Home Office: Welche Genehmigungen brauchen Sie?

23.07.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

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Sie müssen ja nicht meinen, Sie könnten einfach so von Ihrem heimischen Standort aus ein Gewerbe starten. Es kann durchaus sein, dass der Vermieter etwas dagegen hat, wenn Sie kein Eigentum besitzen. Schauen Sie in Ihrem Vertrag nach, ob dort die gewerbliche Nutzung überlassener Räumlichkeiten ausdrücklich ausgeschlossen ist. Oft verhält es sich so, ist damit jedoch noch lange nicht geklärt. Wen stört es, wenn jemand etwa als Franchisenehmer in seinem Zuhause den Computer benutzt?

Ein Home Office sollte den Vorgaben des Mietrechts genügen

Ein bisschen surfen, das tut mancher auch privat ganz gern – wer wollte es ihm verbieten? Wenn damit aber Geld verdient wird, sieht die Sache schon anders aus. Ruchbar wird die Geschichte, sobald ein angegebenes Einkommen zu der Frage führt, wo die Tätigkeit denn ausgeführt worden ist. Gewerbliche Mieten sind meist etwas höher angesiedelt, doch nicht jede Form der Arbeit muss gleich ein begründetes Unternehmen voraussetzen. Bis zu einer gewissen Grenze sind Einkünfte steuerfrei, der Einzelne kann auch agieren, ohne einen kompletten Apparat mit allen Schikanen unterhalten zu müssen. Denn aus ihren Fängen kann man sich kaum noch befreien, wenn die Finanzverwaltung erst mal Zugriff hat. Es kann ja sein, dass Einnahmen nicht von Dauer sind.

Mietrecht und andere Bestimmungen für das Home Office

Hat man sie jedoch wahrheitsgemäß offenbart, dient dies als Grundlage der Berechnung für kommende Jahre, und der Nachweis dafür kann schwerfallen, dass sie hinter der Schätzung zurückbleiben. Andererseits lässt sich auch im Franchising ein Teil der Kosten geltend machen, wenn Wohnraum beruflich genutzt wird. Dann ist wiederum glaubhaft zu versichern, dass

  • einerseits genügend Fläche übrig bleibt und außerdem
  • nichts miteinander vermischt wird.

Das kann im Einzelfall Probleme aufwerfen. Wenn etwa Hausschuhe in unmittelbarer Nähe des Desktops aufzufinden wären, müsste man doch mutmaßen, dass es um den Arbeitseifer nicht allzu ausufernd bestellt sein kann. Wer sich so bequem darstellt, wird wohl nicht sehr effektiv ans Werk gehen.

Im Einzelnen mitunter oft durchaus kompliziert

Grundsätzlich ist ein anderweitiger Gebrauch von Wohnungen zum Zweck des Gelderwerbs zu erlauben, es bedarf jedoch der Absprache, auch kann der Mieterschutz dadurch eingeschränkt werden. Unzulässig sind Belästigungen der Nachbarn, die durch Lärmentwicklung, hohe Frequentierung oder erforderliche Umbauten zustande kommen könnten. Sollte überdeutlich auf musikalischen Instrumenten geübt werden oder eingerichtete Parkfläche blockiert, darf das natürlich nicht hingenommen werden. Problematisch ist oft schon ein Hinweisschildchen an der Tür oder an einer anderen störenden Stelle. Nun muss man nicht gleich Anstoß daran nehmen, doch die Gefahr besteht. Eine ausdrückliche Erlaubnis kann im Einzelfall gesondert vertraglich festgehalten werden.

Mit Schwierigkeiten sollte man stets rechnen

Wer sich leichtfertig darüber hinwegsetzt, riskiert die Kündigung, manches Mietverhältnis ist ohnehin schon so belastet, dass auf eine solche Gelegenheit gewartet wird. Wie der Urteilsspruch umständehalber ausfällt, ist vorab kaum zu klären, doch ganz sicher steht eine Menge Ärger ins Haus. Einige mögen indes auch darauf angewiesen sein und lernen beim Durchbeißen, was Selbstständigkeit bedeuten kann. Schließlich haben die Ämter auch noch ein Wörtchen mitzureden, vor allem dann, wenn sie auf Fragliches hingewiesen werden. Die Bauordnung ist zu respektieren, innerhalb reiner Wohngebiete sollte auch eine beabsichtigte, teilweise gewerbliche Nutzung rechtzeitig bekanntgegeben werden, um nachträgliche Einwendungen nicht befürchten zu müssen.

