Jerry Greenfield und Ben Cohen: die Ben & Jerry’s Gründer im Unternehmerporträt

27.01.2019 08:13 | Ein Unternehmen gründen

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Ben & Jerry’s, den Namen der leckeren Eiscreme mit den verrückten Sorten kennt heute wohl jeder. Doch wer verbirgt sich eigentliche hinter dem Unternehmen und wo hat es seine Anfänge genommen?

Die Geschichte

Die Eiscrememarke findet seinen Ursprung in einer alten, umkonstruierten Garage, nachdem die beiden Freunde Ben Cohen und Jerry Greenfield einen Fernkurs zum Eismachen um 5 Dollar an der Penn State Uni abgeschlossen haben. Den umgebauten Shop eröffnen Sie 1978 in Berlington, Vermont, mit einem Startkapital von 12.000 USD. Davon bringen die beiden 8.000 USD als Eigenkapital auf.

1980 beginnen die beiden Gründer das Eis in einer alten Schule und einer alten Fabrik zu produzieren und in Bechern abzufüllen. Von seinem alten VW-Kombi aus verkauft Ben Cohen das Eis an verschiedenen Gaststätten. Nun werden die Eisbecher auch an Lebensmittelgeschäfte verkauft.

Da die Nachfrage nach den verrückten Eissorten immer weiter steigt, wird bereits 1981 der erste „Scoop Shop“, bei dem das Eis offen zu kaufen ist, in Shelburne eröffnet. Das Geschäft wird als Franchise-Betrieb geführt.

1988 erhalten Ben und Jerry den Preis für den Kleinunternehmer des Jahres der USA von Ronald Reagan verliehen.

2000 wird das erfolgreiche Unternehmen für um die 326 Millionen USD von dem Konzern Unilever übernommen. Der Verkauf erfolgt aber unter der Bedingung, dass ein eigener Vorstand gegründet wird. So wollen Ben Cohen und Jerry Greenfield gewährleisten, dass durch die Übernahme weder das soziale Engagement noch die Integrität der Marke verloren gehen.

Die Eissorten

Ben & Jerry’s Eis verkauft verschiedene verpackte Eissorten sowie Frozen Joghurt und Milchshakes in den Ladenlokalen. Dabei kommen immer wieder neue Sorten auf den Markt, und alte verschwinden. Das Unternehmen zeichnet sich seit Beginn durch die Produktion ungewöhnlicher Eissorten und ihren kreativen Namen aus. Dabei gibt es:

  • Klassiker
  • Nach Berühmtheiten benannte Eissorten
  • Sorten für soziales Engagement
  • Sorbets
  • Sortiment ohne Milchprodukte
  • Fair Trade Produkte

Ein Klassiker, der bereits seit 1991 auf dem Markt ist, ist „Chocolate Chip Cookie Dough“. Das ursprüngliche Rezept kommt von einer Empfehlungstafel in einem Ben & Jerry’s Laden von einem unbekannten Kunden. Das Produkt wird dann noch jahrelang überarbeitet, bevor es in seiner jetzigen Form auf den Markt kommt.

Die Eissorte „Phish Food“ wird nach der aus Vermont stammenden Band „Phish“ benannt und es gibt eine Geschmacksrichtung namens „Cherry Garcia“. Diese verdankt den Namen, wie zu erwarten, der Musiklegende Jerry Garcia. Die Idee stammt von zwei „Grateful Dead“-Fans. Als Anlass für das Eis „Goodbye Yellow Brickle Road“ wurde das erste Konzert Elton Johns in Vermont genommen.

Auch das soziale Engagement des Unternehmens spiegelt sich in den Namen der Geschmacksrichtungen wieder. So zeigt Ben & Jerry’s etwa mit der Sorte „One Sweet Whirled“ sein Engagement für die Umwelt. Es handelt sich dabei nicht nur um den Namen einer Eissorte, sondern auch eine Website zum Thema Umweltschutz und Kampf gegen den Klimawandel, in Kooperation mit der Dave Matthews Band und SaveOurEnvironment.org.

Seit 1996 gibt es laktosefreie Sorbets mit Quellwasser, verschiedenen Früchten und Aromen und nach einer Petition von Ben & Jerry’s-Fans gibt es auch komplett milchproduktfreie Eissorten auf Mandelbasis.

