Gründercoaching: Inwiefern macht es für Gründer und Franchisepartner Sinn?

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Ist Gründercoaching für Franchisepartner sinnvoll?

Viele Arbeitnehmer sind in ihrem Alltag und ihrer Festanstellung als Angestellte gefangen und wünschen sich eine berufliche Veränderung. Denn der Beruf wirkt sich bekanntermaßen auch auf das Privatleben und folglich auf die allgemeine Zufriedenheit aus.

Eine der Möglichkeiten, sich aus dieser Situation zu befreien, ist der Weg in die Selbstständigkeit. Hier gibt es entweder die Möglichkeit, eine Neugründung zu vollziehen oder in das etablierte System des Franchisings einzusteigen.

Wenn Sie sich zu einer Gründung mit Franchising entscheiden, sollten Sie vorher einige Aspekte durchdenken – dazu gehört auch der finanzielle Aspekt. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel eine beliebte Methode der finanziellen Unterstützung für deutsche Unternehmer vor.

Was ist das Gründercoaching?

Das Gründercoaching war eine Möglichkeit für angehende Existenzgründer, sich einen Gründercoach zu suchen und somit Existenzgründer bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Die finanzielle Unterstützung ist hierbei allerdings nicht automatisch garantiert, sobald sie eine Gründung planen.

Vielmehr ging es im Gründercoaching darum, die Unternehmer vor der tatsächlichen Gründung zu beraten und ihnen bei Fragen zur Seite zu stehen. Wenn nach der Beratung der Entschluss zur Gründung erfolgt, kann ein Coach ihnen auch bei anderen Aspekten behilflich sein, wie beispielsweise der Erstellung des Businessplans.

Der Zuschuss für das Gründercoaching erfolgte in Deutschland bis 2015 durch die KfW, ausgeschrieben „Kreditanstalt für Wiederaufbau“. Neben dem ehemaligen Zuschuss für das Gründercoaching bietet das Unternehmen auch andere finanzielle Hilfestellungen und vergibt beispielsweise Kredite an Studenten.

Seit 2016 kümmert sich das BAFA, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, um den Zuschuss für das Gründercoaching. Dieses und 3 andere bereits bestehende Programme sind fusioniert und das neue Förderprogramm trägt den Namen „Förderung unternehmerischen Know-hows“.

Somit haben sich auch die Bedingungen geändert, unter denen man diesen staatlichen Zuschuss beantragen kann. Das neue Programm fördert keine angehenden Existenzgründer mehr, die eine Gründung in Erwägung ziehen, sondern ausschließlich noch bestehende Unternehmen:

  • Jungunternehmen, die jünger als 2 Jahre sind
  • Bestandsunternehmen, dessen Gründung bereits mehr als 2 Jahre zurückliegt
  • Unternehmen in finanziellen Krisenlagen (Alter spielt keine Rolle)

Zur Bestimmung des Gründungszeitpunktes wird das Datum genommen, an dem das Unternehmen beim Gewerbeamt oder im Handelsregister eingetragen wurde.

Was sind die Voraussetzungen für den Zuschuss?

Um einen Antrag auf den Zuschuss stellen zu können, muss das Unternehmen die Kriterien der EU für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen in Deutschland erfüllen und der Sitz muss sich in Deutschland befinden. Unternehmen, die den Zuschuss wegen finanziellen Schwierigkeiten in Anspruch nehmen möchten, müssen die Kriterien für finanzielle Notsituationen gemäß EU-Richtlinien erfüllen.

Nicht berechtigt sind Unternehmer, die einem Freien Beruf nachgehen. Hierzu gehören viele Unternehmer in der Beratung, darunter beispielsweise Steuerberater, Notare und Rechtsanwälte.

Wenn einem Unternehmen ein Insolvenzverfahren droht und das Unternehmen alle Voraussetzungen dafür erfüllt, wird dieser Zuschuss ebenfalls nicht gewährt werden. Gleiches gilt für Unternehmen, die eine Verbindung zu Personen im öffentlichen Dienst oder jeglichen religiösen Institutionen haben genau wie gemeinnützige Vereine oder Stiftungen.

