Kurt Ernsting: Der Gründer des Textilunternehmens Ernstings’s Family unter der Lupe

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kurt ernsting unter lupe

Ernsting's family ist ein Familienunternehmen, das seine Filialen mittlerweile an jeder Ecke eröffnet hat. Das Logo ist dementsprechend in ganz Deutschland bekannt und versorgt bereits seit 1967 Damen und Kinder mit seiner einzigartigen Mode.

Gegründet wurde das Unternehmen von Kurt Ernsting, der nicht nur erfolgreicher Unternehmer war, sondern auch noch Familienvater und Marathonläufer.

Ein wahres Multitalent also! Im folgenden Artikel wollen wir einen genaueren Blick auf den Gründer des berühmten Modeunternehmens werfen und vor allem auch sein Lebenswerk Ernsting unter die Lupe nehmen, welches er für die Nachwelt hinterlassen hat.

1) Kurt Werner Ernsting – Die Geschichte eines vielfach begabten Mannes

Kurt Werner Ernsting wurde am 6 November 1929 geboren. Dies war eine Zeit, die vor allem von politischen Auseinandersetzungen, Krieg und Unterdrückung geprägt war. Wie fast alle Menschen blieb leider auch Kurt Werner Ernsting nicht von den Folgen des Krieges verschont. Er verlor seinen Vater und seine Schwester aufgrund eines Fliegerangriffes und kam auch selbst nicht ohne Verletzungen davon. Seine Eltern besaßen ein Textilunternehmen, welches durch die ständigen Bomben während der Krieger jedoch leider auch zerstört wurden. Deswegen fokussierte sich Ernsting zunächst auf die Landwirtschaft, welche ihm damals ein sicheres Einkommen und einen festen Arbeitsplatz bescherte.

Im Winter 1948/49 entschied sich Ernsting glücklicherweise dazu, eine Zugreise zu unternehmen und lernte auf dieser schicksalhaften Fahrt seine zukünftige Frau Lilly kennen. Nach einer langjährigen Verlobung heiratete er die Liebe seines Lebens schließlich 1955 und hieß in den folgenden Jahren vier gemeinsame Kinder in der Familie willkommen. Da Kurt Werner Ernsting jedoch eine enge Verbindung zu seinem Vater gehegt hatte, wollte er sich wieder auf seine Wurzeln besinnen und im Andenken seines Vaters handeln. Aus diesem Grund machte er sich an die Arbeit und baute den elterlichen Betrieb wieder auf. Das Unternehmen wurde zunächst von der Waschküche im Elternhaus von Kurt Werner Ernsting in Coesfeld aufgezogen.

Das 1967 neu eröffnete Geschäft zeichnete sich durch seine „Minipreise“ aus und überzeugte schon damals die Kundschaft. Denn es war einer der ersten Betriebe, der die Kunden dazu aufforderte, sich selbst am Sortiment zu bedienen. Dieses Konzept kam so ausgezeichnet an, dass Ernsting bereits nur ein Jahr später in der Lage war, die „Minipreis Ernsting Handels-GmbH“ zu gründen. Mit dieser wollte er seinen Traum umsetzen, aus einer einzigen Filiale eine Kette an Niederlassungen zu entwickeln.

Für Ernsting war klar, dass sich dauerhafter Erfolg nur mit einer sozialen Verantwortung und Weitsichtigkeit paaren lässt. Denn auch wenn das Hauptaugenmerk eines jeden Unternehmers grundsätzlich auf dem eigenen Gewinn liegt, erkannte Ernsting, dass man als Geschäftsmann nicht nur im Moment leben konnte. Um die Entwicklung seines Unternehmens voranzutreiben galt es nachhaltig zu denken und einen Rundumblick für allerlei Geschehnisse und Tendenzen zu erlernen. Die entstandenen Niederlassungen wurden anschließend im Jahr 1972 umbenannt und erhielten von nun an den Namen „miniladen“.

