IKEA Gründer Ingvar Kamprad für Sie im Unternehmerportrait

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ikea gründer ingvar kamprad

IKEA – hinter diesen so unscheinbaren vier Buchstaben verbirgt sich ein milliardenschweres Unternehmen mit einem sehr hohen Bekanntheitsgrad. Gelb und blau hinterlegt, besitzt IKEA einen enormen Wiedererkennungswert und erfreut sich in vielen Winkeln der Welt über große Popularität. Berühmt geworden ist IKEA zwar vor allem durch sein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, doch auch die beliebte Kantine mit den leckeren schwedischen Spezialitäten und die so amüsant klingenden Namen der Möbelstücke haben ihren Beitrag zur Etablierung des IKEA-Imperiums beigetragen.

Das Unternehmen hat sich vor allem auf den Vertrieb von Möbeln, Dekoration und alles rund um Haus und Garten spezialisiert. In den großen Hallen der einzelnen Niederlassungen finden Hobbyhandwerker die passenden Utensilien für ihr nächstes Projekt, Mütter das perfekte Spielzeug und Kinderzimmer für ihre Kleinen und Amateurköche das nötige Werkzeug für ihre wunderbaren Küchenkünste. Der Mann, der hinter der Gründung dieser wirtschaftlichen Macht steckt, trägt den Namen Ingvar Kamprad. Seinen Schaffensweg und vor allem die Werte und Kompetenzen, die ihn ein solches Unternehmen aus dem Nichts erschaffen ließen und dieses zu einem der Marktführer der Möbel und Innenausstatter machten, möchten wir im folgenden Artikel genauer unter die Lupe nehmen.

1) Ingvar Kamprad – Von Streichhölzern zum eigenen Möbelhaus

Feodor Ingvar Kamprad erblickte am 30. März 1926 im südschwedischen Elmtaryd Agunnaryd das Licht der Welt. Seine Eltern hatten sowohl schwedische, als auch deutsche Wurzeln und hatten ihr Leben im schönen Schweden der Landwirtschaft gewidmet. Sein Talent zum Unternehmertum zeichnete sich schon in sehr frühen Jahren ab. Denn die Karottensaat aus dem eigenen Anbau bot der damals Zehnjährige Kamprad den benachbarten Bauern an, um sein Taschengeld aufzustocken und selbst die lange Fahrt nach Stockholm hat den Jungen nicht abhalten können, seinem Geschäftssinn nachzugehen. So war der junge Kamprad nämlich stets dafür bekannt in der Hauptstadt Schwedens eine hohe Quantität an Streichhölzern zu einem Spottpreis zu erstehen, die er anschließend gewinnbringend an Freunde und Nachbarn verkaufte.

Das Unternehmertum steckte Ingvar Kamprad also schon immer in den Knochen – daran besteht kein Zweifel. Trotzdem war seine Schulzeit vor allem von Problemen und viel Stress geprägt. Denn Ingvar Kamprad litt sein Leben lang unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche, die ihm das Leben zum Teil richtig schwer machte. Doch davon ließ sich der Schwede noch lang nicht von seinen Zielen abbringen, sondern arbeitete stattdessen umso härter an der Verwirklichung seiner Träume.
Im Alter von nur 17 Jahren startete Ingvar Kamprad dann schon bereits sein Unternehmen IKEA. Die auf den ersten Anschein so willkürlich zusammengewürfelten Buchstaben, haben jedoch einen Sinn. Das I und das K stehen nämlich für Ingvar Kamprad, das E ist dem heimischen Waldbauernhof Elmtaryd zu zuordnen und das A steht für das Dorf Agunnaryd, in dessen Nähe Ingvar Kamprad aufgewachsen ist. Das Unternehmen hatte doch keine Betriebe sondern kann als eine frühe Form des Versandhandels gesehen werden.

