Gründungskosten: Was kommt im Franchising auf mich zu?

30.11.2018 14:30 | Ein Unternehmen gründen

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Wer ein eigenes Unternehmen gründet, der benötigt in erster Linie ausreichendes Kapital, denn für eine Existenzgründung bedarf es je nach Geschäftskonzept meist einer üppigen Investitionssumme. Dasselbe gilt für das Franchising: Auch hier ist ein entsprechender Kapitalbedarf vonnöten, damit der Traum von der Selbstständigkeit auch tatsächlich Realität werden kenn. Erfahren Sie hier, was es bei den Gründungskosten zu beachten gibt.

Ab in die Selbstständigkeit – diese Kosten kommen im Rahmen der Gründung auf Sie zu!

Bei einer Gründung kommen vor allem zu Anfang zahlreiche Kosten Sie zu. Jedoch sind diese Aufwendungen nötig, um die rechtlichen Voraussetzungen für Ihr Unternehmen zu schaffen. Die Investitionssumme einer Gründung umfasst alle Ausgaben, die zur Aufnahme einer Geschäftstätigkeit notwendig sind.

Welche Art von Investitionen gibt es bei Existenzgründungen?

Um die rechtliche Existenz eines Unternehmens aufzubauen, kommen folgende Investitionen auf Sie zu:

1. Sachinvestitionen

Die Sachinvestitionen werden auch als Anlagevermögen bezeichnet. Hierzu gehören Grundstücke, Gebäude sowie die Geschäftsausstattung mit Equipment und Geräten. Bei diesen Investitionen handelt es sich um langfristige Anlagen, die sich über den Return on Investition, den ROI, der zu Deutsch auch als Kapitalrendite bezeichnet wird, amortisieren.

2. Ausgaben für Betriebsmittel

Als Betriebsmittel gelten die Miete und Personalkosten sowie die Ausstattung des Betriebes mit einem Grundstock an Waren. Außerdem gehören Marketingmaßnahmen sowie Kosten für die Erstellung einer Website, Werbekampagnen, aber auch die Ausstattung des Unternehmens mit Briefpapier und Businesscards in den Bereich der Betriebsmittel. Die Betriebsmittel zählen zur technischen Einrichtung eines Unternehmens, sie tragen zwar nicht zur Produktion eines Produktes bei, sie wirken aber indirekt an der Herstellung mit.

3. Gründungskosten

Als Gründungskosten werden all diejenigen Kosten bezeichnet, die zur Gründung eines Unternehmens nötig sind. Hierzu gehören unter anderem Beraterkosten, Gebühren bei Behörden sowie Kosten, die bei der Gründungsvorbereitung anfallen – beispielsweise bei der Erstellung des Geschäftskonzeptes.

Was gibt es bei den Gründungskosten zu beachten?

Zu den Gründungskosten gehören die Ausgaben für Unternehmensberatungen, behördliche Gebühren, Gewerbescheine oder aber Handelsregistereinträge. Es sind sozusagen all die Kosten, die mit einer Menge Papierkram zu tun haben und rund um die Organisation der Gründung beziehungsweise der Aufnahme der Geschäftstätigkeit einhergehen. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass Sie von Anfang an immer alle Belege aufbewahren, die mit der Gründung des Unternehmens im Bezug stehen. Da sie als Gründungskosten und somit als betrieblich motivierte Ausgaben zu verstehen sind, sind sie nämlich steuerlich abzugsfähig. Und zwar ist das auch der Fall, wenn sie vor der eigentlichen Gründung getätigt wurden.

Was fällt alles in den Bereich Gründungskosten?

Folgende Ausgaben fallen in den Bereich der Gründung beziehungsweise Gründungsvorbereitung:

  • Anmeldungskosten – beim Gewerbeamt, der regionalen Industrie- und Handelskammer, Notar- oder Gerichtskosten
  • Genehmigungen – beispielsweise eine Schankgenehmigung bei einer Bareröffnung
  • Workshops und Beratungen – unter anderem die Teilnahme an einem Businessplanseminar
  • Honorare – für Fachanwälte und Unternehmensberater, die sich auf das Franchising spezialisiert haben

Zukünftige Franchisenehmer aufgepasst – hier warten attraktive Fördermittel auf Sie!

