Make or Buy Analyse: Das sollten Unternehmer wissen

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Sein ein eigenes Unternehmen zu gründen und sein eigener Chef zu sein, ist eine tolle Sache: Man ist niemandem mehr Rechenschaft schuldig, trifft eigene Entscheidungen und gestaltet den Arbeitstag nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen. Trotzdem müssen Unternehmer stets die Branche im Auge behalten, um die Rentabilität des Unternehmens nicht zu gefährden.

Denn Unternehmen sind häufig auf Lieferanten und Hersteller angewiesen, die sie mit den benötigten Materialien und Produkten versorgen. Dadurch haben Dienstleister natürlich auch immer eine große Verhandlungsmacht und können sich verspätete Lieferzeiten oder die Erhöhung der Preise leisten.

Doch in den letzten Jahren wollten sich vor allem große Supermärkte und Discounter nicht mehr dieser Willkür der Lieferanten und Hersteller aussetzen und beschlossen aus diesem Grund, die Ware in Eigenproduktion herzustellen. Ein großer Schritt, der gut abgewägt werden sollte. Denn ist man mal von dem üblichen Pfad abgewichen, wird es schwer werden, den Rückweg wieder schnell zu finden.

Bei den meisten Supermärkten und Discountern hat sich dieser Schritt jedoch ausgezahlt, weswegen sich nun immer mehr Unternehmen mit der Make or Buy Entscheidung konfrontiert sehen. Ein Tool, welches Ihnen bei dieser Wahl helfen kann, ist die Make or buy Analyse. In diesem Artikel wollen wir Ihnen diese vorstellen und Ihnen somit bei Ihrem Entschluss unter die Arme greifen.

1) Die Make or Buy Analyse

Wer diese Analyse verwenden möchte, beschäftigt sich mit der Frage, ob Produkte, Bauteile oder Materialien im Unternehmen selbst hergestellt werden sollten oder es nicht doch besser wäre, diese von außen zu beziehen. Die Vor- und Nachteile beider Seiten sollten sehr gründlich abgewägt werden. Orientieren Sie sich nicht an anderen Unternehmen, sondern finden Sie heraus, was für Ihr eigenes Unternehmen die beste Vorgehensweise ist. Faktoren, die bei dieser Entscheidung eine große Rolle spielen, sind:

  • Die Kosten
  • Die verfügbare Kapazität des eigenen Unternehmens
  • Einzuhaltende Kriterien des Produktes (Qualität, Eigenschaften, Funktionalität, etc.)
  • Qualifikation der Mitarbeiter
  • Fertigungstechnisches Know-how
  • Raum und Zeit für die Fertigung
  • Logistik
  • Image und Corporate Identity
  • Abhängigkeit von Zulieferern
  • Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit

2) Die Durchführung der Make or Buy Analyse

Bei der Make Or Buy Analyse können Sie nach einer Vorgehensweise handeln, die sich in den letzten Jahren in der Praxis mehr als bewährt hat.

Die Definition des Produktes: Werden Sie sich klar, um welches Produkt es sich handelt. Betrachten Sie Versionen von verschiedenen Anbietern und ziehen Sie Vergleiche. Wie grenzen sich die Produkte von einander ab? Was sind die positiven Aspekte der jeweiligen Produkte? Welche Eigenschaften sind für unser Unternehmen unverzichtbar und auf welche Aspekte kann gut und gerne verzichtet werden? Beschreiben Sie die Produkte sehr ausführlich und dokumentieren Sie diesen Prozess sehr ausführlich.

Die Auswahl: Im nächsten Schritt ziehen Sie Ihre Kenntnisse aus der Untersuchung und Beschreibung der Produkte heran und analysieren, welcher Anbieter, für Sie infrage kommen würde. Hier muss natürlich nicht nur auf die Qualität des Produktes geachtet werden, sondern auch der Kostenfaktor im Hinterkopf behalten werden. Denn Sie wollen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für sich finden. Dafür sollten Sie sich auch mit den Lieferanten in Verbindung setzen und herausfinden, ob diese Ihnen attraktive Angebote machen.