In seinem Sortiment nahm Kamprad Uhren, Stifte, Geldbörsen, Bilderrahmen und viele weitere Kleinigkeiten auf. Eines Tages kam einer seiner Mitarbeiter auf die geniale Idee, Kartons nicht nur in der üblichen Größe und Form zu verkaufen, sondern diese auch in kleineren, handlicheren Formaten anzubieten. Kamprad setzte diese Idee begeistert um und war selbst erstaunt von der hohen Nachfrage. Davon inspiriert, kam ihm der Einfall, die praktischen Kartons nun auch mit Inhalt zu füllen und entschied sich kurzum für Möbel. So kam es dazu, dass es ab dem Jahr 1947 jetzt auch möglich war, Möbel in dem Versandhandel IKEA zu erstehen.

Den großen Schritt ging Kamprad dann schließlich 1958 als er das erste Möbelhaus im schwedischen Älmhult eröffnete. Durch den durchschlagenden Erfolg, den der IKEA-Gründer hier erfuhr, war es ihm möglich schon bald weitere Filialen zu eröffnen. 1963 folgte bald darauf die erste ausländische Niederlassung im norwegischen Oslo und 10 Jahre später wagte sich Kamprad letztendlich auch außerhalb von Skandinavien Möbelhäuser seiner Marke IKEA zu eröffnen. Dieses entstand im Jahr 1973 in Spreitenbach, einer Stadt in der Schweiz. Nur ein Jahr später hatten die Deutschen dann auch endlich die Möglichkeit in München das schwedische Möbelhaus zu besuchen.

2) Weitere Expansion des Unternehmens

Die Möbelhäuser von IKEA zeichneten sich damals schon vor allem dadurch aus, dass die Kunden sich selbst am Angebot bedienten und die Möbel im eigenen Haus dann auch selbst aufbauen mussten. Durch die Positionierung der Betriebe am Rand von Großstädten konnten sie entsprechend groß gebaut werden und lagen trotzdem noch so nahe, dass sie einfach und ohne große Probleme zu erreichen waren. Bis Ende der 1970er Jahre hatte IKEA Europa bereits schon gut erschlossen und expandierte nun auch in weitere Kontinente. 1983 war IKEA dann nun schon in 14 verschiedenen Ländern auf insgesamt vier Kontinenten vertreten. In den 90er Jahren gelang es Kamprad, sich in die asiatischen Gebiete auszubreiten und eröffnete Möbelhäuser in Malaysia und China. Trotz der weltweiten Expansion ist und bleibt Deutschland der wichtigste Absatzmarkt für das schwedische Unternehmen.
Mittlerweile gehört das Unternehmen zu Ingka Gruppe, welche als der größte Franchisegeber weltweit gilt. Ikea ist heute insgesamt auf 30 Märkten mit 367 Einrichtungshäuser vertreten.

3) Wie man aus einem Versanhandel ein milliardenschweres Imperium schafft

Die Menschen der Gemeinde Älmhult, in welcher Kamprad groß wurde, waren für ihre ausgesprochene Sparsamkeit und Tüchtigkeit berühmt – zwei Eigenschaften, die auch den Charakter des IKEA-Gründers nachhaltig beeinflusst haben. So legte Kamprad großen Wert darauf, seine Produkte zu einem angemessenen, fairen und günstigen Preis anzubieten. Dies war nicht etwa möglich, weil Kamprad an der Qualität spart, nein, der Geschäftsmann traf sein Leben lang kluge Entscheidungen, die den Profit seines Unternehmens steigerten und gleichzeitig den Preis seiner Produkte positiv beeinflussten. So war seine Unternehmensstrategie vor allem darauf ausgerichtet so wenig Geld wie möglich auszugeben. Dementsprechend entschied sich Kamprad 1961, die Produktion seiner Güter nach Polen auszulagern. Denn Polen bot die gleichen Konditionen zu niedrigeren Kosten an. Weiterhin verbrachte er einen Großteil seines Lebens in der Schweiz, um sich die Zahlung der hohen Steuern im teuren Schweden zu ersparen. Sein Konzept ging offensichtlich auf, da er seit den 1980er Jahren zu den reichsten Menschen der Welt zählt.

