Kurt Ernsting: Der Gründer des Textilunternehmens Ernstings’s Family unter der Lupe

20.10.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

kurt ernsting unter lupe

Was wäre die Ernsting’s Familiy ohne ihren Gründer? Nichts, denn dann gäbe es sie wohl kaum. Dass verwandtschaftliche Beziehungen dem Signum nach eine bedeutende Rolle spielen, könnte darauf schließen lassen, dass hier Franchising betrieben wird, doch dem ist nicht so. Damit wird die Frage aufgeworfen, wie es um den inneren Zusammenhalt in einem bedeutenden Unternehmen aus der Textilbranche bestellt sein mag. Wichtig zu wissen scheint ebenso, wie es überhaupt dazu kam. Der Name ist Programm.

In memoriam Kurt Ernsting – vieles geleistet

Auch mancher Franchisegeber entstammt einem Familienbetrieb, was nicht unbedingt heißt, dass darin mehr Einigkeit herrschen muss als anderswo. Man gibt nur halt die Leitung weniger gern aus der Hand, sofern man nicht dazu gezwungen ist und sich auch diesbezüglich ernstlich streiten kann. Kurt Ernsting hatte durchaus väterliche Seiten, er weilt ja schon seit ein paar Jahren nicht mehr unter uns. Und wie das eben ist, wenn bedeutende Persönlichkeiten das Zeitliche segnen, dann geht es meist um die Verteilung ihres Erbes. Doch manchmal verfolgen die Kinder andere Interessen wie seine Tochter Karin, die als ausgebildete Kauffrau im Einzelhandel neben anderen Aufgaben allein mit dem von ihr geliebten Reitsport schon vollauf beschäftigt war.

Aufbauarbeit in Kurt Ernstings Waschküche

Eigentlich aber sind die Ernstings eine richtige Familie mit zwei Mädchen und zwei Jungs. Schon eine Generation zuvor wurde eifrig Handel mit Textilien betrieben, und als der Sohn arbeitsfähig aus dem Feld heimkehrte, verrichtete er zunächst den Ackerdienst im ländlich geprägten Coesfeld. Der Gedanke, Praktisches preisgünstig zu verkaufen, kam ihm erst später, und zur Erprobung diente ihm, der niemals Franchisenehmer wollte, ein Kellerraum im Elternhaus. Daraus sind nicht über Nacht, aber doch in relativ kurzer Zeit sage und schreibe 1.800 Filialen entstanden, in denen man sich untereinander gut versteht. Es dauerte nicht lang, und Kurt Ernsting konnte als Mäzen auftreten, förderte besonders die Architektur und stieß zahlreiche Stiftungen an.

Mit Herz und Verstand für die ganze Familie beständig aktiv

Wenn man schon ein Familienmensch ist und sich mit Stoffen auskennt, liegt es doch nahe, auch andere angemessen einzukleiden. Einfach muss es sein, grundehrlich und bezahlbar, doch das versuchen viele an Eltern samt Nachwuchs zu bringen. Nicht allen gelingt es in vergleichbarem Maße. Man muss schon bodenständig sein, um zunächst im Umkreis und dann auch weit darüber hinaus Anerkennung zu finden, irgendwie auch visionär. Verschiedene Ehrungen wurden dem Unternehmensgründer erst posthum zuteil. Ob dieser Umstand westfälischer Bedächtigkeit geschuldet ist? Entscheidend für den Erfolg ist sicher auch, den richtigen Zeitpunkt abzupassen und bescheiden anzufangen, wenn man nicht mit aller Macht groß werden will.

Der Heimat verbunden mit Blick auf überragend Schönes

Die Ausweitung des dichten Netzes sympathischer Verkaufsstellen in der Alpenrepublik hat sicher einen guten Grund. Wer dorthin in den Urlaub fährt, kann gleich vor Ort nachrüsten. Es kann ja sein, dass urplötzlich ein Wetter aufzieht. Was den Einkauf so unkompliziert und gleichzeitig Maßstäbe setzend werden ließ ist die Erkenntnis, dass der Kunde selbst schon weiß, was er braucht und keine Schwierigkeiten bei der Auswahl hat, weil alles gut und passend ist. Die Kunstwelt hat, vor allem im lokalen Rahmen, Kurt Ernsting manches zu verdanken. Ohne ihn und seine treusorgende Frau Lilly würde ein dankbares Publikum eher murren, man könnte seltener ins Theater gehen und auch das edle Glas in den Vitrinen von Lette nur erträumen.