Unternehmen in Schwierigkeiten unterliegen noch einmal anderen Regeln: beispielsweise werden Beratungen, die auf den Erwerb oder Vertrieb von Waren oder Dienstleistungen abzielen, nicht unterstützt. Gleiches gilt für jene Beratungen, die von einem Freiberufler ausgeübt werden oder gegen moralische oder ethnische Vorstellungen verstoßen.

Achten Sie also bei der Auswahl des Coaches darauf, dass dieser die Richtlinien der Förderung unternehmerischen Know-hows erfüllt, damit Ihnen der Zuschuss auch berechtigt wird.

Wie hoch ist der Zuschuss?

Die Höhe des Zuschusses liegt je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe und der Fördersatz kann in Deutschland zwischen 50% bis hin zu 90% betragen. Der tatsächliche Anteil wird zum einen durch die Art des Unternehmens und zum anderen durch den Standort des Unternehmens beeinflusst.

Der Umfang der bezuschussten Beratung gestaltet sich auch je nach Art des Unternehmens unterschiedlich. Während es bei Bestandsunternehmen eine Begrenzung von 5 Beratungstagen pro Schwerpunkt der Beratung gibt, unterliegen Jungunternehmen dieser Richtlinie nicht. Diese können die Beratung für den maximalen Zeitraum von 6 Monaten in Anspruch genommen werden.

Wie beantrage ich den Zuschuss?

Kommen wir nun zu dem Prozedere, mit welchem sie den Zuschuss beantragen können. Jungunternehmen jünger als 2 Jahre sowie Unternehmen in Schwierigkeiten unterliegen der Pflicht, sich vorher einer Beratung zu unterziehen. Bestandsunternehmen können diesen Schritt selbst entscheiden.

Bei der Wahl des Beraters ist es wichtig, dass Sie einen Berater wählen, der auf der „Liste Regionalpartner der Leitstelle“ eigetragen ist. Zwischen diesen Beratern haben Sie freie Wahl. Nachdem die Beratung erfolgt ist, müssen Sie innerhalb von 3 Monaten den Antrag auf den Zuschuss stellen.

Hierfür hat das BAFA eine online Plattform entwickelt, welche für diese Anträge genutzt werden kann. Die Leitstelle prüft alle Unterlagen und die Richtigkeit der Kriterien und informiert Sie anschließend über das Ergebnis und die Höhe der Forderung, bevor die Unterlagen an das BAFA weitergeleitet werden, welches die endgültige Entscheidung zu einer Förderung trifft.

Wie finde ich den perfekten Berater?

Die Auswahl eines Beraters sollte bereits vor der Stellung des Antrags erfolgen, da dieser für die Bewilligung des Zuschusses gewisse Unterlagen wie seinen Lebenslauf vorweisen muss. Wichtig ist allerdings, dass Sie mit der Beratung erst nach der Bewilligung beginnen, da eine Erstattung rückwirkend nicht möglich ist.

Wie vorhin bereits erwähnt, ist es entscheidend, einen zugelassenen Berater zu wählen, der alle Kriterien der BAFA erfüllt. Der Berater kann selbstständig sein, allerdings ist es wichtig, dass sein Einkommen durch mindestens 50% von der Tätigkeit als Berater gewonnen wird.

Sie müssen nachgewiesenermaßen über die nötigen Kompetenzen verfügen und bereits vor Beratung einen Plan vorlegen, wie genau sie dem Unternehmen helfen möchten und welche Schritte die Beratung enthalten wird.

Ist dieser Zuschuss für Gründer und Franchisepartner sinnvoll?

Durch die Abschaffung des Gründercoachings haben sich die Umstände geändert. Während früher eine Beratung vor der Gründung möglich war, ist heutzutage eine Beratung nur für bereits bestehende Unternehmen möglich.

Wenn Sie Ihr Unternehmen als Franchisegeber vergrößern möchten, sollten Sie sich sicher sein, dass das Konzept Erfolge verzeichnet. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das Konzept für Franchising bereits ausgereift ist, dann kann eine bezuschusste Beratung durchaus sinnvoll sein.

Gleiches gilt, wenn Ihr Franchise als Unternehmen in Schwierigkeiten gilt. Für potenzielle Franchisenehmer kann es für die Entscheidung hilfreich sein, sich mit anderen Partnern aus dem bestehenden Franchisenetzwerk auszutauschen und somit zu entscheiden, ob ein Einstieg in das Franchiseunternehmen die richtige Wahl für Sie ist.

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