Einen Kredit ohne Eigenkapital: wie geht das?

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Leider liegt in der Tatsache, dass man als Privatperson, aber insbesondere als Unternehmer, einen Kredit benötigt, die Ursache, dass man kein Geld hat und dringend welches benötigt, etwa:

  • Um die Gründung zu finanzieren
  • Um erstes Personal einzustellen
  • Um die Ladeneinrichtung zu finanzieren
  • Für das Stammkapital
  • Für die Eintrittsgebühr im Franchising

Allerdings sehen dies die Banken natürlich nicht so und funktionieren meistens ganz nach dem Konzept: Nur wer Geld hat, der bekommt auch noch mehr Geld. Ein echter Teufelskreis.

Die Frage ist also: Wie umgeht man dieses Dilemma, wenn man kein Geld hat, aber welches braucht, um sein Unternehmen ans Laufen zu bringen.

Das gilt besonders für:

  • Start-ups
  • Neu gegründete Unternehmen
  • Ungewohnte Geschäftsideen
  • Noch nicht erwiesene Rentabilität

Allerdings haben Franchisenehmer, die einen Kredit ohne Eigenkapital bei der Bank beantragen, wesentliche Vorteile, nämlich:

  • Die Marke ist bereits bekannt
  • Das Konzept ist bereits, als erfolgreich erwiesen wurden

Vielleicht ist der Bankberater sogar selbst Kunde bei Ihrem Franchiseunternehmen und Sie können genießen, dass er positiv voreingenommen ist, weil er das Konzept kennt und schätzt.

Wie dem auch sei – wenn Sie gerade diesen Artikel lesen, sind Sie sicherlich in einer der folgenden Situationen:

… und haben gleichzeitig wahrscheinlich keine Milliarden auf dem Konto herumliegen, die Ihrer Bank als Sicherheit für einen Kredit dienen könnte – somit befinden Sie sich im Prinzip in der Klemme.

Allerdings ist eine Gründung ohne Eigenkapital oder ein Franchise ohne Eigenkapital nicht völlig unmöglich: Es ist auch machbar, einen Kredit ohne Eigenkapital zu erhalten.

Hier hängt es allerdings von den Zahlen und Fakten ab und in den meisten Fällen entscheidet der Bankberater darüber, Ihnen den Kredit zu gewähren – oder eben nicht. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Energie in die Erstellung eines Businessplans investieren und vorher eine ausgiebige Marktanalyse durchführen. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie die entsprechenden persönlichen und beruflichen Kompetenzen mitbringen, die Ihnen Legitimität als Geschäftsführer verleihen. Beantragen Sie beispielsweise einen Kredit für ein Fitnessstudio Franchise und Sie haben etwa ein Studium im Bereich Fitnessökonomie oder Sportwissenschaft absolviert, haben Sie sicherlich höhere Chancen auf einen Kredit ohne Eigenkapital, als wenn Sie eine Bäckerausbildung haben. Aber wenn Sie eine Bäckerausbildung haben – Wieso eröffnen Sie dann nicht Ihr eigenes Café Franchise oder machen sich selbstständig mit dem Brötchenburschen?

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Kreditantrag als zukünftiger Franchisenehmer

Nun haben Sie Ihr Franchisesystem der Träume identifiziert, oder Sie möchten Ihr Start-up gründen und stehen vor der Herausforderung des Bankgesprächs.

Die meisten Franchisegeber unterstützen Ihre Franchisenehmer beim ersten Bankgespräch bzw. bei den Kreditverhandlungen – ganz abgesehen von anderen Unterstützungen von denen Franchisenehmer durch das System profitieren.

In jedem Fall sollten Sie sich auf das Bankgespräch intensiv vorbereiten und eventuelle Fragen von Seiten des Bankberaters möglichst antizipiert beantworten um ihn möglichst in seiner Entscheidung, Ihnen einen Kredit zu geben, zu bekräftigen.

Wenn Sie als Existenzgründer einen Kredit beantragen, haben Sie im Grunde folgende Kreditmöglichkeiten:

  • Ein KfW-Kredit
  • Ein Gründerkredit bei Sparkassen oder bei den Volksbanken – die häufig offener gegenüber Jungunternehmen sind, da es ihre Aufgabe ist, die regionale Wirtschaft anzukurbeln
  • Ein Gründerkredit bei Banken wie der Commerzbank, Deutsche Bank & Co

Der perfekte Businessplan ist das A und O

Jeder Gründer, der eine Finanzierung beantragt, muss einen ordentlichen Businessplan vorlegen.

Die Gründe für den Bedarf nach einer Finanzierung können ganz unterschiedlich sein. Ob es sich um die Finanzierung einer Existenzgründung oder die Finanzierung einer Expansion eines bestehenden Unternehmens handelt – ohne Businessplan kommt man nicht besonders weit.