Kalkulation: Nun gilt es auf Basis der gewonnen Kenntnisse ein eigenes Produkt theoretisch zu entwerfen. Wie sollte dieses aussehen und welche Faktoren müssen unbedingt berücksichtigt werden? Überschlagen Sie die anfallenden Kosten, die bei einer eigenen Herstellung fällig werden würden. Zu guter Letzt sollte errechnet werden, welcher Preis sich pro Stück ergeben würde.

Kostenvergleich:Logischerweise folgt nun der Vergleich des Fremdbezugs mit der eigenen Herstellung. Die wirtschaftlichere Alternative sollte herausgefunden und offen benannt werden. Denn die Liquidität spielt auf kurze oder lange Sicht gesehen eine entscheidende Rolle. Nicht jedes Unternehmen kann es sich leisten, große Summen zu investieren, die sich erst nach einem bestimmten Zeitraum wieder auszahlen.

Faktorenanalyse: Weiterhin kommt es – wie vorhin schon angesprochen – nicht nur auf die Kosten an, sondern vor allem auch auf nicht quantifizierbare Aspekte. Als Unternehmer muss man sich darüber klar werden, dass mit der Eigenproduktion eine Menge Arbeit und Organisation verbunden ist. Es muss geklärt werden, ob das Unternehmen über die nötigen Kapazitäten, Qualifikationen und Möglichkeiten verfügt, um diesen Schritt zu gehen. Die Umsetzbarkeit sollte realistisch und objektiv betrachtet und bewertet werden.

Abwägung: Alle gesammelten Daten, Informationen und Analysen sollten gesammelt werden und mit einem Expertenteam gründlich durchgearbeitet werden. Bei diesem Prozess sollte auch berücksichtigt werden, ob man als Unternehmen eher strategische oder operative Ziele verfolgt. Operativ agiert ein Unternehmen, wenn es kurzfristige Kostenvorteile im Auge hat. Strategische Ziele spielen eher auf langfristige Wettbewerbsvorteile an. So können sich nämlich die Vorteile einer Eigenproduktion erst nach einigen Jahren positiv auf das Image und die Rentabilität auswirken. Dennoch rentiert sich der Aufwand auf lange Sicht gesehen.

In die Abwägung sollte aber auch das Image miteinbezogen werden. Sollten die Lieferanten sich beispielsweise einen gut Ruf und Namen gemacht haben, könnten die Endkunden Wert darauf legen, dass diese Lieferanten mit Ihrem Unternehmen zusammenarbeiten. Diese können nämlich für Qualität und Klasse stehen, wohingegen das eigene Produkt sich diesen Ruf erst erarbeiten müsste. Gleichzeitig kann durch die eigene Produktion aber auch sichergestellt werden, dass die gewünschte Qualität zu 100 % eingehalten wird.

Entscheidung: Schließlich sollte eine Entscheidung getroffen werden.

Verwirklichung: Als letztes sollten Schritte eingeleitet werden, welche die konkrete Umsetzung vorantreiben.

3) Die Zulieferer

Sollten Sie sich nun gegen die Eigenproduktion entscheiden, müssen natürlich geeignete Zulieferer gefunden werden. Hierbei könnte eine Beschaffungsmarktanalyse behilflich sein. Diese gibt Aufschluss über die Möglichkeiten des Marktes und liefert Informationen über die Qualität der Produkte und die Anbieter. Entscheiden Sie sich für einen Anbieter, müssen trotzdem beständig Kontrollen durchgeführt werden.

Die Produkte sollten auf Schwächen untersucht werden, aber auch die Dienstleistung sollte kritisch betrachtet werden. Ob es beispielsweise Kommunikationsschwierigkeiten gibt, die Ihren geschäftlichen Alltag beeinträchtigen oder ob Termine zuverlässig eingehalten werden.

Halten Sie sich jedoch immer auf dem neusten Stand. Denn auch wenn Sie vor einigen Jahren erst eine Make or Buy Analyse durchgeführt haben, kann sich der Markt und Ihre eigene Situation in der Zwischenzeit komplett geändert haben. Macht der Fremdbezug weiterhin Sinn, oder sind Sie mittlerweile an dem Punkt angelangt, an welchem die Eigenproduktion größere Vorteile birgt?

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