Mittelstandsfinanzierung: So stemmen Sie die Finanzierung auch ohne Bank!

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mittelstandsfinanzierung ohne bank

Egal ob groß angelegte Expansion und Vergrößerung des bereits existierenden Unternehmens oder die klassische Existenzgründung – für beides braucht man vor allem eins: Ausreichend Geld. Das ist jedoch für viele Unternehmer die Wurzel des Problems. Denn ohne ausreichend Eigenkapital wird die Bank trotz perfekt konstruierten Businessplan keinen Kredit gewähren und auch nicht das Darlehen für die Wachstumsbestrebungen bereitstellen. Für die Bank zählt nämlich hauptsächlich ob der Antragsteller über genügend Sicherheiten verfügt oder nicht.

Wenn die Eigenkapitalquote des eigenen Unternehmens dann eher schlecht als recht ausfällt, wird es kompliziert das benötigte Geld von der Bank zu erhalten. Glücklicherweise haben sich in den letzten Jahrzehnten allerdings viele Alternativen etabliert, welche die dominante Position der Banken etwas abschwächen. Franchisenehmer, Existenzgründer oder bereits tätige Unternehmer können heutzutage auf eine Vielzahl von Möglichkeiten zurückgreifen, um ihre Träume und Projekte in die Realität umzusetzen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einige dieser Optionen vorstellen, die vor allem für die mittelständischen Unternehmen zugänglich sind.

1) Wer zählt zum Mittelstand?

Im deutschen Sprachraum existiert keine allgemeingültige Definition für die Klassifikation von Unternehmen. Dennoch hat sich mit der Zeit eine Abgrenzung ergeben, welche Unternehmen in verschiedene Größenklassen eingliedert. Die Kriterien, auf welche zurückgegriffen wird, um die Unternehmen voneinander abzugrenzen, sind in der Regel hauptsächlich der Umsatz, die Anzahl der Angestellten und die Bilanzsumme. Weniger gängig, jedoch durchaus möglich ist die Einteilung durch die unternehmerische Verantwortung oder durch das Eigentum. Im Jahr 2003 gab die Europäische Kommission eine Empfehlung heraus, welche die Verwirrung um die Einteilung der Unternehmen klären sollte. Nach deren Einstufung klären sich die Begriffe:

• Kleinstunternehmen: Zu diesen zählen Unternehmen, welche eine Anzahl von zehn Mitarbeitern nicht überschreiten und deren Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme nicht höher als 2 Millionen Euro beträgt.
• Kleine Unternehmen: Diese Unternehmen beschäftigen in der Regel höchstens 50 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beziehungsweise die Jahresbilanzsumme übersteigt nicht die 10 Millionen Euro.
• Mittlere Unternehmen: Mittelständische Unternehmen oder auch mittlere Unternehmen genannt, können bis zu 250 Angestellten eine Beschäftigung bieten. Der mögliche Jahresumsatz dieser Unternehmen überschreitet die 50 Millionen Euro nicht. Die Jahresbilanzsumme kann höchstens 43 Millionen Euro betragen.

2) Alternativen zu den herkömmlichen Finanzinstituten

Wie bereits dargelegt, kann es für viele Existenzgründer bisweilen schwierig werden, einen Kredit bei einer Bank zu erhalten. Außer einem detaillierten Businessplan und Sicherheiten in Form von Rücklagen und Immobilien, verlangen die Kreditinstitute vor allem auch ausreichend Eigenkapital. Des Weiteren wird gewünscht, dass die Antragsteller über ein regelmäßiges Gehalt verfügen. Für Unternehmer, welche einen Kredit beantragen, um ihre Expansions- oder Wachstumspläne zu realisieren, mögen diese Voraussetzungen noch erfüllbar sein, doch ein Existenzgründer verfügt in der Regel über kein festes Gehalt. Die Gründung eines Unternehmens kann sich also häufig als schwieriger herausstellen als gedacht. Doch glücklicherweise sind Banken mittlerweile nicht mehr die einzige Möglichkeit, um sich seine zukünftige Karriere finanzieren zu können.

