M-Commerce: Die Ablösung des E-Commerce?

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M-Commerce: Die Ablösung des E-Commerce?

Der E-Commerce dürfte mittlerweile jedem Deutschen ein Begriff sein. Online Produkte zu bestellen, ist für viele mittlerweile zum Standard geworden. Immer bedeutsamer wird in diesem Zusammenhang allerdings ein weniger bekannter Term: der M-Commerce. Das „M“ steht dabei für Mobile, also für Einkäufe über das Smartphone oder das Tablet. Wir zeigen, wie wichtig der M-Commerce bereits jetzt ist und ob er langfristig andere Formen des E-Commerce verdrängen wird.

Klar, E-Commerce ist einer der prägenden Begriffe im Handel. Bereits in den Achtziger Jahren, und damit vor Erfindung des World Wide Web, tauchte der E-Commerce erstmals auf. Damals hieß das Ganze noch „Electronic Mall“, wurde von der heute aufgelösten Firma CompuServe angeboten und beschränkte sich zunächst auf das Lesen einer Zeitung im Internet. Seitdem hat sich der E-Commerce natürlich enorm weiterentwickelt. Mittlerweile kann (so gut wie) alles online gekauft werden, von Elektrogeräten über Kleidung bis hin zu Lebensmitteln.

Die Bedeutung des E-Commerce und des M-Commerce in Deutschland

Nach Angaben von Statista wurden 2017 in Deutschland etwa 9,5 % des Umsatzes im Einzelhandel über den E-Commerce gemacht – das entspricht einer Summe von 48,9 Milliarden Euro. Für einzelne Produktgruppen, wie zum Beispiel die bereits erwähnten Elektrogeräte, liegt der Anteil dabei deutlich höher: Hier wurden bereits 28,7 % der Umsätze online verzeichnet. „Schlusslicht“ bei dieser Statistik sind die Fast Moving Consumer Goods, also beispielsweise Lebensmittel: Diese werden nur zu zwei Prozent über E-Commerce-Möglichkeiten gekauft.
Aus einer weiteren Statistik geht hervor, dass besonders im mobilen Bereich ein Anstieg zu beobachten ist. Der M-Commerce boomt: 2016 wurden 53 % der Online-Käufe über Smartphone oder Tablet abgewickelt, laut der Prognose sollen in es in diesem Jahr bereits 64 % sein. Folglich ist der M-Commerce eine eminent wichtige Komponente im deutschen Handel, die zukünftig sogar noch wichtiger werden soll. Für Unternehmen, ob nun in einem Franchisesystem organisiert oder nicht, stellt dieser Fakt eine Chance und ein Risiko zugleich dar.

Der M-Commerce: Eine Spezialform des E-Commerce

Den E-Commerce wirklich vom M-Commerce abzugrenzen fällt schwer, denn letztlich ist der M-Commerce „nur“ eine Unterart des E-Commerce. E-Commerce ist ein Oberbegriff, der sowohl Einkäufe über stationäre Computer und Laptops erfasst als auch den M-Commerce über Smartphone und Tablet. Deshalb fällt es auch schwer, die Chancen und Risiken von E- und M-Commerce zu trennen. Letztlich profitieren beide Arten des Handels nämlich von den gleichen gesellschaftlichen Trends und unterliegen den gleichen Risiken. Die Chancen des Online-Handels:

  • steigende Bedeutung des Internets in allen Altersgruppen
  • Veränderung der Gewohnheiten von Konsumenten immer mehr in Richtung von Online-Einkäufen
  • geringere Kosten, zum Beispiel durch das Wegfallen von Mieträumen in Innenstadtlage
  • deutschland- oder sogar weltweite Verfügbarkeit der Produkte (keine Beschränkung des Markts auf eine bestimmte Region)
  • Erfassung von vielen Daten, dadurch unter anderem gute Analysemöglichkeiten von Marketingmaßnahmen oder personalisiertes Marketing

Dagegen bringt der E-Commerce durchaus auch mögliche Nachteile mit sich:

  • hoher Konkurrenzdruck, durch „Big Player“ wie Amazon oder durch spezialisierte Anbieter von Produkten
  • hohe Transparenz in Bezug auf allerhand Daten, wie zum Beispiel Preise oder Bewertungen des Produkts
  • rechtliche Hürden, beispielsweise durch das verpflichtende, 14-tägige Rückgaberecht bei Online-Käufen
  • technische Schwierigkeiten, die Sicherheit eines Online-Shops und der gespeicherten Daten muss jederzeit garantiert sein

