Taco Bell Gründer Glen Bell im wöchentlichen Unternehmerportrait

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gründer glen bell

Wer an große, amerikanische Fast-Food-Ketten denkt, hat natürlich sofort Namen wie McDonald’s, Burger King oder Subway im Kopf. Doch auch Taco Bell hat sich zu einer wirtschaftlichen Größe entwickelt, welche durchaus nicht zu unterschätzen ist. Was das Unternehmen so besonders macht und wer für dessen Gründung und Erfolg verantwortlich ist, wollen wir Ihnen im folgenden Artikel näherbringen.

1) Die ersten Jahre des Glen Bell

Der Erfinder der Fast-Food-Kette Taco Bell ist Glen Bell. Dieser erblickte am 23. September 1923 in Long Beach das Licht der Welt. Er wuchs in äußerst ärmlichen Verhältnissen auf und musste schon in jungen Jahren seiner Familie helfen, Geld zu verdienen.

So war es von Kindesbeinen an Glenns Aufgabe, Kartoffeln und Erdbeeren zu pflanzen, aufzuziehen, zu ernten und im Anschluss daran zu verkaufen. Es war eine schwere und anstrengende Arbeit, die ihn lehrte, dass man für Geld hart arbeiten musste und im Leben leider nichts geschenkt bekommt. Trotzdem schämte sich Glen Bell niemals für seine Lebensumstände und seine Herkunft, sondern war stattdessen eher stolz darauf, was er in so jungen Jahren schon erreicht hatte.

Auch wenn er seiner Familie beständig unter die Arme greifen musste, schaffte Bell es trotzdem seine High School abzuschließen. Gleichzeitig bemerkte er jedoch recht schnell, dass dieser Abschluss ihm nicht wirklich viel bedeutete. Denn im Gegensatz zu seinen Klassenkameraden wollte er nicht in die Wirtschaft, oder an der Börse Erfolg verzeichnen.

Seine Leidenschaft war das Kochen und es bereitete ihm Spaß, seiner Familie und seinen Freunden eine Freude mit leckerem, selbst gemachten Essen zu bereiten. Aus diesem Grund beschloss er im Jahr 1941, dass er sein Studium erst einmal auf Eis legen würde und stattdessen seiner Großtante Mary aushelfen würde, die eine kleine Bäckerei in Washington besaß.

In ihm wuchs der Traum heran, eines Tages einen kleinen Imbiss zu besitzen, doch bevor er seine Pläne in die Tat umsetzen konnte, musste Glen Bell zunächst der Marine beitreten, um im Zweiten Weltkrieg zu dienen. Doch selbst dort fand er einen Weg, um seinen Interessen nachzukommen und war in der Militärküche beschäftigt.

2) Die Anfänge von Taco Bell

Nach dem Krieg boomte die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika. Denn Europa musste sich zunächst einmal wieder neu aufbauen und strukturieren und die USA hatte in den Kriegsjahren einen Weg gefunden, sich selbst zu versorgen und somit die nationale Wirtschaft anzukurbeln. Als Glen Bell also endlich nach Kalifornien zurückkehren konnte, spürte er, dass die Zeit reif war, um ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Die Chancen auf dem Wirtschaftsmarkt standen besser als jemals zuvor und auch er selbst war bereit und voller Tatendrang. Doch so gerne er auch seinen Vorteil aus der aktuellen Lage und Situation ziehen wollte, er wusste, dass ihm die zündende Idee für ein Start-up noch fehlte. Diese Idee kam ihm tatsächlich durch die McDonald Brüder.

Diese hatten nämlich den Drive-in für Autos eingeführt, wodurch Autofahrer nun nicht mehr ins Restaurant gehen mussten, um zu essen, sondern bequem vom Auto aus bestellen konnten. Inspiriert von diesem Konzept wollte Glen Bell etwas Ähnliches anbieten. Doch sein Service sollte sich nicht nur auf Autofahrer beschränken, sondern auch Menschen ohne Auto sollten sich ihr Essen im Restaurant abholen können.

Damals klangen seine Pläne zu einfach, um funktionieren zu können, doch gerade diese Simplizität war der Schlüssel zum Erfolg. Das Geschäftskonzept war also geboren, nun musste es nur noch in die Tat umgesetzt werden. Das einzige Problem war, dass Glen Bell über keinerlei Rücklagen und Kapital verfügte.

Da er jedoch von seiner Idee fest überzeugt war und nicht so schnell aufgeben wollte, fand er eine Lösung: Er verkaufte den Gefrierschrank seiner Schwester und gründete sein Unternehmen „Bell‘s Burger“. Natürlich war diese zunächst verstimmt und glaubte nicht an den Erfolg seines Vorhabens. Als sie jedoch sah, mit welcher Motivation und Bestimmtheit ihr Bruder seinen kleinen Imbiss aufbaute, hätte sie nicht stolzer sein können.

3) Die Taco Revolution

Natürlich blieb es den McDonald Brüdern nicht verborgen, dass Glen Bell ihr Restaurant als Vorbild für sein eigenes Geschäftskonzept herangezogen hatte. Doch es bildete sich keine Feindschaft heraus, sondern eher ein freundlicher Wettkampf, der beide Parteien zu Höchstleistungen anspornte.

Sie prägten somit gemeinsam das Wachstum des Fast Foods und schauten sich im Laufe der Jahre den ein oder anderen Trick und Kniff vom Konkurrenten ab. In den 1950er Jahren stiegen jedoch immer mehr Unternehmen in das Business mit ein und verkauften gute Burger zu günstigen Preisen.

