Einen Kredit ohne Eigenkapital: wie geht das?

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Viele Menschen kennen das Problem: Es mangelt an Geld. Heutzutage werden Waren nicht mehr getauscht, sondern man bezahlt eine Summe der Währung, die im jeweiligen Land gerade herrscht. Besitzt man kein Geld, kann man sich nichts kaufen: Weder Essen, Haus, noch Luxusgegenstände. Doch den meisten Menschen mangelt es nicht an den Grundlagen zum Überleben, viel mehr fehlt das nötige Kapital, um die eigene Situation zu verbessern und zu überwinden. So mancher träumt davon das ermüdende Dasein als Angestellter hinter sich zu lassen und den Weg in die selbstbestimmte Zukunft zu starten. Doch nicht nur ein eigenes Unternehmen ist ein teures Unterfangen. Auch Franchisegeber verlangen in den meisten Fällen eine Einstiegsgebühr, Eigenkapital, eine Franchisegebühr und monatliche Kosten. Heißt das nun, dass man sich die Karriere als Selbstständiger aus dem Kopf schlagen muss, wenn man über kein Eigenkapital verfügt? Ganz und gar nicht. Es gibt Mittel und Wege, wie man einen Kredit beantragen kann, ohne dass man über eine große Menge an Startkapital verfügt.

1) Home Office

Bevor auf die Möglichkeiten eingegangen wird, wie man einen Kredit beantragen kann, ohne über eigenes Kapital zu verfügen, soll zunächst das Konzept des Home Office dargelegt werden. Home Office ist nämlich nicht nur ein Angebot des Arbeitgebers an einen Angestellten, sondern über Home Office kann auch das eigene Unternehmen fgeleitet werden. Denn viele Franchisegeber ermöglichen es ihren Franchisenehmern die Arbeit vom eigenen Schreibtisch aus auszuführen. Dadurch können Fahrtkosten, Mietkosten und Kosten für Verpflegung gespart werden. Weiterhin lässt sich Streit und Ablenkung am Arbeitsplatz vermeiden und der Alltag kann ganz nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen gestaltet werden. Familien haben somit keine Probleme mehr, eine Betreuung für ihre Kinder zu finden und Privates und die Arbeit können besser unter einen Hut gebracht werden.

Erfüllt man die Anforderungen des Staats, kann das Büro in den eigenen vier Wänden sogar steuerlich abgesetzt werden. Zudem sind in den letzten Jahren viele interessante Start-ups auf dem deutschen Markt aufgetaucht, die ihren Existenzgründern eine abwechslungsreiche Vielfalt an Möglichkeiten bietet, um ihr Geld zu verdienen. Und das schönste dabei? Auf teure Anschaffungen, die man beispielsweise in so manch anderen Branche hat, kann verzichtet werden.

2) Crowdlending

Dem einen oder anderen wird im Laufe seines Lebens das Wort Crowdlending schon öfter begegnet sein. Dies ist eine Methode, die sowohl im gewerblichen, als auch im privaten Bereich benutzt werden kann, um sich seine Wünsche zu finanzieren. Erfunden wurde diese Alternative zur herkömmlichen Finanzierung im Jahre 2005 von der Internetplattform „Zopa“. Mittlerweile hat sich jedoch eine ganz eigene virtuelle Welt entwickelt, in welcher Menschen sich zusammenfinden können, um in ein gemeinsames Projekt zu investieren. Beim Crowdlending unterscheidet man zwei Modelle:

  1. Family & Friends: Der Geldverleih erfolgt durch Freunde und Familie des Antragstellers.
  2. Virtueller Marktplatz: Die Kreditvergabe läuft anonym ab.

