Geld investieren im Franchising: Ihre Geldanlage?

26.07.2018 16:30 | Ein Unternehmen gründen

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Wenn Sie als Franchisenehmer in ein Franchisesystem investieren möchten, dann verfolgen Sie zum einen natürlich die Absicht, sich selbstständig zu machen und Ihr eigener Chef zu sein. Darüber hinaus tragen Sie als Existenzgründer aber auch ein unternehmerisches Risiko für Ihren Betrieb. Aus diesem Grund ist es durchaus legitim, dass Sie sich zeitgleich auch fragen, wie es um Ihren späteren Verdienst steht. Denn als Franchisenehmer investieren Sie durchaus hohe Summen an Geld in ein Franchisesystem. Dieses zusätzliche Risiko, was Sie als Gründer zu tragen haben, sollte sich also in einem höheren Verdienst wiederspiegeln. Dieser Artikel erläutert, welche Faktoren Ihren Verdienst beeinflussen, wenn Sie via Franchising Geld investieren.

Geld investieren in ein Franchisesystem – darauf kommt es an!

An sich können Sie als zukünftiger Franchisenehmer damit rechnen, dass Ihnen ein guter Verdienst blüht. Allerdings kommt es wie so oft auf zahlreiche Faktoren an, die einen starken Einfluss auf Ihre Verdienstmöglichkeiten nehmen.

Franchisekonzepte sind oft darauf ausgelegt, dass Franchisenehmer, die in ein System Geld investieren, prinzipiell auch guten Gewinn verzeichnen können. Allerdings müssen System und Franchisenehmer zueinander passen, zudem sollten die Persönlichkeit und die Motivation des Gründers zum Konzept passen. Wenn dem nicht so ist und ein Gründer sich im Nachhinein als nicht ausreichend qualifiziert herausstellt, dann kann dies natürlich negative Auswirkungen auf die Höhe des Gewinns haben. Ebenso unglücklich ist eine Mischung aus fittem, motiviertem Gründer und unpassendem System oder schlecht laufendem Standort.

Folgende 6 Faktoren beeinflussen Ihre Verdienstmöglichkeiten als Franchisenehmer. Behalten Sie diese im Hinterkopf, wenn Sie überlegen, in ein Franchisesystem Geld zu investieren:

1. Die Branche und das Geschäftskonzept

Wenn Sie Geld investieren, dann hängt Ihr späterer Verdienst von der Branche und dem Konzept ab. Als finanziell attraktiv gilt vor allem der Dienstleistungssektor, da die Investitionssummen hier meist relativ überschaubar sind. Interessante Modelle mit gewinnträchtigen Zukunftsaussichten sind Systeme, die sich rund um Themen wie Gesundheit, Fitness, Beauty oder aber dem demografischen Wandel drehen wie der Seniorenbetreuung und -Pflege. Wer sich für die Gastronomie interessiert, der kann auch hier immer noch mit recht hohen Gewinnmargen rechnen. Bei dem Einzelhandel sieht es allerdings weniger rosig aus: Denn der zittert ums nackte Überleben durch den rasanten Zuwachs an E-Commerce-Angeboten und dem heißen Preiskampf, den er sich mit dem Internet liefern muss.

Wenn Sie also als Franchisenehmer Geld investieren möchten, dann kommt es auf die Umsatzrendite an. Erst die kann Ihnen eine Idee darüber geben, wie es um einen möglichen Verdienst steht. Wenn Sie die Umsatzrendite berechnen, setzen Sie Ihren erzielten Gewinn ins Verhältnis zum generierten Umsatz. Während der Einzelhandel im Schnitt eine Umsatzrendite von 3-10 Prozent aufweist, liegt diese im Consulting bei satten 65 Prozent. Niedrigere Umsatzrenditen lassen auf einen hohen Wettbewerb schließen. Im Umkehrschluss bedeuten hohe Umsatzrenditen wenig Konkurrenz oder aber eine niedrige Kostenbasis.

2. Die Höhe der Investitionskosten

Zudem fragen Sie sich sicherlich, wie Sie die unterschiedlich hohen Investitionskosten interpretieren können. Gerade am Anfang, wenn Sie Geld in ein Franchisesystem investieren, werden horrende Summen fällig. Schließlich müssen Sie die einmalige Lizenzgebühr zahlen und zeitgleich die Kosten für den Aufbau Ihres Standortes sowie die Warenerstbestückung tragen – da kommen schnell sehr hohe Investitionssummen zustande!