Risikokapital

Dieser Begriff wird verwendet, wenn Beteiligungsgesellschaften sich dazu entscheiden, bereits bestehenden oder neu gegründeten Unternehmen finanziell unter die Arme zu greifen. Das sogenannte Risikokapital oder auch Wagniskapital wird hauptsächlich von Venture Capital Gesellschaften oder von Private Equity Gesellschaften realisiert. Diese Gesellschaften sind in den meisten Fällen an einer mittelfristigen Investition interessiert. Das heißt, dass die erstandenen Anteile am Unternehmen nach einer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren gewinnbringend veräußert werden. Die Anleger investieren also vor allem in innovative Unternehmen, deren Geschäftsideen erfolgversprechend sind und dementsprechend innerhalb von nur wenigen Jahren zu einer enormen Wertsteigerung des Unternehmens führen.

Beim Risikokapital unterscheidet man zwischen den Formen: stille und direkte Beteiligung. Die direkte Beteiligung zeichnet sich dadurch aus, dass der Investor als Aktionär, Kommanditist oder GmbH-Gesellschafter handelt und keine Tilgungen oder Zinszahlungen verlangt. Dahingegen wird bei der stillen Beteiligung eine Tilgung fällig. Die Anlage des Investors wird als Eigenkapital gehandhabt, wodurch der Kapitalgeber dementsprechend auch über ein Mitspracherecht verfügen kann. Generell kann allerdings gesagt werden, dass dies individuell geregelt werden kann. Vor Vertragsabschluss sollten solche Dinge ausdrücklich geäußert und vertraglich festgehalten werden, sodass Unstimmigkeiten und Probleme vermieden werden können.

Das Wagniskapital entpuppt sich häufig als großer Vorteil für Unternehmen, welche weitere Kredite beantragen möchten. Denn durch das Risikokapital steigt der Anteil des Eigenkapitals im Unternehmen, was sich wiederum positiv auf die Eigenkapitalquote auswirkt. Diese steigert die Reputation des Unternehmens und macht es einfacher, Banken von der Herausgabe eines Kredits zu überzeugen. Gleichzeitig ist die Beteiligung renommierter Kapitalgeber zusätzlich ein Pluspunkt, da sich dadurch vielleicht andere Geldgeber motiviert und angespornt fühlen, um in das gleiche Unternehmen zu investieren. Da die Anleger häufig viel Erfahrung in wirtschaftlichen Fragen haben, können sie den Unternehmern mit ihrer Expertise und ihrem Fachwissen beratend zur Seite stehen. Deswegen sollte bei der Auswahl des Kapitalgebers stets darauf geachtet werden, dass dieser sich gut in der eigenen Branche auskennt, und somit als Unterstützung und Berater fungieren kann.

Allerdings gilt es auch Vorsicht walten zu lassen beim Risikokapital. Denn nicht jeder kommt damit klar, jemanden im eigenen Unternehmen zu haben, dem er Rechenschaft und Erklärungen schuldig ist. Sollten Sie Ihre Angelegenheiten also am liebsten autonom und selbstständig regeln, wäre es Ihnen anzuraten, eine Alternative zum Risikokapital in Anspruch zu nehmen. Außerdem kann sich der Prozess einen passenden Kapitalgeber zu finden, enorm hinziehen. Denn die Beteiligungsgesellschaften testen die Anträge auf Herz und Nieren und bewilligen in der Regel nur 2 bis 5 Prozent. Unter Umständen werden Sie also keinen Kapitalgeber finden, obwohl Sie mehrere Jahre mit Anträgen und Anfragen vergeudet haben.

Fremdkapital

Wem das Wagniskapital zu risikoreich und unsicher erscheint, sollte sich lieber auf das Fremdkapital konzentrieren. Die Möglichkeiten Kapitalgeber zu finden, sind hier zahlreich und die Antragsstellung ist im Normalfall nicht so kompliziert und langwierig wie beim Risikokapital.

Förderbanken

Eine gern genutzte Alternative zu den Banken, sind die Förderbanken. Denn diese verlangen keine Sicherheiten in Form von Immobilien oder Eigenkapital. Gerade Existenzgründer und Franchisenehmer greifen deswegen gerne auf diese zurück, um sich ihren Kredit zu sichern. Eine Förderbank, welche im ganzen Bund tätig ist und sich nicht nur auf einzelne Bundesländer konzentriert, ist die KfW Bank. Diese ist gerade für deutsche Existenzgründer des Mittelstands eine sehr gute Wahl, da sie über eine Vielzahl an passenden Förderangeboten verfügt, welche die Existenzgründer in Anspruch nehmen können.

