Kapitalerhöhung: Was Sie beachten sollten!

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Bei der Gründung eines Unternehmens spielen die Finanzen auch eine große Rolle. Zuvor sollte jeder Unternehmer einen detaillierten Businessplan aufstellen, um schon zu Beginn finanziellen Risiken aus dem Weg zu gehen, beziehungsweise sich auf diese einzustellen. Zumeist gründet man ein Unternehmen mit Fremdkapital und Eigenkapital.

Dabei sollte zu Beginn genau kalkuliert werden, wie viel man investieren möchte. Dennoch kann es auch nach der Gründung zu der Situation kommen, dass ein Unternehmen für bestimmte Angelegenheiten Geld braucht und somit seine Eigenkapitalstruktur verbessern möchte, um damit eine bessere Kreditwürdigkeit zu erlangen.

Es kann aber auch sein, dass das Unternehmen eine größere Investition plant und diese nicht über einen Kredit finanzieren möchte. Dann gewinnt das Stichwort Kapitalerhöhung eine große Bedeutung. Denn genau diesen Schritt streben dann die Unternehmen an. Die Kapitalerhöhungen bei Aktiengesellschaften sind im Aktiengesetz geregelt. Außerdem muss beachtet werden, dass Kapitalerhöhungen Rechte der bestehenden Aktionäre berühren können.

Was ist eine Kapitalerhöhung?

Durch eine Kapitalerhöhung kann das Unternehmen sein Eigenkapital aufstocken. Dieser Prozess zählt zu der Gruppe der Finanzierungsmaßnahmen. Allerdings läuft eine Kapitalerhöhung nicht immer auf die gleiche Art und Weise ab. Hierbei spielt die Rechtsform des Unternehmens eine wichtige Rolle. Bei Personengesellschaften wie der Offenen Handelsgesellschaft, der OHG, oder der Kommanditgesellschaft, der KG, gibt es zwei unterschiedliche Wege sein Eigenkapital zu erhöhen. Strebt man eine Selbstfinanzierung an, wird ein Teil des Gewinns zurückgehalten, welches dann zum Eigenkapital gezählt wird. Dann gibt es noch den Weg, dass neue Gesellschafter in das Unternehmen aufgenommen werden. Auf diese Weise werden zusätzliche Kapitaleinlagen generiert und damit auch das Eigenkapital erhöht. Auch bei Kapitalgesellschaften gibt es unterschiedliche Wege, das Eigenkapital zu erhöhen.

Unterschied von effektiver und nomineller Kapitalerhöhung

Die effektive Kapitalerhöhung beschreibt eigentlich die externe Erhöhung des Grundkapitals der Kapitalgesellschaft. Beispielsweise wäre eine effektive Kapitalerhöhung eine ordentliche Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien. Folgende Verfahren gibt es bei der effektiven Kapitalerhöhung:

  • Bookbuliding-Verfahren
  • Block Trade
  • Accelerated Bookbuilding

Beim Bookbuilding-Verfahren gibt es eine Frist, in der die neuen Aktien beworben werden. Nachdem die neuen Aktien gezeichnet wurden, werden diese zugeteilt. Beim Block Trade werden die neuen Aktien als Block an eine Investmentbank verkauft. Diese bringt die erworbenen Wertpapiere dann auf eigenes Risiko auf den Markt. Accelerated Bookbuilding ist wiederum eine Unterform von Block Trade. Innerhalb weniger Tage werden hierbei die Aktien an Investoren verkauft.

Bei der effektiven Kapitalerhöhung wird noch zwischen folgenden Arten unterschieden:

  • Ordentliche Kapitalerhöhung
  • Bedingte Kapitalerhöhung
  • Genehmigte Kapitalerhöhung

Die bekannteste Variante davon ist die ordentliche Kapitalerhöhung. Dabei werden neue Aktien vergeben. Allerdings muss man hierbei beachten, dass Alt-Aktionäre das sogenannte Bezugsrecht haben. Damit werden ihre Rechte gewahrt. Das heißt, dass Alt-Aktionäre gegen Zahlung ihrem Anteil entsprechend einen Anteil an den jungen Aktien erhalten. Damit können sie ihre Anteilsquote am Grundkapital und damit ihre Aktionärsrechte wahren.

