Marge berechnen: Schritt für Schritt

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Marge berechnen: Schritt für Schritt

Die Marge zu berechnen gehört zum Inhalt jedes Unternehmens, das seine Produkte auf den Markt bringen möchte. Da diese Kalkulation schon einmal für Verwirrung sorgen kann, erklären wir Ihnen in diesem Artikel alle wichtigen Begriffe und Rechnungen, die für Ihr Franchise wichtig sind. Franchisegeber gehen dabei üblicherweise davon aus, dass es zwei Arten gibt, wie man die Verdienstspanne berechnen kann: Man senkt die Kosten und erhöht die Preise. Oft ist das aber nicht möglich. Um Ihnen dabei zu helfen, erläutern wir ebenfalls, wie man diese Marge erhöhen kann.

Was versteht man unter einer Marge?

Das französische Wort Marge bedeutet übersetzt so viel wie Abstand oder Spielraum. Es wird benutzt, um die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreisen anzugeben und bezeichnet demnach die Gewinnspanne. Auch im Franchising ist dieser Begriff von hoher Bedeutung, da er die Grundlage für jede Existenzgründung legt, in der ein Gewinn erzielt werden soll.

Unternehmer müssen diese Marge kennen um zu wissen wie hoch der Betrag ist, mit dem laufende Kosten beglichen werden müssen. Der restliche Betrag bezieht sich auf den Gewinn, den Unternehmen mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung eingenommen haben. Dementsprechend ist es wichtig, den Erfolg der eigenen Produkte einschätzen zu können und zu wissen, ob sich der Verkauf lohnt oder das Unternehmen auf lange Sicht nicht voranbringt.

Sowohl der Begriff Marge als auch Gewinnspanne bezeichnen dabei die Handelsspanne. Dabei gilt es zwischen verschiedenen Arten zu unterscheiden:

  • Artikelspanne: Hier bezieht sich die Handelsspanne auf einen Artikel
  • Warengruppenspanne: Die Handelsspanne bezieht sich auf eine Warengruppe
  • Realisierte Handelsspanne: Auch Abschlagsspanne genannt, bezieht sich auf den Abschlag vom Endpreis in Prozent

Hinweis: In anderen Wirtschaftsbereichen hat der Begriff Marge eine etwas andere Bedeutung. Im Kreditwesen beispielsweise wird die Differenz zwischen dem Kunden- und dem Refinanzierungszinssatz als Marge bezeichnet. Bei Börsengeschäften unterschiedet man bei der Marge unter anderem zwischen der Differenz zwischen Ausgabekurs und Tageskurs eines Wertpapiers, aber auch Preis- oder Kursunterschiede werden dort Marge genannt.

Wodurch wird die Marge beeinflusst?

Bei der Berechnung muss man auf eine Reihe verschiedener Faktoren achten, die die Handelsspanne beeinflussen. Dazu gehört beispielsweise die Nachfrage eines Produkts. Je höher diese ist, desto höher auch die Gewinnmarge.

Auch Verhandlungsgeschick, das Marktgeschehen oder innerbetriebliche Abläufe beeinflussen die Marge. Das ist nur logisch, wenn man bedenkt, dass weniger Kosten verursacht werden, je schneller und effizienter betriebliche Abläufe funktionieren.

Berechnung der Handelsspanne

Generell ist die Marke stark branchenabhängig, da beispielsweise Produktionskosten eine große Rolle spielen, man aber auch die Ausgabebereitschaft der Kunden nicht vergessen darf.

Die Kalkulation der Handelsspanne erfolgt sowohl beim Einkaufspreis als auch beim Verkaufspreis mithilfe der Nettobeiträge. Um den tatsächlichen Preis zu ermitteln, den Kunden im Endeffekt bezahlen, muss dafür noch die Mehrwertsteuer draufgesetzt werden. Generell wird bei der Berechnung der Marge zwischen Aufschlags- und Abschlagsrechnung unterschieden.

Marge mit Aufschlagsrechnung

Bei der Aufschlagskalkulation schlägt man auf den Einkaufspreis den Beitrag drauf, der mindestens die kalkulatorischen Kosten eines Unternehmens decken soll. Hier soll der optimale Verkaufspreis eines Produktes oder einer Dienstleistung ermittelt werden. Das bedeutet, dass die Berechnung hierbei dazu dient, den optimalen Verkaufspreis herauszufinden. Die Marge kann sowohl als absoluter Beitrag oder als relativer Prozentsatz ausgedrückt werden.

Doch wie geht man bei dieser Berechnung vor?

