Kerngeschäft: Strategische Stärke von Franchisesystemen

Veröffentlicht am

kerngeschaeft franchising

Was ist eigentlich besser: Der Fokus auf ein Kerngeschäft oder aber eine Diversifizierung mit buntem Angebotsportfolio? Beim Franchising liegt die Aufmerksamkeit natürlich auf einer schlanken Arbeitsorganisation mit klarer Aufgabenteilung. Aber ist das auch vorteilhaft? Der heutige Artikel klärt Sie darüber auf, warum das Kerngeschäft gerade auch bei Franchisesysteme ihre strategische Stärke ausmacht.

Was hat es mit dem Begriff Kerngeschäft auf sich?

Der Begriff Kerngeschäft bezeichnet die Haupttätigkeit eines Unternehmens. Aufgrund dieser zentralen beziehungsweise ursprünglichen Geschäftstätigkeit stellt es die wichtigste Erwerbsquelle eines Unternehmens dar. Durch diese Tätigkeit wird der Großteil der Einnahmen generiert. Das Unternehmen lebt mehr oder weniger davon, dass es ein bestimmtes Produkt vertreibt oder aber eine Dienstleistung als ihr Kerngeschäft anbietet. Es ist meist auch das Kerngeschäft, wodurch sich ein Unternehmen von der Konkurrenz abheben kann.

Wenn wir einen Blick auf das Unternehmen als Organisationseinheit werfen, so kann mit der Bezeichnung Kerngeschäft auch die Haupttätigkeit inklusive der wichtigsten Prozesse verstanden werden. Wenn es also um die Produktion von Automobilen geht, dann gehören die Tätigkeiten, die zur Produktion notwendig sind, zu den Unterstützungsfunktionen oder aber Nebengeschäften. Dies kann, wenn wir bei unserem Beispiel bleiben, die Zulieferungen von weiteren Komponenten, die Weiterentwicklung des Produktes oder aber auch die Durchführung von Werbekampagnen umfassen, um das Kerngeschäft überhaupt möglich oder aber bekannt zu machen.

Diese 3 Aspekte sind daher ausschlaggebend, wenn es um das Kerngeschäft eines Unternehmens geht:

1. Hier liegen die Kernkompetenzen des Unternehmens.

2. In diesem Bereich werden die höchsten Gewinne erwirtschaftet.

3. In der Sparte der Kernkompetenz verfügt das Unternehmen über die meisten Erfahrungswerte.

Das Kerngeschäft: Das klare Unterscheidungsmerkmal zu anderen Unternehmen

Und zwar kommt einer klaren Definition des Kerngeschäfts eine wichtige Rolle zu: Dadurch, was die wichtigste Funktion des Unternehmens oder aber die zentrale Tätigkeit darstellt, kann sich ein Unternehmen von den Mitbewerbern abheben. So kann es sich beispielsweise im Bereich der Gastronomie als Green Fast Food um ein Unternehmen handeln, was sich auf vegane Speise spezialisiert hat oder aber eben eine reine Salatbar ist, wo die Speisen auch durchaus mit Hühnchen oder Käse garniert werden. So bietet das eine Restaurant Snacks an, die komplett frei von tierischen Bestandteilen sind, während das andere den Fokus auf Raw Food und leichte Gerichte inklusive tierischer Zutaten legt.

So hat sich beispielsweise ein Immobilien Franchise auf die Akquise und den Vertrieb von Objekten als klares Kerngeschäft spezialisiert, allerdings erstellen die einzelnen Franchisenehmer, die dem System als selbstständiger Makler angehören, auch Wertgutachten und können zu Finanzprodukten und Versicherungen beraten. Ebenso wird auch kein Hersteller von hochwertigen, teuren PCs auf einmal Billigmodelle in sein Angebotsportfolio aufnehmen, da er so im schlimmsten Fall mit einem Imageschaden rechnen müsste. Schließlich möchte er aufgrund seines Markennamens für ein hohes Qualitätsversprechen stehen und ausschließlich Premium-Konsumenten ansprechen. Sie sehen also: Das Kerngeschäft kann einen großen Einfluss auf das Markenimage haben!

