Master-Franchisenehmer: seine Aufgaben kompakt zusammengefasst

09.12.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

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Sie träumen davon, ihre eigene Existenz zu gründen aber Ihnen ist mulmig bei dem Gedanken, ein komplett neues Unternehmen mit einer bahnbrechenden, innovierenden Idee zu gründen?

Sie suchen genau die goldene Mitte zwischen Unternehmertum und Sicherheit?

Vielleicht ist Franchising genau das richtige für Sie.

Sicherlich haben Sie bereits von den verschiedenen Konzepten, wie Lizenzen, Franchisepartnerschaften oder Master-Franchising gehört.

Was ist Master Franchising eigentlich?

Master Franchising ist eine der "ausgiebigsten" Formen des Franchisings und es erfordert verhältnismäßig viel Kapital.

Dies liegt daran, dass im Master-Franchising derjenige Master-Franchisenehmer die Franchise-Führung für ein ganzes Land oder eine ganze Region übernimmt. Dementsprechend ist für eine Master-Franchisepartnerschaft nicht nur ein entsprechendes Kapital, von bis zu einer halbe Million Euro, sondern auch entsprechende „Manpower“, Erfahrung und die richtigen Führungsfähigkeiten notwendig.

Das Konzept des Master-Franchisings ist dreistufig, das bedeutet, dass Master-Franchise-Lizenzen für ein bestimmtes Geschäftskonzept an einen Master-Franchisenehmer vergeben werden. Dieser Master-Franchisenehmer hat somit die Berechtigung, das Franchise-Unternehmen in seinem jeweiligen Land oder seiner Region zu managen und sich eigene Unter-Franchisepartner oder Sub-Franchisenehmer für kleinere Regionen und bestimmte Städte des jeweiligen Landes zu suchen.

In dem Moment, indem der Master-Franchisenehmer die ersten geeigneten Franchisenehmer gefunden hat, wird der Master-Franchisenehmer automatisch für die neuen Franchisenehmer zum Franchisegeber. Er, also der Master-Franchisenehmer, ist derjenige der das Franchise Business für das gesamte Land verwaltet und ist somit auch in seinem Land der Ansprechpartner zu sämtlichen Fragestellungen, wie etwa Marketing oder finanzielle Angelegenheiten (Franchisegebühren).

Meistens wird durch ausländische Franchisegeber oder Franchise-Unternehmen auf das Konzept des Master-Franchisings zurückgegriffen. Oft kommen diese ausländischen Unternehmen auf die Idee, Ihr Geschäftskonzept zu expandieren, da das Geschäft in ihrem Ursprungsland besonders gut läuft und erstellen dann eine Internationalisierungsstrategie anhand des Master-Franchisings.

Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Nur, weil ein bestimmtes Konzept, sagen wir mal, ein Fast Food-Franchise, in den USA besonders gut ankommt, bedeutet dies nicht, dass es auch in Deutschland der Fall sein muss. Unzählige Faktoren sind hier für den Erfolg des ausländischen Franchise-Business ausschlaggebend, insbesondere aber die Marktsituation im Zielland und die dort vorherrschende Kultur.

Welche Rolle hat der Master-Franchisenehmer

Beim Maser-Franchising hat der Master-Franchisenehmer die Aufgabe, das Franchise-Konzept im jeweiligen Zielland auszurollen. Dazu gehören sämtliche Aufgaben von A bis Z, wie etwa:

  • Eventuelle Anpassungen des Konzeptes im Hinblick auf Strategie, Recht/Finanzen und Branding an das Zielland
  • Suche und Auswahl geeigneter Franchise-Nehmer (also Sub-Franchisenehmer – in diesem Fall wird der Master-Franchisenehmer zum Franchisegeber), inklusive deren Ausbildung und Betreuung.
  • Management von Marketingmaßnahmen im Franchise-Zielland
  • Koordination zwischen der Franchisezentrale und dem einzelnen Franchisenehmer auf Regionalebene (Sub-Franchisenehmer)
  • Und vieles mehr.

Für welche Personen eignet sich Master-Franchising?

Wenn Sie sich für die Existenzgründung und speziell für Franchising interessieren, und eigentlich gerne selber Franchisegeber werden möchten anstatt Franchisenehmer zu sein, stellen Sie sich sicherlich die Frage, ob es sinnvoller ist, ein bestehendes, ausländisches Franchise-Konzept anzupassen oder ein ganz neues, eigenes Franchise-Konzept zu entwickeln.

