Franchising: Was kostet die Entwicklung eines Franchisekonzepts?

19.05.2018 17:00 | Ein Unternehmen gründen

entwicklung eines franchisekonzeptes

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Unternehmen, was erfolgreich läuft und Sie überlegen nun, das Ganze via Franchising auszubauen, um so Ihren Absatzmarkt zu vergrößern. Allerdings gibt es Einiges zu bedenken, wenn Sie Ihre Geschäftsidee zu einem Franchise-Unternehmen weiterentwickeln möchten. Unter anderem fallen hierfür auch Kosten an, die Sie nicht unterschätzen sollten. Dieser Artikel klärt Sie darüber auf, welche Kosten tatsächlich hinter dem Aufbau eines Franchisesystems stecken.

Die wahren Kosten bei der Weiterentwicklung Ihres Business zum Franchisesystem!

Franchising ist ein erfolgsversprechendes Konzept, wenn Sie über die Expansion Ihres Absatzmarktes nachdenken. Franchising macht es möglich, dass Sie große Wachstumsziele relativ kostengünstig erreichen können. Franchising ist einfach: Entwickeln Sie Ihr Business zu einem Franchise-Unternehmen weiter und nutzen Sie das Kapital Ihrer Franchisenehmer, um das Wachstum Ihres Unternehmens zu finanzieren.

So weit, so gut. Aber für den Ausbau mittels Franchising gibt es ein paar Aspekte zu bedenken. Hier klären wir Sie auf.

Die Pilotphase

Bevor Sie Ihr Unternehmen zu einem Franchisesystem ausbauen, müssen Sie zunächst einmal in einem sogenannten Pilotbetrieb testen, inwieweit Ihre Geschäftsidee sich auch tatsächlich für ein Franchise eignet. Denn manche Unternehmen laufen unglaublich erfolgreich und profitabel, allerdings lassen sie sich nicht in ein Franchise-Unternehmen umwandeln. Aus diesem Grund entscheidet diese erste Phase darüber, ob es eine Franchisezukunft für Ihr Unternehmen gibt.

In der Pilotphase stellen Sie sicher, dass Ihr Konzept auch tatsächlich über einen angemessenen Return on Investment verfügt und sich mittels Franchising kapitalisieren lässt. Das ist die Grundvoraussetzung und die Kosten dafür haben Sie zu tragen.

In Ihrem Pilotbetrieb geht es darum, dass Sie Ihr Geschäftskonzept so strukturieren, dass es multiplizierbar ist. Hierfür ist es schwer die genauen Kosten abzuschätzen, je nach Art des Unternehmens können diese stark variieren. Wenn es sich um eine gute laufende Geschäftsidee handelt, dann müssen meist nur ein paar kleinere Optimierungen vorgenommen werden. Wenn Sie allerdings ein komplett neues Konzept zum ersten Mal ausprobieren, sind die Kosten selbstverständlich höher.

Nutzen Sie Ihren Pilotbetrieb, um herauszufinden, wie gut Ihr Produkt oder aber Ihre Services bei Ihrer Zielgruppe angenommen werden. Ebenso ist es wichtig, dass das Business ein Selbstläufer ist. Beim Franchising können Sie nicht in jedem Franchise-Unternehmen anwesend sein und trotzdem muss das System laufen. Wenn dem nicht so ist, steht es schlecht um die Zukunft Ihres Unternehmens im Franchising.

Aus finanzieller Sicht gesehen muss sich der Pilotbetrieb auch rechnen. Wenn den Franchisenehmern nicht innerhalb eines gewissen Zeitrahmens ein gewisser Profit blüht, wird es schwer, weitere Investoren anzulocken.

Der Pilotbetrieb gibt Ihnen zudem eine Idee darüber, wie es um die spätere finanzielle Performance des Franchisesystems steht. Das hilft Ihnen aufgrund von tatsächlichen Zahlen und Fakten abzuschätzen, wie viel die Franchisenehmer investieren müssen.

Die Entwicklungsphase

Die Pilotphase entscheidet darüber, ob sich Ihr Franchise-Unternehmen am Markt finanziell behaupten kann. Wenn dieser erste, grundlegende Schritt gemeistert ist, geht es nun an die weitere Entwicklung: Jetzt geht es darum, ein Franchisepaket zu schnüren, was attraktiv für zukünftige Franchisenehmer ist.