Sorten, die von dem Unternehmen vom Markt genommen werden, kommen in den sogenannten „Flavour Graveyard“. Hier werden in Nachahmung eines Friedhofes alte Sorten ausgestellt, die es nicht mehr zu Kaufen gibt, oder die nie auf den Markt gekommen sind. Für jede Sorte ein Grabstein.

Soziales Engagement

Ben & Jerrys zeichnet sich neben den verrückten Eissorten mit den kreativen Namen vor allem durch sein Engagement in sozialen Themen aus. Die Gründer haben sich schon bald für die verschiedensten Themen eingesetzt, und diese Tradition wird bis heute fortgeführt. Bereits 1985 wird die Ben & Jerry’s Stiftung gegründet, die zur Finanzierung gemeinnütziger Projekte eingesetzt wird. Einige der wichtigsten Themen, für die sich Ben & Jerry’s einsetzt, sind:

  • Nachhaltige Milchwirtschaft
  • Schutz von Kindern
  • Klimaschutz
  • Fairer Handel
  • Kampf gegen Ungleichheit

Ben & Jerry’s setzt sich für eine nachhaltige Milchwirtschaft ein, die den Tieren und den lokalen Bauern zugutekommt. Glückliche Kühe und glückliche Bauern sorgen für gutes Eis. Den Bauern soll ermöglicht werden, ihre nachhaltigen, fairen Betriebe weiterzuführen.

1992 kommt es zu einer Zusammenarbeit mit dem „Childrens Defense Fund“. Es soll dafür gesorgt werden, dass Kindern die Abdeckung ihrer Grundbedürfnisse ermöglicht wird. 1999 hilft das Unternehmen mit einem umgestalteten Tourbus der britischen Organisation „Childline“ beim Spendensammeln.

Seit 2006 setzt sich das Unternehmen darüber hinaus für fairen Handel ein. Ben & Jerry’s sorgt für einen fairen Preis für den Anbau von Vanille, Kakao und Kaffeebohnen.

2009 findet der Wettbewerb „Do the World a Flavor“ statt. Es sollen Vorschläge zu neuen Eissorten gebracht werden, als Anregung zu fairem Handel. Die Gewinner, mit der Sorte „Almond Delight“, bauen einen Kinderspielplatz in Yabon und besuchen eine Kakao-Kooperative in der Dominikanischen Republik.

Mit Ben & Jerry’s „Citicen Cool“, einem Film über gewöhnliche Menschen, die Ungewöhnliches vollbringen, soll den Menschen ein Anstoß gegeben werden, ihre Gemeinschaften zu verändern.

Der „Free Cone Day“, der am ersten Jahrestag des Unternehmens stattfand, wird auch heute noch jährlich durchgeführt. Dabei wird gratis Eis verteilt, während Spenden für eine lokale Organisation gesammelt werden.

Die Idee

Dies sind nur einige Beispiele für das soziale Engagement des Unternehmens. Aber die Botschaft ist klar, Ben & Jerry’s ist nicht wie andere Unternehmen. Themen wie Umwelt, Soziales und Mitarbeiter werden hier anders behandelt. Angestellte sollen nicht nur produktiv sein, sondern auch Spaß haben. Das Bild, das große Unternehmen nur von Profitgier getrieben sind und dafür wichtige Themen wie Umwelt und soziale Gleichheit links liegen lassen, wird von Ben & Jerry’s auf den Kopf gestellt. Es geht eben auch anders. Ben & Jerry’s zeigt, dass ein Unternehmen auch erfolgreich sein kann, wenn es nicht nur seine Mitarbeiter gut behandelt, sondern sich darüber hinaus für den fairen Umgang mit allen Menschen einsetzt. Der Erfolg des Unternehmens wird dafür genutzt, eine Idee der Gleichbehandlung und des nachhaltigen Umgangs mit der Natur zu verbreiten.

Ben & Jerry’s heute

Heute ist das Unternehmen in 25 Ländern mit über 580 Geschäften vertreten. Dabei verlässt es sich auf zahlreiche Franchisepartner mit Interesse für soziales Engagement und unternehmerischem Denken. Die Marke ist noch lange nicht damit fertig, seine leckeren Eissorten sowie ein Bewusstsein für soziale Themen auf der ganzen Welt zu verbreiten.

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