 

Beide Lösungen haben Ihre Vor- und Nachteile. Sollten Sie sich dafür entscheiden, ein bestehendes Franchisekonzept eines ausländischen Franchisegebers als Master-Franchisenehmer zu übernehmen und auf das Zielland anzupassen bzw. Franchisegeber des jeweiligen Landes zu werden, haben Sie mehrere entscheidende Vorteile: Sie erhalten Unterstützung vonseiten des Franchisegebers aus dem Ausland und sparen somit viel Zeit und auch Geld. Allerdings ist häufig bei der Gründung eines Master-Franchise eine Pilotphase notwendig, an dessen Kosten sich der ausländische Master-Franchisegeber nur selten beteiligt.

Wie dem auch sei: Mit einer Master-Franchisepartnerschaft erwarten Sie lukrative Einnahmen. Allerdings müssen Sie zuvor in Vorkasse treten – mit hohen Investitionssummen, die bis ins siebenstellige reichen, viel Erfahrung und persönlicher Zeitinvestition.

Daher eignen sich Master-Franchisepartnerschaften tendenziell eher für Profile mit mehrjähriger Erfahrung und soliden Finanzen.

Weitere Merkmale, die ein erfolgreicher Master-Franchisenehmer mitbringen sollte, sind:

  • Betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • Volkswirtschaftliche Kenntnisse
  • Kompetenzen im Bereich Marketing und Strategie
  • Fremdsprachenkenntnisse für die internationale Kommunikation mit dem Master-Franchisegeber

Wann ist Master-Franchising interessant für Unternehmen?

 

Sie fragen sich, welches Unternehmen denn so viel Kontrolle verlieren und das Management eins ganzen Landes an einen Master-Franchisenehmer abgeben möchte ?

Nun, zum einen muss man unterstreichen, dass sicherlich nicht jede Person zum Master-Franchisenehmer werden kann und die oben genannten Kriterien sind in der Tat die Mindestanforderung, um auf der Position des Master-Franchisenehmers erfolgreich zu sein.

Auf der anderen Seite kann man sich den klassischen Fall ausmalen, in dem das Konzept des Master-Franchisings für ausländische Unternehmen sehr schmackhaft sein kann. Nehmen wir das Beispiel eines Unternehmens aus den USA, das sich in Deutschland etablieren möchte. Allerdings spricht niemand aus dem Team in New York Deutsch, noch kennt irgendjemand nur ansatzweise die Kultur, ganz zu schweigen von der Marktsituation in Deutschland. An dieser Stelle kommt Master-Franchising ins Spiel: Der Franchisegeber aus den USA sucht sich einen Master-Franchisenehmer für Deutschland und gibt, um alles notwendige Handwerkszeug mit, um das Franchise-Business in Deutschland aufzubauen und selber geeignete, lokale Franchisenehmer zu finden.

Was bedeutet Master-Franchising für den Franchisegeber?

Neben den organisatorischen Vorteilen, die der Master-Franchisegeber beim Ausbau seines Unternehmens im Ausland genießt, da dies ja durch den Master-Franchisenehmer abgedeckt wird, sind weitere Punkte, die Master-Franchisegeber regelmäßig zu solchen machen:

  • Die Kostenersparnisse bei der Expansion
  • Geringeres Investitionsrisiko: Da der Master-Franchisenehmer einen hohen Anteil der Investition selber trägt, gilt gleiches auch für die Verantwortung des Letzteren. Das bedeutet konkret für den Master-Franchisegeber, dass er ein geringeres Risiko trägt. Letzteres ist gleichzeitig ein Nachteil für den Franchisenehmer, der eben ein sehr hohes (finanzielles) Risiko trägt.
  • Die menschliche Komponente: Der Master-Franchisegeber kann sich voll und ganz auf das Know-how des Franchisenehmers verlassen, denn schließlich kennt sich dieser am besten aus, wenn es um die Wirtschaft des Landes, Recht, Finanzen, Steuern, Marketing oder sonstige landesspezifische Themen geht.

Allerdings birgt Master-Franchising für den Master-Franchisegeber auch ein kleines, aber nicht zu missachtendes Risiko. Dieses Risiko besteht im eventuellen Kontrollverlust, da das Management eines ganzen Landes an einen Franchisenehmer abgegeben wird. Wie bei vielen Situationen haben wir auch hier eine zweiseitige Medaille mit sowohl Vor- als auch Nachteilen.

Ist Master-Franchising das Richtige für Sie?

Es sollte Ihre Priorität sein, die bestehenden Franchisekonzepte auf Herz du Nieren zu prüfen und sich zuerst für ein System zu entscheiden, was wirklich zu Ihnen passt. Haben Sie erst einmal Ihren „Liebling“ gefunden, wird sich alles Weitere regeln lassen, denn die Franchisenehmer-Zufriedenheit ist ein wichtiger Faktor. Außerdem sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass sich nicht gleich jedes im Ausland erfolgreiche Unternehmen auch gezwungenermaßen in Deutschland durchsetzt.

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