Krisenmanagement: Wann sollten Franchise-Unternehmer über eine Sanierung oder einen Relaunch nachdenken?

24.02.2019 19:10 | Diverse Themen - Trends

Bei fehlendem Cash Flow kann ein Franchiseunternehmen schnell ins Minus rutschen. Etwa weil man seine Bücher vernachlässigt, ein Großkunde wegfällt oder die Kosten zu hoch sind. Dies sind nur ein paar wenige Beispiele. Doch auch in der Krise gilt für den Franchisenehmer: Behalten Sie das Ruder fest in der Hand. Kümmern Sie sich im Sinne einer Sanierung aktiv um Ihre Möglichkeiten, an frisches Geld zu kommen, damit Ihr Franchise erhalten bleibt.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Krise managen und welche Sanierungsmöglichkeiten bestehen.

Verschaffen Sie sich einen Überblick

Klären Sie die Lage: Wie tiefrot sind die Zahlen und was sind die Ursachen? Wie viel Geld benötigen Sie, um aus der Krise zu kommen? Analysieren Sie Ihre Zahlen. Das kann eine Übersicht Ihres Steuerberaters sein, oder Sie stellen die Zahlen selber zusammen aus Einnahmen und Ausgaben. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Ihr Franchise wieder auf die Spur kommt, brauchen Sie einen Überblick. Hierbei kann Ihnen auch ein erfahrener Unternehmensberater helfen. Scheuen Sie nicht, Hilfe zu holen, insbesondere zu Krisenzeiten.

Erarbeiten Sie ein Sanierungskonzept

Damit die Bank Ihnen Geld gibt, brauchen Sie einen klaren Plan. Es liegt an Ihnen zu beweisen, dass Ihr Unternehmen es wert ist. Hierbei hilft es, wenn Sie nicht nur Ihre Schwachstellen erkennen, sondern auch einen Plan haben, wie Sie es in Zukunft besser machen. Der Unternehmensberater erstellt für Sie ein Sanierungskonzept mit einem klaren Fahrplan. Das Konzept dient als Basis für Verhandlungen mit Banken und Geldgebern.

Sanierungskonzept umsetzen

Nun gilt es, das Sanierungskonzept schrittweise umzusetzen. Auch hier hilft Ihnen der Unternehmensberater. Ihr Ziel ist, dass Sie wieder schwarze Zahlen schreiben.Senken Sie Kosten und erzielen Sie mehr Umsatz, um Ihre Firma zu retten. Das ist harte, aber notwendige Arbeit.

Sanierung oder Relaunch infolge Insolvenz: Wo steht Ihr Unternehmen?

Hinter jedem Unternehmen steht der Mensch – und Menschen machen Fehler. Diese lassen sich nicht verhindern, erst recht nicht, wenn man als Franchisenehmer sein eigener Chef ist und Verantwortung für sich und seine Firma trägt.

Krisenmanagement: Sanierung

Es gibt unterschiedliche Situationen, in denen Unternehmen stecken, wenn sie Probleme haben:

In der Krise: In dieser Situation macht ein Betrieb weniger Gewinn. Beispiele: Ein Großkunde fällt weg, es gibt ein saisonales Loch, oder durch Infrastruktur, Verkehr und andere externe Ursachen kommen weniger Kunden. Jedoch macht Ihr Betrieb noch immer Gewinn, Sie schreiben immer noch schwarze Zahlen.

Eine weitere Ursache für eine Krise dieser Art kann auch Unternehmensnachfolge sein.

In der Sanierung: Eine Sanierung ist notwendig, wenn Ihr Unternehmen bereits rote Zahlen schreibt – und zwar dauerhaft. Ihr Konto und Kredite sind bereits ausgeschöpft. Obwohl Sie als Unternehmer wissen, dass Sie ihn Problemen stecken, wissen Sie keinen Ausweg.

In der Insolvenz: Bei einer Insolvenz ist das Unternehmen Zahlungsunfähig. Ein Insolvenzberater ist dafür zuständig, das Unternehmen abzuwickeln oder zu restrukturieren. Er führt also ein Insolvenzverfahren durch und bedient die Gläubiger. Der Eigentümer hat in dieser Situation nur noch begrenzte Möglichkeiten zu agieren.

Der Übergang von einer zur anderen Situation erfolgt oft schleichend.

Checkliste Sanierung: Wie gehen Sie vor?

Eine Sanierung können Sie nicht alleine bewältigen. Sie brauchen hier auf jeden Fall Unterstützung durch einen erfahrenen Unternehmensberater. Jeder Berater geht hierbei individuell vor, da das Vorgehen auch auf von der jeweiligen Situation des Unternehmens abhängt. Wenn es einen kurzfristigen, dringenden Liquiditätsengpass gibt, sieht die Situation anders aus, als wenn sich eine Krise erst langsam andeutet.

Schritt 1: Das persönliche Gespräch

Der Unternehmensberater spricht persönlich mit dem Franchisenehmer. Gemeinsam analysieren Unternehmer und Berater die Situation. Zudem macht sich der Berater einen ersten Eindruck von den praktischen Abläufen im Unternehmen.

Schritt 2: Der Blick in die Zahlen

Als nächste blickt der Berater in die Zahlen. Er interessiert sich für Zahlen wie die Marge, Personalkostenquote oder EBITDA. Bei kleineren Unternehmen müssen diese Zahlen häufig erst erarbeitet werden, weil sie den Unternehmen nicht vorliegen. Gehört Controlling zum Leistungspaket Ihres Franchisesystems, kann Ihnen der Franchisegeber diese Zahlen liefern.

Schritt 3: Die Gespräche mit Banken

Der Berater arbeitet als nächstes daran, das Vertrauen der Banken, aber auch der Lieferanten, Mitarbeitern und dem Insolvenzverwalter wieder herzustellen. Der Franchisebetrieb kann nur gerettet werden, wenn alle involvierten Parteien mitziehen – und an das Unternehmen glauben.

Schritt 4: Das Sanierungsgutachten oder Sanierungskonzept

In einem nächsten Schritt erstellt der Unternehmensberater ein umfangreiches Sanierungsgutachten oder ein Sanierungskonzept. Das Konzept muss eine realistische Basis sein, um den Turn-Around zu schaffen. Das Konzept beruht auf einer detaillierten Analyse durch einen unabhängigen Dritten wie einen Unternehmensberater.

Die Umstrukturierung

Wenn der Sanierungsplan bei der Bank, oder beim Insolvenzverwalter (je nach Situation) Zuspruch findet, findet die Umstrukturierung statt. Hierbei wird das Unternehmen vom Kopf auf die Füße gestellt, damit es in Zukunft wieder schwarze Zahlen schreibt und eine Krise nicht erneut auftritt.

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