Abgrenzung des Begriffspaares Kerngeschäft vs. Diversifikation

Der Begriff Kerngeschäft fand vor allem in den 80er Jahren Anwendung, da zu dieser Zeit immer mehr Konzerne ihre finanziellen Ergebnisse und Umsatzzahlen aufgrund einer vorausgegangenen Diversifizierung verfehlten. Bei der Diversifizierung beziehungsweise Diversifikation, zwei Begriffe mit derselben Bedeutung, geht es um die Ausweitung der ursprünglichen Betriebstätigkeit in neue Geschäftsfelder.

Was genau bedeutet Diversifizierung?

Wenn von einer Diversifizierung die Rede ist, dann kann dies geschehen, indem neue Märkte erschlossen oder aber neue Produkte und Leistungen desselben Marktes angeboten werden. So können sich neue Chancen für Unternehmen ergeben, indem noch ungenutzte Potentiale genutzt werden, es kann allerdings auch erfolglos scheitern. Diversifizierungen sind daher mit hohen Risiken verbunden, die nicht unterschätzt werden sollten!

Die Grenzen der Diversifikation

Experten rieten bereits damals in den 80er Jahren dazu, dass es mehr Sinn macht, an den Bereichen festzuhalten, die zu den Kernkompetenzen des Unternehmens gehören. Denn wenn die Diversifizierung über den eigenen Kenntnisstand hinausgeht, dann kann das auch durchaus nach hinten losgehen und zu finanziellen Schwierigkeiten führen – was durchaus verständlich ist.

Die Lösung: Marktführerschaft!

Es wird daher als sinnvoller erachtet, sich stattdessen auf das Kerngeschäft zu fokussieren und hier ganz bewusst die Marktführerschaft anzustreben. Denn markführende Unternehmen verzeichnen oft fast doppelt so hohe Kapitalrenditen wie ihre Konkurrenz. Aus diesem Grund sollten auch Franchise-Unternehmen ihr Hauptaugenmerk lieber auf das Kerngeschäft legen und hier das gesamte Potential ausschöpfen. Erst wenn die Kerntätigkeit ausreichend Gewinn verzeichnet, sollte eine Ausweitung in neue Märkte oder aber das Annehmen neuer Geschäftsmodelle angegangen werden.

Wie finden Unternehmen zurück zum Kerngeschäft?

Damals in den 80er Jahren fanden zahlreiche Diversifizierungen und Fusionen statt, die sich im Nachhinein als ineffizient erwiesen haben. So kann es der Fall sein, dass Unternehmen aufgrund von schlecht gewählten Diversifizierungen letztlich in eine finanzielle Schieflage geraten. In der Folge kann es dann zu zahlreichen organisatorischen Umstrukturierungen und Umbaumaßnahmen kommen. Im Zuge dessen ist es notwendig, auf die einzelnen Unternehmensbereiche zu schauen und diejenigen Sparten herauszusuchen, die die höchste beziehungsweise die niedrigsten Gewinne erwirtschaften. Als nächster Schritt geht es daran, die Sparten, die unprofitabel sind, zu verkaufen und abzustoßen, Tätigkeiten, die außerhalb der Kernkompetenzen liegen, outzusourcen und an einen spezialisierten Dienstleister zu übertragen. Oder aber man nimmt eine Desinvestition vor, wo die Sparten, die nicht so rentabel sind, langsam aber sicher zurückgefahren werden und man sie somit auslaufen lässt.

So gestaltet sich das Kerngeschäft im Franchising!

Das Franchising profitiert von seinem Vertriebsmodell, da hier meist von einer Franchisemarke eine Marktnische klar besetzt wird und dann mithilfe von Franchisenehmern expandiert wird. Es findet in der Regel eine klare Konzentration auf ein Hauptprodukt statt, wobei die einzelnen Arbeitsprozesse stark standardisiert und klar definiert sind. Der Franchisegeber stellt das gut funktionierende Geschäftskonzept zur Verfügung, während Franchisenehmer die Lizenz für die Markenrechte erwerben und das Konzept an einem Standort in ihrem Vertriebsgebiet umsetzen.

