Brauche ich einen Hochschulabschluss für den Einstieg ins Franchising?

06.09.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

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Manche halten es für verschwendete Jahre, andere schwören drauf. Dr. Franchisenehmer hat nicht unbedingt die besseren Karten, wenn es um die Vergabe von das System tragenden Rollen geht. Es macht auch einen Unterschied, ob man sie im Anschluss an ein Studium quasi aus Verlegenheit anstrebt oder den Ausbildungsweg bereits daraufhin ausgerichtet hat. Geballtes theoretisches Wissen kann nur dann nützen, wenn man es in eine zu bewältigende Praxis umzusetzen versteht. Duales bietet sich an.

Ein Hochschulabschluss kann auf den Alltag vorbereiten

Schritt für Schritt lernt es sich leichter als dann, wenn man zunächst einen ganzen Haufen antrainierter Fremdwörter abarbeiten muss, um sich mit seinen Mitarbeitern verständigen zu können. Vor allzu großem Gefälle im Niveau bewahren regelmäßige Basiskontakte im Franchising, die auch davor schützen können, sich mehr als nötig vom Objekt der Begierde zu entfernen. Eine solide Grundausbildung kann sicher nicht schaden, doch was man vorab beherrschen muss, um ein bestimmtes Unternehmen führen zu können, das lässt sich auch in ein paar Wochen oder Monaten erschließen. Mitunter hilft ein Crashkurs ewigem Studieren gegenüber mehr, vor allem in Kenntnis dessen, was einen erwartet.

Das Franchising sucht nicht verstärkt nach Absolventen

Es ist nicht so, dass ein Franchisegeber Kandidaten seiner Wahl zur Uni schicken müsste, um ihnen den nötigen Schliff zu verpassen, das würde viel zu lange dauern. Andererseits könnte er es sich durchaus gefallen lassen, wenn ein BWL-Diplom vorzuweisen ist, das für die gehobene Laufbahn qualifiziert. Doch es ist nicht sicher, dass die Basics damit ausgerüstet schneller und wirklichkeitsnäher adaptiert werden können, mitunter ist der Blick durch zu viel Büffeln auch verstellt. Zwar sollte der Adept gewöhnt sein, eine Menge in sich aufzunehmen, doch mögliche Einwendungen könnten zahlreich zum Tragen kommen. Das erleichtert den Einstieg unter einer übergeordneten Perspektive.

Nicht nur auf einer Schiene fahren

Es spricht zweifellos für eine gewisse Beständigkeit, einen Studiengang komplett absolviert zu haben, doch nicht notwendigerweise belegt es auch die erforderliche Flexibilität. Dabei arbeitet nahezu die Hälfte der Universitätsabgänger

  • in einem anderen Job als geplant,

und darauf hat ihr Werdegang sie nur bedingt vorbereitet. Natürlich ist es möglich, neben seinem Hauptfach auch anderes zu belegen, doch wenn die Zeit knapp wird, kann das doch nur vernachlässigt werden. Sich wechselnden Anforderungen zu stellen, ist sicher eine Tugend, die Lernfähigkeit an sich wird dadurch jedoch vorwiegend in einem abgesteckten Rahmen gefördert.

Mit allen Wassern gewaschen und dabei ausgetrocknet

Das hilft, wenn man einen exakt definierten Arbeitsbereich zugeteilt bekommt, aber weniger, sofern prinzipiell Höheres begehrt wird. Auch Studenten müssen allerdings zunächst den Basiskurs bewältigen, bevor sie zu Fortgeschrittenen werden können. Von daher sollten sie eine Ahnung davon haben, wie der Hase läuft, doch ihre Ansprüche dürfen nicht überzogen sein. Das kann jedoch leicht geschehen, wenn man jahrelang auf ein bestimmtes Ziel hingearbeitet hat, ohne es tatsächlich zu erreichen. Attestierte Fähigkeiten nützen wenig, wenn man sie nicht anwenden kann. Das ersehnte Papier ist manchmal keinen Pfifferling wert. Dennoch muss man seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Nach Jahren reiflicher Überlegung den Praxistest in Angriff nehmen

