Götz Werner: selbstständig & erfolgreich – Der dm Gründer unter der Lupe

22.09.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

götz werner unter der lupe

In seinem Leben spielt das Franchising weiter keine große Rolle, zumindest im eigenen Betrieb nicht. Es war in den 1970er Jahren, als eine Idee entstand, die inzwischen zur Gründung von dreieinhalbtausend Filialen geführt hat, in denen bald 60.000 Mitarbeiter tätig sind. Der Drogeriemarkt, dessen Kürzel an die seinerzeit gebräuchliche Währung erinnert, belegt dauerhaft europaweit den ersten Platz. Warum das so ist, soll im Folgenden ein wenig näher erläutert werden.

Götz Werner ist jemand, der sich nicht bremsen ließ

Ein rentenfähiges Arbeitsleben steht zwischen dem Beginn und heute, doch darauf ist einer, der vieles bewegt hat, kaum angewiesen, ebenso wie auch mancher Franchisenehmer nicht. Dabei stand das Abenteuer am Anfang noch auf wackeligen Füßen, sorgte allerdings sogleich für einen furiosen Auftakt. Schon drei Jahre nach dem Startschuss reichten die Landesgrenzen zum Expandieren nicht mehr aus, man überwand die Einfriedung Österreichs. Doch auch dabei sollte es nicht lange bleiben; China lag damals zwar noch in weiter Ferne, mittlerweile aber hat sich das geändert. Eine bahnbrechende Idee war partout nicht aufzuhalten, vor allem auch deswegen, weil im Innern alles stimmte.

Wellness für Kunden und Mitarbeiter: Götz Werner

Götz Werner hätte insofern einen beliebten Franchisegeber darstellen können, als der Verantwortlichkeit von Mitarbeitenden nach wie vor ein großer Spielraum eingeräumt wird. Das Modell der Mitbestimmung funktioniert, und trotz oder gerade wegen der Größe des Unternehmens herrscht eine flache Hierarchie. Entscheidend dafür ist ein Arbeitsklima, das dem Profitstreben untergeordnet wurde und vielleicht auch deshalb dazu führte. Wer sich wohlfühlt im Betrieb, der arbeitet gern dafür, und das macht sich bezahlt. Daran könnten sich durchaus noch einige ein Beispiel nehmen, wenn auch Vergangenes nicht immer leicht reproduzierbar ist.

Der Unternehmer als staatstragendes Element

Was für ein Mann ist das, der seinen Unternehmenszweck nicht auf dem Rücken anderer austrägt, sondern für dessen Stärkung sorgt? Noch vor Beendigung des Zweiten Weltkriegs geboren setzte er sich stets für die Weiterentwicklung auf übergeordneter Ebene ein und machte auch vor der Forderung auf ein Grundeinkommen ohne Bedingungen nicht Halt. Von Haus aus war ihm das Geschäft und damit auch dessen Defizite quasi in die Wiege gelegt, der Jüngste muss sich ja den älteren Geschwistern gegenüber auf eine bislang noch ungekannte Art und Weise profilieren. Warum nur, fragte er sich eines Tages, soll man seine Kunden länger umständlich bedienen, wenn sie doch wissen, was sie wollen?

Einen Ausgleich schaffen, der die verfügbaren Energien frei fließen lässt

Umso akribischer ist es in Erfahrung zu bringen. Statt verschenkter Proben für einige unerschwinglicher Präparate durfte es zunehmend günstiges Praktisches sein, wobei man sich nicht allzu lange auf die Zuverlässigkeit von Lieferanten verließ. Selbstgemachtes kann durchaus besser sein als alles, was der Markt zu bieten hat, wenn man ihn gründlich zu studieren und eigene Konsequenzen daraus zu ziehen weiß. Gelegenheit zur Reflexion darüber findet jemand, der unablässig arbeitet, auch beim Betreiben eines durchaus nicht vom Ehrgeiz befreiten Hobbys. Wer nebenbei noch zum Jugendmeister im Doppelzweier avancieren kann, dem wird ein aufgestülptes Korsett bald zu eng.

