Kurzarbeit beantragen in der Corona-Krise - FAQ

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Die Corona-Krise ist für viele Unternehmen eine wirtschaftliche Krise. Damit so viele Unternehmen wie möglich diese schwierigen Zeiten dennoch überleben, hat die Bundesregierung sofortige Hilfe angeboten und die Regelungen für das Kurzarbeitergeld gelockert. So können auch Sie Ihre Mitarbeiter trotz Krise halten.

mitarbeiter in der krise mit kurzarbeit halten

Inhaltsverzeichnis:

  1. Definition: Was ist Kurzarbeitergeld?
  2. Wie wird Kurzarbeitergeld berechnet?
  3. Welche Besonderheiten gibt es für Kurzarbeit seit der Corona-Krise?
  4. Wer kann Kurzarbeitergeld beantragen?
  5. Wie Kurzarbeitergeld beantragen?
  6. FAQ: Kurzarbeitergeld im Überblick

Die Corona-Krise macht weder vor kleinen noch großen Unternehmen halt. Viele Unternehmen, auch aus der Franchisewirtschaft müssen ihre Geschäfte auf Anordnung der Bundesregierung schließen, Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, Veranstaltungen absagen, Arbeitszeiten aufgrund von Umsatzeinbußen oder Lieferengpässen reduzieren. Die Wirtschaft steckt mit der Ausbreitung des Coronavirus in einer schweren Krise. Damit Unternehmen diese schwierigen Zeiten dennoch überleben, hat die deutsche Bundesregierung ein Maßnahmenbündel geschnürt und die Regelungen für Kurzarbeitergeld gelockert.

Auch wenn Ihr Unternehmen momentan in der Krise steckt, müssen Sie Ihre Mitarbeiter dank Kurzarbeitergeld nicht direkt entlassen. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie Kurzarbeitergeld beantragen können. Erfahren Sie auch, wie Sie Mitarbeiter und Kunden in der Corona-Krise richtig informieren.

>> Lesen Sie auch folgende Artikel zum Thema Unternehmen in der Corona-Krise:


Definition: Was ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld gibt es nicht erst seit der Corona-Krise, sondern konnte bereits vorher von Unternehmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten über die Bundesagentur für Arbeit (BA) beantragt werden, um gegen den Abbau von Arbeitsplätzen zu kämpfen. Bereits während der Wirtschaftskrise 2008/2009 hat sich diese Hilfsmaßnahme des Staats als besonders wirksam herausgestellt.

Unternehmen, die vorübergehend die Arbeitszeit der Mitarbeiter reduzieren müssen und Kurzarbeitergeld beantragen, erhalten über die Agentur für Arbeit einen staatlichen Zuschuss. Der Zuschuss hat die Höhe von anderen Lohnersatzleistungen, wie beispielsweise das Arbeitslosengeld.

Vorteile des Kurzarbeitergelds:

  • Anstieg von hoher Arbeitslosigkeit kann vermieden werden
  • Unternehmen können Mitarbeitenden halten und verlieren kein wichtiges Know-how und keine eingearbeiteten Fachkräfte
  • Firmen können nach der Krise schnell wieder funktionieren und erfahren einen schnellen Aufschwung


Wie wird Kurzarbeitergeld berechnet?

Mit dem Kurzarbeitergeld können Arbeitgeber die Arbeitszeit der Mitarbeiter in wirtschaftlich schwierigen Zeiten so weit wie nötig reduzieren oder sogar auf Null setzen. Für die Lohnausfälle kommt der Staat in Höhe von 60 % des Nettolohns auf, bei Mitarbeitern mit mindestens einem Kind sogar für 67%. Kurzarbeitergeld kann normalerweise maximal für 12 Monate bezogen werden. Liegen allerdings auf dem gesamten Arbeitsmarkt außergewöhnliche Verhältnisse vor, kann die Bezugsdauer im Bundesarbeitsministerium auf zwei Jahre verlängert werden.

