Heinrich Deichmann: Der Deichmann Gründer unter der Lupe

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deichmann gründer unter der lupe

Schuhe, Schuhe, Schuhe. Es gibt sie in allen Formen, Größen und Farben und auf aller Welt sind wir verrückt nach ihnen. Sie schützen den Fuß, sind unser ständiger Begleiter und ein modisches Accessoire. Die Deutschen lieben die Schuhe sogar so sehr, dass sie im Jahre 2017 etwa 13 Milliarden Euro in die beliebten Treter investierten. Auch wenn wir Deutschen bekannt sind für die bequemen und nicht sehr modischen Birkenstock Schuhe, exportieren wir dennoch lieber Schuh-und Lederwaren aus dem Ausland.

Schließlich wollen wir auch auf die exklusiven Trends aus New York, London und Paris nicht verzichten! Dadurch ist unsere Bundesrepublik einer der wichtigsten Märkte für Schuhe auf der ganzen Welt. Trotzdem ist und bleibt die Schuhbranche in Deutschland eine beachtliche Größe, die insgesamt mehr als 75.000 Menschen einen Arbeitsplatz bietet. Pro Jahr generiert der deutsche Wirtschaftsmarkt für Schuhe rund 7.112,9 Millionen Euro Umsatz. Dies ist eine große Summe, die jedoch in den folgenden Jahren noch höher ausfallen soll. Denn der Markt ist ständigen Entwicklungen unterworfen und die aktuellen Tendenzen zeigen, dass die Menschen die Nase noch lange nicht voll haben von Schuhen.

Der größte Händler für das beliebteste Accessoire der Deutschen ist und bleibt Deichmann. Das Unternehmen verfügt über die größte Anzahl an Filialen und setzt sich mit 2,300 Millionen Euro Bruttoumsatz pro Jahr eindeutig von der bestehenden Konkurrenz ab. Dies liegt vor allem auch daran, dass Deichmann über eine eigene Produktion verfügt und seine Eigenmarke vertreibt. Dies kommt nicht nur gut an bei den Kunden, sondern vermindert auch die Ausgaben.

Auch wenn die Schuhbranche in letzter Zeit einige Rückschläge durch den online Handel über beispielsweise Amazon oder Zalando erleiden musste, hält sie sich dennoch gut und beständig am Markt. Denn Unternehmer wie Heinrich Deichmann wissen, was die Menschen wollen und brauchen und festigen ihre marktführende Position noch durch ihre langjährige Erfahrung und das nötige Know-How. Den Gründer des beliebten Schuhunternehmens wollen wir uns nun im folgenden Artikel einmal genauer anschauen.

Die Entstehung des Deichmann Imperiums

Bereits im Jahre 1888 geboren, beschloss der damals 25-jährige Heinrich Deichmann, im Jahr 1913 einen Schuhmacherladen in Borbeck zu eröffnen. Sein kleines Geschäft, das unter dem Namen „Schuhreparatur Elektra“ betrieben wurde, diente hauptsächlich den ansässigen Bergleuten. Wie der Name seines Betriebs schon vermuten lässt, hatte sich Deichmann zur damaligen Zeit vor allem auf die Reparatur von Schuhen spezialisiert und begann tatsächlich erst nach dem Ersten Weltkrieg damit, seine eigenen Schuhe zu fabrizieren.

Der Geschäftssinn des Unternehmers zeigte sich jedoch schon früh, denn er erkannte, dass er sich viel Arbeit und Stress sparte, wenn er günstige Ware aus regionalen Schuhfabriken kaufte und diese für einen höheren Preis veräußerte. Dieser clevere Schachzug ebnete Heinrich Deichmann den Weg, sodass er 1936 in der Lage war, ein großes Schuhgeschäft zu eröffnen. Der Gründer verstarb jedoch leider bereits vier Jahre nach diesem Erfolg, weswegen von nun an seine Witwe Julie sich um die Geschäftsleitung kümmerte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Mittel begrenzt und die Menschen hatten auch kaum Geld, um sich Neuware zu kaufen. Da zudem noch die Materialien äußerst spärlich vorhanden waren, galt es eine einfache, jedoch effektive Lösung zu finden. Julie Deichmann hatte die zündende Idee und stellte von nun an billige Schuhe aus einer Kombination von Pappelholz mit Fallschirmgurten her. Weiterhin entwickelte sie eine Tauschbörse, zu welcher die Kunden ihre gebrauchten Schuhe bringen konnten und sich im Gegenzug ein anderes Paar aussuchen konnten. Dieses Konzept wurde von der Kundschaft mit Begeisterung aufgenommen, weswegen das Unternehmen schon bald einen Kundenstamm von 5.000 Klienten besaß.

