Ideenmanagement: Wer hat gesagt, dass Franchising langweilig und verstaubt ist?

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Keine Frage – Sie als Franchiseunternehmer haben sicher eine Menge guter Ideen, um Ihr Business voranzubringen. Doch haben Sie sich schon einmal gefragt, was Ihre Mitarbeiter gerne an Ihrem Unternehmen verbessern würden? Genau diese Frage können Sie mithilfe des sogenannten „Ideenmanagements“ beantworten. Diese Methode hilft Ihnen dabei, Ihre Angestellten in wichtige Entscheidungsprozesse einzubinden und somit das kreative Arbeitsklima und die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Franchises zu stärken. Obwohl das Ideenmanagement noch vor wenigen Jahren eher selten Verwendung fand, spielt es heutzutage eine wichtige Rolle. Wir verraten Ihnen in folgendem Text, warum.

Was ist Ideenmanagement?

Beim Ideenmanagement (auch engl. „Idea Management“) werden geeignete Ideen generiert, gesammelt und am Ende ausgewählt. Diese müssen nicht zwingend, wie beim Innovationsmanagement, von Experten stammen, sondern dürfen von allen Mitarbeitern des Unternehmens eingereicht werden. Auch Kunden können sich in Form von Feedbacks beteiligen. Ziel der Ideen ist im Regelfall die Optimierung des Unternehmens. Regelmäßige Neuerungen sind gerade in Zeiten der Digitalisierung sehr wichtig, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben – und genau da ist es hilfreich, sich auch mal Verbesserungsvorschläge aus Sicht der Angestellten anzuhören.

Die Geschichte des Ideenmanagements

Der Begriff „Ideenmanagement“ wurde 1975 vom Ingenieur Siegfried Spahl entwickelt und diente zunächst nur als Synonym für das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW). Das Betriebliche Vorschlagswesen geht auf den Industriellen Alfred Krupp zurück, der 1872 die Ideen seiner Mitarbeiter zur Prozessoptimierung, Kosteneinsparung und Stärkung der Motivation einsetzen wollte. Als Belohnung für erfolgreiche Ideen gab es meistens eine Prämie.
In den Fünfzigerjahren etwa 80 Jahre später wurde in den USA ein ganz ähnliches Konzept entwickelt, das das Betriebliche Vorschlagswesen heute ergänzt: Der
kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP).

Der Name ist Programm. Beim KVP arbeiten spezielle Teams fortwährend an kleinen Verbesserungen für das Unternehmen – ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess eben. Nach Deutschland kam diese Methode der Optimierung erst in den Neunzigerjahren. Die Automobilwirtschaft machte den Anfang, danach zogen auch andere Wirtschaftsbereiche nach.
Während es beim BVW um spontane, firmeninterne Ideenfindung geht, wird die Brainstorming beim KVP gelenkt. Das Ideenmanagement kombiniert beide Bereiche miteinander.

Wie funktioniert das Ideenmanagement?

Wie der Name schon sagt, geht es darum Ideen zu sammeln, zu verwalten und im besten Fall natürlich auch umzusetzen. Ihre stärkste Ressource dafür sind Ihre Mitarbeiter. Je nach Größe Ihres Franchiseunternehmens kann das Ganze jedoch schnell unübersichtlich werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, eine Ideenmanagement-Datenbank zu nutzen. Sogenannte Kioskterminals ermöglichen auch Angestellten ohne eigenen Computer eine Eingabe in das System. Sollte Ihre Firma noch nicht so viele Mitarbeiter umfassen, genügt für den Anfang meist ein einfacher Ideenbriefkasten.

Der Prozess des Ideenmanagements läuft in der Regel folgendermaßen ab:

  • Motivation der Mitarbeiter. Animieren Sie Ihre Angestellten dazu, aktiv nach Problemen zu suchen, sie zu analysieren und zu diskutieren. Dabei kann eine winkende Prämie helfen.
  • Analyse anderer Unternehmen. Ziehen Sie als Vorbild zur Verbesserung Ihres Franchises andere Unternehmen und Branchen heran und schauen Sie, wie diese mit dem gleichen Problem umgehen.+
  • Ideenfindung. In dieser Phase werden konkrete Ideen entwickelt, bewertet und priorisiert. Mit den besten Ideen wird weitergearbeitet: Sie werden für konkrete Konzepte verwendet und schließlich umgesetzt.
  • Umsetzung. Klären Sie die Verantwortlichen und definieren Sie Kennzahlen zur Erfolgskontrolle.