Da Ernstings sich jedoch stets durch sein soziales Engagement und seine starke Familienbindung ausgezeichnet hatte, war es nur logisch, dass er sein Unternehmen ab 1990 in Ernsting‘s Family umtaufte. Dieser Name spiegelte seine eigenen Werte wider und klang zudem auch viel einladender und ansprechender für die Kundschaft. Denn diese sollte sich willkommen fühlen und den Eindruck erhalten, als würde sie eine befreundete Familie besuchen. Die Geschäftsidee ging auf und schlug schon bald so große Wellen, dass Ernsting‘s Family nun nicht mehr nur regionale Vorlieben und Marktbewegungen im Auge behalten musste, sondern sich auf ein weitaus größeres Terrain konzentrieren musste. Im Jahr 2007 zog sich der mittlerweile 78-jährige Kurt Werner Ernsting schließlich zurück und agierte nun nicht mehr operativ.

Das Unternehmen war so erfolgreich, dass ein Stopp der dauerhaft anhaltenden Expansion nicht in Sicht war. Ernsting‘s Familie hatte bis 2010 eine Größe von 1600 Filialen erreicht und nahm jährlich mehr als 700 Millionen Euro ein.

Fast zehn Jahre später verfügt das Unternehmen aktuell über 1865 Niederlassungen. Das heißt, dass Ernsting‘s Family seit dieser Zeit rund 30 Neueröffnungen jährlich gefeiert hat! Ein unglaublicher Schnitt! In den Filialen arbeiten heute ungefähr 12.000 Mitarbeiter. Und auch wenn die Gründung des Unternehmens bereits 1967 stattgefunden hat, ist man bei Ernsting‘s Family bis heute bestrebt mit dem Zahn der Zeit zu gehen.

Da man sich darüber im Klaren ist, dass der Handel über das Internet einen immer wichtigeren Teil des Wirtschaftsmarktes ausmacht, hat sich Ernsting‘s Family in den letzten Jahren darauf spezialisiert, seine Online-Präsenz auszubauen und zu perfektionieren. Die Ware, welche nun online, aber auch in jeder der 1865 vorhandenen Betriebe verfügbar ist, überzeugt vor allem durch ihr faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei Ernsting‘s Family erhalten die Kunden aber nicht nur Kleidung und Accessoires, sondern können mittlerweile auch ihre Inneneinrichtung bei Ernsting‘s Family erstehen!

2) Das soziale Erbe des Kurt Werner Ernsting

Kurt Werner Ernsting und seine Frau Lilly teilten stets soziale Werte, welche ihnen vom christlichen Glauben vermittelt wurden. Das höchste Gut, welches sie in ihren Alltag einbauten und nach dessen Prinzip sie tagtäglich lebten, ist die Nächstenliebe. Um diese aktiv umzusetzen, gründeten sie in den 1990er Jahren die Kurt und Lilly Ernsting Stiftung, mit welcher sie vor allem soziale Projekte der Caritas-Einrichtungen unterstützten.

Darüber hinaus lag der Ernsting‘s Familie jedoch vor allem die regionale Kultur ihres Heimatortes am Herzen. Um Coesfeld also unter die Arme zu greifen, wurde 1995 die Ernsting Stiftung Alter Hof Herding ins Leben gerufen, welche sich dafür einsetzt, dass die Bereiche Kunst und Kultur in dem heimatlichen Gebiet der Ernstings gefördert wird. So wurde mithilfe dieser Stiftung bereits ein Theater, ein Kulturzentrum, ein Glasmuseum, ein Zentrum für Wissen, Bildung und Kultur und ein Kunstverein gegründet. Außerdem wird die Fernuniversität Hagen finanziell unterstützt und eine Kindertagesstätte namens „family Kita“ eröffnet.

Abgesehen von diesen unzähligen Gründungen, nutzte Ernsting viele Anlässe, um zu Spenden aufzurufen und seinen eigenen Teil dazu beizutragen. Für schwerkranke Kinder und Jugendliche hatte der Unternehmensgründer so beispielsweise auch schon über zwei Millionen Euro sammeln können. Für ihr soziales Engagement wurden sowohl Lilly, als auch Kurt Werner Ernsting von ihrer Heimatstadt Coesfeld mehrfach ausgezeichnet. Doch Ernsting erhielt darüber hinaus au noch das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Auch wenn Kurt Werner Ernsting am 7. Dezember 2011 mit stolzen 82 Jahren von dieser Welt ging, prägten seine Werte und sein Führungsstil sein Unternehmen bis heute.