Vor allem Beraterhonorare lassen sich oft durch spezielle Fördermittel finanzieren. Hierbei handelt es sich um Kredite der öffentlichen Hand, um Gründer bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Denn nur so kann die Wirtschaft angekurbelt werden. Fördermittel stellen eine wichtige finanzielle Stütze für Existenzgründungen dar, weil sie einen Teil der anfänglichen Investitionskosten decken. Es gibt hier zum einen Förderkredite, zum anderen Gründerzuschüsse. Während die Förderkredite zu besonders günstigen Konditionen getilgt werden können, sind Gründerzuschüsse meist komplett frei von Rückzahlungen!

Besonderheiten der Gründungskosten beim Franchising

Bei diesen Kostenpunkten handelt es sich um einmalige Ausgaben, die bei der Gründung eines Unternehmens anfallen. Gründungskosten sind wie bereits angesprochen nach Steuerrecht als Betriebskosten abzusetzen. Ausgaben für Material, Lizenzen oder aber den Kauf eines Gebäudes zählen offiziell nicht zu den Gründungskosten – sie fallen wie bereits angemerkt in die Kategorien Sachinvestitionen und Ausgaben für Betriebsmittel.

Das gilt es beim Franchising zu beachten!

Als Franchisenehmer haben die Geschäftspartner ihrem Franchisegeber eine einmalige Lizenzgebühr zu entrichten. Im Rahmen dessen erhalten Sie das Recht, dass Sie die Marke, das Logo, die Produkte sowie das Corporate Design verwenden dürfen. Auch wenn eine Lizenzgebühr eigentlich ein immaterielles Gut darstellt und somit eher in die Kategorie der Betriebsmittel fällt, handelt es sich beim Franchising um eine Sachinvestition. Denn beim Franchising macht die Lizenz einen sehr essentiellen Ausgabeposten aus, der genauso wie Grund und Boden zu den harten Kosten gezählt werden. Sie zählen ebenso auch nicht zu den offiziellen Gründungskosten – gut zu wissen!

Wie sollten Gründungskosten im Businessplan behandelt werden?

Auch wenn die Gründungskosten zu den einmaligen Ausgaben für die Gründung eines Unternehmens zählen, so sollten sie trotzdem Berücksichtigung in Ihrem Businessplan finden. Denn auch als Franchisenehmer werden Sie einen Businessplan erstellen müssen. Der ist allein insofern notwendig, wenn Sie bei Banken oder Kreditgebern Fremdkapital beschaffen möchten. Diese wollen sichergehen, dass Sie als Gründer alle Kosten im Blick haben und Ihre Selbstständigkeit umfassend und sorgfältig durchkalkuliert haben. Das Tolle am Franchising ist, dass Sie sich als Franchisenehmer auf die Unterstützung Ihres Franchisegebers verlassen können, wenn es um die Erstellung des Businessplans geht.

Mit Investitionsplan geht eine Gründung mit System vonstatten!

Im Businessplan sollten Sie Ihre Gründungskosten im Rahmen des Investitionsplanes aufschlüsseln. Der Investitionsplan wird auch als Kapitalbedarfsplan bezeichnet. Er listet alle Anfangsinvestitionen des Gründungsvorhaben sowie weitere, einmalige Ausgaben auf und summiert diese.

Bei der Erstellung Ihres Businessplans empfiehlt es sich, dass Sie der Übersicht halber einen tabellarischen Kapitalbedarfsplan anfertigen. Machen Sie sich eine Überblick darüber, zu welchem Zeitpunkt welche Summen an Geld benötigt werden. Hier ist es gerade für das erste Geschäftsjahr hilfreich, wenn Sie einen Liquiditätsplan monateweise erstellen. Denn das macht eine Überprüfung möglich, ob Sie über oder unter dem Plan liegen. Und zwar ist das deshalb so hilfreich, da Sie so rasch etwaige Planungsfehler erkennen und rechtzeitig Korrekturen vornehmen sowie gegensteuern können.

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