Glen Bell wusste, dass es nun an der Zeit war, sein Unternehmen weiterzuentwickeln. Denn wer nicht an der Modernisierung seines Unternehmens arbeitet, wird bei einem solchen Überangebot schnell stagnierende Verkaufszahlen verzeichnen und schnell Geschichte sein. Aus diesem Grund orientierte sich Glen Bell schließlich um und spezialisierte sich von nun an auf Tacos.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren Tacos eher dafür bekannt in traditionellen, mexikanischen Restaurants serviert zu werden. Und im Gegensatz zu Burgern glaubte man nicht daran, diese schnell und preiswert herstellen zu können.

Glen Bell ließ sich jedoch von den Kritikern nicht entmutigen, sondern kreierte stattdessen die harten Tacos, die heutzutage auf der ganzen Welt bekannt und berühmt sind. Dadurch war es ihm möglich, diese in großen Mengen herzustellen und gleichzeitig konnten sie ganz einfach und schnell auf der Hand verzehrt werden.

Wie genial dieser Einfall war, zeigte sich, als die Tacos schnell beliebter waren als die Burger. 1954 war es dann schließlich soweit und die erste Filiale öffnete, in welcher ausschließlich mexikanisches Fast Food verkauft wurde. Der Betrieb lief damals noch unter dem Namen Taco Tia und gab schon im ersten Monat einen guten Vorgeschmack auf das, was Glen Bell in Zukunft noch erreichen würde.

Denn die Filiale verzeichnete nach nur 30 Tagen bereits einen Umsatz von 18.000 US-Dollar. Trotzdem entschloss sich der Gründer dazu, Taco Tia zu verkaufen und eröffnete stattdessen in Los Angeles El Taco, das nach dem gleichen Konzept betrieben wurde.

4) Die Geburt von Taco Bell

Man sagt zwar, alle guten Dinge sind drei, doch im Fall von Glen Bell waren es dann doch vier. Denn bei seinem vierten Anlauf hatte er den Dreh nun voll und ganz heraus, um aus einem einfachen Restaurant einen echten Kassenschlager zu machen.

So gründete er Taco Bell – eine Zusammensetzung aus seiner Leidenschaft und seinem Namen – und ließ all sein vorher gesammeltes Wissen in die Ausarbeitung des Geschäftskonzepts mit einfließen. Er perfektionierte das Innendesign, übernahm die erprobten Konzepte und setzte vor allem auf einen schnellen und guten Service.

Er eröffnete mehrere Filialen und setzte dann Mitte der 1960er Jahre auf das Franchising. Taco Bell breitete sich rasend schnell in ganz Amerika aus und war schon bald nicht mehr vom Wirtschaftsmarkt wegzudenken. Im Anschluss daran verkaufte Glen Bell sein Unternehmen an PepsiCo, um sich auf seine Familie zu konzentrieren.

Aus dem armen Jungen, der sich sein Essen selbst finanzieren musste, war in kürzester Zeit einer der reichsten Menschen Amerikas geworden! Er verbrachte sein Leben fortan damit, mit seiner Familie rund um den Globus zu reisen und ließ sich schließlich mit seiner Frau Marty und seinen Kindern in Rancho Santa Fe nieder. In den 1990er Jahren entschloss er sich dennoch dazu, Bell Gardens zu gründen.

Eine Farm, die Landwirtschaft betrieb und für die Öffentlichkeit zugänglich war. In 2010 verstarb der Gründer von Taco Bell im Alter von 87 Jahren.

5) Taco Bell heute

Auch wenn Taco Bell schon lange nicht mehr in den Händen von Glen Bell ist, leben er und seine Werte noch in der Marke weiter. Sein beständiges Bestreben nach Innovation und Modernisierung zeigte sich im Jahr 2014, als Taco Bell eine der ersten Fast-Food-Ketten war, die eine App kreierte. Durch diese können die Kunden seitdem mit nur wenigen Klicks ihr Essen bestellen und online bezahlen.

Weiterhin gelten zwar immer noch der Crunchy Beef Taco und die Nacho Cheese Doritos als absolute Verkaufsschlager, doch trotzdem hat das Unternehmen damit begonnen, vegane Alternativen in die Speisekarte mit aufzunehmen.

Somit hebt sich Taco Bell erneut von der Konkurrenz ab und beweist, dass auch vegane Gerichte schnell und preisgünstig zubereitet werden können. Durch diesen cleveren Schritt erweiterte Taco Bell zudem auch ganz geschickt seinen Kundenkreis und freut sich nun über steigende Verkaufszahlen.

Taco Bell hat sich von einem einfachen, handgebauten Burgerimbiss zu einer wirtschaftlichen Größe entwickelt, welche aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken ist. Insgesamt ist Taco auf der gesamten Welt rund 6.100 Mal vertreten und beglückt somit täglich mehrere Millionen Kunden mit den mexikanischen Leckereien.

Auch wenn Taco Bell in den letzten Jahrzehnten eine große Masse an Filialen eröffnen konnte, gibt es in Deutschland so gut wie keine Niederlassung. Die Filialen befanden sich nämlich ausschließlich in den Kasernen des amerikanischen Militärs, doch mit deren Abzug verschwand auch Taco Bell aus Deutschland. Im Moment besteht also durchaus noch die Möglichkeit als Masterfranchisenehmer für Taco Bell zu fungieren und sich sein eigenes Franchisenetzwerk in Deutschland zu eröffnen.

Denn andere Fast-Food-Ketten aus Amerika wie McDonald‘s. Burger Kind, Kentucky‘s Fried Chicken und Subway beweisen, dass in Deutschland durchaus ein Markt für die amerikanischen Unternehmen besteht. Und sind wir mal ehrlich… Welcher Deutsche könnte leckerem, mexikanischen Essen widerstehen, das schnell zubereitet wurde und sich durch einen unschlagbaren Preis auszeichnet?

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