Die wichtigsten Bausteine eines aussagekräftigen Businessplans sind:

  • Das Executive Summary
  • Die Erklärung der Geschäftsidee inklusive der eventuellen Herstellungsprozesse und Kostenstrukturen
  • Das Profil der Gründer, ihre Ausbildung und ihre berufliche Erfahrung in ausschlaggebenden Bereichen – Quereinsteiger sollten sich vor der Gründung erst einmal branchenspezifische Kenntnisse aneignen, etwa durch eine Umschulung oder eine Anstellung, sonst wird es mit der Finanzierung schwer.
  • Ihre SWOT-Analyse
  • Die Finanzierungskonzepte- und Ideen (auch wenn es zu diesem Zeitpunkt noch sehr hypothetisch ist)
  • Die Organisation des Unternehmens bzw. das Organigramm
  • Der Finanzplan

Ein guter Businessplan sollte etwa 20-25 Seiten beinhalten und den Lesern die allgemeine Durchführbarkeit des Unternehmensprojektes nahelegen. Besonders für Banken, andere Kreditgeber und Investoren ist der Businessplan eine unverzichtbare Entscheidungshilfe – eine Entscheidung über Leben und Tod eines Unternehmens.

>> Erfahren Sie mehr über die Erstellung des perfekten Businessplans

Das Ziel ist es unter anderem auch, zu zeigen, dass Sie einen konkreten Plan haben, wie Sie Kunden gewinnen - und somit Umsatz machen. Dafür muss neben dem Businessplan auch ein fundierter Marketingplan her. Zu den verschiedenen Marketingstrategien, die Sie in Erwägung ziehen könne, zählen beispielsweise:

Das Cashflow-Management

Ob Sie nun Ihren Kredit erhalten oder nicht erhalten haben: Sie müssen jeden Tag Ihre unternehmerische Eignung unter Beweis stellen und Ihre Konten stets „auf dem grünen Zweig“ halten.

Beispielsweise ist es bei Banken sehr ungern gesehen, wenn Sie nach einigen Monaten bereits nachfinanzieren müssen. Besser ist es also, von vornerein großzügig zu kalkulieren. Seien Sie lieber pessimistisch als zu optimistisch, wenn es um die Einschätzung der Kreditsumme geht.

Ihre Kreditanfrage ohne Eigenkapital wurde abgelehnt? Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand und nutzen Sie dieses Ereignis, um Ihren Cashflow und Ihre Bonität zu verbessern - sehen Sie das Ganze als unternehmerisches Training an.

Für ein gutes Cashflow Management sollten Sie auf einen Cashflow Plan zurückgreifen, in dem Sie auch die variablen und fixen Kosten Monat pro Monat auflisten.

Welche Kreditmöglichkeiten gibt es?

Zum einen besteht für Gründer kleinerer Unternehmen die Möglichkeit, einen sogenannten Mikrokredit zu beantragen. Diese Mikrokredite sind auf einen Betrag von 20.000 € begrenzt – aber immerhin, denn mit 20.000 € kommt man sicherlich mit einem sparsamen Management schon einen guten Schritt weit!

>> Lesen Sie mehr über Cash Flow Management & Wie Sie den Überblick behalten

Wenn Sie als Existenzgründer einen Kredit bei der Bank beantragen möchten, gilt es, geschickt vorzugehen. Es muss nicht unbedingt heißen, dass es die beste Idee ist, als aller Erstes die Hausbank zu befragen. Diese ist womöglich voreingenommen oder besonders risikoscheu und hat die Bank den Kredit einmal abgelehnt, kommen Sie in Erklärungsnot bei anderen Banken à la: „Wieso hat Ihre Hausbank eigentlich Ihren Kredit abgelehnt“?

Der Gründungszuschuss

Sie befinden sich derzeit in der Arbeitslosigkeit und suchen Informationen zum Gründen aus der Arbeitslosigkeit? Dann kann Ihnen die Bundesagentur für Arbeit helfen - durch eine Unterstützung in den ersten Monaten. Die Rede ist vom sogenannten Gründungszuschuss. Wenn Sie das Arbeitslosengeld I beziehen, können Sie über den Gründungszuschuss bis zu 300 e monatlich erhalten. Beim Arbeitslosengeld II wird die Höhe des Zuschusses individuell festgelegt.

Finanzierung durch Investoren und Business Angels

Eine andere, weit verbreite Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung ist ein Mechanismus, bei dem Geld von Investoren gegen Unternehmensanteile getauscht wird.

Gerade, wenn Unternehmer sich „in der Klemme“ fühlen, ist die Rettung dennoch nah, und zwar durch Investoren und Business Angels. Durch diesen Mittelweg können Gründer auch ohne Eigenkapital bis zu 100.000 € erhalten.

Finanzierung durch Mitgründer

Eine Möglichkeit der Gründungsfinanzierung ist die Finanzierung durch Mitgründer oder Partner. Wenn jeder der Mitgründer einen kleinen Beitrag zum Kapital leistet, wird sich das Unternehmen auch allein finanzieren können – zumindest für eine gewisse Zeit. Hier liegt vielmehr die Schwierigkeit darin, den passenden Partner oder Mitgründer zu finden.

Finanzierung durch Crowdfunding

Crowdfunding basiert ebenfalls auf dem Prinzip der Investoren, allerdings vielmehr auf vielen kleinen Investoren und kann als Alternative gesehen werden für Gründer, die bei der Bank (noch) keinen Kredit erhalten haben.

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