3) Ernsting‘s Family – Ein ganz besonderes Unternehmen

Wie auch im Privatleben des Gründers, steht bei Ernsting‘s Family der Mensch an erster Stelle. Das beginnt aber nicht erst mit der Kundschaft, sondern bereits bei den Mitarbeitern. Diese sollen sich auf ihrer Arbeit wie Zuhause fühlen: Nämlich wohl und herzlich empfangen. Aus diesem Grund stellt Ernsting‘s Family nur ausgewählte Führungskräfte ein, die nach den Prinzipien des Unternehmens handeln. Denn die Angestellten in den führenden Positionen werden dazu angehalten ihre Angestellten mit Respekt zu behandeln und stets ehrlich, jedoch immer freundlich und korrekt mit ihnen umzugehen. Denn nur wer richtig handelt und agiert, kann das gleiche Verhalten von seinen Mitmenschen erwarten.

Mit den Kunden wird ebenfalls so verfahren. Sie werden freundlich in Empfang genommen und es wird alles dafür getan, dass sie sich bestens beraten und betreut fühlen. Denn das Unternehmen möchte die Kundschaft nicht nur anlocken, sondern diese auch fest an sich binden. Dies ist der Grundstein, den der Gründer Kurt Werner Ernsting bereits in den ersten Jahren des Unternehmens gelegt hat. Bekanntlich ist dies das Geheimnis, was aus einem kleinen Geschäft ein wahres Imperium macht.

Doch das Personal kann noch so zuvorkommend und freundlich sein, wenn die Produkte nicht gut sind, wird auch nichts gekauft. Aus diesem Grund bemüht sich Ernsting‘s Family die Produktion und Herstellung der Ware so genau wie möglich zu überwachen. Die Artikel des Unternehmens sollen nämlich nicht nur ökologisch und ökonomisch hergestellt werden, sondern sollen auch aus den sozialen Sichtpunkten allen Ansprüchen der Ernsting‘s Family gerecht werden. Unsere heutige Zeit zeigt leider deutlich die Spuren des gedankenlosen Verbrauchs der letzten Jahrzehnte. Dieses nachlässige Verhalten hat schwerwiegende Folgen für unsere Welt, wovor die Ernsting‘s Familiy ihre Augen nicht verschließen will.

Denn die globale Erwärmung und die Ressourcenknappheit machen mittlerweile nicht mehr nur den Pflanzen und Tieren zu schaffen, sondern haben nun bereits schon Einfluss auf uns Menschen. Die Ernsting‘s Family möchte nun mit glänzendem Beispiel vorausgehen und somit auch als Vorbild für andere Unternehmen und Klienten fungieren. Für die Ernsting‘s Family ist es leider unumgänglich die Produktion der Waren außerhalb Deutschlands ablaufen zulassen, weil die meisten Menschen zwar ein fair hergestelltes Produkt erwarten, allerdings nicht bereit sind, einen hohen Preis dafür zu zahlen.

Um der Kundschaft in diesem Punkt entgegen zukommen und die sozialen Werte des Gründers in allen Bereichen umzusetzen, hat das Unternehmen deswegen einige Abkommen abgeschlossen und Vorkehrungen getroffen. So nimmt die Ernsting‘s Family seit Mai 2013 an Accord teil, welches sich auf verpflichtende Maßnahmen gegen Brände und Feuer in Bangladesch einsetzt. Weiterhin wurde 2010 die Mitgliedschaft bei der amfori Business Social Compliance Initiative unterschrieben, welche auf einen fairen Herstellungsprozess achtet. Außerdem werden Frauen in Indien von der Ernsting‘s Family unterstützt, welche ausgebeutet werden und auch die Baumwollproduktion regionaler Bauern in Afrika wird von dem Unternehmen gefördert.

Die Ernsting‘s Family zeigt durch seine zahlreichen Engagements, dass ein Unternehmen zwar wirtschaftlichen Erfolg haben kann, trotzdem jedoch noch nach sozialen und menschlichen Grundsätzen handeln kann.

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