Franchisegeber: Vermeiden Sie die 10 häufigsten Fehler

14.05.2018 15:00 | Ein Unternehmen gründen

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Wenn Sie als Franchisegeber Fehler machen, dann hat dies meist weitreichende Folgen für Ihr gesamtes Franchisesystem. Damit Sie beim Franchising alles richtig machen und das Beste aus sich und Ihrem Geschäftskonzept herausholen, klärt dieser Artikel Sie auf, welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten.

Die Herausforderungen im Franchising für den Franchisegeber

Egal, ob Sie ein noch relativ frischer Franchisegeber sind oder schon über mehrere Jahre erfolgreich ein Franchisesystem führen: Ständig begegnen Sie kleinen Herausforderungen und Hürden in Ihrem Arbeitsalltag. Und dabei haben Ihre Entscheidungen stets weitreichende Folgen auf Ihr gesamtes Business.

Vermeiden Sie beim Franchising folgende 10 Fehler!

Als Franchisegeber tragen Sie eine hohe Verantwortung. Aus diesem Grund sollten Sie sich folgende 10 Tipps zu Herzen nehmen, damit Sie die typischen Fehler eines Franchisegebers vermeiden und stattdessen Ihr Franchisesystem zu Erfolg und Profitabilität führen.

1. Sie ignorieren Ihre Franchisenehmer.

Der verbreitetste Fehler ist, dass Franchisegeber ihre Franchisenehmer schlichtweg ignorieren. Da sie als Franchisegeber das Geschäftsmodell entworfen haben, sind sie sich sicher, dass sie auch aller Fragen Antworten haben. Dies ist durchaus oft der Fall, aber nicht immer. Denn schließlich sind es ihre Franchisenehmer, die direkt mit dem Kunden zusammenarbeiten und vor Ort Schwierigkeiten bei der Ausführung des Konzeptes haben. Davon bekommen die Franchisegeber in der Unternehmenszentrale aber selten etwas mit – schließlich befinden sie sich fernab vom Kundenkontakt. Aus diesem Grund ist es essentiell, dass sie ihren Franchisenehmern Gehör schenken.

2. Sie lassen sich rechtlich schlecht beraten.

Je weiter fortgeschritten das Franchisesystem ist, desto rechtlich komplizierter wird es. Und wenn Sie beispielsweise über eine internationale Expansion nachdenken, dann werden die rechtlichen Angelegenheiten noch komplizierter. Hier ist es wichtig, dass Sie sich rechtliche Hilfe dazu holen. Mit einem Rechtsexperten an der Seite sind Sie gut beraten. Und mit einem vertrauenswürdigen, angesehenen und erfahrenen Berater sind Sie noch besser beraten. Scheuen Sie sich nicht davor, dass die Gebühren für eine gute Beratung teurer sein könnten. Die Beratung ist dafür auch umso besser! Eine billige Beratung kann Ihnen letztlich viel teurer zu stehen kommen! Sparen Sie nicht am falschen Ende!

3. Sie implementieren keine Gebühr für die Marketingkosten.

Die Marketingkosten können durchaus hoch ausfallen – und diese nehmen in der Regel umso mehr zu, wenn Sie weiter wachsen und expandieren. Wenn Sie diese Kosten nicht als Teil der Franchisegebühr berücksichtigen, dann werden Sie die zunehmenden Kosten alleine schultern müssen. Viele Franchisegeber ziehen beim Aufbau Ihres Franchisesystems nicht in Betracht, dass die Kosten für das Marketing noch zunehmen werden. Und wenn sie aus finanzieller Not im Nachhinein überlegen dann doch noch eine zusätzliche Marketinggebühr einzuführen, dann stößt dies eher negativ bei den Franchisenehmern auf.

4. Sie verfügen über nicht ausreichende Kapitalreserven.

Als Franchisegeber sollten Sie sicherstellen, dass Ihnen stets ausreichende Kapitalreserven zur Verfügung stehen, um notfalls auch finanzielle Durststrecken überbrücken zu können. Dies ist gerade für die anfängliche Zeit unabdingbar: Es passieren unvorhergesehene Dinge, die Entwicklung geht sehr schleppend oder aber sehr volatil voran, so dass ein finanzielles Polster entscheidende Abhilfe schaffen kann und Sie Ihre Wachstumsziele trotz alle dem erreichen können.