>>> Erfahren Sie hier mehr über eine Gründung als Franchisenehmer:

Das Kerngeschäft im Franchising: Lean Management und schlanke Strukturen

Meist übernehmen die Franchisegeber in ihrer Franchisezentrale gebündelt administrative und strategisch-planerische Aufgaben für das gesamte Franchisenetzwerk. So ist es meist kostengünstiger, für die Franchisenehmer einen zentralisierten Einkauf, das Entwerfen von überregionalen Marketingkampagnen oder aber sogar gewisse Aufgaben aus dem Controlling oder der Buchführung gebündelt zu übernehmen. Währenddessen übernehmen die Franchisenehmer die Umsetzung des Konzeptes vor Ort – sprich: Den Vertrieb, den Kundenkontakt inklusive Kundenakquise und -bindung. So überrascht es nicht, dass beim Franchising oft die Rede von schlanken, standardisierten Prozessen und einem gelebten Lean Management ist.

Andere aktuelle Artikel

Videoverleih – Franchisekonzepte am Rande einer neuen Ära

In den späten 90er Jahren erreichte die Branche den Höhepunkt ihrer Beliebtheit. [...]


Vertrauen in die Franchisewirtschaft: Warum auf Franchising setzen?

Wer sich mit einem Franchisesystem selbstständig machen möchte, der sollte besonders [...]


Franchise in Deutschland: unser Überblick

InhaltsverzeichnisFranchising global betrachtet Franchising in DeutschlandWenn [...]


CocktailChef – Ein erfolgversprechendes Konzept

Ob in der Bar, beim Mädelsabend oder im Urlaub, eins darf auf jeden Fall nicht [...]


EIN UNTERNEHMEN GRÜNDEN

Unternehmer werden – wie geht das?

  InhaltsverzeichnisUnternehmen gründen: die Voraussetzungen [...]


EIN UNTERNEHMEN GRÜNDEN

Selbständig nebenberuflich mit Franchising

Neben dem Job noch gutes Geld zu verdienen; wer träumt nicht davon? Das ist sehr [...]


EIN UNTERNEHMEN GRÜNDEN
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Bewerten Sie diesen Artikel als Erste/r
Diese Franchise-Unternehmen könnten Sie interessieren
Power Slim Logo

PowerSlim

Einfach etwas Neues starten. Als PowerSlim-Ernährungscoach.

PowerSlim verfolgt das klare Ziel, die Volkskrankheit Übergewicht zu besiegen. Dabei führt das innovative Abnehm-Konzept [...]

Mehr erfahren ›
Erfdl. Eigenkapital
7.500€
Mehr Infos
anfragen
Herr von Schwaben Logo

Herr von Schwaben

der Food-Truck mit schwäbischen Spezialitäten

Traditionelle schwäbische Küche über ein Food-Truck Konzept

Mehr erfahren ›
Erfdl. Eigenkapital
10.000€
Mehr Infos
anfragen
Mail Boxes Etc. franchise

Mail Boxes Etc.

#PeoplePossible - MBE

Das weltweit größte Franchisesystem im Bereich Versand, Logistik, Grafik und Druck.

Mehr erfahren ›
Erfdl. Eigenkapital
20.000€
Mehr Infos
anfragen
CinnZeo franchise

CinnZeo

Das Bakery Café mit der berühmten Zimtschnecke

Fast-Food Konzept mit dem Kernprodukt 'Zimtschnecke' in vielen Variationen mit Kaffee, Getränken und anderem [...]

Mehr erfahren ›
Erfdl. Eigenkapital
40.000€
Mehr Infos
anfragen
clever fit franchise

clever fit

FÜHL DICH STÄRKER.

clever fit ist eines der erfolgreichsten Fitness-Franchise-Systeme in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Mehr erfahren ›
Erfdl. Eigenkapital
60.000€
Mehr Infos
anfragen

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250