Beim Crowdlending mit unbekannten Beteiligten wird zunächst einmal ein Konto erstellt, in welchem man festlegt, was die eigenen Ziele sind. Diese unterscheiden sich natürlich je nachdem, ob Sie als Anleger oder als Bedürftiger agieren. Anschließend stellt der Kreditsuchende seine Anfrage auf der Plattform online und hofft darauf, dass sich jemand findet, der gewillt ist, sein Geld in das Projekt zu investieren. Durch diese virtuellen Marktplätze können Verbraucher mit einer schwachen Bonität ihre Wünsche in die Realität umsetzen, ohne auf die Gnade einer Bank angewiesen zu sein. Diese haben nämlich sehr wenig Verständnis und Mitgefühl mit Menschen, die über kein eigenes Kapital verfügen. Gründern und Selbstständigen wird dadurch die Möglichkeit ermöglicht, ihr Unternehmen zu eröffnen. Denn Banken setzen normalerweise zumindest voraus, dass man über eine feste Arbeit verfügt, wodurch monatlich ein festes Gehalt auf dem Konto eingeht. Existenzgründer können diese Sicherheit vor ihrer eigentlichen Gründung noch nicht geben, weswegen sie oftmals Schwierigkeiten bei der Finanzierung über die klassischen Finanzinstitute haben.

3) Venture Capital oder Private Equity

Unter den zunächst kompliziert klingenden Namen Venture Capital und Private Equity versteht man den Prozess, durch welchen Start-ups, die einen vollständig ausgearbeiteten Businessplan haben mit Investoren zusammengeführt werden. Die Existenzgründer verkaufen Anteile ihres Unternehmens an Interessierte, wodurch sich das ganze Vorhaben finanzieren lässt. Voraussetzung für diesen Handel ist allerdings, dass sich das Unternehmen nicht an einem öffentlichen Markt – einer Börse – befindet. Einfacher erklärt, könnte man auch einfach sagen, dass Privatpersonen bereit sind, in ein Unternehmen in Form eines Wagniskapitals zu investieren.

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4) Gründerkredite

Hilfe für den modernen Existenzgründer gibt es heutzutage auch in Form eines Gründungskredits. Allgemein betrachtet gibt es im Moment drei verschiedene Modelle, wie Sie an einen Gründerkredit herankommen können:

KfW Darlehen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau stellt Ihnen einen Gründungsberater zur Seite, der Sie in allen Angelegenheiten berät und unterstützt. Gemeinsam mit Ihnen wird der Businessplan erstellt und alle benötigten Unterlagen gesammelt, die nötig sind, um einen Kredit zu beantragen. Sie sollten ein Freiberufler oder ein kleines Unternehmen sein, dessen Markteintritt noch keine fünf Jahre zurückliegt. Weiterhin müssen kaufmännische und fachliche Fähigkeiten nachgewiesen werden, die einen wirtschaftlichen Erfolg garantieren und sicherstellen, dass der Antragsteller als Leiter des Unternehmens agieren kann und wird. Falls Sie diese Anforderungen erfüllen, können Sie mit einem Kredit bis zu 100.000 Euro rechnen.

Die KfW stellt dem Antragsteller dabei lediglich ein günstiges Darlehen zur Verfügung, mit dessen Hilfe der Kredit bei der Bank beantragt werden kann. Ins Leben gerufen wurde der sogenannte ERP-Gründerkredit von dem COSME-Programm der Europäischen Union und dem Europäischen Fond für strategische Investitionen – kurz EFSI. Deren Ziel ist es die Wirtschaft in Europa durch vielversprechende Start-ups anzukurbeln.

Kredite von genossenschaftlichen Banken

Auch die bekannten Finanzinstitute, wie Sparkasse oder Raiffeisen-Volksbank vergeben Kredite an Gründer ohne Eigenkapital, denn sie sollen zur wirtschaftlichen Förderung der regionalen Industrie beitragen. Wie auch sonst ist ein gut ausgearbeiteter Businessplan unabdinglich! In ihm sollten sich folgenden Informationen finden lassen:

  • Die Gründer
  • Die Idee für Ihr Unternehmen
  • Die Zielgruppe
  • Die vorhandene Konkurrenz
  • Eine ausgefeilte Standortanalyse
  • Marketing (Sowohl eine genaue Beschreibung Ihres Sortiments, dessen Preise, die Art und Weise, wie die Produkte vertrieben werden sollen und welche Werbestrategien Anwendung finden sollen)
  • Personal
  • Rechtsform
  • Risiken und Chancen
  • Ein Finanzplan, der das benötigte Kapital darlegt, die möglichen Rendite aufzeigt und den Liquiditätsplan beinhaltet. Doch den Banken reicht oftmals der Businessplan nicht. Sie sollten außerhalb Ihrer fachlichen Kompetenzen auch noch Sicherheiten aufweisen können, wodurch sich das Risiko für die Banken reduziert. Dadurch sichern sich die Banken ab, dass sie selbst in schweren Zeiten nicht auf ihre Einnahmen verzichten müssen, denn schließlich haben sie einen Teil Ihres Vermögens auf die Bank übertragen.

Private Finanzinstitute

Auch private Banken, wie die Commerzbank, die Deutsche Bank, Merkur Bank und Co. können durchaus Kredite ohne Eigenkapital vergeben. Doch genauso wie bei den genossenschaftlichen Banken sind die Bedingungen erschwert und eine intensive Vorbereitung sind das A und O. Es sollte auf jeden Fall bei mehreren Banken nachgefragt werden, um die jeweiligen Konditionen miteinander vergleichen zu können. Die Hausbank sollte zuletzt konsultiert werden. Denn diese kann auf den Schufa-Eintrag zugreifen und sich vorschnell ein eigenes Bild machen. Sollte sie dann im schlimmsten Fall ablehnen, werden sich die anderen Kreditinstitute fragen, ob die Hausbank über Informationen verfügt, die ihnen vorenthalten werden.

5) Business Angels

Wer von der Idee nicht abgeneigt ist, Hilfe in Form eines Partners zu bekommen, kann bei der Kreditbeantragung einen Business Angel mit ins Boot holen. Diese sind vermögende Privatpersonen, die gewillt sind ihr Geld in junge Unternehmen und Start- ups anzulegen. Sie waren oder sind selbst meistens erfolgreiche Unternehmer, die dementsprechend ihr eigenes Wissen in das neue Unternehmen mit einbringen können.

Den Existenzgründer steht somit nicht nur ein Investor zur Seite, sondern auch noch jemand der Einblicke in den Markt hat, Tipps geben kann und vor Fehlern bewahrt, die er selbst möglicherweise schon am eigenen Leib erfahren hat. Die Business Angels investieren ihr Geld meistens schon zu Beginn der Existenzgründung und bringen sich aktiv in den unternehmerischen Alltag mit ein. Natürlich gibt es auch private Investoren, die es bevorzugen ein stiller Teilhaber zu sein. Das muss jedoch individuell geregelt werden.

6) INVEST

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie möchte den deutschen Markt wiederbeleben und vor allem frischen Wind hineinbringen. Aus diesem Grund hat sich der Bund in Zusammenarbeit mit dem Ministerium ein ganz besonderes Programm ausgedacht, um Start-ups zu fördern: Das INVEST Programm. Dieses Programm hat es sich zur Aufgabe gemacht private Investoren (Business Angels) mit Jungunternehmern und interessierten Existenzgründern zusammenzuführen, denen es am nötigen Geld fehlt. Die Anleger werden zur Teilnahme an diesem Projekt ermutigt, da sie einen Erwerbszuschuss in Höhe von 20 % der Investitionssumme erhalten. Außerdem wird durch den Exitzuschuss die zu bezahlende Steuer kompensiert. Bis Ende 2018 konnten durch dieses Programm bereits 513 Millionen Euro in 6.374 Unternehmen der deutschen Wirtschaft investiert werden.

Fazit

Auch wenn die Beantragung eines Kredits ohne eigenes Kapital zunächst unmöglich erscheint, gilt: Nicht aufgeben! Es gibt immer Mittel und Wege, um seine gesetzten Ziele zu erreichen und die zahlreichen Angebote von Privatpersonen, Internetplattformen, Banken, dem Staat und der Europäischen Union machen es möglich, dass Existenzgründer sich den Traum vom eigenen Unternehmen doch erfüllen können. Doch wie immer gilt: Sich gut informieren und vorbereiten ist die Grundlage, um erfolgreich zu sein.

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