Masterfranchising: Vor- und Nachteile eines Masterfranchisenehmers

22.07.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

masterfranchising vor und nachteile

Er ist sehr weit vorangekommen, doch hat auch gut zu tun. Eigentlich könnte er die Zügel schleifen lassen, wenn alles liefe wie geplant, bis dahin aber ist noch ein gutes Stück zu gehen. Der Master im Franchising hat ein ihm anvertrautes Terrain zu erschließen, er muss ein Miniatursystem errichten, das jedoch zu ebenbürtiger Größe heranwachsen könnte. Was jenseits der Grenze möglich war, sollte sich doch im bislang fremden Land ebenso realisieren lassen, wenn dabei nicht erhebliche Widerstände auftreten würden.

Das Masterfranchising kann durchaus auch gefährlich werden

Es ist vorerst nicht geplant, den Franchisegeber zu überflügeln, er kann schon froh darüber sein, wenn alles nach seinen Vorstellungen verläuft. Dafür aber muss er eine wichtige Aufgabe mit entsprechenden Kompetenzen übertragen, denn sonst hätte er es ja auch selbst erledigen können. Ihm scheint jedoch zu fehlen, was den Master ausmacht. Einerseits ist es vielleicht die nötige Zeit dafür, auf der anderen Seite sind spezielle Kenntnisse erforderlich, über die nicht jeder verfügt. Hilfreich kann es sein, wenn man bereits Erfahrungen mit einer anderen Mentalität gesammelt hat oder gar aus einer Gegend stammt, in der sie sehr verbreitet ist. Hinzukommt eine hinreichende Eignung in Fragen der Expansion. Fatal wäre es, im Masterfranchising zu scheitern.

Nicht ohne gründliche Vorbereitung ins Masterfranchising

Denn das würde sich herumsprechen, und man bräuchte es nicht noch einmal zu versuchen. Schon eher verzeihbar wäre, wenn eitle, im Vorfeld propagierte Ziele nicht so ganz erreicht werden könnten. Zu überlegen ist, ob man im Stillen vorarbeitet, um auf einer eher gesicherten Grundlage große Pläne verkündet. So ganz im Nirgendwo startet hingegen niemand, es fragt sich aber, ob eherne Prinzipien des Franchisesystems nicht kleiner Änderungen bedürfen. Müssten sie ein erhebliches Ausmaß annehmen, wäre vielleicht etwas abzuspalten. Man kann des Eskimos kein Eis verkaufen, sie haben schon genug davon, wenn es auch langsam schmilzt. Andererseits ist unter einem Dach Raum genug für mehrere Wohnungen, deren Inhaber sich nicht ins Gehege kommen müssen.

Sich lieber Schritt für Schritt an Größeres heranwagen

Etwas planlos erscheint, aber relativ häufig vertreten ist die Unterhaltung eines einzelnen Standorts weitab vom eigentlichen Geschehen.

  • Will man damit einen Fuß in die Tür bekommen
  • oder zeigen, dass einer Ausdehnung keine Grenzen gesetzt sind?

Beeindruckend ist es schon, dumm nur, wenn sich lange nichts hinzugesellt. Es dürfte schwerfallen, ein solch verstreutes System noch zentral zu steuern, man gewinnt den Eindruck, als würde jemand sich einen exotischen Satelliten leisten, wobei der dafür zu betreibende Aufwand kaum zu rechtfertigen ist. Anders verhält es sich, wenn durch die Distanzen überwindende Lage eine Zusammenarbeit besonderer Art zustande käme. Denkbar wäre etwa, dass man vor Ort einkauft.

Querverbindungen zum mehrfachen Nutzen ziehen

Und den Menschen dort gleich zeigt, was sich aus ihren heimischen Produkten machen lässt. Damit entfiele der Transport, auch ließe sich steuerrechtlich einiges deichseln. Es wäre eine unter Umständen sehr lohnende Vernetzung vom Ursprung zur Verwertungsstelle geschaffen, woraus sich ein enges Geflecht übergreifender Beziehungen ergeben könnte. Wenn etwa ein Immobilien-Tycoon das europäische Territorium verlässt, um zu demonstrieren, dass ihm dieses Jackett mittlerweile zu eng geworden ist, lässt das doch aus Kundensicht einiges vermuten. Sie werden sich die Finger danach lecken, mit dem gewohnten Service demnächst sogar ein stattliches Anwesen auf dem Mond ergattern zu können. Das kann auch den Umsatz in heimischen Gefilden ankurbeln.