Um den Netto-Verkaufspreis herauszufinden, müssen Einkaufspreis und Aufschlagsmarge miteinander addiert werden. Der Brutto-Verkaufspreis ergibt sich durch das Zusammenaddieren von Einkaufspreis, Aufschlagsmarke und Umsatzsteuer. Die Formel dafür sieht folgendermaßen aus:

  • Netto-Verkaufspreis = Einkaufspreis + Aufschlagsmarge
  • Brutto-Verkaufspreis = Einkaufspreis + Aufschlagsmarge + Umsatzsteuer

Darüber lässt sich der Verkaufspreis auch mithilfe von Multiplikation berechnen:

  • Netto-Verkaufspreis = Einkaufspreis x (1 + Aufschlagsmarge)
  • Brutto-Verkaufspreis = Einkaufspreis x (1 + Aufschlagsmarge) x (1 + Umsatzsteuer)

Marge mit Abschlagsrechnung

In diesem Modell bezeichnet die Marge die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Einstandspreis einer Ware, entweder als absoluter Betrag oder als relativer Prozentsatz. Diese Berechnung kommt zum Einsatz, wenn Unternehmen berechnen möchten, wie viel mit einem Produkt oder einer Dienstleistung eingenommen wurde.

Um die Abschlagsmarge zu berechnen muss der der Einkaufspreis des Produktes vom Netto-Verkaufspreis abgezogen werden. Die Formel dafür sieht folgendermaßen aus:

  • Abschlagsmarge (absolut) = Verkaufspreis – Einkaufspreis

Um die relative Abschlagsmarge zu berechnen, benötigt man die absolute Abschlagsmarge und den Verkaufspreis:

  • Abschlagsmarge (relativ) = Absolute Abschlagsmarge/Verkaufspreis

Negative Margen

Selbstverständlich ist es wichtig, dass die Marge im positiven Bereich liegt, um tatsächlich Gewinn zu erzielen. Aber: Verluste bedeuten nicht gleichzeitig, dass Sie Ihre Firma gegen die Wand fahren. Tatsächlich sind sie gar nicht so selten, beispielsweise wenn Sie die Gründung Ihres Unternehmens gerade erst hinter sich haben und sich auf dem Markt etablieren möchten. In dieser Anlaufphase versuchen Unternehmen erst einmal das Interesse von Kunden zu wecken, was auch mit negativen Margen einher gehen kann.

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Tipps zur Steigerung der Marge

Nun, wo Sie wissen, wie man die Marge ausrechnet, wollen wir Ihnen abschließend Tipps geben, wie Sie noch mehr Profit rausschlagen können. Denn wo eine Marge berechnet wird, möchte man schließlich auch positive Ergebnisse haben.

  • Kunden sind die Menschen, denen sie letztendlich den Erfolg Ihres Geschäftes zu verdanken zu haben. Dementsprechend gilt es, deren Wünschen entgegen zu kommen um sie so zum Kauf zu animieren. In diesem Fall sind Franchisenehmer genauso gefragt wie der Franchisegeber. Denn in jeder einzelnen Filiale muss Kunden das beste Kauferlebnis geboten werden. Ein Beispiel für einen guten Kundenservice wäre ein Live-Chat, in dem sich Interessierte stets auf Beratung von kompetenten Angestellten verlassen können.
  • Die größtmögliche Marge lässt sich auch dann besser erreichen, wenn man am richtigen Ende spart. Als Franchisegründer sollten Sie überlegen, ob Sie die Betriebskosten möglicherweise senken können, sei es bei Versandmöglichkeiten oder bei bestimmten Programmen, die in Ihrer Firma zum Einsatz kommen.
  • Wer mehr in die Qualität seiner Produkte investiert, der kann davon ausgehen, dass Kunden eher zuschlagen. Vor allen Dingen im digitalen Zeitalter können Kunden ihre Meinung online posten. Negatives Feedback führt dementsprechend eher dazu, dass mögliche Interessenten einen Bogen um Ihre Produkte machen.
  • Auch die Zufriedenheit Ihrer Angestellten sollten Sie stets im Auge haben. Im Zahnrad eines Unternehmens spielen die Angestellten eine enorme Rolle, die Sie als Franchisegeber und -nehmer nicht unterschätzen dürfen. Kommt es beispielsweise dazu, dass Angestellte das Unternehmen verlassen, sollte man sich fragen, ob es sich lohnt, eine besseres Arbeitsumfeld zu schaffen. Versuchen Sie ein Arbeitsklima zu schaffen, dass sie zur Arbeit motiviert, denn sie tragen letztendlich enorm zum Erfolg Ihrer Firma bei.

Egal in welcher Branche Ihr Unternehmen angesiedelt ist, die Handelsspanne hilft Ihnen dabei Ihren Gewinn einzuschätzen und wichtige Entscheidungen zu treffen. Es lohnt sich also, stets ein Auge auf darauf zu werfen und gegebenenfalls Anpassungen zu treffen, wo es nötig ist.

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