Hierbei ist auch zu beachten, dass die Ausgabe der jungen Aktien nach einem festen Bezugsverhältnis abläuft. Das heißt, bei einem Verhältnis von 1:4 erhalten die Aktionäre beispielsweise 4 junge Aktien für eine alte Aktie. Aktionäre sind allerdings nicht dazu verpflichtet, Gebrauch von ihrem Bezugsrecht zu machen. Wird das Bezugsrecht nicht beachtet droht aber eine Kapitalverwässerung. Durch die unter Wert ausgegebenen Aktien ergibt sich dann ein niedriger Durchschnittskurs. Die Anteilsquote geht zurück und der Wert der Aktien der Aktionäre wird verwässert. Die ordentliche Kapitalerhöhung muss mit einer Dreiviertelmehrheit der Hauptversammlung beschlossen werden.

Bei der bedingten Kapitalerhöhung kommt ein Umtausch zustande. Damit können Aktionäre ihre alten Aktien gegen neue Aktien tauschen und erhöhen auf diesem Weg das Grundkapital des Unternehmens. Bei der bedingten Kapitalerhöhung greift nicht unbedingt das Bezugsrecht der Altaktionäre. Damit kann ein Wertverlust ihrer Aktien hervorgerufen werden. Dieser hängt davon ab, wie viele Aktien durch Tausch von Schuldverschreibungen entstehen. Die bedingte Kapitalerhöhung muss durch eine Dreiviertelmehrheit der Hauptversammlung beschlossen werden.

Bei der genehmigten Kapitalerhöhung liegt die Verantwortung beim Vorstand. Dieser ist auf diesem Weg dazu ermächtigt das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren zu erhöhen. Dabei braucht der Vorstand nicht jedes Mal die Erlaubnis der Hauptversammlung. Auf diese Weise ist es möglich, das Grundkapital auf sehr schnelle Art und Weise zu erhöhen. Dies kommt zum Beispiel zum Tragen, wenn das Unternehmen auf Änderungen am Kapitalmarkt flexibel reagieren muss. Allerdings darf das genehmigte Kapital 50 % des bisherigen Grundkapitals nicht überschreiten.
Die nominelle Kapitalerhöhung beschreibt hingegen die interne Erhöhung.

Die nominelle Kapitalerhöhung zieht eine Umlagerung des Kapitals innerhalb des Unternehmens mit sich. Dabei werden Teile der Kapitalrücklagen in das Grundkapital überführt und dieses wird somit auf diesem Wege erhöht. Allerdings müssen bei der Umbuchung der Rücklagen bestimmte gesetzliche Vorgaben und Beschränkungen beachtet werden.

Bei der nominellen Kapitalerhöhung ist kein Bezugsrecht erforderlich, da eine Entschädigung durch Gratisaktien erfolgt. Außerdem kommt es für die nominelle Kapitalerhöhung nicht zu einer Bilanzverlängerung. Die Bilanzsumme ändert sich also nicht. Das Grundkapital wird aufgestockt, aber auf der Passiv-Seite vermindern sich die Rücklagen entsprechend und die Aktiv-Seite wird nicht berührt. Folgende Voraussetzungen müssen für die nominelle Kapitalerhöhung gegeben sein:

  • Bilanz wurde geprüft
  • Bilanz darf nicht älter als acht Monate sein
  • Anmeldung darf nur gemacht werden, wenn sich die Vermögenssituation seit dem letzten Bilanzstichtag nicht verschlechtert hat
  • Kapitalerhöhung muss angemeldet werden
  • Kapitalerhöhung bei einer GmbH

Bei einer GmbH gibt es folgende Möglichkeiten das Kapital zu erhöhen:

  • Neues Kapital zuführen
  • Rücklagen umwandeln
  • Kapitalerhöhung durch Geschäftsführer
  • Mischformen

Es können zum einen Gesellschafter neues Kapital zuschießen. Auch bei einer GmbH können Rücklagen in Eigenkapital umgewandelt werden. Dabei entsteht keine neue Kapitalverteilung, da die Rücklagen bereits den Gesellschaftern gehören. Im Gesellschaftsvertrag kann festgehalten werden, dass die Geschäftsführer der GmbH das Eigenkapital bis zu einer bestimmten Grenze erhöhen dürfen. Bei GmbHs ist es auch zulässig, dass Mischformen der einzelnen Varianten vorgenommen werden.

Es ist also immer wichtig, sich damit zu beschäftigen, welche Formen der Kapitalerhöhung für das eigene Unternehmen in Frage kommen. Denn es ist nicht bei jeder Rechtsform auf die gleiche Art und Weise möglich. Es kann immer sein, dass ein Unternehmen die Eigenkapitalstruktur verbessern muss oder schnell Investitionen tätigen muss. Dabei sollte man aber fundiert entscheiden, welche Form der Kapitalerhöhung in Frage kommt und am besten für das Unternehmen und die jeweilige Situation ist. Auch die rechtlichen Schritte und die Anmeldung der Kapitalerhöhung spielen dabei eine wichtige Rolle.

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