Unterstützt wurde die Witwe seit jeher von ihrem Sohn Heinz-Horst Deichmann, der tatkräftig im familieneigenen Unternehmen mit anpackte. Dieser studierte nebenbei Theologie und promovierte sogar in der Medizin. Trotzdem vollbrachte er das Spagat, seine persönliche Karriere und die Arbeit im Familienunternehmen unter einen Hut zu bekommen. Mutter und Sohn harmonierten sogar so gut miteinander, dass es ihnen möglich war, Ende der 1940er Jahre ein weiteres Geschäft in Düsseldorf zu eröffnen.

Da die Deichmanns schon lange nicht mehr auf ein zweites Standbein angewiesen waren, hängte Heinz-Horst seinen Beruf als Arzt an den Nagel und konzentrierte sich stattdessen vollständig ab 1956 auf das Schuhunternehmen. Er übernahm nun auch vollständig die Geschäftsführung und teilte seinen älteren Schwestern den ihnen zustehenden Anteil aus.

Die unglaubliche Entwicklung von Deichmann

Ab 1963 verfügte das Unternehmen nun schon bereits über 16 Geschäfte und Deichmann hat sich bereits seit Jahren zum Marktführer des Schuhhandels in Deutschland und sogar ganz Europa etabliert. Denn der Unternehmer revolutionierte und innovierte stets wieder aufs Neue die Schuhbranche. So führte er beispielsweise das Rack-Room-Konzept in Deutschland ein, durch welches die Schuhe im Karton im Laden präsentiert werden und die Kundschaft somit direkt auf ihr gewünschtes Modell zugreifen kann. Deichmann übernahm 1973 die schweizer Schuhkette Dosenbach und 1992 das Unternehmen Ochsner, expandierte 1884 Nach Amerika, 1985 in die Niederlande, 1992 nach Österreich und im Jahr 1997 nach Polen. Ab 1999 übergab Heinz-Horst sein Erbe und Herzblut an seinen Sohn Heinrich Otto, der seitdem den Vorsitz der Geschäftsführung inne hat.

Heinrich trat in große Fußstapfen, denn seinem Vater war es zu verdanken, dass sich das Unternehmen zu der Größe entwickelte, die sie heute ist. Doch der Sohn enttäuschte seinen Vater nicht und weitete das Familienimperium sogar noch weiter aus: 2001 wurde das Deichmannnetzwerk nach Ungarn und Großbritannien erweitert und in den nächsten Jahren folgten stetig Filialen in Dänemark, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, die Türkei, Rumänien und Bulgarien.

Zum Jahresbeginn 2010 ließ Heinrich Deichmann die aktuelle Rechtsform in eine Europäische Gesellschaft umwandeln. Nur sieben Jahre später gewann er die Märkte in Frankreich und Belgien hinzu. In den letzten knapp zehn Jahren vollbrachte es Heinrich Deichmann die Anzahl der Betriebe weltweit fast um 1000 Filialen zu erweitern. In Deutschland kamen davon rund 180 Niederlassungen hinzu.

2018 konnte Deichmann 60 Betriebe der amerikanischen Kette „KicksUSA“ in sein Unternehmen integrieren. Das ist dem erfolgreichen Unternehmer jedoch noch lange nicht genug. Denn für das Jahr 2019 hat sich Heinrich Deichmann viel vorgenommen: Das Unternehmen soll international 229 Neueröffnungen zustande bringen, wovon 30 in Deutschland stattfinden sollen. Weiterhin wird angedacht Filialen in China, Estland, Lettland und Dubai zu gründen. Außerdem hat Deichmann auch heute noch seine Nase stets vorne: So war Deichmann das erste Unternehmen, welches mit einem Onlinehandel für Schuhe auf den Markt ging.