Bei manchen Franchisesystemen können Sie mit einer Summe von 30.000 Euro rechnen, andere überschreiten sogar eine halbe Million. Da kommt schnell die Frage auf, inwieweit die Höhe der Investitionskosten einen Einfluss auf den späteren Verdienst nimmt. Schließlich muss sich solch eine Investition ja auch rentieren! Fakt ist, dass hier eine Korrelation besteht. Allerdings können Sie auch mit günstigeren Franchisesystemen attraktive Gewinne einfahren. Hier soll vor allem der Consultingbereich sehr reizvoll sein – allerdings sollten Sie hierfür ein sehr extrovertierter, vertriebsstarker Gründer sein.

3. Die monatlichen Franchisegebühren

Abgesehen von den anfänglich hohen Kosten der Investition, sollten Sie die laufenden Gebühren nicht unterschätzen. Als Franchisenehmer zahlen Sie sowohl eine monatliche Franchisegebühr, die der Franchisegeber für die Weiterentwicklung des Geschäftskonzeptes nutzt, als auch eine Werbegebühr, die Ihren Anteil an den überregionalen Marketingmaßnahmen darstellt. Diese Gebühren sollten sich auf 0 bis 12 Prozent von Ihrem Nettoumsatz belaufen. Wundern Sie sich nicht, dass diese bei Franchisesystemen im Dienstleistungsbereich durchaus über den Gebühren des Einzelhandels oder für Handwerksbetriebe liegen.

Checken Sie vor der Unterzeichnung des Franchisevertrages, welche Leistungen in den Gebühren enthalten sind. Denn wenn Sie schon Geld investieren und in die Hand nehmen, dann sollten Sie auch sicherstellen, dass Sie lohnenswerte Gegenleistungen erhalten!

4. Finanzierung über Eigen- oder Fremdkapital?

Wie planen Sie, die Investition vorzunehmen? Wenn Ihnen ausreichend Eigenkapital zur Verfügung steht, dann ist das umso vorteilhafter für Sie. Banken verlangen meist eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent. Wenn eine externe Finanzspritze in Form von Fremdkapital nötig ist, dann müssen Sie damit rechnen, dass die monatlichen Zinsen Ihre Rendite schmälern werden. Je nach Bonität des Existenzgründers kann Ihnen ein Kredit teuer zu stehen kommen. Auch dies gilt es zu bedenken, wenn Sie Geld investieren.

5. Die Gründerpersönlichkeit

Wenn Sie sich selbstständig machen möchten, dann sollten Sie über die geeignete Unternehmerpersönlichkeit verfügen. Viele Franchisesysteme richten sich an Quereinsteiger, da Franchisegeber wissen, dass es mitunter wichtiger ist, dass die Persönlichkeit auch tatsächlich zum System passt. Dies ist meist noch entscheidender als bisherige Branchenexpertise. Wichtig sind vor allem eine hohe Eigenmotivation und eine ehrgeizige Persönlichkeit. Gerade im Dienstleistungsbereich und der Consultingbranche kommt es beispielweise darauf an, dass Sie stark im Vertrieb sind und ein geborener Netzwerker sind. Wenn Sie diese Eigenschaften mitbringen, dann ist Ihr Geld weise in solch ein Franchisesystem investiert.

Bei der Wahl des passenden Franchisesystems sollten Sie vor allem darauf achten, dass Sie etwas finden, was Sie erfüllt und mit dem Sie sich 100 prozentig identifizieren – dann geht Ihnen die Arbeit auch umso leichter von der Hand!

6. Der Standort

Der richtige Standort ist alles entscheidend: Er bestimmt darüber, wie erfolgreich Ihr Betrieb ist oder aber ob Ihnen der finanzielle Ruin bevorsteht. Gerade in der Gastronomie und im Einzelhandel kann der richtige Standort Ihren Verdienst enorm erhöhen! Denn der Standort entscheidet über Faktoren wie die Kaufkraft der Kunden, den Wettbewerb durch ansässige Konkurrenz und über Ihr Einzugsgebiet. Führen Sie also eine sorgfältige Standortanalyse durch, wenn Sie Geld investieren.

Hand auf’s Herz: Wie steht es nun wirklich um Ihren zukünftigen Verdienst?

Bei Ihrer Investition in ein Franchisesystem können Sie wie folgt planen: Das erste Jahr ist in der Regel noch von Verlusten geprägt, während Sie im zweiten Jahr eine schwarze Null verzeichnen sollten. Ab dem dritten Jahr bekommen Sie dann eine Idee davon, wie Ihr finanzieller Durchschnitt der nächsten Jahre aussehen wird. Nach 5 Jahren sollten Sie Ihr investiertes Geld zurück haben. Was noch interessant für Sie sein sollte, wenn Sie planen Geld via Franchising zu investieren: Die Amortisationszeit steht nicht im Zusammenhang mit der Höhe der Investitionssumme!

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