Wenn alles zu sehr einschränkt, muss man sich davon befreien

Götz Werner lernte von der Pike auf zunächst im elterlichen Geschäft, wo es ihn jedoch nicht lange hielt. Er fühlte sich zu Größerem berufen und propagierte bald den Trend zu eher Bezahlbarem, jedoch nicht losgelöst von kompetenter, aber unkomplizierter Beratung. Umsetzen ließ sich dieses Konzept allerdings erst durch den Sprung in die Selbstständigkeit. Dabei konnte Götz Werner sich sowohl auf die Früchte gepflegten Sportsgeists verlassen wie auch auf den Zusammenhalt in der Familie. Dabei hat es gezeigt, dass ein zunehmend den Lebensmittelhandel prägendes Prinzip auf den Bereich der Körperpflege übertragbar war. Sehr entgegen kam dessen Umsetzung die aufgehobene Preisbindung.

Keine Filiale gleicht der anderen bis aufs einzelne Detail

Dieser umfassende Schritt hatte allerdings auch unangenehme Folgen dergestalt, dass ein dadurch erforderlich werdender Verwaltungsaufwand kaum noch zu stemmen war. Und so kam es, dass Filialleiter mit wachsender Begeisterung in ihrem eigenen Reich regieren durften, wo sie neben der Auswahl des besonderen Sortiments auch die Höhe von Gehältern selbst festlegen konnten. Es hat sich bewährt, die Geschicke der Agierenden vor Ort nicht länger zentral lenken zu wollen und stattdessen auf deren Kreativität zu vertrauen. Das liegt einem ausgemachten Anthroposophen förmlich im Blut, nur müssen die äußeren Umstände dem auch entgegenkommen.

Nicht immer nur eindimensional geradeaus fahren

Voraussetzung dafür sind neben einer generellen Offenheit lohnenden Ansätzen gegenüber undogmatische Ausbildungswege derer, die nach bester Waldorf-Tradition weniger belehrt werden als vielmehr ihre Lernfähigkeit ausprägen sollen. Dafür müssen sie unter anderem nicht nur einen Theater-Workshop vielversprechend absolvieren. Das bereitet auf die Bewältigung von Konflikten vor und auch darauf, urplötzlich auftretende Zeichen richtig zu deuten. Gesellschaftliches Engagement kann da nicht lange ausbleiben, vor allem wenn der Chef mit leuchtendem Beispiel vorangeht.

Einzigartiges lässt sich nicht kopieren

Was dm kann, lässt sich so leicht nicht imitieren, doch es gibt Alternativen dazu. Schauen Sie sich beispielsweise mal bei Yves Rocher, Guinot und L’Occitane en Provence um. Versuchen Sie, Parallelen zu finden oder Unterschiede aufzuzeigen. Jedes System braucht Kohärenz, um bestehen zu können, nicht überall ist sie gleichermaßen ausgeformt. Es gilt immer, eigene Akzente zu finden und ihnen beharrlich zu folgen. Wenn jedoch eine Entwicklung eintritt, die damit nicht mehr in Einklang zu bringen ist, wird es möglicherweise Zeit für einen radikalen Wandel.

Selbst gewählte Wege gehen

Was dem Körper gut tut, das kann auch von der Sonne kommen, Ergebnis langjähriger Forschung sein oder in ausgewählter Kleidung bestehen, die ihm nicht schadet. Setzen Sie Ihre Prioritäten, wenn Sie sich selbstständig machen wollen, folgen Sie berühmten Vorbildern oder entdecken Ihren eigenen Stil. Vorgefertigtes hat den Vorteil, dass man es nicht erst auf den Prüfstand stellen muss, sehr wohl aber modifizieren kann.

Orientierung

Meinen Sie nicht, Sie müssten das Rad neu erfinden, wenn Sie nach dem geeigneten Mittel der Fortbewegung suchen. Wichtig ist, dass es zu Ihnen passt, und um das herauszufinden, gibt es eine Menge Möglichkeiten. Hören Sie ruhig auf Ihren Bauch, wenn Ihr Verstand Sie darüber im Zweifel lässt. Ohne ein Streben nach Harmonie lassen auch Steine sich nur widerwillig auftürmen.

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