Lagermanagement: Wie Franchisepartner es am besten angehen sollten!

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Lagermanagement Wie Franchisepartner es am besten angehen sollten!

Als Existenzgründer geht man ein geringeres Risiko ein, wenn man sich einem Franchisesystem anschließt, als wenn man sich für einen Einzelhandel entscheidet. Dabei wird man zum Franchisenehmer und übernimmt vom Franchisegeber das Geschäftskonzept. Das Risiko wird dadurch minimiert, dass die Marke bereits bei den Kunden bekannt ist und der jeweilige Franchisenehmer auf dem Markt also direkt Umsatz erzielen kann. Man muss die Marke nicht mehr eigenständig etablieren und dafür Zeit und Geld investieren. Genau das unterscheidet Franchising von einem Einzelhandel. Trotzdem sind sowohl Franchisegeber als auch Franchisenehmer eigenständige Unternehmer. Zwar übernimmt der Franchisenehmer bei der Gründung das Geschäftskonzept des Franchisegebers und muss sich an die Vorgaben halten, allerdings werden auch eigene Entscheidungen getroffen. Diese müssen aber natürlich zu dem Geschäftskonzept passen.

Standortwahl für Unternehmen und Lager

Der Franchisepartner muss sich für den Standort seines Unternehmens entscheiden. Nach einer Analyse wählt der Franchisenehmer seinen Standort für das neue Geschäft aus. Hier steht der Franchisegeber ihm aber mit Rat und Tat zur Seite, da er schon Erfahrungen gesammelt hat. Wenn sich der Franchisenehmer bei der Gründung nicht für eine Dienstleistung entschieden hat, sind aber noch weitere Punkte zu beachten – beispielsweise das Lager. Nicht jeder Standort bietet auch den Luxus, dass das Lager sich ebenfalls in den Räumlichkeiten befindet. Deshalb muss man auch einen Standort für das Lager finden und hierbei muss auf einiges geachtet werden. Je zentraler das Lager gelegen ist, desto kostenintensiver ist es auch. Allerdings ist ein Lagerbetrieb, der professionell und effizient gestaltet ist, ein echter Wettbewerbsvorteil. Man sollte diesen Punkt also nicht unterschätzen.

Folgende Kriterien sollten bei der Wahl eines Lagers beachtet werden:

  • Größe
  • Lage
  • Erreichbarkeit
  • Kosten
  • Sicherheitsaspekte

Ein Lager ist nicht nur ein Ort, an dem die Waren aufbewahrt werden, sondern es steckt ein ganzer Managementprozess dahinter. Das Lager bildet einen wesentlichen Teil der gesamten Logistik und kann damit eine entscheidende Investition für das Unternehmen sein. Bis zu 30 % der ganzen Logistik macht das Lager eines Unternehmens aus. Deshalb ist es wichtig, dass dieses von Beginn an gut strukturiert und durchdacht ist.

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Wahl eines externen Lagers

Entscheidet sich der Franchisenehmer für ein externes Lager, sind dies die Punkte, die eine Rolle bei der Wahl spielen:

  • Ebenfalls die Lage und Erreichbarkeit
  • Wie ist das Lager ausgestattet?
  • Welche Größe bietet das Lager/welche Größe wird benötigt?
  • Wie sehen die Sicherheitsvorschriften aus?
  • Welche Kosten kommen auf den Gründer zu?

Die Lage und damit auch die Erreichbarkeit des Lagers ist ein essenzieller Punkt, der für das Unternehmen eine wichtige Rolle spielt. Dieser Aspekt kann das ganze Unternehmen sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Die Mitarbeiter, die im Lager tätig sind, müssen es gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können und es müssen gute Parkmöglichkeiten gegeben sein. Aber auch die Lieferanten und damit das ganze Netz der Logistik wird von der Lage und Erreichbarkeit des Lagers beeinflusst. Die Lieferanten müssen es mit großen Fahrzeugen erreichen können. Eine gute Anbindung an die Autobahn sollte gegeben sein. Eventuell sollte bei der Standortwahl des Lagers auch darauf geachtet werden, zu welchen Punkten die Ware geliefert werden muss.