Heinrich Deichmann

Heinrich Deichmann ist ein ganz besonderer Mann. Schon von klein auf, konnte er seinen Vater beobachten, wie er aus einem ehemaligen Schuhmacherladen ein wahres Imperium aufbaute. Doch die internationale Verbreitung des Unternehmens, hat vor allem sein Sohn vorangetrieben. Er hat es geschickt vollbracht neue Märkte zu analysieren und für sich auszunutzen und zu gewinnen. Durch die Kooperation mit Ikonen wie den Sugarbabes, den Pussycat Dolls, Cindy Crawford, Halle Berry und nun ganz aktuell Rita Ora, zieht er eine große Zielgruppe an.

Denn die Frauen stehen für Mode, Lifestyle, guten Geschmack und repräsentieren verschiedene Altersgruppen. Sie leben Trends vor, welche die Frauen auf der ganzen Welt dazu anregt, es ihnen gleichzutun. Die beständige Expansion ist also Entscheidungen wie diesen zu verdanken und liegt jedoch ebenso daran, da das Unternehmen geschickt in den eigenen Wachstum anlegt. Doch Heinrich Deichmann macht deutlich, dass der Erfolg des Unternehmens auch vor allem mit seinen Überzeugungen und Werten zusammenhängt.

Denn finanzieller Erfolg und ein gut gefülltes Bankkonto bringen in erster Linie auch eine soziale Verantwortung mit, die nicht zu unterschätzen ist. Aus diesem Grund stellt sich Heinrich Deichmann stets die Frage, was er sinnvolles mit seinem Gewinn anstellen kann und engagiert sich deswegen bei sozialen Organisationen.

Diese Motivation, den Menschen zu helfen rührt auch hauptsächlich von seinem Vater her, der Heinrich immer ein gutes Vorbild gewesen ist. Dieser setzte sich seit jeher schon für zahlreiche Hilfsprojekte ein und machte Heinrich klar, dass hinter jeder Handlung und hinter jedem Schicksalsschlag ein tieferer Sinn verborgen ist. So baute nicht nur ein Haus, sondern gleich zwei Häuser nebeneinander. Das eine war für seine Familie bestimmt, das zweite wurde als Kinderheim benutzt, das von seiner Schwester betrieben wurde. Sie kümmerte sich dort leidenschaftlich und mit viel Liebe um insgesamt zwölf Kinder, deren Familien es leider nicht leicht im Leben hatten. Die Deichmanns kannten also stets beide Seiten des Kapitalismus und versuchten jedoch ihren Beitrag zu leisten, um der Gesellschaft und vor allem den Menschen dienlich zu sein.

Heinrich möchte es seinem Vater gleichtun und unterstützt mit seiner Deichmann Stiftung Projekte in Deutschland und auf internationaler Ebene. Hilfe wird in Bereichen der Gesundheit, der Bildung, Katastrophenfolgen, Entwicklungsförderung und Kinder- und Jugendhilfe angeboten und umgesetzt. Das Hilfswerk wortundtat setzt sich vor allem für Projekte in Ländern wie Tansania, Indien und der Republik Moldau ein. Abgesehen von dem sozialen Engagement ist es für Heinrich Deichmann auch stets ein Anliegen, dass er seinen Angestellten nicht nur einen Arbeitsplatz bietet, sondern einen Ort an dem sie sich wohlfühlen und sich respektiert fühlen. Aus diesem Grund richtete der Unternehmer soziale Zuschüsse für sozial schwache Familien ein und kümmerte sich um die Umsetzung der Betriebsrente und um die Einführung einer Gesundheitswoche. Denn so schön es auch ist, viel Geld zu besitzen, es macht letztlich viel mehr Freude dieses zu teilen.

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