Das Gute an Qualifikationen ist: Sie befähigen dazu, in den verschiedensten Bereichen tätig zu werden. Und für die Suche nach dem Richtigen sollte man ebenso gerüstet sein, hat sie doch des Öfteren bereits den gewünschten Erfolg herbeigeführt. Wenn sich das alles aber im luftleeren Raum vollzieht, kann die Wirklichkeit schockieren. Der akademische Elfenbeinturm ist nichts, was fit macht für den Nahkampf. Praktiker werden ihre Muskeln spielen lassen, wenn sie bemerken, dass jemand wie gelernt vorgeht. Sie betrachten die Dinge oft aus einem anderen Blickwinkel, den ihnen der Alltag anerzogen hat. Doch die Auseinandersetzung damit führt schnell zu Modifikationen.

Denn geprüft Studierende können differenzieren und haben sich darin geübt, den eigenen Standpunkt zu revidieren. Warten Sie nicht so lange, bis ihnen die Doktorwürde zugesprochen worden ist, wenn Sie mit ihnen arbeiten wollen, geben Sie ihnen rechtzeitig eine Chance. Es könnte dazu führen, dass sie einen Wechsel in der Orientierung vornehmen und selektiert ansammeln, was sie später kaum benötigen. Gebildete Menschen sind gewiss eine Bereicherung der Gesellschaft, doch sie müssen auch Beziehungen flechten können. Wertvolle Zeit zu vertun macht nicht glücklich, eher die Einsicht, dass es sich gelohnt hat, über den Tellerrand hinauszublicken.

Diszipliniertheit ist sicher etwas, das Seminarbesucher beherrschen sollten, auch dürfte es ihnen nicht allzu schwer fallen, sich nach einem vorgegebenen Terminplan zu richten. Schließlich haben sie ihn selbst zusammengestellt, wobei sie verschiedene Erfordernisse berücksichtigen mussten. Es kann wohl sein, dass sie es leid geworden sind, weil sich ihre Mühe noch nicht auszahlen konnte. Ob sie bereit dazu sind, abermals erhebliche Anstrengungen auf sich zu nehmen, muss die Zukunft zeigen.

Möglicherweise sind sie in dieser Hinsicht schon bestens eingearbeitet und ganz scharf darauf, endlich klingende Münze zu ergattern. Doch vielleicht meinen sie auch, schon genug getan zu haben, um ordentlich zu verdienen. Finden Sie es heraus, rechnen Sie mit Widerständen, die abflauen können oder sich massiv aufbauen. Dann ist das Experiment gescheitert, eventuell wäre ein zweiter Anlauf zu nehmen.

Unter Umständen bedarf ein bislang gepflegter Lebensstil der Änderung, und das kann eine Weile dauern. Auch nicht auszuschließen ist, dass geduldiger Verzicht sehr begierig darauf gemacht hat, langsam Fuß zu fassen. Franchisenehmer, die ohne einen Abschluss ihr Geschäft zu betreiben wussten, sollten sich nicht davon abschrecken lassen, wenn plötzlich Diplomierte in den Ring steigen.

Ganz im Gegenteil könnten sie auch Verständnis für deren Situation aufbringen, ihnen ein bisschen in den Sattel helfen und im Gegenzug gelegentlich von einem immensen Wissensschatz profitieren. Es kann durchaus von Vorteil sein, wenn ein gemischtes Publikum versammelt ist, sobald man sich zum regelmäßigen Austausch trifft. Der eine lernt vom anderen und umgekehrt. Hinreichende Bedingung dafür ist jedoch, dass es klappt mit der Kommunikation.

In erster Linie und fortwährend schult die Praxis, wobei es überaus nützlich sein kann, die eigenen Ansichten zur Diskussion zu stellen. Jeder, der allein vor sich hin wurschtelt, legt sich auf Dauer Scheuklappen an und kann froh darüber sein, wenn jemand sie ihm wegreißt. Selbst auf einen kurzen Moment beschränkt hilft das manchmal ungeheuer, es kann jedoch auch zu weniger erwarteten Reaktionen führen.

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