Welche Ausstattung benötigt der Franchisenehmer in seinem Lager? Man kann sich für ein manuell betriebenes oder ein automatisiertes Lager entscheiden. Bei einem automatisierten Lager übernehmen Software und Computer viele Arbeitsschritte und es werden weniger Mitarbeiter benötigt. Allerdings muss hierfür auch die Technik und nötige Infrastruktur vorhanden sein. Oder diese muss nachgerüstet werden können. Und natürlich sollte der Franchisenehmer auch auf den generellen Zustand des Lagerraums achten.
Vor der Entscheidung für ein passendes Lager muss genau berechnet werden, welche Größe benötigt wird. Entscheidet man sich für ein zu kleines Lager, muss man relativ schnell umziehen und dies bedeutet einen großen Aufwand. Wählt man allerdings ein zu großes Lager, muss man auch die Kosten für den Lagerplatz tragen, den man nicht nutzt.
Auch die Sicherheitsaspekte sollten bei der Wahl nicht außer Acht gelassen werden. Sind Fluchtwege vorhanden und gekennzeichnet? Wie sieht es mit dem Brandschutz aus? Ist der Punkt der Arbeitssicherheit gegeben? Aber auch höhere Gewalt kann auf einen Lagerraum einwirken, wie beispielsweise ein Sturm oder Diebstahl. Auch hierfür sollte man eine passende Versicherung abschließen, um unnötigen Kosten und Ärger aus dem Weg zu gehen.

Welche Lagermöglichkeiten gibt es?

Letztendlich ist der Preis nicht immer alles. Eine gute Lage mag auf den ersten Blick kostenintensiver erscheinen, allerdings können auch andere Kosten dadurch eingespart werden. Die Lieferwege können bei einer guten Lage kürzer und damit effizienter sein.

Es gibt drei herkömmliche Arten von Lagern, zwischen denen man wählen kann:

  • Ein Gewerbeloft in der Stadt
  • Das klassische Warenlager
  • Eine große Logistikhalle

Allerdings kommt es für einen Existenzgründer aufgrund der hohen Mietkosten nicht immer infrage, große Flächen oder Hallen zu mieten. Mit so einem Vertrag legt man sich für längere Zeit fest und die Kosten sind oft schwierig zu überblicken. Deshalb hat man die Möglichkeit,, sogenannte Self Storages zu mieten. Das sind Lagerboxen, die für den Franchisenehmer jederzeit zugänglich sind. Außerdem legt man sich hier nicht zwangsläufig für eine lange Zeit fest, da die Verträge oft flexibler sind. Es gibt die Boxen in verschiedenen Größen und man kann dementsprechend bedarfsorientiert mieten. Es kommen keine Wartungskosten auf den Franchisenehmer zu. Des Weiteren bieten die Anbieter der Boxen auch oft weitere Dienstleistungen an, wie Versicherungen etc. Diese Variante ist für den Franchisenehmer die kostengünstigere. Für Onlinehändler wiederum bietet sich das sogenannte Dropshipping an. Dabei wird die Ware bei einem Großhändler erst gekauft, wenn der Kunde bestellt und auch bezahlt hat. Damit geht der Gründer kein Risiko ein und spart sich somit auch die Kosten für den Lagerraum.

Letztendlich spielt die Wahl des Lagers eine sehr wichtige Rolle für den Franchisenehmer und sein Unternehmen. Hierbei gilt es auf einige Faktoren zu achten. Ist das Lagermanagement intakt, läuft schon ein Großteil sehr gut in dem neu gegründeten Unternehmen. Dennoch sollte sich der Franchisenehmer klar darüber werden, dass dies eine große organisatorische und logistische Aufgabe ist, die am Ende stimmen muss. Ist sich der Existenzgründer in dieser Frage und Entscheidung sehr unsicher, sollte eventuell eine Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Logistik zu Rate gezogen werden.

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