Zeitlebens der Nachwelt Denkmäler gesetzt

In der Freizeit wird gewandert und dabei erkundet, wie schön die Heimat ist. Wenn man selbst nicht mehr dafür sorgen kann, gilt es, einen würdigen Nachfolger zu finden; auf mehr als einer Ebene wuchs und gedieh in Kurt Ernstings Leben, wofür er die Grundlage geschaffen hat. Es nahm mit der Zeit ein solches Ausmaß an, dass alle von ihm schwärmten, die den Namen des Ehrenbürgers ehrfurchtsvoll zu erwähnen wussten.

  • Er hat viel für sich und seine Liebsten,
  • aber auch für etliche andere getan.

Das ist nicht selbstverständlich, eher auf eine besondere Art einmalig. Es scheint nicht leicht, Kurt Ernstings Vermächtnis anzutreten, durchaus lohnend, es in seinem Sinne fortzuführen.

Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten

Doch die 1960er Jahre kommen nicht zurück, die Zukunft stellt vor eigene Herausforderungen. Mancher möchte in gediegenem Rahmen Maßgeschneidertes erstehen, das dem Online-Versand mit Akkuratesse Paroli bietet. Auch dafür kann man sein Herz entdecken, ebenso wie in Fußballklubs vor Ort, die noch in die erste Liga wollen. Längst nicht mehr so beschaulich wie ehedem geht es vielfach zu, oft lockt der Reiz des Mondänen. Gerade dabei spielt die Verfügbarkeit eine wichtige Rolle, man kann den Menschen genauso dadurch einen Dienst erweisen, dass man in ihre Nähe rückt, was sonst unerreichbar wäre.

Fördern Sie das Familienglück, widmen Sie sich Konzepten, die Totgesagtem neues Leben einhauchen, engagieren Sie sich, wo immer Sie wollen, sofern Sie vom Unternehmenszweck überzeugt sind. Es gibt vielfältige Möglichkeiten dafür im Franchising; nicht jeder muss sein eigenes Süppchen kochen, sondern kann auch an einer Stelle einspringen, die ihm außergewöhnlich ertragreich vorkommt. Währenddessen muss nicht immer nur die Kasse klingeln, es gilt zudem, sich im Gedächtnis einer treuen Kundschaft zu verankern.

Das hilft dabei, den Rahmen des Alltäglichen sprengend Bleibendes zu fabrizieren, es kann auch nicht schaden, von spektakulären Erfolgen zu zehren. Doch meist sind sie nicht wiederholbar und wollen stattdessen noch übertrumpft sein. Wenden Sie sich nur deshalb rückwärts, um zu sehen, was aus der Vergangenheit anschaulich zu lernen ist. Manchmal wurde in der Eile etwas übersehen, das von einer nachträglichen Bearbeitung überraschend profitieren kann.

Gelegentlich kann es sogar vor Vorteil sein, wiederaufleben zu lassen, was bereits als überlebt rangiert. Oft vermisst man bei zunehmender Schnelligkeit Atempausen, die Nostalgisches verspricht. Es muss und kann mitunter auch gar nicht in seiner gewohnten Gestalt erneut in Erscheinung treten, doch dem Bedürfnis danach ist Rechnung zu tragen. Lassen Sie sich etwas einfallen, präsentieren Sie Altbekanntes in neuem Gewand und gehen dabei ruhig mit gutem Beispiel voran.

Manches macht sich erst bezahlt, wenn man genügend Durchhaltekraft bewiesen hat, nicht alles ist sogleich in klingende Münze umzusetzen, und manchmal ist das auch nicht nötig. Was zählt, das ist die Gesinnung.

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