Auch im Privaten zeichnete sich Kamprad durch seine Bescheidenheit aus. Er ließ sein Vermögen nie heraushängen und bemühte sich stets darum, einen bescheidenen Lebensstil zu verfolgen. So bevorzugte er noch bis ins hohe Alter den Bus und zog diesen einem privaten Chauffeur oder dem Taxi vor. Am liebsten speiste der IKEA-Gründer in den verschiedenen Ikea-Kantinen, was ihn sehr beliebt machte. Denn er tauschte gerne freundliche Worte mit der Kundschaft aus und präsentierte sich offen und auf gleicher Augenhöhe mit Mitarbeitern und Kunden. Dies wurde Kamprad sehr hoch angerechnet, weswegen er auch mit ausgesprochener Regelmäßigkeit zum beliebtesten, schwedischen Manager gewählt wurde. Die Menschen munkelten sogar, dass Kamprad seine Klamotten am liebsten auf Flohmärkten erstand. Ob dies allerdings nur ein Gerücht ist, oder der Wahrheit entspricht, werden wir wohl niemals erfahren.

4) IKEA heute

Trotz des langen Bestehens des Unternehmens ist und bleibt IKEA eine wirtschaftliche Größe, die man nicht unterschätzen darf. Denn das Unternehmen schafft es beständig, seine Rekorde vom Vorjahr zu brechen und seinen Profit immer wieder zu steigern. So verbucht IKEA im Geschäftsjahr 2018 einen jährlichen Umsatzzuwachs von 5,003 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 2,8 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017. Diese Anhebung des Gewinns kann vor allem auch mit dem großen Erfolg des Onlinehandels des Unternehmens begründet werden. Dieser ist nämlich um 22 Prozent angestiegen und somit im wahrsten Sinne des Wortes durch die Decke gegangen. Auch das relativ neu eingeführte Angebot des Unternehmens zur Montage von Möbeln kommt bei den Kunden sehr gut an. Eine weitere Neuerung, wodurch sich IKEA die Zuneigung und Treue seiner Kundschaft sichert, besteht darin, dass das Möbelhaus nun seine Versandkosten reduziert hat und die Lieferzeit beschleunigt. Das verschafft IKEA einen enormen Vorteil und katapultiert die Konkurrenz aus dem Rennen. Die Möbelstücke lassen nun nämlich nicht mehr einige Werktage auf sich warten, sondern werden tatsächlich schon am Folgetag geliefert. Dies ist momentan zwar nur in Berlin und Hamburg umsetzbar, doch das Unternehmen plant dieses Konzept nach und nach auf sämtliche Filialen auszubreiten.
Durch die enorme Größe des Möbelhauses hat IKEA natürlich auch eine soziale Verantwortung. Das Unternehmen sollte als Vorbild für andere Geschäftsmänner und Politiker voranschreiten, um einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft und Umwelt zu haben. Dies setzt IKEA zum einen dadurch um, dass es Kooperationen mit verschiedenen Unternehmen, Organisationen und Gruppen eingeht, welche natürlich ihre Kaufzahlen steigern sollen, zugleich aber auch die Augen der Menschen für mehr Vielfalt und Offenheit öffnen sollen.

So bestehen zwar momentan Kooperationen mit Adidas und Lego, aber auch Studenten und Ausnahmetalente bekommen bei Ikea die Möglichkeit ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Weiterhin fiel dem Unternehmen auf, dass bei der Eröffnung neuer Filialen in Indien nur 20 % der Bewerber Frauen waren. Dies machte die gesellschaftlichen Defizite dieses Landes offensichtlich. IKEA gibt jedoch nicht auf und nutzt diesen Umstand als Chance und Herausforderung, um die Frauenquote in Unternehmen schrittweise anzuheben und somit die Gleichberechtigung in Ländern wie Indien voranzutreiben. Dies setzt IKEA auch um, indem sie indische Kunsthandwerkerinnen mit in ihr Entwicklungsteam aufnahmen, um neue Kreationen und Trends für die kommenden Kollektionen zu kreieren.
Auch wenn Ingvar Kamprad am 27. Januar 2018 verstorben ist, wird deutlich, dass seine Lebensweise und seine Werte noch heute das berühmte, schwedische Möbelhaus prägen.

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