James E. Casey: Unternehmerporträt des UPS Gründers

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Sie interessieren sich für Franchising, Unternehmertum und die Geschäftswelt ? Dann ist Ihnen sicherlich der Name "James Casey" nicht unbekannt!

James Casey wurde 29.3.1888 in Pick Handle Gulch, Nevada, USA geboren und verstarb am 06.06.1983.

Er ist bekannt für sein Lebenswerk, das weltbebekannte Unternehmen UPS. Aber wie kam es dazu ? Hier sind ein paar Eckdaten zum berühmten Unternehmer James E. Casey:

  • 1907: Gründung der „American Messenger Company“
  • 1913: Vereinigung der „American Messenger Company“ mit Evert McCabes „Motorcycle Messengers“
  • 1919: Umbenennung zu “United Parcel Service” (UPS)
  • 1948: Gründung der „Anne E. Casey Foundation”
  • 1966: Gründung von „Casey Family Programs”

Die Anfänge

James Vater, der als Wirt und Goldsucher tätig war, zog mit seiner Familie nach Seattle, als James noch sehr jung war. Wegen der Erkrankung und schlechten körperlichen Verfassung seines Vaters verließ der 11-jährige James E. Casey die Schule und begann bei verschiedenen Kurierdiensten zu arbeiten. Nach dem Tod seines Vaters war es laut James Angaben seine Mutter, die die Familie zusammenhielt, und dafür sorgte, dass es ihm und seinen drei Geschwistern weiterhin gut ging. James lieferte weiterhin Pakete für Kaufhäuser aus.

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1905 verließ er Seattle und ging nach Nevada, um während des Klondike-Goldrausches Gold zu suchen. Nachdem er nicht fündig wurde, kehrte er zwei Jahre später nach Seattle zurück.

Gründung der „American Messenger Company“

Nachdem er sich 100 US-Dollar von einem Freund geliehen hatte, startete der 19-Jährige seinen eigenen Kurier-Service. Er gründete die „American Messenger Company“ gemeinsam mit seinem Freund Claude Ryan. James Bruder George und andere Teenager arbeiteten als Boten für die beiden und lieferten unter anderem Dokumente, Gepäck, Tabletts mit Essen von verschiedenen Restaurants und Pakete aus. Sie verwendeten Fahrräder und Motorräder, waren aber größtenteils zu Fuß unterwegs. Ihr Unternehmen leiteten die beiden jungen Männer von Claudes Onkels kleinem Keller aus. Es gab verschiedenen Gründe dafür, dass ihr Kurierdienst dem Wettbewerb standhalten konnte. Einer davon war, dass sie auf einen guten, fairen Service mit niedrigen Preisen setzten.

Zusammenschluss mit McCabes „Motorcycle Messengers“

Nach der Fusionierung mit McCabes „Motorcycle Messengers“ wuchs die Firma stetig und setzte bald auch das erste Auto, ein Ford, Model T, ein. Der Fokus wechselte von Botengängen auf Pakete um, da die moderne Kommunikation durch Auto und Telefon immer einfacher wurde. Das Geschäft mit Paketen hingegen wurde immer lukrativer. Immer mehr Kaufhäuser gaben ihre eigenen Botendienste auf und wechselten zu „American Messenger Company“ und bald gehörten drei von Seattles wichtigsten Warenhäusern zu ihren Kunden.

Expansion und Namensänderung

Sein Partner Claude Ryan verkaufte seine Anteile der Firma 1917. Nach der Expansion 1919 änderte James E. Casey den Namen der Firma zu „United Parcel Services“ (UPS), ein Name, der heute allen bekannt ist.

1922 übernahm UPS dann eine Firma in Los Angeles und damit auch deren „Common Carrier“-System.

Dieses zeichnete sich durch verschiedene Merkmale aus:

  • Automatische tägliche Abholung
  • Bezahlung von Nachnahmesendungen vom Versender
  • Ausstellung von wöchentlichen Rechnungen
  • Automatische Rücksendung bei versagter Zustellung

Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Unternehmen rasch fort und wurde immer größer. Das lag nicht allein daran, dass Casey streng dabeiblieb, die Preise niedrig zu halten, er entwickelte außerdem laufend neue Ideen. So führte er 1924 das erste Förderbandsystem ein, um Pakete zu sortieren. Mit dieser Neuentwicklung und dem Einsatz von Autos konnten Pakete nun um ein Vielfaches schneller ausgeliefert werden, und das Unternehmen breitete sich weiter aus. Bald erstreckte es sich über die meisten größeren Städte an der Pazifik-Küste. Caseys Expansion der Firma sowie seine Innovationen führten dazu, dass UPS schon bald über seinen ursprünglichen Zweck eines Kurierdienstes hinauswuchs, und sich zur wichtigsten Logistik-Firma weltweit entwickelte.