Auch diese Phase muss natürlich finanziert werden. Und auch diese Kosten werden von Ihnen als Franchisegeber getragen. Bis der erste Franchisenehmer akquiriert wird, haben Sie die anfänglichen Kosten zu tragen.

Diese setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Generelle Entwicklungskosten: Marktrecherchen, Versicherungen, Markenschutz und weitere Kosten für das geistige Eigentum.
  • Kosten für das Entwickeln des Franchisepaketes: Das Kreieren des Systems, die Gestaltung der Arbeitsprozesse, das Zusammenstellen des Trainingsprogrammes und des Handbuches.
  • Kosten für die Rekrutierung: Die Erstellung von Broschüren, das Rühren der Werbetrommel, der Besuch von Franchisemessen und –Events, der Aufwand für das Führen von Interviews.

Je nach dem um was für ein Business es sich handelt und wie viele Änderungen und Optimierungen in der Pilotphase vorgenommen werden müssen, kann dies Ihre Kosten beeinflussen.

So kommt das Geld wieder in Ihre Taschen…

Das Geld, was Sie generieren, setzt sich aus den einmaligen Gebühren für den Lizenzerwerb sowie aus den laufenden Gebühren Ihrer Franchisenehmer zusammen. Nur wie setzen Sie die Höhe dieser Gebühren fest?

Wenn die Gebühren zu hoch sind, können nur die wenigsten die Kosten dafür tragen. Setzen Sie die Gebühren zu niedrig an, kommen Sie selbst vielleicht in die finanzielle Bredouille.

Es kommt darauf an, dass Sie das finanzielle Gleichgewicht finden, so dass Ihr Franchisesystem attraktiv für potentielle Franchisenehmer und für Sie selbst angemessen ist.

Die einmalige Lizenzgebühr

Mit Entrichtung dieser Gebühr erwirbt der Franchisenehmer die Nutzungsrechte der Marke. Die Gebühr deckt die Kosten für die Rekrutierung, das Training sowie die Einarbeitung und die Unterstützung in der Aufbauphase ab. Hier geht es nicht darum, dass Sie mit der Gebühr Profit machen, es geht vielmehr darum, dass Sie Ihre Kosten abdecken, die für die Einarbeitung und den Geschäftsaufbau anfallen. Wenn Sie diese Gebühr relativ gering halten, wirken Sie zudem sehr attraktiv für potentielle Franchisenehmer.

Die laufenden Franchisegebühren

Diese Kosten decken die Pflege der Beziehung zu Ihren Franchisenehmern ab, sobald diese ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben. Die Höhe dieser Gebühr richtet sich meist an einen Prozentsatz, der an dem Nettoumsatz gemessen wird. So stellen Sie sicher, dass die laufenden Kosten, die für weitere Unterstützung und Weiterbildungen anfallen, auch tatsächlich abgedeckt sind. Dieses Einkommen wird ebenso von Ihnen genutzt, um das Franchisesystem weiterzuentwickeln.

Darüber hinaus können Sie zusätzlich noch eine Marketinggebühr ansetzen. Diese Gebühr wird von allen Franchisenehmern getragen und dient dazu, überregionale Werbemaßnahmen und das systemweite Marketingprogramm zu finanzieren. Sharing is caring – alle Franchisenehmer profitieren von einer gesteigerten Markenbekanntheit, dementsprechend tragen auch alle zur Finanzierung bei. Beim Franchising ist es meist der Fall, dass die Franchisenehmer für ihre lokalen Werbekampagnen selbst verantwortlich sind – das erstreckt sich sowohl auf die Kosten als auch auf das Entwickeln an Maßnahmen selbst.

Von der Idee zum Franchise

Sie sehen also: Eine Geschäftsidee zu einem Franchisesystem weiter zu entwickeln ist keine einfache und schnelle Angelegenheit. Sie müssen sich durchaus Zeit nehmen, um eine wirtschaftlich erfolgreiche Idee zu generieren, die sowohl für Sie als Franchisegeber als auch für Ihre Franchisenehmer profitabel ist. Nichts desto trotz profitieren Sie dann auf lange Sicht gesehen: Mittels Franchising können Sie Ihr Unternehmen auf relativ kostengünstige und effektive Art und Weise expandieren. Als Teameffort ist das Ganze einfacher realisierbar! Und wenn Sie alles richtig anstellen, dann kreieren Sie obendrein noch ein lukratives Franchisesystem, was ordentlich Gewinn für alle Beteiligten ausschüttet.

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