Rechenbeispiel Berechnung Kurzarbeitergeld

Ihr Mitarbeiter „x“ (kinderlos) erhält regulär 2000€ Netto. Mit Kurzarbeit verändert sich sein Gehalt wie folgt:

  • Bei Totalausfall der Arbeitszeit: werden 60% des Nettolohns vom Staat gezahlt. Er erhält 1200 € Gehalt pro Monat dank Kurzarbeitergeld.

  • Bei Reduzierung auf 50% der Arbeitszeit: 50% der Arbeitszeit werden regulär von Ihnen als Arbeitgeber entlohnt, also 1000€. Für den restlichen Arbeitsausfall erhält der Arbeitnehmer 60% vom Staat gezahlt ( 60% von 1000€ = 600€). Insgesamt verdient Ihr Mitarbeiter in Teilzeit mit Kurzarbeit 1600€ pro Monat.

Welche Besonderheiten gibt es für Kurzarbeit seit der Corona-Krise?

Um den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung am Freitag, den 13. März 2020 ein weitreichendes Maßnahmenbündel zum Schutz von Arbeitsplätzen und zur Unterstützung von Unternehmen verabschiedet. Bestandteil dieses Maßnahmenbündels sind auch neue Regelungen für das Kurzarbeitergeld, die im Eilverfahren von Bundestag und Bundesrat beschlossen wurden. Sie treten bereits rückwirkend ab dem 1. März 2020 in Kraft.

Kurzarbeitergeld Neuregelungen seit der Verbreitung des Corona-Virus:

  • Sie können Kurzarbeitergeld beantragen wenn 10 % Ihrer Mitarbeiter von einem Arbeitsausfall von mehr als 10 % betroffen sind (vor der Corona-Krise mussten ein Drittel der Mitarbeiter betroffen sein)
  • Sozialversicherungsbeiträge, die auch in Kurzarbeit zu zahlen sind, werden in voller Höhe erstattet (Bisher mussten Arbeitgeber diese zumindest anteilig übernehmen)
  • Kurzarbeitergeld erhalten Unternehmen auch für Leiharbeitende, zumindest befristet (bisher kam die Agentur für Arbeit für Leih- und Saisonarbeiter nicht auf)

Wer kann Kurzarbeitergeld beantragen?

Alle Arbeitgeber, die in irgendeiner Form von den teilweise erheblichen Einschränkungen durch das Coronavirus betroffen sind oder Umsatzeinbußen vermerken, können Kurzarbeitergeld beantragen. Auch Betriebsräte können einen Arbeitsausfall melden.

Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld:

  • Unverschuldete wirtschaftliche Schieflage: durch schwierige wirtschaftliche Entwicklungen oder ein unvorhersehbares Ereignis, wie ein Pandemie
  • Unvermeidbare Arbeitsausfälle: Optionen wie Urlaub, Überstundenabbau und Home Office müssen vorher ausgeschöpft werden.
  • Mindestens 10 % Ihrer Mitarbeiter sind vom Arbeitsausfall betroffen


Wie Kurzarbeitergeld beantragen?

Arbeitgeber oder Betriebsräte können den Antrag auf Kurzarbeit einfach online bei der Bundesagentur für Arbeit stellen. Vorher sollten die Arbeitnehmervertretungen auf jeden Fall in einer Stellungnahme beteiligt werden. Auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit finden Sie alle wichtigen Informationen und Ausdrucke für die Beantragung von Kurzarbeit.

Antrag auf Kurzarbeitergeld im Überblick:

  • Einverständniserklärung aller von Kurzarbeit betroffener Mitarbeiter
  • Antrag für Kurzarbeitergeld über die Webseite der Agentur für Arbeit einreichen
  • Leistungsantrag online ausfüllen
  • Glaubhafte Darstellung der Ursachen des Arbeitsausfalls
  • Auf Bewilligung des Antrags warten
  • Nach der Bewilligung müssen Arbeitgeber ihre Abrechungsliste ebenfalls online an die Agentur für Arbeit übermitteln, um abzurechnen

Als Alternative zum Onlineantrag können Sie den Antrag auf Kurzarbeitergeld auch per Post an ihre zuständige Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit schicken. In diesem Merkblatt zum Kurzarbeitergeld finden Sie außerdem alle Informationen ausführlich dargestellt.

