Millionäre im Franchising: Die Top 5 der deutschen Unternehmer

Millionäre im Franchising

Franchising ist der Schlüssel für Erfolg – für Franchisegeber und Franchisenehmer. Doch am Ende machen stets die Initiatoren den besseren Schnitt. Ein Blick auf die aktuelle Vermögenslage der Top 5 Franchise-Millionäre liefert den Beweis der These.

Fressnapf-Gründer Torsten Toeller

Diese Zahlen sprechen für sich: 1378 Märkte, davon 879 in Deutschland, mehr als 10.000 Mitarbeiter – das Franchise-Unternehmen Fressnapf ist die Nummer eins in Europa, wenn es um Tiernahrung und Zubehör geht. Fressnapf Franchise ist auch unter dem Namen Maxi-Zoo im Ausland aktiv: die Schweiz, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Italien, Ungarn, Polen und Irland zähen zum wachsenden Fressnapf-Reich.

Der Mann hinter dem beeindruckenden Zahlenwerk heißt Torsten Toeller. Bei einer Studienreise in den USA entdeckte er das Geschäftsmodell der Pet Shops in XXL- Format und fand damit die Inspiration für den Aufbau des Solitärs unter den Franchise-Systemen made in Germany. Der geniale Gründer hatte schon früh erkannt, dass die Tierliebhaber keine Kosten scheuen, damit es den Tieren gut geht. Aus diesem Grund steht die Marge nicht wie im Einzelhandel ansonsten beklagt unter so hohem Druck. Als Marktpionier und Marktführer legte der Fressnapf-Chef eine beispiellose Performance hin. Mit einem geschätzten Vermögen von 1,7 Milliarden Euro steht Torsten Toeller auf Platz 1118 der superreichen Menschen in der Welt, wie kürzlich die Rheinische Post vermeldete.

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Sunpoint-Gründer Wolfgang Müller

Wolfgang Müller gründete Sunpoint, die einst mit 500 und heute mit 220 Studios immer noch die Nummer eins ist in der Solarienbranche. Müller zahlte erst kürzlich seinen Langzeit-Partner Martin Paffenholz aus. Rund 17 Millionen Euro sollen für einen 10-Prozent-Anteil am Unternehmen geflossen sein. Mit Hilfe seines Kompagnons schuf Müller sein Lebenswerk. Das unternehmerische Rüstzeug hatte der ausgebildete Textil-Ingenieur bei den beiden Franchise-Systemen Photo Porst und McDonalds gesammelt. Der gewiefte Franchisenehmer ersann erfolgreich eine eigene Geschäftsidee-Idee: Sunpoint. Das erste und heute immer noch am Platz befindliche Sonnenstudio eröffnete zu Beginn der 80ziger Jahre im Herzen von Köln.

Anders als andere Sonnenstudios präsentiert sich Sunpoint vom Start weg anders in der ersten Reihe mit freien Blick in die stets tipp-top sauberen Läden. Die transparente Optik und der perfekte Service kommen beim sonnenhungrigen Publikum blendend an: 1987 betreibt Müller bereits 16 Studios. Damit sich das Unternehmen weiter so schnell und dabei finanziell solide entwickeln kann, besinnt er sich auf seine Franchise-Erfahrung und verteilt so Investment und Risiko auf viele, vorzugsweise breite Schultern. So fällt der Startschuss für eine dynamische Expansion. Zwischen 1993 und 1999 wuchs das Netz der Sonnenanbeter um rund 300 Prozent, während sich die Branche im selben Zeitraum nur um 21 Prozent steigern konnte.

79 Millionen Euro für Carsten Gerlach von Joe’s Pizza Service

Unter den Franchise-Millionären sticht Carsten Gerlach hervor. Beim Verkauf von Joe´s Pizza Service machte er so richtig Kasse: 79 Millionen Euro blätterten der australische Master des internationalen Marktführers im Pizza-Haustür-Geschäft Domino´s Pizza Enterprise im Verein mit Domino´s Pizza Group plc aus Großbritannien hin, um den lang ersehnten Deutschland-Start auf breiter Front endlich zu schaffen.

Zuvor scheiterten mehrere Versuche, eine eigene Franchise-Struktur in Deutschland aufzubauen. Domino begab sich auf Einkaufstour und erwarb neben Joe’s Pizza auch Hallo Pizza. Mit beiden Erwerbungen zusammen kommt Dominos nunmehr auf 330 Stores zwischen Hamburg und München und peilt einen Umsatz von 200 Millionen Euro an.

Verkauf nach dem Aufbau: Tobias Baumann und Rainbow

Dem Exit-Modell, erst aufbauen und später Kasse machen, folgte auch Tobias Baumann. 1991 lernte der Wegbereiter von Rainbow International hierzulande den amerikanischen Gründer Don Dwyer bei einer Weihnachtsfeier kennen. Am nächsten Morgen saß er in Dwyers Büro und verließ es als frischgebackener Franchise-Nehmer, der erste in Deutschland. Zwei Jahre später erwarb Baumann die Master-Franchise-Lizenz für das komplette Land. Das Unternehmen legte den Fokus auf das große Potenzial hinsichtlich Sanierung von Brand- und Wasserschäden, was auf den Klimawandel mit zunehmenden Elementarschäden zurückzuführen ist. Baumann baute sein Franchise-System nach dem Vorbild der britischen Rainbow International Dependance auf. Im zweiten Schritt übernahm Baumann den Leckage-Ortungs-Spezialisten Logatec, der ebenfalls auf der Franchise-Schiene unterwegs war.

Doch im September 2014 gab Baumann überraschend seine Lizenz zurück. Über die Konditionen des Rückkaufs der Dywer Group wurde Stillschweigen vereinbart. Rainbow International ist derzeit in Deutschland, Irland und Großbritannien vertreten. Doch die Amerikaner haben ganz Europa im Blick und drücken daher jetzt auf das Tempo.

Von der Uni bis zu Back-Werk im Gleichschritt: Dirk Schneider und Christian Limmer

Während Baumann nach dem goldenen Handschlag als Franchisenehmer der Branche weiterhin die Treue hielt, ziehen sich andere Franchise-Bosse nach dem Verkauf ins Private zurück. Dirk Schneider und Christian Limmer studierten gemeinsam an der WHU Vallendar, der Kaderschmiede für Enterpreneure. Ihr unternehmerisches Talent bewiesen die beiden promovierten Ökonomen bei BackWerk. Die beiden Unternehmer sanierten den vom Münchner Bäckermeister Robert Kirmeier zwei Jahre gegründeten Back-Diskonter, machten ihn mit einem Konzeptwechsel zum Backgastronomen zukunftsfähig und verkauften 2014 das Franchise-System für 100 Millionen Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT. Inzwischen reichten die Schweden diese Franchise-Perle für 190 Millionen Euro an Schweizer weiter. Back-Werk zählt seit neustem zur Franchise-Marken-Welt von Valora. Seit dem Deal ist es um das Erfolgsduo still geworden.

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