Der M-Commerce im Vergleich mit anderen Formen des E-Commerce

Wie Sie sicherlich bereits bemerkt haben: Einen Online-Shop aufzuziehen, kann dank der vielen Vorteile durchaus lukrativ sein. Doch wie genau unterscheidet sich der M-Commerce über Smartphone und Tablet vom „klassischen“ E-Commerce über den Computer?
Zunächst muss festgehalten werden, dass der Mobile Commerce oft als benutzerunfreundlicher wahrgenommen wird. Im Gegensatz zur „normalen“ Webseite von Unternehmen sind die Lösungen gerade für das Smartphone nicht optimiert. Das Hauptproblem: Auf dem kleinen Bildschirm die gleichen Möglichkeiten anzubieten wie auf einem großen Monitor, ist quasi unmöglich. Dadurch entstehen einige Störfaktoren, die den M-Commerce weniger nutzerfreundlich machen. Die größten Schwierigkeiten hatten die Kunden laut einer Statista-Umfrage aus dem Jahre 2016 mit folgenden Dingen:

  • Display-Werbung (zum Beispiel über Popup-Fenster): 67,4 %
  • Buttons sind schlecht klickbar: 43,6 %
  • Unübersichtliche / chaotische Navigation: 43,5 %
  • Kein responsives Design (unzureichende Anpassung ans Smartphone): 34,5 %
  • Bilder lassen sich nicht vergrößern: 34,2 %
  • Mobile Shop bietet weniger Informationen als Desktop-Shop: 33,7 %

Mittlerweile dürfte sich die Situation etwas gebessert haben, denn angesichts des Wachstums des E-Commerce legen viele Unternehmen den Fokus auf den mobilen Bereich. So haben quasi alle große Online-Shops in den letzten Monaten und Jahren eine App veröffentlicht, die die Probleme mit dem E-Commerce einschränken soll. Beispielsweise die Amazon-App wurde schon über 100 Millionen Mal heruntergeladen. Durch solche Apps versuchen Unternehmen, den Kunden trotz nicht so umfangreicher Funktionalitäten wie am Desktop-PC zufriedenzustellen. Das scheint zu gelingen, denn wie bereits gesehen wächst der Anteil des M-Commerce immer weiter.

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Mehr Chance als Risiko: Die Vorteile des M-Commerce

Auch wenn der M-Commerce gewissen Störfaktoren unterliegt: Er profitiert von allerhand Vorteilen, die beim „klassischen“ E-Commerce nicht so stark ausgeprägt sind. Dazu gehören:

  • M-Commerce-Lösungen sind jederzeit und (fast) überall verfügbar, einzige Voraussetzung ist eine stabile Internetverbindung. Wenn das Bedürfnis nach einem Produkt entsteht, kann dieses sofort bestellt werden.
  • Der Ausbau von digitalen Netzen (Stichwort: 5G) schreitet immer weiter voran, Internetverbindungen werden so schneller.
  • Beim M-Commerce liegt der Fokus noch stärker auf Interaktionen zwischen den Nutzern, zum Beispiel durch häufigere persönliche Empfehlungen.
  • Der Trend geht zum Tablet: Die Verkaufszahlen für Tablets steigen immer mehr. Das Tablet ist durch den relativ großen Bildschirm im Vergleich zu Smartphones für den M-Commerce vorteilhaft und reduziert die genannten Schwierigkeiten.

Auch für Franchisenehmer und Franchisegeber eine spannende Möglichkeit

Der M-Commerce bietet in der freien Wirtschaft spannende Möglichkeiten und hat dabei noch gewaltiges Entwicklungspotenzial. Auch Franchiseunternehmen sollten den Trend zum M-Commerce nutzen. Beispielsweise könnte ein Food-Franchise mit einem Lieferdienst kooperieren und so Bestellungen ganz einfach über das Handy ermöglichen. Ein Franchisegeber aus der Fitness-Branche könnte die Vergabe von Terminen und Abonnements online möglich machen.
Solche Möglichkeiten werden von Konsumenten gesucht und stellen auch für den Franchisenehmer eine Erleichterung dar. In erster Linie sollte sich nämlich der Franchisegeber um den Ausbau einer M-Commerce-Möglichkeit kümmern, der Franchisenehmer sollte nur für die Umsetzung vor Ort zuständig sein. Zusätzlich zum Geschäft vor Ort könnte der M-Commerce für Franchiseunternehmen so eine gute Umsatzquelle sein.
Wir sagen: Der M-Commerce wird andere Formen des E-Commerce sicherlich nicht komplett auslöschen. Doch nach und nach wird der Anteil der Bestellungen über das Smartphone wachsen – das sollten Sie als Unternehmer beachten und angepasste Lösungen ermöglichen.

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