Franchising: Methoden zum Wissenstransfer von der Zentrale über Franchisepartner zum Mitarbeiter

08.07.2018 15:00 | Ein Unternehmen gründen

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Das Modell Franchising ist vor allem so populär, weil die Franchisenehmer vom Franchisegeber eingearbeitet werden, so dass sie bestens vorbereitet in ihre Existenzgründung starten können. Franchisenehmer erhalten das gesamte Know-How, was für das Tagesgeschäft und das Managen des eigenen Franchisebetriebes notwendig ist. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Gründung. Aus diesem Grund kommt dem Wissenstransfer im Franchising auch so eine große Rolle zu. Dieser Artikel klärt Sie darüber auf, was es beim Know-How-Transfer zu beachten gibt und welche Methoden es abgesehen vom traditionellen Franchise Handbuch noch gibt.

Der Wissenstransfer im Franchising – das sollten Sie beachten!

Beim Franchising geht es im Kern darum, dass ein erfolgreiches und erprobtes Geschäftskonzept multipliziert wird. Eine wichtige Voraussetzung für eine Reproduzierbarkeit eines Geschäftsmodells ist die Standardisierung der Arbeitsprozesse und eine Dokumentation des gesamten Know-Hows, was mithilfe des sogenannten Franchise Handbuches geschieht. Das Franchise Handbuch ist die traditionelle Variante für die Know-How-Dokumentation eines Franchisesystems, es kann als eine Bedienungsanleitung oder aber Nachschlagewerk verstanden werden. Es bildet die Arbeitsgrundlage für das Tagesgeschäft und erläutert den einzelnen Franchisenehmern die konkreten Arbeitsabläufe und –Prozesse. So wird sicher gestellt, dass das gesamte Franchisenetzwerk Zugang zu den relevanten Informationen über das Geschäftskonzept erhält: Von der Systemzentrale über den Franchisenehmer zu den einzelnen Mitarbeitern.

Das Franchise Handbuch wird digital…

Die gesamte Wirtschaft wird digitaler, dies betrifft auch den Wissenstransfer im Franchising. Früher wurden die Handbücher primär als Printversion zur Verfügung gestellt, allerdings sind heutzutage eher digitale Versionen verbreiteter. Der Vorteil an einem online Handbuch ist, dass es sich hierbei um ein lebendigeres Dokument handelt, was einfacher editierbar ist. Das macht es möglich, dass Änderungen von der Systemzentrale schnell vorgenommen werden können, wenn das Franchisekonzept weiterentwickelt oder optimiert wird.

Was enthält das Franchise Handbuch?

Inhaltlich bestehen die prozessorientierten Franchise Handbücher aus folgenden Punkten:

  • Vorstellung des Unternehmens, des Franchisegebers und der Unternehmensphilosophie
  • Erläuterung des Geschäftskonzeptes und der Corporate Identity, Definition der Zielgruppe sowie Aufklärung über Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile
  • Erläuterung der einzelnen Arbeitsprozesse mithilfe von Arbeitshilfen und Checklisten, was eine konzeptionsgerechte Umsetzung des Geschäftskonzeptes ermöglicht
  • Praktische Hilfestellungen für die Neukundenakquise, Verkaufsgespräche und den täglichen Betriebsablauf
  • Erläuterung der Aufbau- und Ablauforganisation im Franchisebetrieb mit Spielregeln für eine konfliktfreie Zusammenarbeit sowie zur betrieblichen Organisation

Die Aufgabe der Franchisezentrale beim Wissenstransfer

Das Franchise Handbuch stellt das Fundament für die Grundausbildung der Franchisenehmer dar. Es ist das Instrument für eine rasche Expansion, was zeitgleich eine hohe Systemkonformität innerhalb des Franchisesystems ermöglicht. Das Besondere am Franchising ist schließlich, dass die Arbeitsprozesse standardisiert wurden, so dass sich selbst Quereinsteiger das notwendige Wissen in kürzester Zeit aneignen können.

Vor der Geschäftseröffnung erhält der Franchisenehmer eine Grundausbildung durch die Systemzentrale. Diese Schulung umfasst alle relevanten Basics zu den Prozessen, Produkten und Servicedienstleistungen und sie findet meist in der Franchisezentrale selbst oder aber dem Pilotbetrieb in Form von Präsenzveranstaltungen statt. Ein anfängliches Präsenztraining ist deshalb so wichtig, damit die Franchisenehmer eine emotionale Beziehung zu der Systemzentrale aufbauen können. Allerdings wird die Präsenzveranstaltung immer häufiger durch digitale Formate wie das Internet, Intranet oder aber Video-Tutorials inklusive Prüfungstests ergänzt.