Zum einen offeriert die KfW Bank ihren KfW-Gründerkredit. Dies ist ein Startgeld für kleine Unternehmen, welche noch sich nicht länger als fünf Jahre auf dem deutschen Wirtschaftsmarkt befinden. Die KfW Bank unterstützt die Unternehmen, indem sie bei der Hausbank als Sicherheit bürgt. Dadurch erhalten die Antragssteller einen Kredit, welcher die 100.000 Euro nicht überschreitet.
Weiterhin gibt es das ERP Kapital, das für die gleiche Zielgruppe bestimmt ist, wie der KfW-Gründerkredit. Allerdings kann das Darlehen eine Höhe von bis zu 500.000 Euro beantragen.
Zuletzt gibt es noch einen KfW-Unternehmerkredit, der für Großprojekte in Anspruch genommen werden kann. Die bewilligte Summe beträgt bis zu 10 Millionen Euro.

Onlinekreditbörsen

Ein weiterer Weg, um sich die Existenzgründung oder außergewöhnliche Projekte zu finanzieren, sind Onlinekreditbanken. Diese führen private Investoren mit Unternehmern und Privatpersonen zusammen, die eine kleine oder gelegentlich auch eine größere Finanzspritze nötig haben. Die beiden Parteien müssen sich dafür nur auf den entsprechenden Onlineplattformen anmelden und ihr Gesuch auf den virtuellen Marktplatz hochladen. Sollten sich Interessenten finden, können sie im Anschluss daran mit den Antragstellern in Kontakt treten und Ihnen einen Vorschlag unterbreiten. Oftmals zeichnen sich diese Kooperationen dadurch aus, dass die Kreditgebenden nur einen Teil der benötigten Summe stemmen. Somit werden die Projekte oder Gründungen mit der Hilfe von mehreren Investoren realisiert. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Kreditsuchenden selbst mit fehlenden Sicherheiten oder geringerem Finanzierungsvolumen in der Lage sind, jemanden zu finden, der sich dazu bereit erklärt, eine Anlage zu tätigen.

Private Investoren

Weiterhin ist es natürlich stets möglich private Investoren zu finden. Ob sich diese im privaten Umfeld befinden oder durch Veranstaltungen auf Sie aufmerksam wurden, ist nicht von Belang. Wichtig ist jedoch, dass Sie als Unternehmer darauf achten, dass die finanzielle Beteiligung schriftlich festgehalten wurde. Darin sollte auch auf das Mitspracherecht und die Informationspflicht eingegangen werden. So werden Streitigkeiten und Unstimmigkeiten vermieden.

Staatliche Förderprogramme

Eines der bekanntesten Förderprogramme ist der INVEST-Zuschuss. Dieser wurde vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – kurz BAFA – entworfen, um jungen und vor allem innovativen Unternehmen bei ihrem weiteren Wachstum unter die Arme zu greifen. Bei dieser Förderung werden Investoren durch einen Erwerbszuschuss in Höhe von 20 Prozent dazu motiviert, in vielversprechende Start-ups zu investieren. Durch dieses Verfahren verringert sich nämlich für den Kapitalgeber das Risiko der finanziellen Beteiligung. Die 20 Prozent der Anlage werden nach der positiven Bewertung des Onlineantrags postwendend auf das Konto des Kreditgebers überwiesen. Dies bedeutet beispielsweise, dass bei einer Investition von 100.000 Euro 20.000 Euro durch BAFA zurückerstattet werden.

Die Investoren sind häufig Business Angels, welche sich bestens mit wirtschaftlichen Fragen auskennen. Durch ihr unternehmerisches Wissen und ihre oftmals langjährige Erfahrung können sie den Unternehmern mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihre Expertise und ihr Fachwissen in das Unternehmen miteinbringen. Somit profitieren die Unternehmer nicht nur von deren Geldanlage, sondern verfügen zusätzlich auch noch über einen professionellen Unternehmer, welche sie bei geschäftlichen Entscheidungen unterstützt.

3) Fazit

Auch wenn Sie keinen Kredit bei Ihrer Hausbank bewilligt bekommen haben, gibt es noch weitere Alternativen, um die zukünftigen Pläne in die Tat umzusetzen.

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