Besser nicht gleich in Wespennester stechen

Ganz auszuschließen ist dieses Risiko aber nicht. Bislang gültige Bestimmungen können sich ändern, ebenso Ansichten darüber, wie sie zu interpretieren sind. Wenn jemandem aus der näheren Umgebung nach ein paar Wochen plötzlich auffällt, dass ihm dies und jenes nicht in den Kram passt, müssen Sie sich damit auseinandersetzen. Da man sich vor solcherlei Widrigkeiten aber sowieso nicht wirksam schützen kann, empfiehlt es sich gelegentlich, keine schlafenden Hunde zu wecken. Wenn es jedoch ernst wird, ist man mit einer eingeholten Genehmigung oder noch besser zwei davon eher auf der sicheren Seite. Verhindert werden soll hier und da eine klammheimliche Umwidmung ausschließlich für bestimmte Zwecke vorgesehener Gebiete.

Keine subversiven Absichten vortäuschen

Es wäre unfair anderen gegenüber, wenn sich in Wohnhäusern nach und nach mehr Gewerbetreibende ansiedeln würden, um sich womöglich eines schönen Tages darauf zu berufen. Das Gewohnheitsrecht ist eine feine Angelegenheit, doch die behördliche Welt ins Wanken bringen soll man damit nicht. Es muss schon alles seine Ordnung haben, doch anstatt sich vermeidbaren Verstrickungen auszusetzen kann man es auch darauf ankommen lassen. Das muss jedoch nicht gut gehen. Ebenso kann das Vorhaben scheitern, die abgetrennte Hälfte der Mietkosten als Betriebsausgabe anzuführen. Deutlich werden sollte ohne Zweifel, dass ein häusliches Arbeitszimmer tatsächlich den Mittelpunkt der Tätigkeit umfasst. Zwar entfallen dadurch absetzbare Fahrtkosten, doch deswegen allein ist Wohlwollen nicht zu erwarten.

Zentral gegen Störungen geschützt

Man muss sogar mit einer strengen Prüfung der Verhältnisse rechnen. Wie viel Zeit im Home Office verbracht wird, ist weniger entscheidend als die Ermangelung einer Alternative oder penibles Belegen entstandener Kosten. Außerdem gilt eine Höchstgrenze, die man nicht wirklich als hoch angesetzt bezeichnen mag. Lohnender kann es unter Umständen sein, Arbeitsmittel aufzuführen. In jedem Fall muss eine verschließbare Tür den Arbeitsraum begrenzen. Ist dem nicht so, kann man sich alle Mühe einer Berücksichtigung zum Besten der Bilanz ersparen. Wer deswegen investieren möchte, muss sich gut überlegen, ob das langfristig vorteilhaft sein dürfte. Es ist eine Frage der Kalkulation mit zum Teil schwer einschätzbaren Komponenten.

Die Kosten im Griff behalten

Sind die Voraussetzungen für einen Steuerabzug indes gegeben, fallen auch Kosten für Versicherungen und Darlehen, die Aufrechterhaltung des Betriebs und eventuell zusätzlich Abgaben und Abschreibungen anteilig ins Gewicht. In voller Höhe durchschlagen kann die Renovierung wie auch notwendige Reparaturen und regelmäßiges Reinigen. Darüber hinaus sollte ein Arbeitszimmer zudem zweckmäßig, aber einigermaßen wohnlich eingerichtet sein. Vor- und Nachteile stehen sich beim Home Office vor allem branchenspezifisch gegenüber. Wenn vermiedene Anfahrtswege dadurch aufgewogen werden, dass man besondere Kunden groß ausführen muss, hat man nicht viel gewonnen.

Bequemlichkeit mag lähmen

Die Flexibilität wächst zwar, doch das muss nicht motivierend sein. Klären Sie bei Bedarf mit Ihrem Franchisegeber, ob die häuslichen Gegebenheiten den Anforderungen des Konzepts genügen, oder suchen Sie sich ein Modell aus, bei dem Überlegungen in dieser Richtung keine Rolle spielen. Manch einer kommt daheim auch nicht in Schwung.

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