5. Sie unterscheiden nicht zwischen systeminternen Franchisenehmern und externen Lizenznehmern.

Als Franchisegeber können Sie natürlich auch von dem Recht Gebrauch machen, dass Sie Ihre geschützte Marke und damit einhergehend die Produkte und Dienstleistungen an andere Unternehmen oder Einzelpersonen vergeben dürfen. Dies ist eine nützliche Möglichkeit, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie hier preislich ein bisschen was aufschlagen: Denn Ihre Franchisenehmer zahlen letztlich Gebühren dafür, um in den Genuss der Nutzungsrechte zu kommen. Und Ihre Franchisenehmer würden sich also mit Recht hintergangen fühlen, wenn sie für das Zahlen der Gebühren letztlich keine bevorzugten Preise oder Zugang erhielten.

6. Sie arbeiten mit den falschen Franchisenehmern zusammen.

Das Franchisesystem ist immer so stark wie seine Franchisenehmer. Aus diesem Grund sollten Sie als Franchisegeber stets mit hoher Sorgfalt Ihre zukünftigen Franchisenehmer und Geschäftspartner auswählen. Ein Franchisepartner, der ungeeignet ist, kann Ihrem Franchisesystem Schaden zufügen, der womöglich irreparabel ist oder der den Markennamen unnötig ruiniert. Und das wiederrum würde sich in einem erheblichen finanziellen Schaden äußern.

7. Sie nutzen Ihre Einkaufsvorteile nicht entsprechend.

Ein Franchisesystem profitiert oft von erheblichen Vorteilen: Auch wenn es sich um zahlreiche kleine, eigenständige Einheiten handelt, so sind all diese Teil eines großen Systems, was in der Regel über eine größere Schlagkraft verfügt. Hierunter fallen beispielsweise auch Einkaufsvorteile. So können Sie beim kollektiven Einkauf bares Geld sparen, wovon jeder einzelne Franchisebetrieb enorm profitieren kann.

8. Sie haben Ihr Geschäftsmodell nicht ausreichend getestet.

Nur weil ein Geschäftsmodell erfolgreich läuft, muss das nicht gleich bedeuten, dass es auch als Franchisesystem profitabel wäre. Nicht jede Geschäftsidee eignet sich für den Ausbau eines Franchisesystems. Um ein Unternehmen in ein Franchisesystem auszubauen, ist es deshalb unabdingbar, einen Pilotbetrieb aufzubauen und die Idee hinreichend auf seine Franchise-Eignung zu testen. Hier ist es wichtig, dass alles Beteiligten – sowohl Sie als Franchisegeber als auch Ihre Franchisenehmer – ausreichend Gewinn machen können. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie sich die Mühe mit dem Ausbau zu einem Franchisesystem sparen, da es nicht über ausreichend Potential verfügt!

9. Sie bleiben nicht am Zahn der Zeit, was die Marktentwicklungen angeht.

Auch wenn Ihr Franchisesystem im Moment rund läuft, heißt das nicht, dass Sie die Außenwelt außer Acht lassen können. In der Wirtschaftswelt tut sich viel, das sollten Sie nicht unterschätzen! Bleiben Sie stets auf dem Laufenden, was neuste Entwicklungen, Technologien, Trends und Ihre Mitbewerber angeht. Behalten Sie die Gesamtsituation im Blick, um Ihr Franchisesystem sicher und erfolgreich durch die Hürden und Herausforderungen der Branche zu manövrieren.

10. Sie sind nicht flexibel genug!

Wenn Sie schon die Branche und Trends im Blick behalten, dann kommt es im nächsten Schritt auch darauf an, dass Sie flexibel mit Veränderungen umgehen können. Sie haben Ihr Unternehmen sicherlich mit einer bestimmten Vision gegründet und halten an Ihrem ursprünglichen Plan fest. Machen Sie sich frei von der Vorstellung, dass Ihr Konzept langfristig so umsetzbar ist. Bleiben Sie flexibel genug, um sich an wertvolles Feedback und alternative, erfolgsversprechende Möglichkeiten anzupassen.

Fazit: Darauf kommt’s an!

Wenn Sie als Franchisegeber durchstarten, werden Sie schnell merken, dass Sie noch viele Dinge lernen müssen. Vieles lernen Sie kennen, während Sie Ihren Job ausführen, an Ihre Grenzen stoßen und sich an neue Umstände anpassen müssen. Learning by doing – so heißt es ja so oft!

Achten Sie darauf, dass Sie obenstehende Fehler in jedem Fall vermeiden! Es handelt sich hierbei um die klassischen Fehler – und deshalb sollten Sie diese umso bewusster vermeiden! Behalten Sie diese 10 Dinge im Hinterkopf, denken Sie stets mit und planen Sie vorausschauend und schon verfügt Ihr Franchisesystem über die besten Bedingungen, um zu florieren und sein gesamtes Potential auszuschöpfen.

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