Unter folgender Hotline können sich außerdem Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld informieren: 0800 4 5555 20

Hinweis: Da durch die Coronavirus-Krise aktuell viele Unternehmen Kurzarbeit beantragen, sind die Leitungen der Arbeitgeber-Service-Hotline zeitweise lange besetzt.

FAQ: Kurzarbeitergeld im Überblick


Kurzarbeitergeld und Corona - welche Neuregelungen gibt es?

Vor der Corona-Krise:

  • Mindestens ein Drittel der Beschäftigten mussten von Arbeitskürzungen betroffen sein.
  • Sozialversicherungsbeiträge wurden nur zum Teil erstattet. Der bürokratische Aufwand war sehr hoch.
  • Saison - und Leiharbeiter erhielten kein Kurzarbeitsgeld

Seit der Corona-Krise:

  • Seit dem 13.März können Unternehmen rückwirkend bis zum 1. März bereits bei 10% Arbeitsausfall einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen.
  • Dem Arbeitgeber werden die Sozialversicherungsbeiträge erstattet.
  • Leih- und Saisonarbeiter können befristet Kurzarbeitergeld erhalten


Wer bekommt Kurzarbeitergeld?

Alle Arbeitgeber können Kurzarbeit beantragen, die durch die Folgen des Coronavirus betroffen sind und mindestens bei 10% ihrer Angestellten die Arbeitszeit um mindestens 10% reduzieren müssen. Das Kurzarbeitergeld kommt den Mitarbeitern zugute und unterbindet etwaige Entlassungen.


Wie wird Kurzarbeitergeld berechnet?

Die Agentur für Arbeit kommt für 60 % (bei Arbeitnehmern mit mindestens einem Kind 67 %) des entfallenen Lohns auf. Das entspricht den gleichen Zuschüssen, wie beim Arbeitslosengeld. Je nachdem, wie viel Stunden der Mitarbeiter in Zeiten von Kurzarbeit noch arbeiten kann, wird das Gehalt berechnet.

Zwei Fallbeispiele für die Berechnung von Kurzarbeitergeld:

  • der Mitarbeiter arbeitet gar nicht mehr: er erhält 60% (bzw. 67%) seines Nettogehalts pro Monat
  • der Mitarbeiter arbeitet nur noch 50%: er erhält 50% seines Gehalts vom Arbeitgeber. Der restliche Lohnausfall wird ihm zu 60% (bzw. 67%) gezahlt.

Durch Kurzarbeit hat der Angestellte zwar Lohneinbußen, aber er kann weiter beschäftigt werden.


Wer zahlt Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld wird zunächst vom Arbeitgeber ausgezahlt. Der Arbeitgeber rechnet im zweiten Schritt mit der Agentur für Arbeit ab, um Zuschüsse zu erhalten. Vorab muss der Antrag auf Kurzarbeitergeld aber von der BA bewilligt werden. Die Zuschüsse kommen aus dem deutschen Staatshaushalt.


Wie lang wird Kurzarbeitergeld gezahlt?

Aktuell für 12 Monate, aber bei einer schwerwiegenden wirtschaftlichen Lage auf dem gesamten Arbeitsmarkt kann das Bundesministerium für Arbeit die Verlängerung auf 24 Monate verordnen.


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Wir hoffen wir konnten Ihnen eine gute Hilfestellung zum Thema Kurzarbeit geben und alle Ihre Fragen beantworten. Wir drücken natürlich allen Unternehmern die Daumen, dass sie diese Krise unbeschadet überstehen und bestenfalls gestärkt daraus hervorgehen. Haben Sie schon Erfahrung mit unternehmerischen Krisenzeiten gesammelt oder bereits Kurzarbeit beantragen müssen? Haben Sie Tipps? Erzählen Sie uns in den Kommentaren davon.



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