrieb von Kosmetika und Pflegeprodukte spezialisiert hat. Der Erfolg lässt sich auch nicht nur durch die große Bekanntheit von dm zweifelsfrei beweisen, sondern auch durch Zahlen und Fakten:

  • Seit der Eröffnung 1973 in Karlsruhe schaffte es der Gründer Götz Werner, sein Unternehmen in 13 europäische Länder expandieren zu lassen, die insgesamt über mehr als 3.500 Niederlassungen verfügen.
  • Dm ist in Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Bulgarien und Nord-Mazedonien vertreten.
  • Der Drogeriemarkt ist Arbeitsplatz und Einkommensgarant für ungefähr 61.700 Menschen. In Deutschland gib das Unternehmen rund 41.300 Deutschen eine Arbeit und stellt damit seine wirtschaftliche Macht unter Beweis.
  • Das Unternehmen ist beständig in der Lage seinen Umsatz vom vorher zu überbieten und stellt damit unter Beweis, dass sich das Unternehmen die marktführende Position nicht umsonst verdient hat. Im Geschäftsjahr verzeichnete dm einen Umsatz von mehr als 8,1 Milliarden Euro im Deutschland und es schaffte es dadurch, seinen Rekord vom letzten Jahr um 3,2 Prozent zu brechen.
  • Der Umsatz der anderen europäischen Länder liegt bei 10,7 Milliarden Euro.
  • In den letzten drei Jahren konnte dm seine Betriebe innerhalb Deutschlands von 1.856 Filialen auf 1.977 Standorte erweitern. Im europäischen Ausland expandierte das Unternehmen von 3.404 Betriebe auf 3.623 Standorte.
  • Laut Kundenbefragung gilt dm als beliebteste Drogeriekette Deutschlands. Die Befragten wählten mit 54,6 % der Stimmen das berühmte Unternehmen.

Der berufliche Werdegang des dm-Gründers

Prof. Götz W. Werner wurde am 5. Februar 1944 in Heidelberg geboren. Er wuchs im Drogeriegeschäft seiner Eltern auf, in welchem er schon früh in Kontakt mit allen möglichen Hautprodukten und Haartinkturen kam. Geprägt von diesen Erfahrungen, beschloss Werner es seinem Vater gleichzutun und den Beruf des Drogisten zu erlernen. Diese Entscheidung hing auch vor allem damit zusammen, dass Götz W. Werner nicht der fleißigste und strebsamste Schüler war und seine Noten dementsprechend schlecht ausfielen. Schließlich schloss er seine Ausbildung an der Handelsschule Konstanz ab und sammelte anschließend Berufserfahrung in mehreren Unternehmen.

Ab 1968 unterstützte er seine Eltern im heimischen Betrieb, merkte jedoch schon bald, dass er zu Größerem berufen war. Deswegen ließ er sich im folgenden Jahr bei einer Großdrogerie in Karlsruhe einstellen und versuchte, die Geschäftsleitung dazu zu bewegen, dass Prinzip eines Discounters anzuwenden. Als er bei seinem Arbeitgeber jedoch auf taube Ohren stieß, zögerte Werner nicht lange und machte sich selbstständig. Die erste dm-Filiale wurde eröffnet. Wer sich nun fragt, für was denn eigentlich das Kürzel dm steht, wird überrascht sein, wie leicht die Antwort ist: Drogeriemarkt. Der ersten Filiale folgten schon ziemlich bald weitere und 1976 expandierte Götz Werner mit seiner Marke bereits nach Österreich. Zwei Jahre später knackte der dm-Gründer bereits die 100-Filialen-Grenze und zeigte damit allen Kritikern und Zweiflern, dass sein Konzept sehr wohl aufging und darüber hinaus sogar noch ausgesprochen erfolgreich war. Heute zieht sich das dm-Netzwerk über 13 Länder Europas und umfasst mehr als 3.500 Standorte.

Die Wurzel des beruflichen Erfolgs

Wie schon zuvor erwähnt, baute Götz Werner sein Imperium auf dem Discounter-Prinzip auf. Unter diesem Begriff versteht man Unternehmen, die im Bereich des Einzelhandels tätig sind und sich durch reduziertes Sortiment auszeichnen. Statt also Produkte von unterschiedlichen Marken anzubieten, beschränkt sich ein Discounter auf eine kleine Auswahl und bietet jedoch trotzdem alles Nötige an. Die Niederlassungen sind im Vergleich meist deutlich kleiner, wodurch an Personal gespart werden kann. Die Kundschaft wird nun nicht mehr bedient, sondern kann sich ihre Artikel selbst nehmen und wird zusätzlich noch durch niedrige Preise und hohe Rabatte gelockt.

Auch wenn das Discounter-Prinzip schon existierte, wurde es bis dahin hauptsächlich von Lebensmittelgeschäften umgesetzt. Werner sah jedoch das Potenzial dieses Konzepts auch für einen Drogeriemarkt und übernahm dies für sein Unternehmen. Das Wichtigste war lediglich, dass dies von jemandem in die Hand genommen wurde, der sowohl über berufliche Erfahrung und Wissen verfügte, als auch ein ausgezeichnetes Marktgespür hatte. Und genau diese Eigenschaften treffen auf den dm-Gründer zu, weswegen er der Richtige war, um diese Idee erfolgreich in die Tat umzusetzen.