Rezept zum Erfolg

James E. Casey hatte einige verschiedene Positionen in seinem Unternehmen inne:

  • Präsident
  • Generaldirektor
  • Vorstandsvorsitzender
  • Leitender Geschäftsführer
  • Ehrenvorsitzender

Doch was half dem Geschäftsmann zum Erfolg?

Casey setzte auf Fairness in seinem Unternehmen. Er glaubte daran, seine Angestellten zu motivieren, anstatt einfach als Aushilfskräfte zu sehen. Sein Unternehmen war eines der ersten amerikanischen, das ein Gewinnbeteiligungs-System einführte.

So konnte er daraufsetzen, dass seine Mitarbeiter motiviert an die Arbeit gingen, und einen erstklassigen Service anboten. Er hatte also nicht nur ein Gespür für Geschäftsideen, sondern war auch ein Visionär im Thema Leadership.

James E. Casey glaubte an ein System, in dem eine Firma den Menschen gehörte, die auch tatsächlich darin arbeiteten, und nicht irgendwelchen außenstehenden, stummen Partnern. Auch heute noch sind die meisten UPS-Aktien im Besitz von firmeneigenen Managern, ehemaligen Angestellten, oder dessen Erben. Der Gründer behandelte seine Mitarbeiter mit Fairness und Gleichberechtigung und gab ihnen die Chance, intern aufzusteigen und sich hochzuarbeiten.

Auch sollten sie die Möglichkeit haben, sich Aktien der Firma zu erkaufen. Sogar währen der „Großen Depression“ hielt er die fairen Löhne und Arbeitsbedingungen seiner Angestellten aufrecht. Er weigerte sich oft, die Preise für seinen Lieferservice zu erhöhen, denn sein Image waren seine niedrigen Preise, und sein guter Service. Dieser wurde durch die gute Behandlung seiner Mitarbeiter gewährleistet. Nach eigenen Angaben war es seine Familie, und vor allem seine Mutter, die ihm zum Erfolg verhalf. Seine Mutter sorgte immer dafür, dass eine warme Mahlzeit auf dem Tisch stand und verhinderte, dass die Familie auseinanderbrach, als ihr Mann verstarb.

Geschäftsmann und Menschenfreund

Dieser starke Familiensinn spiegelt sich auch in James E. Caseys späterem Werdegang wieder. 1948 gründete er gemeinsam mit seinen Geschwistern George, Harry und Marguerite die „Annie E. Casey Foundation“, benannt nach ihrer Mutter. Die Organisation kümmert sich um Kinder, die kein harmonisches Familienleben mit ihren Eltern genießen können. Später gründete er dann die „Casey Family Programms“, eine Organisation, die sich in Zusammenarbeit mit der „Annie E. Casey Foundation“ um Kinder- und Jugendschutz und die Pflegeunterbringung für Kinder kümmerte. Für Casey war es also nicht nur wichtig, sich für seine Angestellten und die Fairness gegenüber dem Kunden einzusetzen. Er wollte auch Kindern helfen, die nicht denselben Rückhalt, und dieselbe Unterstützung von einer liebevollen Familie bekamen, die er damals erhalten hatte.

James E. Caseys Hinterlassenschaften

Casey ging als leitender Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender in den Ruhestand, blieb jedoch weiterhin bis einen Monat vor seinem Tod, 1983, Ehrenvorsitzender und im Gremium.

Er hinterließ nicht nur eine der weltweit wichtigsten Logistik-Firmen, sondern auch zwei Organisationen zum Schutz und der Hilfe von Kindern. Seine Errungenschaften blieben nicht unbeobachtet. 2002 wurde Casey in die US-amerikanische Abteilung der „Labor Hall of Fame“ (heute „Labor Hall of Honor“) und 2016 in die „Logistics Hall of Fame“ aufgenommen. Sein Vermögen hinterließ er nach seinem Tod der „Annie E. Casey Foundation“.

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