Masterfranchising und die Grenzen des Systems

Wenn der Franchisenehmer zum Master avanciert, muss er einen Großteil der Einnahmen für eigene Zwecke verbuchen. Das mag jedoch immer noch günstiger sein als eigene Anstrengungen. Die Kosten dafür, aus der Ferne tragfähige Kontakte anzuknüpfen, kann man sich beispielsweise sparen, wenn sie bereits vorhanden sind. Hiermit wird das Franchiseprinzip quasi umgekehrt.

  • Es könnte wohl sein, dass ein Masterfranchisenehmer einiges für sich behält,
  • schließlich sind seine Investitionen beträchtlich,
  • und er möchte vielleicht gern auf zwei Hochzeiten tanzen.

Auf jeden Fall ist ein ordentliches Stück Verantwortung abzutreten, und Möglichkeiten der Kontrolle sind stark eingeschränkt. Was jemand in seinem entlegenen Reich anstellt, entzieht sich meist unmittelbarer Kenntnisnahme.

Möglichst nicht gezwungenermaßen wachsen

Die Expansionslust könnte Schaden nehmen, vor allem dann, wenn einem keine Wahl bleibt. Sollte die Luft daheim zu knapp werden, ist man auf unverzügliche Erfolge angewiesen, was auch ausgenutzt werden kann. Kontinuierliches Wachstum ist indes nicht immer das Gebot der Stunde, mitunter bekommt man eben Daumenschrauben angelegt. Um Zwangslagen dieser Art zu vermeiden, empfiehlt sich frühzeitiges Sondieren, und dafür ist ein entfernter Standort ideal. Einfach mal auf Verdacht die Fühler ausstrecken! Zudem hat man seinen Repräsentanten schon wesentlich besser kennengelernt, wenn die Zeit reif wird für die Ersatzstrategie. Warum sollte man dann aber nicht gleich aus der Reserve treten? Weil es vielleicht jemanden gibt, der schneller wachsen könnte.

Der Notfallplan auf höchster Ebene

So belauern sich die Großen gegenseitig, wohl dem, der in ihrem Schatten operieren kann. Solange kein Druck besteht, ist es besser, sich behutsam vorzutasten, als alles auf eine Karte zu setzen und sich dabei womöglich arg zu verspekulieren. Wenn ein Gefüge auseinanderzufallen droht, fällt es schwer, die Risse noch zu kitten, das kann den Untergang bedeuten. Es ruht eine leicht erdrückende Last auf den Schultern desjenigen, der zum Masterfranchisenehmer wird, und umso sorgfältiger ist eine geeignete Person für diese Rolle auszuwählen. Am besten sucht man wohl in den eigenen Reihen nach jemandem, der sein Handwerk nachgewiesenermaßen versteht. Wenn der aber die ausersehene Landessprache nicht beherrscht? Dann bekommt er einen Crashkurs verordnet.

Partnern tief in die Augen schauen

Auch andere Kosten und Ausfälle sind für eine Weile in Kauf zu nehmen. Hauptsache, man muss sich nicht verzetteln und jemandem beständig nachsteigen, dem man nicht wirklich vertraut. Wer hat denn was davon, komplexe Vertragswerke aufzusetzen, die dennoch falsch zu interpretieren sind? Unter guten Freunden zählt der Handschlag, sie könnten sich jedoch fernab vom Schuss als wandlungsfähig entpuppen. Es ist ein haariges Geschäft, am besten macht man doch alles selbst, nachdem man für einen würdigen Vertreter gesorgt hat. Wenn das doch nur so einfach wäre! Je stärker ein Franchisesystem ausgeweitet ist, desto anfälliger kann es werden. Da ist es eigentlich kein Wunder, wenn der Franchisegeber an Zeitmangel leidet.

Andere aktuelle Artikel

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250