Beachten Sie, dass Sie das Einreichen der Ideen nicht unnötig kompliziert gestalten, damit die Mitarbeiter nicht abgeschreckt werden. Halten Sie das Eingabeformular übersichtlich. Wichtige Formularfelder sind unter anderem die Beschreibung des Problems und der Lösungsansatz. Sofern Sie Prämien einsetzen, ist es ebenfalls notwendig, einen oder ggf. mehrere Namen eintragen zu können, falls es sich um eine Gruppe handelt. Auch die Möglichkeit zur anonymen Abgabe eines Formulars sollte (besonders, wenn Sie auch Kunden mit einbeziehen) gegeben sein.

Vorteile des Ideenmanagements

Das Ideenmanagement bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich, wenn es richtig eingesetzt wird. Darunter zählt z.B. die Mitarbeitermotivation. Es ist immer sinnvoll, Ihren Angestellten eine Stimme zu geben und sie in wichtige Prozesse mit einzubinden. Im Idealfall hilft das Ideenmanagement dabei, eine offene Unternehmenskultur zu schaffen. Die Mitarbeiter haben ein größeres Vertrauen in das System, weil sie wissen, dass sie zur Verbesserung beitragen können. Dafür ist es aber genauso wichtig, dass gute Ideen „gehört“ und umgesetzt werden. Ansonsten kann diese Methode auch das genaue Gegenteil auslösen. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie gute Ideen entsprechend belohnen. Andernfalls können sich Ihre Mitarbeiter schnell ausgenutzt fühlen.

Ein weiterer Vorteil ist die Kostenersparnis. Nicht zu selten engagieren Unternehmen externe Berater für die Prozessoptimierung, obwohl dieses Fachwissen schon bei den eigenen Mitarbeitern vorhanden ist. Das Einzige, was in diesem Fall oft fehlt, ist ein geeigneter Ideenpool, der allen Angestellten zugänglich ist.
Durch ständig neue Ideen bleibt Ihr Franchiseunternehmen im Wandel und geht mit der Zeit, was besonders seit der Digitalisierung immens wichtig geworden ist.

Hier haben wir die Vorteile noch einmal kurz für Sie zusammengefasst:
• Mitarbeitermotivation
• Kostenersparnis
• Innovation
• Gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit

Kritik am Ideenmanagement

Generell lässt sich sagen, dass es beim Ideenmanagement so gut wie keine Nachteile gibt. Wie bereits erwähnt ist es wichtig, Vorschläge auch umzusetzen und sie nicht nur passiv zu sammeln. Ansonsten verfehlt das Ideenmanagement seinen Sinn und Sie enttäuschen Ihre Angestellten. Außerdem sind die Mitarbeiter meistens schon so sehr in bekannte Systeme eingearbeitet, dass es Ihnen – anders als bei externen Beratern – schwerer fällt, innovativ zu denken. Sollten Sie eine schnelle, konkrete Lösung für ein Problem brauchen, ist das Ideenmanagement also möglicherweise nicht der richtige Weg.
Das bestehende Arbeitsklima in Ihrem Franchiseunternehmen kann über den Erfolg Ihres Ideenmanagements entscheiden. Abhängig davon, welche Ideen umgesetzt und welche Prämien gezahlt werden, kann es in der Belegschaft untereinander zu Neid kommen. Angst vor Bloßstellung bzw. Demotivation bei Ablehnung einer Idee könnten Ihre Mitarbeiter ebenfalls davon abhalten, Ideen einzureichen.

Die Umsetzung Ihre eigenen Ideenmanagements

Ob Sie Ihr Ideenmanagement nun gleich mithilfe einer Datenbank umsetzen oder zunächst nur einen Ideenbriefkasten installieren – Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wie wäre es für den Anfang z.B. mit Workshops oder Wettbewerben? Sie werden überrascht sein, wie viele gute und innovative Ideen in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter vorhanden sind. Mit genau diesen Vorschlägen wird Ihr Franchiseunternehmen ganz sicher nicht langweilig!

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