Doch auch wenn Götz Werner ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann ist und als einer der wenigen Milliardäre Deutschlands gilt, verfolgte er niemals einen autoritären, kontrollierenden Führungsstil. Die einzelnen Standorte von dm haben ein großes Mitspracherecht und müssen nur wenig Vorgaben befolgen. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen können die Standorte ihr Sortiment selbst bestimmen und auch großen Einfluss auf die Gehälter nehmen. Dies ist zum einen strategisch außergewöhnlich klug, da ein Unternehmen, das sich an so vielen Orten in Europa befindet, nicht überall zu 100 % den Geschmack der Kunden treffen kann. Deswegen ist es von Vorteil, wenn die Filialen regionale Anpassungen vornehmen, um die Bedürfnisse und Vorlieben der Kundschaft zu treffen. So sind diese zufriedener und das Unternehmen generiert mehr Umsatz.
Weiterhin geht es Prof. Götz W. Werner in erster Linie um den Menschen. Das bezieht sich natürlich auf die Kundschaft, denn bekanntlich ist der Kunde ja der König, jedoch genauso auch auf Geschäftspartner, Lieferanten und Mitarbeiter. Deswegen verabscheut der dm-Gründer Hierarchien und Ränge und setzt stattdessen viel mehr auf Gleichheit und Brüderlichkeit – ganz den Schlagworten der Französischen Revolution folgend. Die Angestellten bei dm sollen ihre Wünsche und Probleme offen kommunizieren und das Unternehmen hat auch immer ein offenes Ohr für Verbesserungsvorschläge. Denn auch wenn dm sich ein ausgezeichnetes Konzept erarbeitet hat, das seit vielen Jahrzehnten auf großen Anklang stößt, weiß der Gründer, dass man mit der heutigen Zeit gehen muss. Modernisierungen, Innovation und Erneuerungen sind aus diesem Grund ein ständiger Wegbegleiter des Unternehmens.

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Diesen besonderen Stil, der in den Niederlassungen von dm gepflegt wird, nennt man Dialogische Führung. Der Angestellte wird als Mensch und nicht als Arbeiter wahrgenommen. Und diese Philosophie legt viel Wert darauf, dass den Menschen viel Raum zur persönlichen Entwicklung gegeben wird. Vertrauen, Kommunikation und Kreativität stehen dabei an erster Stelle. Ganz diesem Leitbild folgend läuft auch die Ausbildung bei dm ab. Neben dem klassischen Aufbau müssen die Auszubildenden zwei Mal einen achttägigen Theaterworkshop absolvieren. Im Zuge dieser Projekte werden Teambuildingmaßnahmen durchgeführt, aber auch das Gespür der Teilnehmer für die anderen Mitmenschen geschult. Die Auszubildenden sollen empathischer, einfühlsamer und aufmerksamer werden und lernen, sich in die Gefühle und Gedanken von anderen Menschen hineinversetzen zu können. Dadurch sind die zukünftigen Angestellten des Unternehmens in der Lage, mit schwierigen Situationen umzugehen und diese zu entschärfen. Außerdem nehmen sie auch etwas mit, das sie in ihrem Privatleben anwenden können. Richtiges Handeln ist in sämtlichen Lebenslagen wichtig und stellt eine außerordentlich wichtige Fähigkeit dar.

Die soziale Rolle des Prof. Götz W. Werner

Der dm-Gründer ist nicht jemand, der nur große Reden schwingt, sondern er setzt seine Worte auch tatsächlich in die Tat um. Seit 2005 kämpft Werner für das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland. Seiner Meinung nach, sollte jeder Bürger Anspruch auf einen vom Staat ausgezahlten Grundbetrag haben. Dieser soll unabhängig vom Alter, Beschäftigungsverhältnisses und Gesundheitszustand sein. Um diese Ausgaben wieder auszugleichen, sollen die Steuer- und Transfersysteme angehoben werden. Werner findet den Gedanken abstoßend, dass man in unserer Gesellschaft Arbeiten muss, um ein Einkommen zu haben. Vielmehr sollte der Arbeitsmarkt dementsprechend abgeändert werden, sodass das Einkommen an die Teilnahme an der Gesellschaft gekoppelt ist.

In seinem Unternehmen werden vor allem Eigenmarken wie Balea, Denkmit oder dmBio verkauft. Diese zeichnen sich hauptsächlich dadurch aus, dass sie im Sinne der Gesellschaft und Umwelt kreiert werden. Zur Herstellung der Produkte werden nachhaltig angebaute Zutaten verwendet und es wird natürlich auf Tierversuche verzichtet. Des Weiteren setzt sich das Unternehmen seit 2019 zusammen mit Rossmann und Globus dafür ein, die Welt auf die Wichtigkeit des Recyclings aufmerksam zu machen.

Der Erfolg des Unternehmens basiert vor allem auf der Kompetenz des Gründers. Viel wichtiger ist jedoch, dass Prof. Götz W. Werner ein guter Mensch ist, dem es in erster Linie um das Wohl der Menschen geht. Im Zuge dessen wurde Werner 2003 mit dem Fairness-Preis der Frankfurter Fairness-Stiftung ausgezeichnet und bekam 2008 das Bundesverdienstkreuz.

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