Auch der Wissenstransfer im Franchising wird zunehmend digitaler…

Die klassischen Systemhandbücher spielen immer noch eine wichtige Rolle, wenn es um die Know-How-Dokumentation und den Wissenstransfer geht. Schließlich bildet das Handbuch das gesamte erforderliche Wissen im Detail ab, was es somit zum täglichen Begleiter für die Franchisenehmer und ihre Mitarbeiter macht. Es empfiehlt sich, dass die Printversion des Franchise Handbuchs stets am Arbeitsort griffbereit zur Verfügung steht oder aber als online Version bequem abgerufen werden kann. Schließlich stellt es das Instrument für die tägliche Betriebsführung dar und sollte ständig einsehbar sein – jederzeit!

Darüber hinaus sollten neben dieser umfassenden Langversion auch Kurzversionen zur Verfügung stehen. Hier eigenen sich vor allem Bilder, Podcasts, Videos, Tutorials oder Illustrationen, da sich diese meist leichter als Texte anwenden lassen. Der Vorteil an Videos und Bildern ist, dass es leichter zugänglich ist und sich die Lernenden diese eher anschauen beziehungsweise anhören als dass sie einen zehnseitigen Text zu einer Fragestellung durchlesen möchten. Das Lesen des Textes würde darüber hinaus wahrscheinlich auch noch mehr Zeit kosten, was wiederrum kontraproduktiv für unsere heutige schnelllebige Zeit ist.

Online-Programme sind auf dem Vormarsch!

Für die Grundausbildung aber auch die anschließenden Nachschulungen und Weiterbildungen kommen zunehmend Webinare und Blended Learning-Programme beim Wissenstransfer in Einsatz. Tools wie ein Online-Campus werden immer beliebter, da man so auf einfache und kostengünstige Art und Weise möglichst viele Franchisenehmer und Mitarbeiter erreichen kann. Und zwar steht hier das Lernmaterial 24/7 zur Verfügung. Aus diesem Grund ist dies gerade für internationalere Franchisesysteme eine sehr hilfreiche Methode, da es den Arbeitsaufwand und die Arbeitszeiten der Franchisezentrale entlasten kann und zeitzonenunabhängig zur Verfügung steht.

Chatprogramme und virtuelle Assistenten

Online lassen sich somit alle Fragen beantworten. Zudem lässt sich solch ein online Tool auch perfekt um Chat-Programme mit einem Chatbot oder Live-Chat mit der Systemzentrale. In den Systemzentralen gibt es meist sogenannte Partnermanager, die die einzelnen Franchisenehmer und ihre Mitarbeiter betreuen. Ein Chatbot wiederum stellt noch weniger Arbeit dar, da es sich hierbei um ein textbasiertes Dialogsystem handelt, was einen Chat mit einem technischen System kombiniert. Ein Chatbot kann als Volltextsuchmaschine verstanden werden, die bei einer steigenden Computerleistung auf umso mehr Datenbestände zugreifen kann, was die Dialoge mit den Nutzern letztlich umso intelligenter macht. Ein Chatbot ist sozusagen ein virtueller persönlicher Assistent!

Blended Learning: effektiv und flexibel!

Beim sogenannten Blended Learning, dem integrierten Lernen, handelt es sich um eine Kombination aus digitalen Medien und dem traditionellem Präsenzunterricht. Diese Methode kombiniert die sozialen Aspekte einer Präsenzveranstaltung mit digitalen Praktiken. In der Regel bauen Präsenz- und Online-Phasen inhaltlich und funktional aufeinander auf, so dass es eine sehr effektive und flexible Methode ist.

Twitter: Auch soziale Netzwerke bieten sich für den Wissenstransfer an!

Denn Twitter lässt sich perfekt für die interne Kommunikation nutzen. Dazu muss einzig eine Gruppe mit zugelassenen Nutzern kreiert werden. Twitter macht die Kommunikation schneller und effizienter! Allerdings sollten Sie hier darauf achten, dass die Nachrichten kurz und knackig sind. Für längere Nachrichten sollten Sie dann doch eher auf den Newsletter oder das Intranet zugreifen. Ansonsten ist Twitter aber das perfekte Medium, um heiße News aus der Systemzentrale zu berichten.

Wissenstransfer im Franchising im digitalen Zeitalter

Der digitale Wissenstransfer im Franchising kann losgelöst von Ort und Zeit stattfinden. Zusätzlich können die ausgewählten Methoden um Web- und Telefon-Konferenzen ergänzt werden. Eine gewisse soziale Komponente ist sehr hilfreich, damit Franchisenehmer und Mitarbeiter eine emotionale Bindung zum Franchisegeber und der Franchisezentrale aufbauen können. Fakt ist allerdings, dass die digitalen Methoden die Franchisesystemzentralen und die dort angestellten Partnermanager extrem entlasten können und sie darüber hinaus auch rund um die Uhr abrufbar sind. Setzen auch Sie verstärkt auf digitale Praktiken. Diese entsprechen den Normen der heutigen Zeit und sind einfacher zugänglich für Jedermann. So kann wirklich jeder einzelne Mitarbeiter die Unternehmenswerte und Arbeitsprozesse des Franchisesystems verinnerlichen!

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